Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 7 (1928)
- Issue
- 8 (24.2.1928)
- Date
- 1928-02-24
- Page
- Seite 110 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Vas Bon Regiernngsrat Tr. SlLsottS Steiger (B e rlin). Bereits im Jahre 1925 habe ich itr. meinem Buche „£er neudeutsche. Heide im Kampfe gegen- Christen nnb Juden"I darauf hingewiJcn, daA gerade vom Standpunkt der christlichen Bekenntnisse aus jene Eonderform von Ltntisemiti^mus, wie sie von einer Reihe völkisch orientierter Leute gepflegt wird, dem Katholizismus wie dem P^ro t esta n t i s mu S in gleicher Weise nahegehcn wird. Leider habeich heute eine vollkommene Bestätigung der vorstehenden Auffassung zu melden. über die ich an dieser stelle sprechen darf, weil ichnach wie vor der Meinung-.bin, das; d re Gn t mo 1 Ic n b en in aller; B e f e n ii t n i s l a g e.r n zu r g em er n s a m e n A b w ehr aller „2t nti" - Bewegu n g c:n sickszusa m in e n sch ließen m ü i f c n. Eben jetzt im Februar 1928 versendet der Kommissionsverlag F r. M o n u i n g e r in Nürnberg. N.'avplatz 42—44. die erste Nummer einer Monatsschrift, die sich „T a S G c i st ch r i st e n t u m" nennt. Herausgeber ist der überall delamne Tr. Arrur Ti nt er. der hiermit eine. .JNonatsschrist zur Vollendung der 9tefvrmation durch Wiedorherstrllung der reinen Heibmd-lehre" begründet. Tiefe Monatsschrift ist das „Lrgan der Geistchristlichen Religivn-gemeinschast e. VT. Tiefe neue Religionsgemeinschaft, wie Tinter seinen am 8. November 1927 in Nürnberg begründeten Verein nennt, hat als Grundlage eine am 2. November (927, ..am 100. Geburtslage Paul de LagardeZ", von Tinter gezeichnete S atznng. Tas Symbol der neuen T i n t e r s ch e n R e l i g i o n s -, gemeinschast ist das übliche- C h r i ft e u t x e u 3 , auf dem aber im Schnittpunkt der Balken ein im Sinne des Uhrzeigers geflügeltes Hakenkreuz amlicgt, dessen Ballen von denen des unterliegendes Kreuzes um 45 Grad differenzieren und dessen Flügel einem um den gemeinsamen Schnittpunkt beider Kreuze' gezogenen- Kreise anaepaßt sind. Von diesem gemeinsamen Schniitpuntte beider Kreuze geb; außerdemein S tr a h l e n k ram z aus, der in einer quadralisch e n U m r ach m u n g. endet. Wir haben es also wieder, einmal mit einer wo u-e n F v r m d e s H a l c n f r c u .3 e s zu tun. Dieneue Monnisschrist. die in der vorliegenden Form als Toppc-lnummer für die. Mona'.o Januar und Februar 1928 bezeichnet wird, umfaßt $0. Seiten. Auf diesen finden sich fast ausschließlich Timcrsche literarische Arbeiten. Vor der ersten ^rite befindet üch ein aus Kunstdruckpapier'gedrucktes Bild des Sütterß Tr. Tinter mir einem Fakumile keiner Unterschritt. GZ? folgen die von- Timer verfaßtem „Richi-Rumn", deren lette und 10. im Sperrdruck, lautet: „S chweigeT Weiterbin cin Dmterscher Aussatz, über das Thema: „Politik, Religion- und Ratte", die Satzungen; außerdem erfährtman aus einer Polemik Tinters mit der in Nürnberg erscheinenden „Fränkischen Wacht", die eine Besprechung der vorgenannten Rede-in ihrer Nr. 49 vom 8. Dezember 1927 gebrach: hatte, eine Reihe neuer Momente aus Tiutcrs jüngsten Forschrmgsresuttatcn. Tie Hauptsache scheinen 12 Seiten unter der Rubrik ..Umschau" sein zu sollen, denn man sinder hier eine Reihesehr merkwürdiger Nadelstiche; 10 31:111 Beispiel: „Ter Papst: als Philosemitt,. „Tie. zunehmende Macht der jüdischrömischen- Kirche",, „Tie Mischehen im Liechte der jüdisch-römischen. Kirche". „Tie..Verjudung der.christlichen Kirchen, in. 'Amerika" u. a. Was Wunder, daß, in der „Lücherschcutt wieder Tinters literarische Arbeiten bewrochen werden?