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Central-Verein-Zeitung · 1928-02-03 · 5 (3.2.1928) · p. Seite 57

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
7 (1928)
Issue
5 (3.2.1928)
Date
1928-02-03
Page
Seite 57 (sequence 9)
Language
German
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57 Sie 3. ffnj/age eistteittl in der nädnten Watte! Wer ein objektives Bild über das Palästina der Gegenwart gewinnen will, bestelle sofort Dr. Alfred mncrs MlistteMseämtt Palästina“ Steif kartoniert 2,40 AL Gebundene Exemplare vergriffen. fMio-Verlag, Berlin SW 68, SinäMsiiasse 13 FemspreJicr: Amt Dönhoff 3595.96° Rathenau hat dieses Unterfangen mit feinem Leben bezahlt. Ein Wunder, das; Hugo Preuß eines natürlichen Todes sterben konnte! Es fanden sich verworren gemachte Jünglinge, deren Argununtation lautete: ein Jude darf nichts für Teutschland leisten, selbst wenn er es möchte und könnte. Hier sind wir nun wieder am Rande des Wahnsinns. Roch vor wenigen Jahren lehnte ein Kanzler die Präsentation eines jüdischen Politikers zum Reichsinnenminister damit ab, daß dies Report gelegentlich auch mit Zustchndigkeiten des christlichen Kultus befaßt sei. . . . Tie Wahnideen gnd heute abgcblaßt, die geistige Epidemie von 1922 ist im wesentlichen erloschen. Aber wollen wir, hinterm Schleier solcher Kirchtnrmsgesichtspunkte, wie jener Kabinettschef sie geltend machte, uns wirklich auf die Tauer auch des staatsmännischen Geistes berauben, nur weil sein Leib beschnitten ist? Tann, wahrlich, wären wir wert, ein Spießervolk zu bleiben, und ein Vorsatz wie „Weltgeltung" könnte nur das Gelächter der Welt erwecken. England nimmt rächt bloß jüdische Menschen in seinen politischen Adel ans und damit in die Anwartschaft auf die höchsten Herrschaftsämter des Weltreiches cs hat zweimal in einem halben Jahrhundert mit dieser Anwartschaft Vollzugsernst gemacht. Benjamin Tisraeli wurde Lord Beaeonssield, ist im geschichtlichen Gedächtnis der größte unter der „Eminent Victorians" und durste seiner Königin die Kaiserkrone von Indien in den Schoß legen: der Vizekvnigsmankel dieses selben Indien ward in unseren Tagen um die Schultern Lord Readiugs gelegt, der vorher Rufus Jsaacs hieß. Auch Teutschland sah zweimal in einem halben Jahrhundert jüdische Männer mit der Anwartschaft zu staatsmännischem Wirken: Ferdinand Lassalle entriß sich ihm durch eigene unselige Verstrickung, doch wir lasen noch vor kurzem in einem, neu Publizierten Briese Bismarcks, ^daß dieser davon sprach, alle Angelegenheiten des (getöteten) Lapalle bedeuteten für ihn so viel, wie wenn es sich „um einen nahen Persönlichen Angehörigen" handelte; Walter Rathenau wurde gemordet. Wollen wir so weiter wirtschaften? Kann Teutschland sich den Luxus leisten, irgendeinen Geist, der Schöpferisches verheißt, weil er dieser oder jener Abstammung, Verwandtschaft, Konfession. Konstitution sei, von seinen leitenden Aemtern seruzuhalten? Wir sind ein Volk — und als solches werden wir, 109 auf 1, die Juden ertragen oder verdauen. Wir sind eine Gesellschaft, und in deren Ans und Ab mögen wir den Prozeß, der denn jüdischen Element seine ungesunde Spannung zu den übrigen sozialen Gliedern nimmt oder mäßigt, am besten sich selber überlassen. Wir sind ein Staat: als demokratischer Staat haben wir kein moralisches Recht, jemanden, der in die StaaLsleirung eingesetzt werden soll, nach etwas anderem als der Gesamtheit seiner Fähigkeiten zu beurteilen, als Staat schlechthin aber haben war die politische Pflicht, das Wertvolle zu nehmen, wo wir es finden, und dorthin zu bringen, lvo es sein Bestes für den Staat leisten kann. Das gilt für die politische Auffassung und Beantwortung der Jndcnsrage. Es gilt weit darüber hinaus für die