Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 7 (1928)
- Issue
- 6 (10.2.1928)
- Date
- 1928-02-10
- Page
- Seite 73 (sequence 9)
- Language
- German
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73 Pvn Dr. 2ltfred («-olvschmivt (Berlin). Ein Schicksal gilt es zu überwinden. Die iUufiinbe darin zu erfeunen. Erkenntnis daraus iu Ziehen. Die Gefährdungen der Eeele zu ichen. Eich selbst zu überwinden. linier Indeuschickfat ist eingebettet in de-- -uiutin. der hNiUioam — ein Minderheitsicksictsal mit Verden. Prüiunacn Vänterungen. Miudorheitssiliicksal und doch wieder anders! Tenn: Minderheiten und benimmt. im Vaufe der Iahrtanzende zu vergehen, verstäubt, verstreut, anrgesaugt zu iverden. Ein Einzigmtiges m der Geschichte liegt vor: Judentum hat sich durch Wahrte.r'ende erhalten . mir im wesentlichen geistigen Ernsten - irr einer materuUen Welt! Dieser Vorgang erklärt nüvin und m:r 'Jintüil'-lifciV den die Allgen der Welt dauernd darauf gerichtet und. . de: Versiandigev, der lvahrhasi Verständigen: nicht ohne Achtung, tu der Dien der Eeele: vielleicht mit Bewnndertlng. - der Vielen, der viel zu Vielen: mit Echeu. mit Ltnunen. mit unerklärlichem Nichwei neben. ■— der Bösartigen: mit Jo an! — . . _ .;Hll das >>uKitmiHm ergibt ein Dchickfat. das dw närtnen Arnvrdermtgen an die D e e l e stellt. Ein rägliches Bedrohen, ein ständigem Zerren nach unten nur wenig Vichtblicke. . . f Da erumchst riesimgrosi int Atampfe der Eeele m:: das ^ditctnn die fchickfalentsiheidende Drage: rv i c füll m n u * * e i n _ e b e n j ii t) r c n? Denn es gibt doch zwei Arten, das Veden auszusinfen: entweder man läüt sich durch all das Niedrige. das auf dre ^eele einftürnit. ein'anaen. niederdriirken. wird trage, ''tunenn matt, lebt das Veben des Getoöhnlichen irud wird Heiner ats?cm ^ctjiuiaV Eder inan richtet sich auT, überwsiudet sich HUPft. v:ht aus Wohlwollen, Unverstand und -vasi die Erfahrung des Geizigen nud wird grösier als fein Echick'al. _ Zn diesem Echickfal mus; eilte Anfgabo liegen! Eousi wäre cs sinnlos. Die Aufgabe: des 3 ee! i i et) e u. G e i si i a e n, >? ö 1} c r - f ii h reud c n! Et eckt da ctivas voll dem viel angegriffenen Begriff der „Auserwähltheit" darin? — Eine Gegenfrage: Isi es vom Hebet, das Gute zu w'ollen? Däken's nllr alle! Eder möglntzsi viele! Die Welt würde bester. — V>at eine Minorität auf die Datier andere Waffen als eben g e i ü ige? * Erkenntnis schafft die Aufgabe. die 311 lösen in. Ertenninis schasst die Waffen. die die Eeele braucht, nur sich der Angriffe, die gegen sic gerichtet sind, zu erwehren. Eine Minderheit, in Jahrtausenden bedrängt, von den denen Plätzen Vertrieben, in die Ecke gedrückt, trägt in sich selbst die 11 it - v erjährbare D 0 r d e r u n g des Rechtes, der ausglei - ch enden Gerechtigkeit. Judentum hat dieser Dordernng Don und Darbe gegeben: von den Propheten an hat der Klang dieier Dordernng bis in die jüngsten Dage hillein in der Weltgeschichte Gestalt gewonnen. Wenn etwas mit der Sinnlosigkeit des WNcktkrieges ein wenig vcrwhnen kann, io in es dies, das; das Verständnis für den Memchhcsisgedanlen bis in die Kreise der'— —- Politiker hinein gervachien ist. Was hat die arme jüdische Eeele nicht alles aushalten müffni! Plan hat ihrer Religion borgeworsen. das; sie Bült Dir sektiererische Zwecke brauche, dasi sie Betrug an Andersgläubigen gestatte. Blau hat sie in Zwangsgewänder gesteckt, ^ie hat sich erhalten — mit Schluss des Aufsatzes „Der Kämpfer tigllllg. Im Interesse des Judentums führt er den Kampf gegen Vertelimdung und (>asi. Er m u s; sich ihrer erwehren, denn wenn er gleich stark an Deutschtum llnd Judentum nn'thält, dann tann für ihn die Epannnng. die den öarmonisiernngsprozcsi er'ckgoert. ilur überwunden loerden. lvenn Vüge und öas; l»siegt find. Der 15. V.er tanu mir Akämpfer sein, nnmi er im Einblick ans den Ausgang dieses .Kampfes Optimist ist, rocnn er Vertrauen und Glaube:! an den ..endlichen Ei eg des Guten" besitzt. D ic'es Vertrauen für: man aucl) oft von gewisser jüdischer Leite zn erschüttern. Alan sei unbesorgt. Juden. die tinseren -Kamps vercchteil. bicteu als vom Vliiti-- ieillitismns Illl 1 si0llen. llichts als Zllusiünen ln:d Zliknnsisa'stvlte. Wir arbeiten und kämpfen in der G e g e ll lv a r r lmd der einzige Znttnlftsafpe!:, den roir bieten, in, dag unsere gegenwärtige Arbeit