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Central-Verein-Zeitung · 1928-05-18 · 20 (18.5.1928) · p. Seite 282

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
7 (1928)
Issue
20 (18.5.1928)
Date
1928-05-18
Page
Seite 282 (sequence 6)
Language
German
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282 Henriette tttöy gestorben. Henriette May. unser langjähriges Hemptvorstands- und Ehrenmitglied, ist am 14. d. M. nach schwerer KranlheiL sanft entschlafen. Wir trauern aufrichtig um die Verstorbene, die mit herzlicher Wärme und stetem Eifer unserem E. D. ergeben war. Es gab kaum eine Hauptvorstandssitzung, bei der unsere Henriette May fehlte. Immer, wo es sich um Frauenfragen im C. B. handelte, wo Fragen der Wohlfahrt und der sozialen Not unser Gebiet streiften, konnten wir auf den klugen Rat, die weitreichende Erfahrung und die stets hilfreiche Tat unserer Henriette May zählen. Zum 60. Geburtstag wurde ihr die Urkunde der Ehrenmitgliedschast des Centralvereins überreicht. Diese Anerkennung beweist am besten, welche großen Verdienste sich die Verewigte nur den Centralverein erworben hat. Ihrer Familie gilt unser aufrichtiges Mitgefühl. Wir werden das Andenken unserer treuen Freundin, unserer hochverehrten MLLflreiterin stets in ölten Ehren halten. Hoeböeks befehle für die letzte Wahlkampfwoche. Tr. Goebbels, der Führer der Groß-Berlin er und Brandenburger Nationalsozialisten, veröffentlicht in seinenr „A n g r i s f* <Nr. 20 vom 14. Mai 19*28) „Anordnungen" für seine Anhänger, die uns beweisen, mit welcher Energie und welchem Fanatismus alles daran gesetzt wird, um, wie er schreibt, im „I u d e n b a b e l B e r l i n e r n e n g r o ß e n U e b e r r a j ch u n g §* sieg zu er kämpfen." Wir geben die wesentlichsten Punkte hier wieder: An alle Sektisuo- und Qrtsgruppcnführerk Slrr alle Parteigenossen und Parteigenossinnen! 1. Das Ergebnis der Wahlen hängt zum größten Teil von den Propaganda-Aktionen der letzten Wahlmoche ab. Zuur Wahlkampf gehört Geld. Spende jeder sofort noch eine seinen Kräften entsprechende Summe. 2. Jeder Parteigenosse bearbeitet Ln dieser letzten Woche die noch säumigen Volksgenossen aus seinem Bekanntenkreise persönl ich Am Wahltag holt er sie selbst zun: Wahlakt ab. & Die beiden letzten großen Massenkund- Hebungen der N. S. D. A. P. am Mittwoch, den 16. Mai. in der Rnionsbrauerei. Hasenheide 22—31, und ani Freitag, den 18. Mai. im großen Saale des „Saalbau Friedrichshain", Am Friedrichsham 16—22, und in den Prachtsäken am Märchenbrunnen (Schweizer Garten), Am Friedrichshain 20—62. werden von der gesamten Phrrteigenossenschast besucht. Es gilt, vor der Berliner Oesfentlichteit ein letztes überwältigendes Zeugnis unserer Stärke und Geschlossenheit abzulegen. 4. Am Samstag, den 19. Mai, fahren unsere S. A- Iuugens in langen L a ft k r a s L w a g e n z ü g e n durch die Hauptstadt. Wir brauchen für die dabei benötigten riesenhaften Propagandamittel viel Geld! Die letzten Reserven h e r a u sl L. Soiveit die Sektionen und Ortsgruppen noch Geld flüssig machen können, bestellen sie in weitestem Maße das von der Reichsleitung herculsgegebene Flugblatt- und Plakat material. Auch die von der Gauleitung - herausgegebenen Flugblätter sind in Massenauflagen durch individuelle Propaganda an den Mann zu bringen. 6. Am Wahlsvnntag selbst stellen die Sektionen bzw. S. A.» Gruppen vor jedes Wahllokal ihres Bezirks einen kräftigen und schlagfertigen Parteigenossen mit entsprechendem Propagandaschild ans. Die S. A.-Lcituugen bilden Zweekmäßigerweise in jedem Stadtteil eine Zentrale, damit^bei Belästigungen und Provokationen des Gegners entsprechende schritte bei der Polizei imteriieuunm werden können. 9. Die letzten Kräfte au Cield und Propaganda ftnv anrnspanncu. Es gilt, in dem Judcnbabek Berlin für ««s einen ersten großen tt cberra sch urrgs sieg zu erkämpfen. Nationarsozialisien! 