Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 7 (1928)
- Issue
- 15 (13.4.1928)
- Date
- 1928-04-13
- Page
- Seite 203 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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solche Schriften zu verteilen/ Spendet zum <>;j WaMfomdsl KMMSMM ösn WMMS! Ein Aufruf von Margarete Fried. Noch trennen uns Wochen vom Tage der Wahl, aber schon Ikgmnt es in den Parteien zu loben und zu werben. Männer und Frauen ohne Unterschied des Standes und der Religion werden an die Wahlurne treten, und in politischen Versammlungen wird immer und immer wieder auf die Verantwortung der Frauen hingewiesen werden, die mehr als die Hälfte der Stimmen besitzen. Diese Tatsache stellt die E. V. - F r a u e n vor die Ausgabe, junt Erfolge des Wahlfonds b e i z u - tragen. Es erscheint uns selbstverständlich, daß Geldsammlungen durch die politischen Parteien eingeleitet werden, damit sie durch Wort und Schrift ihre Grundsätze ofsenbareu können. Wie aber, wenn solche Schriften den Juden crls Prügelknaben benutzen, um durch judengegnerische Einstellung Stimmenfang zu treiben? Sollen wir dazu schweigen, und gibt es wirklich im ^Hinblick auf die antisemitische Propmwnda, die schon jetzt die Wahlvorbereitungen beschwert, noch jüdische Deutsche, die fragen: „Warum C. - V. - Wahlfonds?" Jetzt hören wir den reinen Gründen, der uns die Mittel schassen muß, jene lüchwrischen Zeitungen und Broschüren abzuwehren, die den Inden als Schädling am deutschen Volte brandmarken. Vielleicht fühlen wir in der Großstadt nicht fo' sehr tvie in den kleinen Städten und auf dem Lande den furchtbaren Schaden, den die Hetze zum Boykott gegen die Juden schon angerichtet hat. Aufklärung heißt das Losungswort der gegenlvärtchen Arbeit im Eentra worein. Aufklärung über die Wertigkeit des jüdischen D eji t s ch e n. Alle die Tallsende, die unter der Wühlarbeit der Judonhayer leiden, blicken hilfehofsend auf den Eeutralverein. Tausende und aber Tausende wissen, daß die Hilfe geleistet werden wird bis zmn Ilebermasr der Krästeanstrengung, wenn der Wahlfonds gestützt wird. Es wird so viel Rühmliches von der W -e r b c k r a s t der Frauen gesprochen. Aber die Arbeit der Frau wird erst)bglos bleiben, wenn nicht der Mann als der wirtschaftlich besser Bestellte, bei der Werbung für den E.- V. - Wahlsonds gebefreudig her Frau entgegen kommt. Ulster Rocht, unsere Pflicht und unser Gewisjeu erheischen die Vetätigrmg von Alaun u n d Frail in der Not der Stunde: unser Recht, weil 'wir uns gegen Lüge und Verleumdung wehren muffen; unsere Pflicht, weil wir nach deu uns heiligen Gesetzen nicht abseits stehen dürfen, wenn.die Gemeinschaft uu3 ruft; unser Gewi s seu, weit wir die Erkenntnis des Unrechtes, das uns zllgefügt wird, in uns wach halten wollen, um nicht gleichgültig zu werden gegenüber einer Schmach, die unwürdig ist für das deutsche Vaterland. Jetzt gilt es, fest zusammen zustehen, um mit- Aufbringung der letzten Kraft und Stützung des Wahlsonds die Idee des Centralvereins „für Deutschtum und Judentum" zur Tat werden zu lassen. Dabei werbend und aus eigenen Mitteln mitznwirken, ist Ausgabe aller C. B.-Frauen. Dort mit den vergifteten politischen Waffen! In seiner Verfasjungsredo hat Herr v. Kardorff als edelstes Ziel des politischen Lebens die Entgiftung des politischen Kampfes bezeichnet. Wir stehen jetzt vor einem Wahlkampf,' der an Heftigkeit und Erbitterung, u>te alle Parteien fürchten, alle bisherigen übertreffen wird. Wird es noch gelingen, seine Gehässigkeit abzumildern, wenn alle Führer im politischen Kampfe den guten Willen dazu haben. Diese Frage geht uns besonders an, denn gerade der Kampf gegen uns deutsche Inden wird von unseren Gegnern unsachlich, voller Gehässigkeit und mit dem Mittel der Herabsetzung der Person dos Gegners geführt. Das „8 Uhr-Abendblatt" hat in seiner Nuunner vom 7. April noch einmal versucht, die Oesseutlichkeit zur Besinnung zu rufen, indem es die Kundgebungen von Männern lind Frauen aller Parteirichtungen zur Entgiftung des politischen Kaulpfes veröjfeutlicht. Da erinnert Minister Sevcriug au das achte Gebot und führt dann weiter aus: „ . . . Politisch unerzogenen und indisfewnten Volksschichten kann Ulan wobl eine Weile mit Mitteln der Verleumdung und der Herabsetzung des pelilischeii Gegners die Wahrheit verdunkeln. Aber diese Schichten werden geringer an Zahl, unser Volk erzieht sich und erkennt inaner inehr, das; die Männer des öffentlichen Gebens und die Parteien am festesten fundiert sind, die sich ans sachliche Argumente stützen und auf das Rüstzeug rhetorischer und literarischer Vravis verzichten können. Wer seilten; politisclx'n Gegner nur mit den Mnteln der Verkleinerung und Verächtlichmachung beimwurrnen vermag, wer es nicht ül^or sich gewinnt. Graste und Achtenswertes cmctj des anderen politischen Lagers anzuerkennen, der ist seihst klein und verächtlich."