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Central-Verein-Zeitung · 1928-01-13 · 2 (13.1.1928) · p. Seite 18

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
7 (1928)
Issue
2 (13.1.1928)
Date
1928-01-13
Page
Seite 18 (sequence 6)
Language
German
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n Das Gesundheits wasser bei Blasen-, Mierenleiden usw. Fachingcr Yersandstelle: Berlin SW 11, Schöneber^er Strapse 16a. Telefon: Lützow 8260 j 61. Gbecschlesicn unö Saarbrücken. Aus der 2lufkläruttgsarbcit des C. D. Gelvissermaßcn als Austakt zur WablarRit veranstalteten unsere oberschlesischen Ortsgruppen Hindenburg. G l e i w i 1; und B c u 11) c n Versammlungen, bei denen der stellvertretende Vorsitzende de>,' beistralvcrcinL, Rechtsanwalt Tr. Bruno Weil «Berlin) über ..Beacht und Recht im, Leben des deutschen Volkes" bzw. ..Glaube und Heimat" und t>uj „Grundrechte des deutschen Volkes" sprach. Tie Versammlung in Hmdendurg wurde von Rechtsanwalt L c o b s ch ü tz. die in Gtciwitz von Rechtsamvalt L u si i g, der Beutheuer 'Abend von Tr. Skalier geleitet. Tie Einladungen zu den Versammlungen waren in Hindenbnrg und Beuthen auch von führenden nichtindi'chcn Persönlichkeiten Unterzeichner worden. Tie Versammlungen in »indenbrirg und Gleiwih waren stark besucht, die in Beuchen so überfüllt, dag viele Besucher mukebren muß'eu. Tie Leiter der höheren Schulen, das Tsiizierkorps der Schutzpolizei. zahlreiche Stadt: verordncte. der Landrat, Landgerichtspräsident. Vertreter aller Behörden rmd Geistlichkeit. Führer der Industrie. Christen und Mitglieder des Ecntralvereins waren der Einladung gefolgt. In der Tiskussion stimmte Altoberbüraermeister Tr. Brüning, der die Geschicke der Stadt 66 Jahre lang geleitet hat, der Aufklärungsarbeit des Ecntrawereins in'warmen Worten be^ nnd hielt sie sür die Aufwärtsentwicklung unseres Vaterlandes sür förderlich. Menu in Beruhen früher immer ein gutes Verhältnis zwischen Christen und Inden geherrscht habe, so sei das auf den vorwiegend katholischen Charakter der ^tadr zurück- Zufuhren. Ter Katholizismus verwerfe nicht nur den Antisemitisrnus. sondern habe sich auch wiederholt in schärfster Form gegen ihn gevoandt. Tie Veranstaltungen haben, wie zu erwarten stand, auch in der Presse und selbst über die Grenzen der Provinz hinaus ein lebhaftes Echo gesunden. Schon die Schlagzeilen, wie etwa ..Unsere jüdischen Mitbürger im Kampfe gegen den Antisemitismus" und ähnliche, deuten ans die durchwegs beipslichtende Art der Berichterstattung hin. durch die viele zehntausende Leser wenigstens ans die in diesen Versammlungen erörterten Probleme und ihre Bedeutung sür das deutsche Vaterland hingevoiesen worden sind. Am treffendsten dürfte die „Oberschlesische Zeitung" die Situation belcnchien, die unter der Uebcrschrist „Teutsche Juden im Treust am Vaterland . . schreibt: „Es erscheint friedlichen und versöhnlichen Geistern der christlichen Bekenntnisze nahezu unfaßbar, daß es leider notrocndig ist. die ehrlichen, und unbefangenen deutschen Volksgenossen nichtsüduchen Bekenntnisses Hinzumeisen auf die schweren geistigen und inncrpolitischen Schädigungen, die ein verrannter Antisemitismus immer noch dem gemeinsamen dcurfcheu Volksleben zufügt. . * Neben den Vorträgen fand eine sehr stark besuchte Versammlung von aus dem Boden des Centralvereins stehenden jüdischen Führern statt, in der über Vereins- und innerjüdiscke Fragen diskutiert wurde. * Ter Festsaal der ..Saarbrücker Landeszeitn n g" war bis zinn letzten Stuhl besetzt, als Tr. Bruno Weil in einer Versammlung des Centralvercins dort über „Tie