Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 7 (1928)
- Issue
- 7 (17.2.1928)
- Date
- 1928-02-17
- Page
- Seite 104 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2277379-2277781-2277788--04290-2284891- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
104 Die Versammlung nimmt mm den Vortrag von Nr. M'LNt EmUm: «Das Mtimnfmvrn entgegen. mm M Ci.“ ötn Wirtschaftsprogramm für den S. V. auszustellcn, ist schwierig, weil der Verein keine Gewerkschaft oder Wirtschaftsorganisation ist und weil in wirtschaft-politischer Hinsicht die Vereinsmitglieder durchaus nicht homogen sind, sondern sich aus kleinem und kleinstem Mittelstand bis zu führenden Männern des Jndnstrie- und Dankkapitals zusannnenjetzen. Dag aber ein nstrtschaftlrches Programm notwendig ist, hat der bisherige Verlauf der Tagung ergeben. Die jüdische Wirtschastsnot wurde von allen Seiten beleuchtet, und cs wurde erkannt, das; die veränderten Wirtschaftsformen die Juden teilweise in Bernsen, in denen sie erfolgreich waren, entwurzeln und in anderen Berufen stark beeinträchtigen. Die theoretischen Ausführungen von Professor Hirsch entsprechen völlig der Auffassung, die wir in unseren aufflarcnbcu Versammlungen vor Juden und Christen in den letzten Jahren mit großem Erfolg entwickelt haben. Unsere Auffassung unterscheidet sich nur in gewissen praktischen Fragen der Ausklärung und der Abwehr von den ausgezeichneten und tiefgründigen Thesen HirschZ. Es muß noch darauf aufmerksam gemacht werden, daß nelxm den allgemeinen Klärungen der wirtschaftspolitischen Lage auch aus der Finanzlage der deutschen Eynagogengemeinde Schlüsse möglich sind, wie insbesondere die verschiedenen Erörterungen dieser Probleme durch den Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden bewiesen haben. Mit besonderem Nachdruck verweist der Redner dann auf die große Bedeutung, die der Boykottfrage bciznmessen ist. Auch in jüdischen Kreisen herrschen vielfach falsche Auffassungen, beispielsweise über die Warenhäuser. Alle praktischen Hilfen, der jüdischen Not zu steuern, sind begrüßenswert. Der Ccntralverein muß aber mit allen diesen Bemühungen Fühlung haben und Ein flu ß zu nehmen versuchen. Der kürzlich gegründete „Jüdische Kreditverein für Handel und Gewerbe" hat nicht ntrr wegen seiner praktischen Kredithilse Bedeutung, sondern vielleicht noch mehr, weil er den Genossenschastsgedanken in jüdischen Kreisen populär macht. Der Reichs- Verband jüdischer Frontsoldaten erwirbt sich durch seine praktische Arbeit, Juden aus deutscher Scholle anzusiedeln, ein Verdienst. Der neugegründete Jugendausschuß wird in den Jngendkreiscn Klarheit über diese jüdisch-wirtschaftlichen Probleme nicht nur vom Standpunkt der Abwehr, sondern auch in praktisch-bernslicher Beziehung zu schaffen halnm. Tie Angestelltenfrage muß durch Spezialarbeiten gelöst, vorhandene Mitzverständnipe müssen beseitigt, an die jüdischen Unternehmer muß appelliert, aber auch die christlichen Unternehmer müpen davon überzeugt werden, daß der Boykott gegen jüdische Angestellte unmoralisch ist. Neben einer Untersuchung, ob die den Juden erschwerten oder verschlossenen Berufe nicht für sie geöffnet werden können, muß auch planmäßig Ausschau nach neuen beruflichen Möglichkeiten gehalten werden. ' Dr. Einstein legt nachstehende Thesen vor: 1. Obwohl fachliche und politische Schwierigkeiten cntgegenstehen, ist es 7. dringend notwendig, daß der C. V. den wirtschaftlichen Umwandlungen in Deutschland ein erhöhtes Interesse entgegenbringt. 