Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 7 (1928)
- Issue
- 6 (10.2.1928)
- Date
- 1928-02-10
- Page
- Seite 72 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/2277379-2277781-2277787--04257-2284849- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
72 Dr. Ludwig Tietz; Vertiefung unserer inner jüdischen Ar bei:. Uii} Itud nun; fid?, tni* ift NN jeve iejtc lieber guznnt], Me ii’n () r e M e s i u n u ii g v <1 e m c i n j di n T t b e ii t f cii i ü b i f d) c v -!-’l e n - j d) e u e u 1 w i d e! u , bi; ilive iituerbnlb ir;o beutidjcn Kultun fveik'v a Uet n e <U' i ft i c\ c A n f n a 1-; e nt b f t u den, b i e b o - r c i't s L n d . den' W ca i n u e r e r (y n t tu i d l u it a , d e r v o r b c n. beut s dj e n F u b e tt l i e a* t ,;» a e b e u , it n b b i e a u b i e 7y v n d) t b a x feit bi e t e s i m o it b i j di e u tief v e r w u r - e ((e it VJl e u f dt e n i n d v i tt n e v!) a 1 b b e * beut s di r u V o 1 t e v i] l a it b c n. Tem einzelnen fntui vom e. B. biete 'dvbett nidU abgenommen werden, aber der d. V. tarnt die uovbanbencu Kräne fammdn mtb Erziehungsarbeit »\vof>ett 2tilv treiben, inbein er ben S-Ib i I l e n ftävlb, ber ja die ent scheibende -U ua ft tut Ablauf aller mettjuiüdion Gestaltungen ist. Tie sührettden Kbpfe in ^tnserent -Ureije l)aben immer tu dir geieben, bat; lueiit jitviftif die atsadieu, t anbei n Me geistigen Strömungen da-; Gendu einer Zeit sonnen, -rer G. '-K ist da ber imnter titebr da zu über gegangen, beit -Uatupf ittn untere (vvtftnr, bitrcl) immer klarerem ltttb über zeugenderes neranc-ar bei teil ihres geistigen Gehalts zn führen: A b w e h r arbett, aberegele:stet ans der Basis einer M e s i n tt it n g s g e m e i n s et) a s t. ^o uürb C‘5 uns am leickteften gelingen, Verständnis für unsere besondere Eigenart ztt erreichen. Bor allem aber and) in stärkstem Maste die Mitarbeit' der jungen Generation zu sichern, ans die sieh gerade Men positive, inner jüdische 'Arbeit stützen nun';. 5kam ü tm 6. Ii üeit 'Abgeordneten inr Tauvlvmsanmtlutig bc* E. Bist ein g e d x tt cf t e r ©cf rf) ästs b e r i ch t Vorgel egt tvvrden. ber, bei einem Unn'ang von 12d Teilen, ein umfassendem Bi-d der 'Arbeitsleistung und Formen der Eentralvcr.inSarbdt in den letzten zwei Jahren gibt. Ans dem Vorwort zu diesem Geschäftsbericht von Alfred Tiisttzbera geben wir folgenden 'Auszug toieber. Zwei Fahre Arbeit im Geulralverein — bas ist nicht mir Leistung aus eigener 'Anregung, Voraussicht der Führer und ihres Ttabes. Das feinste Reagieren noch des letzten Mitgliedes in der entferntesten Landstadt wird für uns Anlast;utn Dcstigwerden. Fede Tpannung in der innerdeutschen Politik, mag sie and) durech noech so entlegone — von unseren Problemen entlegene — Fragen erregt sein, fonunt iu irgendeiner Formt, sei es als Anffordernng, unsererseits Ttellung zu nehmett, sei es, weil doch noeh Zusammenhänge mit jübifdjen Fragen gewaltsam gesdzast'en wurden, an uns heran. Ztvei Fahre Arbeit im Gentralverein das bedeutet also: Zn den Fahr zehnten einer stets angespannten Wachsamkeit zur Wahrung unseres Teimatrcchtes im beutfefjeu Vaterlande sind neue zrvei Fahre getreten, die wieder den Betveis für die enge Zusammenarbeit aller Teile des l5. V. erbrachten, uns wieder in hnnderten von Füllen grosteren oder minderen Anlasses zwangen, unsere Arbeitsmittel einznsetzen, und so wiederutn erwiesen: „T e r E e n t r a l v e x e i n m u s; sein!" Zwei N o r m a I j a h r e kamt man mit gntem Recht den Ablauf der Berielztszeit nennen. Ein bitteres Lächeln wird unsere Freunde überkommen, trenn sie die Teilen des nadjstehenden Arleitsberictites durchlesen, die beispielhaft