gesellschaftliche Seite in allen staatlichen Trugen. Nur wenn unser Staat aus alle Schichten unserer Gesellschaft sich gründet, aus allen das Wertvollste an sich zieht und sich dienstbar macht — nur dann werden wir über die Gegenwart hinaus in die Zukunft hinein mehr als einen Staat, werden wir als Volk ein Reich haben!" Offene Antwort aus einen offenen Sries. Moritz Sl. Locb an Tr. Bruno Glascrfclr». Auf dcn oficncn Drics des Ocrrn Di-, mcd. Trurw 0laf;rfclt>, des ersten Vorschüben des Landesverbandes Groß-Berlin des Centralvcreins, in der vorigen Nummer der D.-Zeitmch sind uns viele sehr beachtliche Zuschriften zngcgangen. Wir geben daraus die nachstehende des stellvertretenden Vorsitzenden der Berliner Revrüsentantenversammlung aus Lotzalitätsgründcn wieder. Schon bei Erscheinen des Brieses ist bekannt geworden, daß die vorhandenen schweren persönlichen llnftinunigkcitcn durch befriedigende Erklärungen aus der Welt geschafft worden sind. Wir begrüßen diese Tatsache um so freudiger, als wir cs stets als unsere Ausgabe angesehen haben, dafür einzutrcten, daß in inncrjüdischen Auseinandersetzungen Anstand und Würde gewahrt werden. Ta wir uns ohne besonderen Zwang niemals um jüdische Cemcindeangelcgenhciten zu kümmern pflegen, so ist das für uns um so mehr Veranlassung, aus diese Tinge nicht mehr weiter einzugehen. Die S ch r i s t l e i t u n g. Offene Antwort an Herrn Tr. Bruno Glascrscld, Vorsitzenden des Landesverbandes Groß-Berlin. Sehr geehrter Herr Toktor! Ans den offenen Brief, den Sie in Rr. 4 der „G. V.-Zeitung" veröffentlichen, gestatte ich mir, hiermit eine offene Antwort zu geben, zu der ich mich in meiner Toppeleigenschast als Mitglied des Gentralvereins wie der Reprüsentanteuvcrscnnmluug für verpflichtet halte. Ich verweise zunächst daran', daß es sich um Vorkrnnnnific in einer nichtöffentlichen Sitzung der Rcprä'cntanten handelt. Sie kennen also diese Vorgänge tmr vom Hörensagen; gestützt auf solche Mitteilungen, finden Sie und, wie es scheint. Ihre Kollegen von der Leitung des Berliner Landesverbandes cs für richtig, über die Repräsentantenvermmmlung zu Gericht zu sitzen und ihr zuzurufcn: „Bis hierher und nicht weiter!" Ich möchte nicht ans die Frage eingehen, was geschehen soll, wenn die Reprüsentanteiwersammlung Ihrem kategorischen Imperativ kein Folge leistet Aber ich muß doch fragen: Was sollen die Hunderttausende der Leser der „G. V.-Zeitung" draußen im Reich von dcn Zuständen unserer RePräscntanLenversammlung denken, wenn ne hier lesen, daß der Landesverband schleunigst eingreisen muß. um. „das Unglück, das schon auf dem Marsche ist", zu verhüten. Werden jene Leser ans den Gedanken kommen, daß es sich hier urn Tinge handelt, die zwar bedauerlich sind, aber doch in jedem Gremium Vorkommen können, dessen Teilnehmer ans Männern von entgegengesetzter Weltanschauung bestehen? Wenn an: Schlüsse jener vielstündigen Sitzung, die Anlaß zu Ihrem Schreiben gab, bei der Erörterung einer heiklen Personenfrage ein paar Herren die Nerven verloren und sich gegenseitig Tinge sagten, die sie bei rußiger Ueberlcgnng ungesagt gelassen hätten, ist das wirklich ein Grund, um Räuber und Mörder zu rufen? Wenn weiter in der folgenden Sitzung der Repräscntantenversammlung die gleichen Herren gegen-- fertig ihr Bedauern über dcn Borsall ans sprachen und damit die Angelegenheit durchaus würdig beglichen, sollten dann nicht auch Außenstehende ein Gleiches hm? In cs angängig, acht Tage n a ch der Erledigung j e n e s Z w i s ch e n f a lles in diese:: Spalten, OPas^die kennen 8ie nicht? Js^-ßy\ m Na, dann probieren Sie 7/t' \llii Jojbrt #• die neue charaktervolle Zigarette 5-3 iiilliüi! Iliiilliiiiilii!!:

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