2. Die Notwendigkeit ergibt sich nicht zuletzt aus den schweren wirtschaftlichen Schädigungen der Kriegs- und Inflationszeit, die sich erst heute klar ergeben und die im Zusammenhang mit kollekuvistischen Tendenzen der Cefamtwirkschast Berussumschichtungen zur Folge haben werden, deren Dringlichkeit man sich nicht länger verschließen kann. \ Ilm alle gleichartigen und divergierenden Veürebungen im deutschen Judentum beobachten zu können und um ein bis ins einzelne gesundcs Spezialprogramm aufzustcllen, sind mit sofortiger Wirkung zwei Kommissionen mit je sieben Mitgliedern cinzuberusen. a) Kommission zur Klärung der wirtschaftlichen Lage der deutschen Juden. Feststellung derjenigen Berufe, die Not gelitten haben. Prüfung, ob Berufsgruppen vorhanden sind, in denen die notleidenden Existenzen ausgenommen werden können. Ein Entwurf für die speziellen Ausgaben dieser Kommission liegt vor. d) Kommission zur Prüfung der Boykott bestredüngen gegen deutsche Juden. Hierbei ist das Angeftelltenproblem einer genauen Untersuchung zu unterziehen. Einstein schließt mit der Bitte um Schaffung der beiden von ihm angeregten Kommissionen, die sofort eiubernfen werden sollen, damit in ihnen mit Männern der Praxis die schweren Probleine gelöst Werden können, die sich aus wirtschaftlichem Gebiet ergeben haben. -2ü6- —-Schweiz Moderne pbys.-diät Kuranstalt und Erholungsheim. Deutsches Haus. Pension von M. 8,- an. Prospekte. 1 TI? Weltberühmter Wintern. Frühlings* kurort mit nachvrels* bar mildestem Klima der ßiviera. /rOT"f Vornehmstes deutsches Haus,umgeben von tropischen Parkanlagen, mit Bundblick aufs ilecr. — Tennis. — Pension von M. 14,--. Mitbesitzer: Bnlzari-StUlliammer Olctropolehotcl, 2tInilA.si<I). Nach dem Vortrage Dr. Einsteins, dem Dr. Bruno Weil den Dank für den Vortrag und für die ständig für den Verein geleistete Arbeit ansspricht, saßt Insiizrat Brodnih noch einmal zusammen, welche bedeutsame Arbeit die Hauptversammlung in den drei Tagen geleistet habe. Wir haben endlich neue Satzungen, wir haben neue Institutionen, wie den Arbeitsausschuß und die Jugcndkommission. Ich bin der festen Ueberzeugung, das; sie segensreich wirken werden. Die Versammlung zeigte in den Abstimmungen und in der Beteiligung eine starke Diszipliniertheit. Wir haben Verständnis für die Auffassung jedes einzelnen, sofern er sich unlösbar verbunden fühlt mit dem deutschen Jude n tum und dem deutschen Vaterlande. Oppenheimer (Gau-Bickelheim) dankt dem Vorsitzenden und fordert die Versammlung ans, die Glaubcnsbrüder im Lande aufzurütteln und für den E. V. zu wirken. Justizrat Vrodnih schließt 19 Uhr 15 Minuten die Hauptversammlung. Der tum gatssteitaiö. Rechtsanwalt Mar Abel (Essen), Dberregierungsrat Dr. Walter Adam (Berlin), R.-A. Dr. Kurt Alcrandcr (Krefeld).,Kaufmann Rudolf Ppt (Dresden), ^wriststeller Julius Vab (Berlins Kaufmann Hartwig Vadrian (Glciwitz), Rabbiner Dr. Leo Vacck (Berlin), Kaufmann Julia- Bambcrgcr (Bremen), Sanitälsrat Dr. Fritz Baron (München), Fabrikdireltor Dr. I. Baruch (Herford), Dr. Georg Baum (Berlin), Syndikus Dr. Hermann Verla ck (Berlins», Ehesredaltenr Georg Bernhard (Berlin), Geh. ^anitäwrat Pros. Dr. Ferdinand Blunrcntlral (Berlin), Fabrikbesitzer Hermann Bodzanowski (Berlin), Rabbiner,Dr. Brannschweigcr (Lppe'nH Justizrat Dr. Julius Brodrritz (Berlin), Dr. niecl. Friedrich Brodnitz (Berlin», Justizrat Mar Chodzicsncr (Berlin). Staatsrat a. D. J.