jüdische Internationale" sprach. Tr. Weil selbst war offenbar besonders ergriffen, weil er auf heimatlichem Boden zu seinen engeren Landsleuten sprach, die gegenwärtig das schwere politische Schicksal erleben, vom deutschen Reiche getrennt zu sein. Seine Ausführungen, die die These vom Vorhandensein einer jüdischen Internationale, die nach der Weltherrschaft strebe, ad absurd tim führte, klangen in dem heißen Wunsche ans. daß bald die künstlich aufgerichteten Politischen und wirtschaftlichen Grenzen zwischen dem Saargebict und dem übrigen Reicks fallen möchten. Reicher Beifall war der Ausdruck für die begeisterte Zustimmung, die diesem Vortrage einmütig zuteil wurde, und von dem auch die Presse besonders die vornehme ruhige Sachlichkeit und Diszipliniertheit rühmend hcrvorhcbt. Sagen von Juöa unö Israel. Arrgezcigt von Ernst Lissarrer. Vor geraumer Zeit — in der „E. V.-Zeitung" vom 1. Juli 1927 — habe ich über die ..Sagen von Moses" berichtet, den vierten Band des großen Werkes „Tie Sagen der Juden", das Micha Josef bin Goriorr sür den Verlag Bütten und Loening in Frankfurt a. Main geschaffen hat. Nun erscheint der letzte Band. „Juda und Israel". Micha Josef bin Gorion hat den ^tofs auch dieses Bandes noch gesammelt; herausgegeben ist er von Nahet nnd Emanuel bin Gorion. Jene allgemeine Charakteristik, die anläßlich der Sagen von Moses entworfen wurde, gilt anch von diesem Bande, nnd ebenso von den früheren: ..Von der Urzeit", „Tie Erzväter", „Tie zwölf Stämme". Dieser letzte Band umfaßt sämtliche Bücher der Bibel mit Ausnahme des Pentateuch, also das Buch der 'dichter nnd die Chrvnika. die Propheten. das Buch Hiob, das Buch Ruth, somit die gesamte Geschichte von Juda nnd Israel bis zur ersten Zerstörung Jerusalems und zur babylonischen Gefangenschaft. Ter genaue Titel des Werkes ist: „Tie Sagen der Inden zur Bibel": die epischen Fäden, die in den großen Berichten und Erzählungen des Alten Testaments eingewobcn sind, werden fortgesponnen. Tie Berichte der Bibel werden buchstäblich als geschichtliche Tatsachen geglaubt; nun aber gilt es. die .zahlreichen Unstimmigkeiten nnd Widersprüche ansznglcichen. Jene eigentümliche Turchdringnng von rationaler nnd irrationaler Artung, wie sie dem jüdischen Geist oft eigentümlich ist. gibt sich anch hier kund. Wie in den früheren Bänden, führt diese Methode durchaus nicht immer zu erfreulichen Ergebnissen: auch dieser Band enthalt viele verstandesmäßig erklügelte, konstruierte, zmveilen sogar abstruse und rörichke Teutnngen nnd Erfindungen, die besser sortgeblieben wären. Aber anch in diesem Bande übcrwiegk die Fülle mächtiger Gleichnisse und Visionen, die an innerem. Ausmaß denen der biblischen Bücher zutveileu nicht nachstehen. Tiefes Werk ist selbst nur ein schmaler Auszug aus dein Rcichtum der nachbiblischen.jüdischen Literatur; eine Betrachtung dieser Ueberlieserungen und Deutungen führte von selbst zur Psychologie des Judentums, zur Psychologie der jüdischen und der Religion im allgemeinen, zur Psrchologie nnd vergleichenden Geschichte der Sagen. Nur einige Andeutungen sind an dieser Stelle verstattet. Bon dem König Usia heißt cs, daß er „ein Freund der Erde" war: „er opferte sich denk Ackerbau; mit der Lehre aber hatte er nichts Ztt schaffen". Und er geht unter, „weil er sich der Erde gewidmet und die Lehre verschmäht hatte". Und es wird erinnert an Kain, „den Ackerbauer, der unstat und flüchtig wurde ans Erden", und „Noah, der den Weinstock pflanzte und durch den Wein sich verächtlich machte". Wir gedenken an jenes Fluchwort: „Im Schtveiße deines Angesichtes sollst dn dein Brot essen"; wir