- Tas Heft schließt mit „Mitteilungen" und einem zweiseitigen Verzeichnis der Tinterschen Schriften, beginnend mit dem von ikm einmal früher herausgegebcnen '„Hcrbariumschlüsse!" und endigend mit. seinem „E v a n q e I i tt m", den „19 7 Tchvsen zur Vollendung der Reformation" und den „R i ch t - R u n e n" aus Büttenpapier. Nach diesen äußevlichen Feststellungen kann ich-mich des Eindrucks üicht erwehren, daß trotz aller A b l e u gn u n g s n e t f.'u che , die Tinter in dem Heft selbst da und dort nusspricht, nrit dcr Gründung dev neuen „Rcllgionsgemcinschast" doch völkischp o^r irisch e 3 i c l c verfolgt werden solle», hierfür spricht vor allem der Zeitpunkt des Grschcittcrrö der ersten Nummer. Warum gerade im Monat Februar 1928, wo wir vor p 0 L i - t.Lsch c n N c u w a h len stehen? Mgcsebew von Politischen Erwägungen ist das Beginnen Tinters äußerst bedenklich und beachtenswert für jeden, religiöse Orlhodoren. Tos ergibt, sich aus 8 2 der Satzung, der wörtlich lautet: . „Die völkische und politische Zerfahrenheit des deutschen Volkes bat ihre, letzte und tiefste Ursache in der unheilvollen religiösen Zerrissenheit, wie sie durch die verschiedenen christlichen Kirchen und Sekten begründet ist. Diesesind dank ihrer dem arischen Geiste artfremden jüdischen Erundlägen ' schuldan der geistigen Veriudung und stosianbelerischen (materialistischen Versumpiung nicht nur. des. deutschen Bottes, sondern aller arischen Völter der LKelt. Zn dieser Erkenntnis erstreb: die Geistchristliche Rclrgionsgemeiw'chast die" Beseitigung dieses Zustandes durch Rückkchr zur reinen, von allem jüdischen Beiwerk befreiten Heilands, lehre, wie sie von Dr. phil» irret. 2Crlur. Tinter-) in seinen ävcrken »Das Evangelium unseres Herrn tmD Heilands Jesus Christus nach dcn Berichten des Johannes, Markus, Lukas und Matthäus im Geiste der Wahrheit neu übersetzt und daracstcllt" und „197 Thesen zur Vollendung der Ncrormarion. Der Wiederherstellung der reinen Hettandslchrc" aufgezeigt worden ist:' ' Das: Endziett der Rcligions^mcinschasi. ist die Gründungeiner Dorttschen Dollstirche ohnetrennende- Sonderbekennlnisse aus der Grund- Lüge. eben dieser Werke- und die praktische Verwirklichung der reinen Heilündslehre. hilf, allen Gebieten des kulturellen und politischen- Lebens: Verlag Germania, V-rlln, 1923.. st Der Fettdruck bei der Wiedergabe des § 2 entspricht dem Driginald.ru-ck, Sobald, die Gcistchrisitrche Religwnsgemcinschaß durch die ganz natürliche Ausbreitung ihrer sieghaften Idee bic Mehrheit ber Botts gen osten für sich gewonnen hoch soll sie durch Volksentscheid zur Deutschen Dolkokirchc erhoben werden." Dem deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens darf ich aus. §, 29') der gleichung Satzung folgende Sätze, miiteilem „Juden und Frrdcnblütigc, sowie Angehörige und M'rschlinge farbiger Naücu können die LUtglicOrchast nicht erworben . . . Als Juden, Juderrbtütigo undfarbige irn Sinnedieser Bcstimmurrg gelten alle Menschen, die in der grogvärerllchcn Generation noch Blutsverwandte hatten, die siÄ rur mosaischen oder einer nichtchrisilichcn Religion bcLanmcn.- Tr. Tinter ist uns allen belanur. Seilt „Evangeliunl", die satztmgsrnäßige Grundlage der ncu:n 'lleligjonsgemeinschnt, ist eine, sorrgesetztc Reihe von tende-uzmäßigeu Entstellungen und Verirrungen des neutt'stamcntlichen Textes,, gemi'ch; mit. unendlich vielen?lugriffcn auf das mosaische Bekenntnis, ' Ter von Tinter nach seiner Vieimmss notwendige Kampf gegen den Gott des?ll>en Testamentes ist in Wirt lichkeit die Zerreißung aller Zusammenbäuge-, die zwischen dem?Uten und dem N'eucn Testamente bestehen. Aus diesem Grunde ergibt sichschlüststg die Notwendigkeit, mit de r w i s s e n; ch a s t! i ch e u Abwehr gegen d i e neue N e l i g i on s g e nt e i n s cha fr T illt er s s0fö r t u ud energisch zu begi