hundert Fälle vom Einsichreiten des E. B. ausnehmeu und bei sich denken: das sollen nun R o r nt a l - fahre sein? Und doch trifft die Bezeichmmg zu. -Ueine politisdzett Ereignisse von überragender Bedeutung --- bis aus dem Vollsentsdreid über die Fürsteuabsinduitg — sind zu verzeid)neu. Tas politische, wirtschastlieche,, kulturelle Leben Tentsd)lands geht seinen, durdz die unabänderliehen, in ähnlicher Form noch Fahre hinaus tvirlsamen ACcäftc des Wiederaufstiegs TetNschtands vorgezeichueteu Weg. Wir müssen innerlid) daraus gestimmt sein, das; ähnliche Arbeitsausgaven, wie sie uns in den letzten beiden Fahren oblagen, aus lange Zeit hinaus uns immer wieder beschäftigen werden. Eine G r und e r schei n u u g iu Teulsdsiands sichtbarem und unsichtbarem Leben umst vor allem unsere ständige, ernste Ausmerkfamfeit finden: das; Deutschlands Politiseher, tullnreller, wirtschaftlicher Weg von uns wegleitet, das; unsere Verbindung mit allen überlieferten und lebendigen .Kräften der deutschen Gegenwart gelöst werden soll, das; man uns als gleichberechtigt allenfalls nod; annimmt, nicht aber als gleidj tv e r t i g. . . . Die Parole, unter der die Berichlszeit stand, soll and) Kennwort der kommenden Fahre lverden: E r f ü l l t v o n n n s e r er (zeitigen Fdee, im d e u t s ch e n ater l a n de s itt d i e d e u l s dj - j ii d i s ch e T a ch e g e i it i g g e g r i\ ndet e b v a 11 i s dj c A v beit leist e n. Slmisie?, Von Dr. Ludwig F-rcrnrd iVeürtchen). Aus gewissen indischen Kreisen oernehtnen wir manchmal den Vonvurf. dast unsere E. V. - Fdee idnounglos sei und nicht zn begeistcrn vermöge. Um diesen Vvnvnrs zn prüfen, uni re es manchmal angebracht zu imtmmlieu, tvas ..V'egeisternng für die Tadz; des E. V." bedeutet und it^ weld'.em Finne von Vegeisternng in den -Reihen der E. B. - Atihäuger überhattpt gespred'.eu werden tann. Znnädzn einmal sei sestgeitelll. das; Vegeisternng . vom moralischen Ttandpnnti beurteilt - - te:.n eindeutiger Vcgriss ist. Ter Fnnacitir, der fiel) lzemmungslos für eine an sich gute Fdee einseld. vermag durch seine Rüdsichtslosigteit. gegenüber anderen vielleicht amch tvertvollen Fd een und Gütern, durch die Vedentenlosigteit in Verfolgung seiner Fd;e oft mehr Tchaden als Antzen zu bringen. Vegeittcrimg und „^chtvung" ohne Vesinnnng und Klarheit über Weg und Ziel sind nnt.t ohne toeiteres ,.gnG im tiunalifdjni Titme. Vien scheu und Massen, die sich sinnlos in Bürgerkriege, Pogrome, Klassen- und 'Ilassentamps und Vlmgemctzel stürz,en, handeln auch unter dem Ztoange momentaner „Begeisterung", d-e Demagogen in ihnen entsachen. Tind sie desl)alb ,.gnt"k A'ein, weder die Vlassim, die blind handeln, noch die Demagogen, die berechnen. Was V e g e i st e r u n g zu einem m o r a 1 i i ch e n W c r t e stempelt, ist die innere öaltuug, das Verattttvortungsbetvusttseiu der Persönlichkeit. V e r a u t tv i> r t it tt g s b e iv n st t f e i n fordert B o r f i d) t und Al l a r l; e i t int -v a ndel tt und Ftellungueh - m e n. Der Verauttvortüngsbetoustte entscheidet nicht ohne P r n s u n g. Er prüft — f i d) it u d die W e l!, sotveii sie aus sein Tändeln Bezug hat und Gegenstand seiner Entsdzeidnngen ist. W a s bedeut et d a s f ü r d e n E. V. e r l ,,Er prüft j i ch ' -7das; heisst: er will ^Klarheit über sein eigenes Wesen und seine- Bestinuntlng, -- er sucht sich selbst zn begreifen. Das kamt er nur, wenn er weist, was d-e Welt von ihm tv i l l und tv i e er zur Welt und ihren Aufgaben sieht. „Die Welt", — das ist für den p r atti s ch e n Bi etlichen,, alles, tvas ans sein Tändeln und seine Entschetdimgeu Bezug hat '. Den E. B. interessiert ein Ansschuitt ans dem