erkennen höchst charakteristisch die Hochschätzung der geistigen Arbeit und. darüber hinaus, den Gegensatz von Natur und Geist. Ueberhanpt ist in diesen ^agen wenig Naturgefühl, wir spüren nicht Lcuidschait, Wind, Wetter, Klima: die Natur erscheint immer nur als Sinnbild und Werkzeug des Geistes. So wird erzählt: „Bon allem, was der Herr in den sechs Schöpfungstagen erschuf, bedingte er sich gleich im Anfang eine Tat aus": das Meer soll sich dereinst vor Moses spalten, -^onne und Mond stillstehen vor Josna. der Nabe den Propheten Elia speisen nnd so fort. Oder: der Stier. der bei dem Gottesurteil ans dem Berge Karmel von Elia geopfert werden soll, folgt ihm willig, der andere aber, der dem Baal bestimmt ist, weigert sich und beneidet den anderen. Tie Inden dieser Lagen fühlen sich als das geisttragende Volk: immer wieder fällt das besonders nahe Verhältnis zur Schrift ans; so heißt es einmal: das Lchristzeichen Jod, das der Herr dem Rainen Sarai nahm, stand vor ihm und weinte viele Jahre, bis Josua kam, der vordem Hosen hieß, und es seinem Namen vorangestellt ward. Ter Geist der Erzähler überblickt den gesamten Stosskreis des Men Testaments, und so tritt oft die Neigung hervor, gleiche Motive Schächten keine Tierquälerei. Cand. med. vet. Erich Tcuts ch (Hannover) schreibt uns: „In meinem Bericht über die Arbeit von Herrn Professor I. Bongert in der „C. V.-Zeitung" ^ir. 46, Jahrgang 1027, ist mir ein Irrtum unterlaufen, den ich vor allem deshalb sehr bedauere, lveil sich der .Völkische Beobachter' (zitiert nach der „Deutschen Schlachthoszeilung" Ar. 24 vom 24. Dezember 1927, Seite 504) gerade ans die Sätze bezieht. Ich schrieb in der .C. P.-Zeitung': ,Er (Professor Bongert) hat, mit Unterstützung dreier Assistenten, alle wesentlichen, das Gehirn, außer den beiden Halsschlagadern, versorgenden Arterien abgebunden unter lokaler Betäubung. nnd die am nächsten Morgen von dieser Operation wieder erholten Kälber geschachtet." Die wörtliche Wiedergabe der Bongertschen Arbeit lautet aber: „Um nun den direkten Beweis zu führen, daß eine von vielen Tierärzten im Gegensatz zu der wissenschaftlich begründeten Ansicht der bedeutendsten Physiologen des In- und Auslandes angenommene nnd behauptete kompensatorische Blutversorgung des Gehirns bei geschachteten Tieren nicht ftcittfinbet, und daß die erwähnten .Oualsymptome' nicht durch eine solche erklärt werden können, habe ich mit Unterstützung meiner Assistenten, Herrn Privatdozent Tr. Tr. M nchlinsky und Dr. Schellner, bei zwei Kälbern unter lokaler Anästhesie die tiefe Nackenarterie und Vcrtcdralarterie beiderseits dicht an der ersten Rippe in Hohe des Ouersortsatzes des siebenten Halswirbels sreigelegt und unterbunden. Die am Abend zuvor z u in letztenmal getränkten V e r s u ch s k ä 1 b e r erholten sich nach der verhältnismäßig schwierigen Operation ausfallend rasch, erhoben sich mit Unterstützung und Zeigten deutliches Dnrstgesübl. Alsdann wurde mit einein Schächtmefser in der bekannten Weise der Schächlschnst! ausgesührt."!. Montag, den -16. 3anuar. 9 Iffjr, pünktlich: 3m Anschluß an die Groß - Berliner Landeövcrbandötagung. Vortrag Direktor Dr. Ludwig Holländer: „Wandlungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und unsere Lage". ll. Dienstag, den -17.'Januar, S1li tffjr, pünktlich: 3m Anschluß an die Generalversammlung Berlin 5, SW, SO, Dorirag Oberstudicndircktor Or. Hans Henning: „Lebenskunst und Selbfterzlchung " Zu zahlreichem Besuch laden Mitglieder und Freunde dcS C.B. cm Dr. Bruno Glasesfeld, Dr. Arthur Lew).

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