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Central-Verein-Zeitung · 1928-02-10 · 6 (10.2.1928) · p. Seite 66

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
7 (1928)
Issue
6 (10.2.1928)
Date
1928-02-10
Page
Seite 66 (sequence 2)
Language
German
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sie uidjt aus ihrer T'err[ed]tmn] mm Daudet imb 'Handel, von Bildung und Gesellschaft heraus, Er sperrte sie so wenig in die Zelle des Einsiedlern, wie er ihre Gesamtheit in ein! Wolfc nku ckucksheim entrückte. Gottes^ Wcidi sollte auf dieser Erde wachset!. und an jedem Tag, in jedem Augenblick, wenn . es vorerst auch zögerte,'war sein nonunen möglich. Ordnet sich nicht der E. B. i n s e i it c r A v t f i n n g e in ä ß e i n? Entsprechen nicht bei ihm W e ltsti nt nt u n fl , G r u ndricht u n g und Z i e l e r f a s s u n fl? Er verlangt nicht mehr unb nicht weniger als Telbstde Häuptling innerhalb der Umwelt, die zeitlich und örtlich, körperhaft und seelisch umschließt. Darum ist der Abschluß, mit den: er für sich euuehen nt ns;, verganglich^nnd scheinbar. Er ballt nur ynu -Heil mit desto gröberer StoiV traft jufammen, der sich in die Umgebung hineinbohren will. Ohne zu verkennen, wie fletuaftfam unb küttstlich die Ittdcttfrafle sich venvirrte, schiebt er ihre Schlichtung keiuem anderen Geschlecht nttb feinem aubercit Erdteil zu, die in lueiter Jyente lieget! müflett. I etz t und Hier nitntnt er den -stampf ans, einen -stampf, der schließlich nicht entpveien, nicht unversöhnlich ansheken soll. Er besteht ihn als A o t tu c 1) r, hält ihn zur Berteidiflunfl dnreh, tun den Friede n s s ch l n s; tnattn- Lich und dauerhaft zu siehern. Iudetu er nicht answeicht, weder gleichgültig beiseite rückt, noch verzweiflungsooll die Flucht ergreift, bejaht er das Schicksal, das im -lUuttcrschon Hetmakgesühl, Dtaatsgesiuuuug und Bitdnngsgemein-! schast verpflichtend anwies. Außerhalb seiner können Verneinung unb EnLtvttrzelnng nicht ausbleiben. Wer sich zu ihm, wer sich zu uns stellt, greift die alte jüdische Gewöhnung auf, die aus dent 'Anruf der Gegenwart eine Ttinnue der Ewigkeit hört, die in Bälde, in unseren Dagen eine Verwirklichung erstrebt. Bl a ti n h aste W ü r d e und k ä nt p fort t ch e Bej j a h n n g, die sich fort und fort erproben wollet:, benötigen | ihre siete CueÜfraft. Unversieglich mm; sie in ihnen emporschießen. Tonst besteht die Gefahr, das; sie austrocknen und erstarren, dag alsbald von ihnen höchstens äußere Haltung und tönende Redensart Zurückbleiben, die, kommt cs daraus an. schwächlich versagen. Toll kein Rückschlag, keine Niederlage entmutigen, nicht Verzettelung oder Befleckung beirren, soll der Werktag seine Gehobenheit und Zuversicht bewahren, so geht es schlechterdings ohne jette hoffnungsvolle Gläubigkeit nicht, deren Einschlag, abermals sichtbar vor aller Augen, unser Jdeengewebe durchschießt. Mit dem Glauben ans Gute steht und fallt das Judentum. Ihm gilt sein Bekenntnis als dem reinen, wahrhaftigen Teilt im Himmel wie auf Erden, in der Menschenbrust wie im Menschheiksgewisseu. Teine Ueberzengnng schwankte nie, man könne das Tittliche hicuiedeu wohl