Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1928-05-23 · 21 (23.5.1928) · p. Seite 297

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
7 (1928)
Issue
21 (23.5.1928)
Date
1928-05-23
Page
Seite 297 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2277379-2277781-2277802--04497-2285116
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

L-7 «A f| 4^4 fs + ’4'’''V$ iNfTy'^rj f^: ’ ff? £ "■ ■ |!j f), ^';{ f^, f+ {+4 ^Z4^l1 i£y ä|y |y v «i? vVjf vV</ ^Sf'' **? y V vV 'j *+ Vv•+*s^ V*^ £v vv s/ y 4v V V *-/+ V->»/' v vy/ 4 v v / 4J) V vs/ vv vJ' 4 $ v |ö®4?>9+ f+++55?^^'2^'/^^++r J. Cr K&tL Iw 4!i ^y IlO^O $i Vv 4' iy vly ^'»-4^ c/<w / </ V V V E 4 V V .-.'/ '4 V V °C f*y v v -V V 4 V'-?' </ & $ Die DentschnaLionalen mit Partei, C h r i stl i ch n a t i o naler Landbttnd, Bauernpartei Sächsischer und Nntrr Baucrngruppcu. Nationalsozialisten, Deutschsoziale, Voltis Nationaler Block, jndenfeindliche Splitt Parteien insgesamt. RcichstagsMahrkrerse stimmen zahl Prozentuale Zu- (i-) oder 6: 2rnn:cn^ahl Prozentuale Zu- (--) oder «. 12. 2J 26. 5. 28 Abnahme (.—) 6. 12. 24 20. 23 Abnahme (—) 1. Lsiprcusic«. 392 377 313 279 — 20 i 62 000 49 513 — 20 2. Berlin. 182 029 — 27 30 000 25 791 — 15 o. Potsdam IX. 253 600 212 100 — 17 18 600 23 600 Jr 26 4. Potsdam I. 5. Frankfurt a. d. O. . . 232 728 217 532 _o;> 33 335 30 269 — 28 320 701 260 410 — 19 36 500 19 755 — 46 6. Pommern. 445 905 373 130 — 16 45 202 27 934 — 40 214 854 -23 29 599 22 073 — 26 8. Liegnitz. 177 000 149 691 — 16 27 003 11 363 — 54 9. Oppeln. 117 000 96 320 -18 13 819 2 050 — 85 10. Magdeburg. 203 920 153 291 — 27 31 692 39168 + 23 11. Merseburg. 214 000 154 281 — 28 32 300 31 255 — 3 12. Thüringen. 273 892 216 127 — 21 60 297 50 905 — 17 13. Schleswig-Holstein . . 253 544 181 465 -29 22 324 31 776 4- 42 14. Weser-Ems. 109 353 82 349 — 24 34 672 «jG riJ« 4- 7 4-28 15. Osthannover. 104 000 89 977 — 15 23 000 29 409 16. Südhannover-Brschw. . 178 000 116135 — 30 35 641 44 520 4-24 17. Westfalen-Nord .... 175 000 151 600 — 10 14 200 12 162 — 13 18. Westsalen-Tüd .... 169 000 120 718 — 28 14 000 19 700 4" 39 19. Hessen-Nassau .... 225 483 198 346 — 12 29 0S7 41118 4" 43 20. Köln-Aachen. 04 000 84 856 4-31 5 244 10 494 4 loo 21. Koblenz-Trier .... 59 000 73 264 4- 22 | 1759 11 893 4 550 ' 22. Düsscldors-Ost .... 23. Düsseldorf-West , . . 154 000 125 929 — 18 16 627 16 251 — 3 8G 937 89 492 4- 3 7 264 10 158 4 38 24. Obcrbaycrn. 144 000 72 727 — 49 55 813 72 069 4 25 25. Niederbayern. 80 771 19 351 — 38 16 748 20 329 + 20 26. Franken. 229 513 — 20 94 417 111 308 4 18 27. Pfalz. 19 052 11434 -30 8 229 24 495 + 200 28. Dresden. 234 086 179 941 -23 15 153 22 865 + 37 29. Leipzig. 49 833 -63 13 212 19 231 4 46 30. Chemnitz. 179 194 113 137 — 37 1 39 388 53 884 + 40 31. Württemberg. 129 491 71678 — 43 25 275 23 719 — 5 32. Baden. 88 978 73 991 — 17 22 565 33 802 + 50 33. Hcsicn-Darrnsiadt . . . 126 713 100 368 — 21 8 216 14163 + 73 34. Hamburg. 127 112 99 918 — 20! 14 640 17 759 + 21 85. Mecklenburg. 121 868 97 900 — 20 ii 54 576 26 187 — 51 Zur Psychologie öes jüdischen Wählers. Wenn eine Schlacht geschlagen ist, dann gilt es als die erste und wichtigste Aufgabe der Strategen, ihre Ergebnisse für die künftige Taktik Zn bewerten. Ein wichtiges Objekt rückschauender Betrachtung ist die Psychologie d e s W ä h l e r s, in diesem Falle des d e n t - schen Juden, für den neben seinen allgemeinen vaterländischen und politischen JnLerepen noch die spezifisch jüdischen-auf dem Spiele standen. Und von der Einstellung dieser Wähler zur C. B.