-R. Dr. Cohn (D-essau), Assessor Dr. Kurt Golm (Leipzigs Frau Else Dormißer (Nürnberg) Kaufmann Mar Eiscnsrcitt (Stettin), R.-A. Dr. Heinrich ElkeLcs (Berlin), R.-A. Tr., Erich Eyck (Berlin), Geh. Medizinalrat Professor Dr. Hugo Falkcuhcirn (Königsberg), Bernhard Ferlchcnfeld (Köln), Dr. mell. Gustav Fcldmann (Sutttgart). R.-A. Fleischer (^chneidennchl), Dr. mell. Kurt Fleischer (Berlin), R.-A. Ludwig Foerdcr (Breslau», R.-A. Dr. Heinrich Frank (Köln), Dr. Jsmar Freund (Berlin), Justizrat Dr. Gallingcr (Nürnberg »,'R RA. Dr. Rudolf Geiger (Frankfurt). 1>r. mell. Bruno Gkaserfeld (Berlin), R.-A. Dr. I. GolDberg (Plauen'». Rabbiner Dr. Felix Goldmann (Leipzig) Sannäk-ra- De. 'Alfred Goldschmidt (Berlin), Dr. li. c. Jacob Goldschmidt «Berlin». Bankier Wilhelm Grätz (Berlin), R.-A. Tr. Siegfried Gnggcnhcirn ^CffcnbadV», Staatsrat a. D. R.-A. Dr. Ludwig Haas (Karlsruhe», Bk. d. R.. R.-Ä. Dr. Bcrthold -Haasc (Berlin), Rabbiner Dr. Hugo Hahn (Essen), Kommerzienrat 9c. Hamburger (Berlin), Kaufmann Dsear Heirnann (Berlin). Kaufmann Bruno .Odncmrtitu (M e i n i n g e n K F a b r i k a n t Rudolf Herzbcrg (Hannover). Remtsanwalt Dr. Hcrzfeld (Even), Rabbiner Dr. Meier Hildesheimer (Berlin), Generalkonsul a. D. Ernst Hirsch (Berlin». Ministerialrat Dr. Hirsch (Stuttgart). Direktor Dr. Ludwig Holländer (Berlin». Bankier Dr. Paul Hourburger (Karlsruhe), Frau Sophie Horwitz «Berlin'', Rabbiner Dr. Jacob (Dortmund), Generalintendant Prof. Leopold Fetzner (Berlin), R.-A. Dr. Katzenstein (Kassel'». R.-A. Dr. Erich Kehr (Kaiserslautern). Frau Studienrätin Dr. Gertrud Klausner, M. d. L. (Berlin), Bantdirektor Wilhelnr Stfccmatm (Berlin). Proseüor I. Koburger (Ludwigshasen), Rechtsanwalt Dr. Krombach (Essen), Rabbiner Dr. Joses Lelmrann (Berlin», R.-A. Tr. Henry Lcpmann (Stuttgart'. Rabbiner Dr. Lcvi 'Bkaiuzi, Alfred Lichtcnbcrg (Hannover). Verleger Morit; A. Hoch (Berlin), Jusiizrat Dr. Marlin Lvcviuson (Berlin). R.-A. Karl Lölvcnstcin (Aachen). Dr. Erich Magnus (Berlin), Dr. ned. Mar. Mainzer (Frankfurt a. AK.). Juirizrat Felir Makower (Berlin). Bcrlagebuchhändler Theodor Marcus (Breslau), R.-A. Dr. Marcuse (Stettin). Justizrat Eduard Margouinski (Berlin», R.-A. Dr. Jakob Marr «Karlsruhe). Fran Henriette Man (Berlin), R.-A. Dr. Gustav Mayer (Frciburg i B.), R.-A. Dr. Ernst Mcrzbach (Älagdcburg). 1)r. moll. Hellmut 9!athan (Hamburg), llniversstätsorosessor Dr. Karl Ncubcrg (Berlin», Jahnarzt Tr. Mar Ncumanu (Stolv i. P.), llniversitätsorosessor Tr. A. Nußbaum (Berlin). Bankier Alfred Banofslr, (Berlin», Sanitätsrat Dr. Leo Pollnow «Königsberg'. R.-A. Dr. N. Ncgcnsburgcr (Braunschweig), Jahna rtt Dr. moel. Fritz Salornon (Berlin). R.-A. Ferdinand Samajc (Berlin». Rittcrgutsbentzer Arthur Sattdclowski ()lvrgclincn», Professor Dr. Julius Schneider (Berlin). Frau Cttilie Schön- Wald (Bownin». Bankier Jnliu'-- Schwarz (Berlin), Frau Mirma Schlvarz (Berlin), Kaufmann sKathan Sondlreirner (Frankiurt a. RK.), Kaufmann Arnold Stein (Berlin), RKittrlfchullehrer Heinrich Stern (Berlin), R.-A. Heinrich Stern (Berlin), Landgerichtsrat Dr. Jacaues Stern (Berlin), Jnslizrat Hugo Straßmann (Berlin). Rechtsanwalt Dr. Eugen Straus; (Augeburg», Professor Dr. mcü. Damamt Strauß (Berlin», Bankier Dr. Morin Straus (Karlsruhe). Fabrikant Auhnr Snßmanrr (Chemnitz), RRA. Dr. Georg Tarnowfki (Bree-lau), I^r. mell. Lr:d- Anzeigen für die nächste Nummer S der »C. V.-Zeitung« vom | , j 24. Februar müssen bis zum 20. Februar (Montag) auf gegeben, sein.!