zeitweilig durchkreuzen oder verlangsamen, ohne doch auf die Win ge seinen Tiegeszug zn vereiteln. Das Recht, das mit uns geboren wird, lassen wir es nicht feige im Ttich, trägt in sich Gewißheit und Bürgschaft der Anerkennung. Wenn unser Tchristtnm feine Verheißung gelegentlich daraus zuspitzt, ztvischen jetzt utib einst werde dies der Unterschied sein, daß Israels Bedrückung und -stränkunfl entfalte, so paßt der E. B. mit dem, was ihm Vorschtvebt, ohne Neberhebnng dazu. Er ist vollauf befugt, sich als Teil der At r a f t z it betra ch ton. die das G u t e s ö rdert, darum auch von seinem Endersolg aufs tiefste durchdrungen zu sein. Dies heimliche Wissen, er habe recht und behalte recht, wie eine heilige Ossenbarnng voller Ttolz und Demut ansbewahrt, macht ihn dem billigen Tpott überlegen, der ihn nüchtern und weite belächelt. Tein Friedenstraum, den er mittet! im Wassenlarm hegt, ähnelt, vielleicht etwas abgemattet. dem alten überlieferten Wunschbild. In seiner Bertraueusseligfeit. die nicht ermüdet, um die Menschen zn werbet:, den Wandel der Dinge unerschütterlich vorherznsehen, toird ahnungslos das Beste des Judentums verhöhnt. Ihm verdankt der E. B. für den ganzen Kreis jüdischer'Mettschen, die er srntunelt und anspvrnt, Tpannkraf! des Geistes, Wärmte der Teele und Hochtrieb des Willens. M a n n h aste W ü r d e, k ä in p f e r i s ch e B e j a h u u g u u b Hofs ti u tt g s voll e G länbigkeit — so möehten ettva in Abtoandlung eines allen Wortes die drei Tauten! heißen, auf denen sich die Well des E. B. erhebt. Es ist unverkennbar (und nur gegnerisches Mißverstehen rechtfertigt die wiederholte Unterstreichung), daß hiermit tragende Ideen, vielleicht die G r n n d ft ü tz c tt tt n f e v c r G e m e i 11 f ch a f t, neuerlich zu Geltttng und Einbau kauten. Das; entsprechend ihre Wölbung tauglich sei, jüdische Geistigleit im edelster: Ausmaß bei sich auszuuehmen und ztl entfalten, letschtet jedem Einsichtsbereiten ein. Utts aber erwächst die Verpflichtung, jeder für sich an seinem Teil, ans seinem Platz da hin zu wirken, daß dicst' W e l L a n s ch a n u n g des E. B. ihre bewußte und folgenreiche, durch keinerlei Zweifel in «vvafle gestellte'Ansprägnug sittdenicht nur dort, ivo uns seine engere Arbeit beansprucht, sondern überall, wo tmfer gottgetoolltes Tchicksal uns ansrnst als Inden, als Bürger, als Menschen schlechthin. Wtfl'/HV'M »"<»« l>7 Von Tu Müllci-Elandins^ Was der E. V. - Gedanke im knnerjüdisthen Stinte bedeutet. rvas er als Tchuygedanke. als Abwehrgedanke, als slechtsgedanke für dir Gesamtheit der deutseheti ^nden leistet, steht mir nicht an. zn erweisen und zn würdigen. Aber der Grad der Wirtnngsinteusität des E. V. - Gedankens hängt allezeit nicht nur davon ab. wie stark nnd sammelnd und einigend er in das Judentum hineinstrahlt, sondern l’untehuUnl) davon, welche 11 c b c v c 11 g tt it g s f r ä f t e von iljm ans möglühn große Zonen der öffentlichen sAeinnng nnd des öffentlichen Gewinrns der d e tt t s ch e n G e s a m i h e i t durchstrahlen. Dieses Durchstrahlen kann gar nicht dadurch geschehen, daß der E. B. - Gedanke in den Intellekt der Menschen vermöge eines logischen