-Arbeit möchte ich heute sprechen. Wer in diesem-Wahlkamps werbend für irgendeine Partei auftretcn wollte, mußte von vornherein mit zwei erschwerenden Tatsachen rechnen: einmal mit der schwierige n wirtschaftlichen Lage, welche die materielle Lerstungssreudigkeit lähmte. Zweitens mit dem Mangel^ einer die Massen ausrü ttelnden Wahlparole, wodurch die bei uns an sich schon starke politische Trägheit noch mehr gestützt wurde. -- Tie erstgenannte Schwierigkeit muß bis zu einem gewissen Grade auch für die jüdischen Wühler als Entschuldigung anerkannt werden. Nicht so die zweite; denn so dumpf und stumpf ist kein Jude, daß er nicht wissen müßte, was bei jeder Wahl für ihn auf dem Spiele steht; mag die antisemitische Bewegung nun haushohe Wogen auftürmcn, oder mag sie rn sanften Wellen 'dahinplätschern. Nicht als ob ich auch nur einen: Juden den Borwurf machen dürfte, daß er am Wahltag nicht seine selbstverständliche Pflicht getan hätte — dafür habe ich keinerlei Anhaltspunkte oder gar Beweise —. aber die Stellung weiter Kreise zur b. B.-Arbeit, des einzelnen zu den Ausgaben der Gcsanrthert, kurz: sein Bcrantwortlichkeits- und Pflichtbewußtscitt, erschien mir doch in so bedenklichem dichte, daß nicht nur eine rmlhaltlose Kritik, sondern noch mehr eine ernste Untersuchung der Frage, wie einem unhaltbaren Zustand abzuhelfcu ist, dringend geboten erscheint. Da tritt uns zunächst die stattliche Gruppe derer entgegen, die zwar „grundsätzlich auf dem Boden des E. B. stehe::", oder „ihm nahesiehen", aber trotzdem nicht Zn ihn: gehören bzw. nichts für ihn tun -- letzteres nicht selten auch wieder „grundsätzlich". Dir Ursache für diese widerspruchsvolle .Faltung so vieler unserer jüdischen Zeitgenossen ist nicht inuuer dieselbe. Die einen — es ist die Minder- Zahl — hat wenigstens einen Grund, oder glaubt ihn wenigstens Zu habe::: es ist der Widerspruch gegen die Stellungnahme des E.B. zu irgendeiner mehr oder uüuder untergeordneten Sondersrage des jüdisch-politischen Lebens. Sie haben sich in diesen Widerspruch so verbissen, daß sie die große gemeinsame Ausgabe, das allgemein anerkannte Ziel darüber ans dem Auge verloren haben. — Peinlicher wirken die anderen, die nicht einmal selbst an ihre vermeintlichen Gründe glauben, die nur A ns r e d cn haben und sich in einen Gegensatz zum E. B. Hineinslüchten. Geht man närnlich ihren Klagen über den E. B. nach, so erfährt man bald, daß sie für die arme, von: E. B. verfolgte Richtung genau so wenig übrig haben wie für den E. B. selbst. Einen dieser Prinzipienfesten gelang es, an Ort und Stelle zu entlarven. Als ich mit den: lieben Menschen über einen Beitrag zun: Wahlsonds des E. B. verhandelte, meinte ein gemeinsamer Bekannter. nachdem er über die „schwebende Frage" orientiert worden war: „Bei den: Mann werden Sie kein Glück haben. Wem: ich etwas für die Zionisten von ihn: haben will, steht er den: E. B. nahe; jetzt! steht er wahrscheinlich den Zionisten nahe." — Wie viele mögen es j wohl sein, die sich mit Hilfe ihrer Gewisseusbedeukeu so zwischen den Plakat der verfassungstreuen Parteien, (Zu dem Artikel „Unsere Wühlarbeit**.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.