un"c u. Dir baprrifchen Hsuernhö'fe. SLngriff und 2Lbwchr. Tas „Roseuheimer TagblaLt, WendetstoirG, katholisches Volksblattfür alle Stände, hatte in seiner Nummer vom 2tt. Januar in dem Bericht über einen Vortrag des Erpostlus Naderer von. Rimsting über „Alte Heimatwerte. und moderne -KulLur" u. a. geschrieben: . .?llter, ererbter Besitz in Stadt und Land ist ansheimatsremde Spekulanten übergegangen. Die schönsten Vauernhöse gerade im baverischen Tberland' sind in den Händen von Juden und' Neu^ reichen, die ihrem zersetzenden Geist auch iw die Umgebung ausstrahten . . T - . ' Ter Landesverband Bayern des G e n t va l-D c reins wandte sich hieraus au ein Hervorragendes katholisches- Mir-- glied des bayerischen Landtages und teilte ihm mit daß diese Angaben des. Expositus Roderer durckb-wsunzntrefsend^ seieru Der bayerische Parlamentarier Hab diests Schreiden an Die Nedattioudes' „Wendelstein" weiiewgegebcn und die falschen An gabenberichtigt. Itr loyaler Weife hat daraufhin auch das „Olostnheimer Tagblatl"' ist' einem Aussatz „Juden und Neureiche" am. 8. Februar, die Richtigstellung veröffentlicht. Es schreibt: „Unsere Zeitung brachte in Nr. 18 dm:«' Bersiunmlungsbccichk, rn dem ausgefützrt war, daß die schönücn Lauernhüse gewdc im batzerisck)Ln Tberland in dcn Händen von Juden und ^Neureichen sind, die ihren zersetzenden Geist auch, in die Umgebung ausstrahlen. Ter Ecntralvercin dculscher Staatsbürger jüdischen Glaubens fühlt sich durch diese Ausführungen verletzt und wandte er sich mit nachwlgendenr Schreiben an eine:: führenden kalhollschen Parlamentarier Bayerns: „Ich gestatte mir. Ihnen in der 2lnläge das Schreiben unseres Vertrauensrnannes au^ Rosenheim zu überreichen.. Es gibt nachunseren Jlsiormakloncn nur einen einzigen jüdischen Hosbentzer irr der ganzen Umgebung. Und. dieser bcuimntt sich durch-rau-inicht in einer Wdsef die man. als „zersetzend" auslcgen könne. Auch erscheint die kattegorlalo Zusamnienstellung von Judenmir Neureichen außerordentlichverletzend. Alan sollte doch wissen, daß cs auch einen zusaunneugrbrochenrn und leidenden jüdischen Mittelstand in Teut'chlaud gibr. unddaßesuw bercchtigtk ist;, jüdischew Ncichnnn onno weilercs als unrechtmäßig erworben oder durch Glück-;st.ll und nicht auch durch k'lrbei; erreich: durch solche Zusammenstellung versteckt zu kennzeichnen. . . Wir nehmen von diesem Schreiben gerne Kenntnis und. flehen nicht an, dasselbe hier zu verosientlichen. Nach nnstrcn Prinzipien laffenwir allen Konfessionen Gerechtigkeit angedeihen. Drcnn. alsodie Be» hauptung «nrichijg ist, dcrtz sich die schönsten Bauernhöfe in Oberbavcrn in Länden von Juden befinden, dann darf sic nicht gemacht werden. Nach anderer Darstellung waren cö in der Hauptsache Industrielle und pensioniertc Lfsizicrc, welche die Bauernhöfe in Tbcrbayern angckauft haben. Es wäre interefsan'. wenn unsere baycriicherr Siedlungs- und Landbanken, oder nr>ck)> bester unier statistisches Landesamt. einmal eine Zusammenstellling der Hotz Ilebergängc im 2llpcnlandc macken würde. Es toäre winschaitirch nicht ohne Bedeutung, zu wissen, wer denn eigenttich die ehernattgen Baucrnhöse angetanst hat, um sie zu Billen mit Echotunge-gärten um)u;p?ftalwn? *) § 20 von mm in Fettdruck. (Die Schriftteltuug.) BfZlfglW Idraior %% intoranfcniliolt mit ftiviera-tiltma Mm Hefe! Pension Brelner (lief Fiume) ~ i) 1 r« k t am Meer. Kitui-He Kiicltc. — Eigner Rotsnal. — (JotfMdlonst tm Hanse* Ai*e Zlmiuer. mit, Loggia.o<ier UalKon.. FUcssoad»* Kalt*;mi Warmivai«er„ v \Vajmv< abserhei/.uu^ Telephon mtrrarban. See* u. Misiwas^ert-äd^r. Meer* ^rafcserdUKc.be. Appanem.-ms. > nvatbadezimnier. Köcrie auch für üiawiihec.' 2U0 Betten. Ber.sionspreis jiikL Zxmm**r 8 Harli aufwärts