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Central-Verein-Zeitung · 1928-05-04 · 18 (4.5.1928) · p. Seite 247

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
7 (1928)
Issue
18 (4.5.1928)
Date
1928-05-04
Page
Seite 247 (sequence 7)
Language
German
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Für den Wahlkampf! Die Tat eMBHsiöet. HnhnefelD, Köhl und Helene Meyer. Mitten unter den Entgleisungen und Häßlichkeiten des Wahlkampfes, in dein von völkischer und d e u t s ch n a L i o n a le r Seite alles, was in jahrelanger „Arbeit" zusammeugetrageu worden ist. um die Unvereinbarkeit von deutsch und jüdisch uachzuweisen, sind Anzeichen zu bemerken, die erkennen lassen, wie unsere von völkischer Seite stets bekämpfte Auffassung v o nt Wese n des D e u t s ch s c i n s in jenen K r e i s e n st a r k a n B o d e n g e w o n n e u h a L. Tie Tatsachen sollen sprechen: Tcr „Völkische Beobachter" rühmt, wie die gesamte deutsche Presse auch, den Ostwestslug Köhls und v. Hünefelds. Aber, wie immer, hat das Blatt des Herrn Hitler seine besondere Note. Tie beiden deutschen Männer sind die Verkörperung des völkisch-heldischen Gedankens. Tie Kritik der „Judenpresse" an gewissen politischen Trapierungen des Ozeanfluges ist ihm ein Beweis, daß für ein solches Heldentum im „verjudeteu Deutschland" Lein Verständnis anzutreffen ist. Und somit wäre alles, wie es dort immer ist, wenn sich nicht herausgestellt hätte, daß Freiherr v. H ü n e f e l d von mütterlicher Seite her der Enkel des Kaufmanns Markus L a ch m a n n in E r s e n a ch und der Urenkel von Abraham L a ch m a n u in Graudenz ist. Und um die Bitterkeit im völkischen Freudenbecher zu erhöhen, muß v. Hüneseld auch noch ein naher Verwandter des Verlegers des „Berliner Tageblatt s" sein. Ter „Deutschen Burschenschaft", der „Deutschen Adclsgenoffenschast", dein „Nationalverband deutscher Ossiziere" dürfte Hünefeld nun nicht mehr angehören. Aber er hat unter dein besonderen Beifall der judenfeindlichen Presse die deutsche Fahne über den Ozean geführt, und ist dafür als Typ des wagemutigen deutschen Helden gefeiert worden. Daß er der Sohn einer Jüdin ist, ist daneben auch für uns gleichgültig. Unsere Auffassung war stets: die LiebezumVaterlande,die Leistuug für das Vaterland entscheidet, und n i ch t .A b st a m m n n g oder Glaube. Und wir freuen uns, daß der „Völkische Bobachter" unserer Meinung ist. Die Eingliederung nach Blut und Raffe treibt humoristischerweise auch nach der anderen Seite hin merkwürdige Blüten. Hauptmann Köhl wird von der polnischen Zeitung „Expreß W i e - czarny" für die polnische Nation reklamiert. Köhl sei nichts anderes als eine Germarnsierung von „K j e l". Wenn das stimmte, wäre den Herrschaften um Hitler sicherlich der Spaß am Ozeanslug völlig verdorben. K Die deutsche Meisterin im Fechten 'ist Helene M eh er aus Osfenbach. Sie hat Deutschlands Farben aus internationalen Turnieren oft siegreich getragen. Kürzlich trat sie in Hamburg an. Und luas nun kommt, sind Zitate aus den deutschnationalen „Hamburger Nachrichten". . . Dieses goldblonde sympathisckn Sportmädel", . . Also es vereinigt sich bei diesem kerndeutschen Mädel ein ideales Streben zur Vollkommenheit zwischen Körper und Geist". Die dentfchnationalen Redakteure übersahen sicherlich nicht, daß Helene Meyers Vater ein jüdischer Arzt ans Offenbach ist. Und so können wir hier mit Freuden feststellen: Durch L e i st u n g für Deutschland w i r d man kerndeutsch, und wir freuen uns, daß auch die deutschnationale Zeitung unserer Mein u u g ist. * Eine Kleinigkeit mir bleibt zwischen den völkischen Herrschaften und uns noch zu regeln übrig. Tie Verständigung darüber, daß die Herrschen Wetten, die Relativitätstheorie von E i n st e i n, die Entdeckung der Stickstofferzengnng aus der Luit durch Haber, Caro und Frank, der Ausbau der Hapag durch Ball in und viele andere Knltnrleistungen deutscher Inden