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Central-Verein-Zeitung · 1928-05-18 · 20 (18.5.1928) · p. Seite 280

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
7 (1928)
Issue
20 (18.5.1928)
Date
1928-05-18
Page
Seite 280 (sequence 4)
Language
German
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Er beginnt folgendermaßen: Ter nationalsozialistische Abg. Gregor S r r a s s e v gehört . schon im Reichstag zu denjenigen, die da glauben, daß der Ton der Grosse die Legitimation für den „großen Politiker" ausmache; in seinem Berliner nationalsozialistischen Wochenblättchen pflegt er " sich aber in dieser Beziehung noch selbst zu übertrumpfen. Das läßt mich selbstverständlich, soweit er dabei mit seinen ebenso sinnlosen wie schwindelhaften Schimpfereien, wie z. B. jetzt wieder bezüglich der „Bauernlistech gelegentlich auch meine Person durch den Treckton seiner „Mentalität* zu ziehen beliebt, vollkonnnen kalt — man verlangt bekanntlich vom Ochsen nicht mehr, denn ein Stück Rindfleisch, und so auch von diesem fanatischen Römling keine objektive oder gar gesittete Wahrheitsliebe. Wenn er aber mit seiner in die Goffe getauchten Sudclfedcr sich auch nicht einmal sch ä ur t, das A n d c n 5 e tt meines nicht nnr in feiner wissenschaftlichen Genialität, sondern ebenso gerade auch in seiner menschlichen Größe unantastbaren Vaters belast er n zu wollen, dann sehe ich mich allerdings genötigt, ihm in aller Ocssentlichteit etwas derbe auf seine Schmutzsinger zu klopfen. Man wird sich fragen, w o r ü b e r sich Herr v. 'Graese so aufregt, und erfährt, daß Straffer den Vater GraeseZ, den berühmten Augenarzt, jüdischer A b st a ln m u n g verdächtigt und in seiner wissenschaftlichen Bedeutung herabgesetzt habe. Besonders pikant ist, daß Graese sich dankbar emer Aenßerung des jüdischen Abgeordneten Bernstein erinnert, der diese von dem völkischen Echrijrsteller Eugen Dü h ring stammende Behauptung als Fälschung Zurückgewiesen habe. Ter Artikel schließt deutlich und grob: Wohl aber bemüht sich der Römling Straffer nach 15 Jahren., ausgerechnet unter nationalsozialistischer Firma (sehr beachtlich!), dem Juden Bernstein zu sekundieren — immer wieder Al aftan und Kutte als gemeinsame Feinde völkischer Erneuerung! ♦ . . Womit ich das unästhetische Kapitel Gregor Straffer verlasse! tut der Abgeordnete Straffer? Er antwortet in den Blattern seines si a m p s Verlages, also in etwa sechs bis acht Zeitungen, mit gleicher Aufrichtigkeit: Der getroffene Hund bell:! — Tech beleidigeil wir dieses edle Er nicht, denn es ist ja nicht von ihm, sondern von dem größten Verleumder^ die Nede, dem „ehrenwerten" Herrn von Graese- Goldebee. Gleich einem Schwein, das sich in dem Dtorast der klcatc wälzte und dann den Treck überall hinträgt, das Saubere schmutzig und das Helle blind macht, bewegt er sich in feinem Deutschen Tageblatt che n (31 r. 91, 18. April 1928). Taß er Straffer mit deln Juden Bernstein zusammenkoppclt und dirrailshin schreibt, daß Jla]:an miö. Zluttc als gemeinsame Feinde völkischer Erneuerung^ Lwzusehen seien, wobei er unter Kaftan d-en Inden Bernstein und unter Aluüe den Rational s oz i a listen St rasier versta,:den haben lvitl, das zeugt von der abgrundtiefen, sürsorgereisen Nicdrigteit. Schmutzigkeit, Gemeinheit und eines Zuhälters würdigen Sinnesart des „völkischen" Herrn von Graese. In den Streit der. früheren Brüder sich einznmischen, liegt für A u fjT n ft e f) c n b e kein Anlaß vor. Die Herren Graese und Strasscr rverden am besten rochen, was sie voneinander zu Raiten haben. II. , In München spielt sich der Wahlkamps sozusagen forschen G c - neralen ab. An der Spitze der Nationalsozialisten steht Genera! E p p, für die Teutschnationalen kandidiert v. Lettow - Vorbeck und auf der Lffte der Deutschen Vollspartei steht hinter Stichemann General v. choch. Tas „Tvntsche Tageblatt" vom 10. Mai, das Organ des Völkisch- Nationalen Blocks, warnt vor der Wahl der Spitzengenerale der Nationalsozialisten und der Tcutschnationalen. Es schreibt: ^uiT ben dcutschnationalen Wählerfang von 1924 sind tenn auch in Bayern leibet allzu viele durch den Namen Tirpitz bestochene Wähler hercingeiallen. . . . Wir Völkischen haben damals mit Hilfe der uns zur Verfügung sichenden Preise eindringlich vor der Wahl des Großadmirals gewarnt. . . . Abermals soll nun der Trick der Westarp seine Früchte tragen. Ta Tirvitz, angeekelt von dem Treiben der deutschnationalen Fraktion und im Hinblick aus seine völlige Einslußlosigkcit, sich aus der Politik zurückzicht, schlägt man den bayerischen Wählern wiederum einen berühmten Sodaten als Kandidaten vor . . . Wir Völkischen waren vor vier Jahren in der peinlichen Lage, die Kandidatur des Admirals v. Tirpitz aus sachlichen Gründen bekämpfen zu mügrn. . . . Wir find sichet, daß der Reichstagsabgeordnete v. Lcttow-Dorbeck eine ebenso untergerordnete Nolle spielen würde, als sie der ihm in politischer Beziehung überlegene Admiral v. Tirpitz gespielt hat. Wir stehen nicht an. zu behaupten, daß. wer nicht völkisch wählen wild immer noch bcycr tut, „Deutsche" Volkspartei 31t wählen als „de'.ttschnational hinter einem vorgeschobenen Leitow-Vorbecktt III. Ter „Völkische Beobachter* (11. Mai) polemisiert gegen die Haltung des Völkisch-Nationalen Blocks zn Ludeudorfs. Ein paar Stilproben mögen folgen. . . . Alan hätte annebmen können, die Ritter von der traurigen Cesral: in dem im Auslösungszustand befindlichen Völkisch-Nationalen Block wären so taktvoll gewesen und hätten General Ludendvrsss Namen aus den leidemchaülicven Wahldebatten dieser Wochen ferngehalten — zumal General iinb-enbenü zu diesen Wahlen nicht kandidiert und bereits früher einen diesbezüglichen Wunsch äußerte. . . . Tie BArblkundgebung der „Teutschen Resormativnsparlcisi des Hospredigers Töhring. hat das Cegeweil bewiesen. ... Schon am Eingang zu der „MassenWllundgebung dreier Partei am 2- Mai im Kncgervereinsbaus in Berlin wurden Flugblätter verteilt, in denen für den BöllsickAlationaleir Block mit den Worten geworben wird: „Tiefer Block hat nrckts geinein mit den Natiruialsozialisien und lehnt auch die kirchenscindliche H-altung Ludendorsss ausS entschiedenste ab." ... Ten Beobachter von außen befallen zwei Gedankenverbindungen: Dcr S 11 m p s, au* d o m Blasen auf st eigen, und der köstliche Schluß von Leines Disputation: „D i c Herrschaften s ch c i 17 c u s ä mt! i ch zu stinke n." I! .i I

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