Problemgauzeu der Welt. Dieser Ansichnitt mit seinen Aufgaben, die des E.B.ers EnNstcheidnug fordern, liegen iu dev „Welt" des Deutschtums, des Fnd-etttmns und den daran, gebundenen Problemen. Wir alle kennen die Tpannuuaen. die eine da ritten io ztvischen beiden Welten, Deutschtum und Fndetttnm, erschweren. Wir alle kennen-die Theorien, die diese Tpannungen kunstvoll erklären wollen, als Naturgesetze n. a. „begründen" und gewissermasten legalisieren möchten. Der E. B. erkennt diese Theorien nicht an —weil er sich geprüft hat und durch die Prüfung sich und sein natürlicizes Verhältnis zn Deutschtum und Fndeutum fand. ' Dieses schlichte tltatnroerhättnis zn bet dem brancht nicht durd) Dljeorie und .Konstruktion „beivieien" oder klargemacht zu werden. Gefühl und W rite sind d i e Ax r a f t e, die es tragen. Der E. V. er kennt die R'chtuug seines Gefühls und des durch sein Gefühl bestimmten Willens, sofern es sich nm Glaube und -Teimat handelt. Fn der Entscheidung gegenüber diesen heiligen Gütern bestimmt ihn nicht rationalistische .Konstruktion, sondern einiach — das Gefühl. G l an b e — ein felbstoerständlich-er Ttolz klammert ihn an seine jüdische Tchicksals- und Glanbensgemeimstchaft voll uralter -Kultur und tiefer Bedeutung für den V lens ch b et t s fort 1 ch ritt. T e i 11t a t — seine seelische Verwnrzeltheit in der Welt seines Td)afsens, seine Gefühlsverbnndenheit zum Volk, mit welchem Geburt. Erziehung und Tchicksal ihn verbinden, feine Liebe zu allem, was ihm durd) beglückende Tatsachen das unaussprechliche und nnerklärl'che Erlebnis -Teimat erschliestt, das alles und nocch viel mehr macht seine Beziehung zum Vlutterboden und 'Vaterland problemlos und selbstverständlich. Juden, deren Begeisterung für i h r Fdcal nur allznost blinder Leidenschaft entspringt, machen dem G. B.er seine „FllusionslosigketG zum Vorwurf. 'Run, wir freuen uns, dast wir illusions l 0 s sind. To sind uns auch Enttäuschungen erspart. Wir sehen keine Probleme, wo es sich um G e f ü h l s etttscheidttugen handelt. Es ist kein Wunder, dast voreilige Entschliestungeu Andersdenkender im jüdischen Lebens!reise ihre Gefühle schliesststh sehr, sehr oft iu Widerspruch zu den eigenen Gedanken brachten. co!d;-: — tragischen — Konflikte kennt der G. B.er niclst, loeil er sich, seine Gefühle und ihre bestimmende Macht über sein persönliches Wollen rechlzeitig „geprüft" hak. Gr weist, das; Begrisie wie 'Volk, 'Vaterland und Glaube nur dem Problem sein können, der die 'Macht des Gefühls unterschätzt und der glaubt, mit dem V e r st ande alles meistern zn können. Die Vegeisternng des G. V.ers für seine Fdee ruht ans .K l a r h e i t. Tie nntencheidet sieh von der blinden Leideuschasj, ja, ist g e gensätzlid) zn ihr. Es gibt viele, atlznviete, die nur begeistert sind, wenn sie „neuen" Zielen znetlen lönnen. Begeisterung löst in ihnen immer nur das Richter reichte. Ferne, aus. Das allein ist ideal. Das Erreidste, Bestehende, A'aheliegende, wirkt ans diese Phantasten prosaisch. Tie hassen die tlleatität, denn sie leben in einer „anderen Welt". Für solch? Mensch-en kann die G. B.-Fdce nicht Fdeal sein. Die eigene Fdce wird ihnen entrinnen, je mehr sie sich ihrer Verwirklichung nähert. Tolche Menschen sind nittnuglich zur Beurteilung der realen Aufgaben, die den Memäch-en gestellt und. Der E. B.er hat hart mit den Tatsachen zn rechnen. Frei von Ftlnsion und (iitcllett sieht er fest ans dem Wirklichleitsbeden als 'Mensch-und als Kampfer. Teine positive T t e! l n n g n u h m e z n m Deuts d; k u in legt ihm Pflichten aus. Fm Fuleress-e des Deutschtums steht er Posten zur Verteidigung seiner staatsbürgerlichen Ttellnng und Gl eich berechn