Deutschlands Namen in der Welt ebenso Achtung und Geltung verschafften wie ein Ozeanflng oder eine Fechtmeisterschaft. Gehen wir darin erst einig, so ist auch das Deutschtum der deutschen Juden eine auch von völkischer Seite unbestrittene Tatsache. A. H. Das Ges untiheits wasser bei Blasen-, Mierenleiden usw. Fachinger Yers&ndstello: Berlin SW 11, Schöneberger Strasse 16a. Telefon: Lützow 8260 J 61* Auch du musst dabei sein! Es 1var vor wenigen Tagen in einer Schöneberger Frauen- Versammlung des C. V. Herr Landgerichtsrat Dt. Stern hatte über das Thema „Die Juden in China“ gesprochen. Seine Ausführungen über das Hakenkreuz, das in den östlichen Landern Gegenstand heiliger Verehrung ist, gaben mir Gelegenheit, von der Notwendigkeit des C. V. - Wahlfondszu sprechen, der dazu dienen soll, Aufklärung über die Haltlosigkeit völkischer Agitationsmiltel in die Volksmassen zu tragen. Ein altes Mütterchen, fast 80 Jahre alt, sass unter den Zuhörern. Ich hatte darum gebeten, dass jeder einzelne bei seinen Freunden und Verwandten kleine Beträge sammeln müsse., denn ,,viele wenig machen ein viel/*1' Gestern erschien jenes alte Mütterchen bei mir. Sie hatte den Weg nicht gescheut, denn sie wollte mir gerne selber das Kuvert überreichen, dessen Inhalt eine Spende für den C. V.-Wahlfonds war: „D i e Insassen des Altersheims, in dem ich wohne, haben mir diese Spende gegeben, denn auch wir w ollen mit d ab ei sein!" V or einem grauen Haupte sollst du auf stehen! Wie viele, die in der Vollkraft ihres Lebens stehen, finden immer wieder Gründe, um sich der Sammlung für den Wahlfonds zu verschliessen. Aber ihnen allen muss das Wert unserer Bibel in Verbindung mit diesem kleinen Erlebnis zum Weckruf werden, der wiederklingt in den Reihen der jüdischen Deutschen: „Auch du musst dabei sein!“ Margarete Fried. Süötirol. Eine Feststellung Des „Stahlhelm". In dem amtlichen Organ des „Stahlhelm", Nr. 17 vom 22. April, finden wir folgende Ausführungen, die keiner Erläuterung bedürfen, die aber zeigen, zu welchen für das g e - samte Deutschtum gefährlichen Folgerungen der nationalsozialistische Parteiführer gekommen ist^ Zu dem Aufsatz ,/^üdtirol" in unserer Nummer 13 vom 25. März, in welchem wir in dem entsprechenden Zusammenhang darauf hinwiesen, daß Hitler ausgesprochen hat, „es lohne sich nicht, wegen der 180 000 Deutschen irgendeine Schwierigkeit mit Mussolini einzutauschcn, mit dem Hand in Hand vorzugeheu, für den Nationalsozialismus oberste Pflicht sei", wurden wir von Kameraden gefragt, ob denn Hitler diese Aenßerung wirklich getan habe. Hitler hat die betreffende Aeußerung in einer Massenversammlung gebraucht, die am 30. März 1927 in München auf dem Marsfeld stattgefnnden hat. Einen eingehenden Bericht darüber brachte die Wochenschrift „Südtirol" vom 15. April 1927 (Erscheinungsort Innsbruck). Danach hat Hitler folgendes gesagt: „Was hat man gegen Italien? Südtirol! Damit beginnen sofort alle Spießer lebendig zu werden. Wer hat Südtirol verraten? Die gleichen Leute, die Deutschland zugrunde gerichtet haben. Wer hat die Stirne für 170 000 Deutsche in Südiirol vielleicht 300 OCH) Deutsche auf dem Schlachtfelde zu opfern?" Tic deutschvölkischc Arbeitsgemeinschaft für Tirol hat auf diese Acnstcrurrg Hitlers hin am 5. April 1927 einen offenen Brief an Hitler gerichtet, in dem cs n. a. heistl: „Die zynisch-freche 2lrt, mit der Sic über das Leid der Sudtirolcr Deutschen HLnweggchcn, hat in allen wirklich völkisch gesinnten Kreisen bitteren Schmerz und hellste Empörung hcrvorgcrufcn. Vor allem mangelt Ihnen die allerbescheidenstc Sachkenntnis, nm über derartige politische Fragen sprechen zu können. Es sind nicht 170 090, sondern 230 900 deutsche Sudtirolcr, denen Sic mit Ihren rohen Worten einen Schlag verseht haben, von dem Sie, Herr Hitler, freilich keine Ahnung haben."*) *) Von rino fett gesetzt. Echristscitung.

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