3Ut die Arbeit'. Berlin, den 12. Mai 1928. Tr. G o c b b e l s. Cine einzigartige BeranstaHung des C. V. Jüngst wurde in einer großen deutschen Tageszeitung die Frage erörtert, wie der Besuch der Wahlversammlungen zu beleben fei. Und der Verfasser schlug den Parteien vor: Laßt nicht immer nur eure eigenen Redner anstreten, holt die anständigen Gegner zur Rede herbei, und ihr werdet sehen, wie stark sich die Wählerscharen au solchen Aussprachen beteiligen! — Wer das politische Leben der Nachkriegszeit kennt,' ist nicht im unklaren, daß solcher Vorschlag heute in Deutschland noch nicht durchführbar ist. Aber eins ist durchführbar geworden und scheint sehr verdienstlich. Bestimmte Parteien, selbst in der tosenden Mahlzeit, zu Erklärungen in einer Veranstaltung zu bringen, zu Erklärungen über ein Problem, dem sonst manche Parteien gern aus dem Wege gehen und das anzurühren manchen als nicht ungefährlich dünkt: das Juden prob leim Wahrhaftig! Der Central verein hat es fertigbekommen zu der Zeit, wo eine Rechts regier ung über uns waltet, in der Judenfrage eine Art große Kulturkoalition zu bilden. Demokraten und Zentrum. Sozialdemokraten und Volksparteiler waren in der Kundgebung des Hauptvorstandes am 9. Mai vertreten, einm ütig — seit wann wohl zum erstenmal und wo sonst noch? — in der Ablehnung des zügellosen Judenhasses. Obwohl sie jetzt im Wahlkampf gegeneinander die Schwerter mehr oder minder kräftig schpviugen. — Tie C. B.-Versammlung des 9. Mai war für sie eine geruhige Atempause, aber auch ein Beweis dafür, daß es selbst in der Wahlschlacht für Gerechtdenkende, und nach den Wahlen nicht minder, etwas gibt, was alle Parten auf den Plan rufen sollte: die Absage an Verhetzung, an das Anfpeitfcheri niedriger Leidenschaften, an „Rassenhaß, und Klassen haß", gegen wen auch imrner solche zerstörenden Geschosse sich richten. Wir sind uns bewußt, wie unsäglich schiver es sein wird, eine solche wahrhafte Befriedung selbst unter Wahrung aller weltanschaulichen Gegensätze zu erreichen — trotzdem freuen wir uns unseres Erfolges. Nur solche und ähnliche werden uns allmählich die wahre deutsche Volksgemeinschaft verdienen lassen, wo nicht Phrase und ^lraftmeiertum, nicht Abstammung noch Reichtum, sondern allein die verantwortungsbewußte Arbeit des Alltags und der edle Sinn für das Große. Ganze den nationalen Wert des Menschen bestimmen. * Tie von Hunderten unserer Freunde stattlich besuchte Kundgebung in den Spichernsäten wurde von dem Vorsitzenden des GentralvcrcinS Juftizrat Tr. Julius Brodnitz mit Begrüßnngswortcn an kre Versammlung und an die Vertreter der verßypmKtreuen Parteien eröffnet. Tr. Brodnitz wies darauf hin, daß der Centralverein eine überparteiliche Organisation sei. in der Mitglieder aller Parteien, mit- Ausnahme offen oder verkappt sndengeguerischer. sich znr Wahrung ihrer Gleichberechtigung znsammengesundcn hätten. Jnnritteu des Wahltrubels stelle dieser Abend eine Feierstunde dar. Tr. Bruno Weil, der Hauptredner des 9lbends, führte sodann etwa folgendes ans, das wir leider infolge Platzmangels, wie auch die nächsten Reden, nur gekürzt wiedergcben können. Die Stellung der deutschen Inden und des Centralvcrems zu den politischen Parteien ist eine völlig freie mit der einzigen (Stnfrfjranknng, daß kein e S t i m m e einer antisemitischen P a r - tci gegeben werden darf. Der Gentralr>crein kann seine Wahlparole nicht nach der Frage von Steuern oder Zöllen, der auswärtigen Politik uub all den tausend andern Dingen, die in dem Parlament verhandelt werden, bestimmen. Hier cinzugreistn ist Sache der Parteien. Seine überparteiliche Parole kann nur ans der Tiefe der Gegensätze der S t a a l s a u s f a s s n n g geschöpft. werden. Bon den zwei großen Strönnnnvn, die unser'sittliches, philosoplsistlvs. Politifäzes Dasein erfüllen und denen sich alle Parteikanrpfe nulerordnen lassen, kann nur eine im Staatsleben herrschend sein: entweder die Idee der Gleichheit aller Staatsbürger, der Suprematie des Rechts, der Freiheit und des nationalen Ausbaues, oder der Gedanke der Ungleich' heit, des Uebenvieaens der Macht, der Unterdrückung, der völkischen Idee. Wir waren gewöhnr. die Durchsetzung der ersten Gedankenreihe, die sich über Judentum und Ghristentmn bis in die Neuzeit erstreckt. als einen groß?-./ FD r t s ch ritt menschlicher Gc -

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