mit ihren zahlreichen ficL;lburen Erfolgen den zutünsiigen E-efchlechlern die reifen Zröchle unseres l,eigen Venlnhens bringt. In die Zlltunft vermag niemalld zll schulen. Weder der Dreuud noch der Gegner kann hierüber allgemein gültige D Heien wrmlllieren. Wer al>er utdjt nur Ideologe, simderu ai'ch K ä lu p' e r ist. greiü lühn hilieiu iu die Verhällllifie der Gegerlloart. die sein GeA;ick tragen. Ulld sucht feine Zukunft, soiveil wie tnöglich. selbst zll gesiacken. anstatt sie fatalistisch abzuroarten. Jur derr E. V.er gibt es hierbei nur den Weg, d e u G e j ü h l tt n d e r a n t lv 0 r t u n g s b e iv u si t s e i u djm weisen. Eeili Gesill)l heisit ihn aus dclil'uun Boden in relltichew Bolt^ ansznharreu. und sein Veranrwortl:ngslviUe zwingt ihn zrrm Kmnpf gegeil böse und feindselige Viu rge, damit durch seinen -^reg -ventschland Ulld seiner eigene ll Kinder outitm: vor Echadeil Ih'RhU)i‘ bleibel,. der Kunstsammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde. Sechsarmiger Omedleitchter aus Messing, IS. Jahrhundert. übermenschlicher -'Iran als Games erhalten. Kein irdischer Gedanke gen-öhnlichen Ivruurrcs hätte dies zusianDe bringen können. Dan'end Kräne waren am Werke, den Baterlandsgedancken va der jüdischen Eeele zu ertöten. Bor dem Ve'ertreis due'er Zeutnn.g bedarf es keiner Detaiüierlmg im eirlzelueu als Beleg hierfür, i'-ur das eine fei neben der perfiden ..Indenzählärng" des Kriegsiahres 1910 — in Gestalt einer Drage, die keine Drage in — erwähnt: tanu es eine seelenkältere „Dettstcünug" geben als die: die 12«.«» Toren, die für den delirsiAen Gedanken gezeugt haben, seien stür einen falschen Gedanken gestorben!? _ Trotz alledem — und alledem, wuchs in der jüdischen ^eele in ungebrochener Alraft die Empfindung auf, dasi Vaterland ein E L Do a s i ft. das u n a b h ä n g i g v 0 n Berte u m Dem 1: n d V e r l e u in d u n gen i st, etwa s. lv a s heraus si r ö m t c 11 s der i n n c r ft e n Eeele. — e t rv a s. das f r ch z u f a in in en - setzt a u s K i n d h e i t s e r i n n e r u u g e n. d e n e r st e n f a l - I e n d e n W orte n. V ater h a u s. B 0 d e n. E p r a ch g c f ü h L Naturtrieb, D c l d. 'VD a l d, ö t m m e l. E 0 n n e — m i t eine m Worte: a u s V i e d e de r e r si e u. der f ch ö n si c 11 Jahre. Wenn es Menschen gibt, die das Verbrechen begehen, dies Gefühl Meufch-cn schworznrnachen - ein Gefühl, das io zusammengeietz: isi. koruun doch ans dem Heczon und bleib! im Kerzen trotz aller Enlivurzlnugsversucke und stärkt dcn einzelnen, dasi er — grösier wird als sein Echictml. Diese viebe hat es nicht nötig, auf den Blarkt hinanszlUreten und für sich zu zeugen. * Nachdem der Gedanke der Verständigung der Völker Eingang in die Politik gefunden hat. hat der Begriff ..Internationalislnus" etlvas von dem üblen Beigeschmack verloren, mit dein Ilelervakrioten. und Narum ihn zu umgeben suchten. Der Begriff hat in 'einer wahren Bedeutung niemals B-äsiliches enthalten, denn immer lag in ihm Völker und Nleufchen über politische Grenzen hinaus Verb::-- dendcs. Er euoeckte fogar in den Zeiten der Romantik im!R Jahrhundert schwärmerische Eehm'ucht. In der Gegen:vart hat das Wort Internat! eualisnrus in dern Wort «Europäert u ui 'eine klärende und reinigende Bedeutung erfahren. Ein ..guter Europäer" zu fein wirkt schon 'an wie eine Auszeichnung. 'Nur für uns Iud<n reserviert eine aeivine Ecknag von Zeitgenossen, deren erircnisie Ecke ihre Betätigung iu Driedhofs'chändnngen sucht, noch den Begriff des Internat-onalisnrus im Eiime der Welrberr'chasr. Kapitalsnuteriochuug. Dnnnelfprengnugen unter Wcltsiädterr trotz der rncht zu nuterschätzeuden Gefahr, dasi die iüdi'chen Kapitalisten mit in die Vun gesprengt lverden tönnn.n. Die jüdische Eeele hat die Ausgabe gehabt, durch wunderte und Dau'ende von Jahren das Vlartnriurn ihres Weges iu einem gefell'.vächteu und entkräfteten -Körper zu tragen. Iu engen Ga.n'eu, in Uchtlosen äumeu. ohne Bewegung iin Drcien im ..Ghetto' —- j mugte sie dahiuvegetiereu - - si a r t n u r d u rch d i e >1 r a f t des ('> e i ft c s u 11 d e i u e r V e ii v e , d i 0 den Bl a ci; reu d e r Erde Droh bot. Die Aunoort der b'läckgigeu wurr: Zwang. Bertrüppeluug. Doller. Dod. Der ^freieren EaiNvickUmg einer Zeit, der voachsimden Ertennniis! der Geisier folgte die E ir t w : ck l kl u g des Körpers. Die