Beweismaterials hineingestrent wird. gntellettwirtung iil nie sAassemoirknng. IlUcUettwirtuug erfaßt das G e ti i r n . nicht den ganzen Menschen mit den llrzonen der Driebstnrnu' nnd dem Machtbereich der Traditionsbindung, gegenüber denen uitelletuiede Beeinflussung besrensaNs ein vorübergehender 2iefl der 3 tmtbe ist. Nein, die Blasse braucht stärkeren Anstoß, sticht der Gedanke der Wahrheit, der Gerechtigkeit tmd der Besinnung berregt sie, sondern das harte Gesteht der sc v t w endigt e L t. Erst wenn der E. B. - Gedanke seinen Zusammenhang mit dem dcntschen Volkstum, seinen Wert nnd seine Notwendigkeit üir das Deutschtum schlechthin erweist, bekennt — nnd vor allem: bewußt macht, nnd zwar in möglichst weiten Kreisen, erst dann wird er seine Tinnentfattung erleben, erst dann wird der Weg seiner Tendmtg bereitet sein. Diesen Weg dttrch die tmgehcurett Wald-, stichtnnd Abgrund bezirke des deutschen Botlstmns sich ztl bahnen, dieses notwendigste Ziel des E. V. - Gedankens, zn dent alle feine Lebendigkeit mtb alle teilte motorischen -strafte hindrängen, ist zugleich wohl die schwierigste Aufgabe, die je einem Gedanken in der Weltgeschichte des Geistes bereitet worden ist. Der hat eine Aufgabe nicht begriffen, der ihre schwere nicht erfühlt hat. Diese Aufgabe kann nicht zn Ende geführt werden, wennzum ersten: die Aivüfte, die ihr heute gewidmet werden, nicht verzehnfach: werden; und zum zweiten: wenn die verzehnfachten -strafte innerhalb eines Menschenalters nicht abermals verzehnfacht werden. Denn der E. B. - Gedanke kämpft nicht mir gegen Menschengeist und -ungein. sondern gegen MiUionett tmd ober Mikliotten von Eisenmasken, die der Amisemitismtls in Jahrhunderte lvährender3chmiedearbeit über das deutsche Denken gedeckt hat - und die der Antisemitismtis von heute mit immer neuen Werkzeugen höchst erfolgreich festigt und härtet. Die. Drage: Welches ist denn der E. V.-Gedanle?" brauche ich in diesen Blättern weht .zn erörtern. AVer diese andere Drage muß gestellt roerden, lvenn der E. B. Gedanke jemals die Ernte haben soll, um dereNvitlen er gedacht und entsandt wird: W i e er s ch eint d e r E. B. - G e d a u k e in d e r n i cf) t j it d i s ch e u D c f s e nkli ch feit? W i c w i r d e x g e dent e t? W e l ch e G e ft n L t - - it u d U n g e st alt ist i h m b e s ch i e d e n . io c n n e r i r g e n d w o nnd i r g e n d w a n n a n d a s dent s ch e G e >o i s s c n p o ch i? ♦ EZemeinderabbmer Dr. Reinhold Lewin (Königsberg): Im Lichte jüdischer Geistigkeit. - Dr. Müllcr-Ctaudius(Äerlm): , vt'lis ♦ Der G V.-Gedanke im deutschen Volkstum. — Dr. Julius Brodwh: Gruß an die Hauptversammlung! — Dr. Ludwig Holländer (Berlin): Wege der Arbeit. — Dr. Ludwig Tieh (Berlin): Vertiefung unserer innerjüdischen Arbeit. — Dr. Ludwig Freund (München): Der Kampfer. Dr. Alfred Gotdschmidt (Berlin).- Selbsterziehung. — Dr. Margarete Edelheim (Berlin): Vir Staatöbürgcrnmen. — Theo Hardurger (München): Alte jüdi>che Kunst in Bayern. - Georg Hermann (Heidelberg): Von psombüchsen und alten Hagadcn. - Dr. Oöbom (Berlin): Eine Autograpbensantmlung.

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