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Central-Verein-Zeitung · 1928-01-13 · 2 (13.1.1928) · p. Seite 19

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
7 (1928)
Issue
2 (13.1.1928)
Date
1928-01-13
Page
Seite 19 (sequence 7)
Language
German
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-u verbinden und Reihen zu bilden. To wurde» jene ^n.en de? Meeres, der Gestirne, des Naben verknüpst; so Ijciin c~: „^chmiml wurden' Lieder in dieser Welt gesungen"' Adams Lied Min Prege des Sabbat?-. Bioictz' Lied nach der Ueberwindung des Lchilgncerv und so sort. Uebcrragcndes Gedächtnis steht hecl, nn L-wrt: A.» Josua überheblich spricht, crschlasst seine .«rast und dreihundert Gebote entschwinden seinem Gedächtnis, füiancfjc Sendung erst! emt nl-o geistvoll säst in einein heutigen Sinne. spricht znr -s3crc t>on Endor, die ihm, entgegen seinen: eigenen Gebot, wewsagen svllch„^o wahr Gott lebt, dich trifft keine Missetat in dieser >-acheck Ywrzi: bemerkt der Ausleger: „Wem ist Saul hierin zu vergleichen. OrutCi. Jyrait, die zu ihrem Liebhaber geht und ihn mit den Worten bcubwört. So wahr mein Mann lebt." Tas tonnte in einer Uomov'.e von Shaw stehen. Aber diese Sagen geben ihr Eigentlichstes, sie sind sechnmgen am meisten sie selbst, wenn sie nicht nur geistvoll, klug, scharisnv.-n.g verbinden mW deuten, sondern wenn der gewaltige 10c tN h e n - g e i st , der in den riesigen Büchern des A l t e n^ Testam e n t s waltet, nun a u cf) tit dieser: s P n teil magern in: b Schernaus st eht, wenn sie in der Nachfolge der Propheten und Priester von einst an dem überlieferten Urgut fortschanen, wenn dieselbe Gewalt, gleichsam über Jahrhunderte fort, nach langem Schweigen, ans den Nachgeborenen redet und nurst das Mächtige,^da« Kolossijche ertönt. Einige Beispiele: Samuel wird von der -stiere vor das Angesicht Sauls beschworen, er steigt aus der Erde empor und glaubt, das jüngste Gericht sei gekommen. Tdcr: der Thron Salomos hat sechs Stufen; steigt er empor, um Gericht;>u halten, so ertönt bei jeder Stufe eine mahnende Stimme. Das Höchste erreichen die Sagen dieses Bandes, wenn ne vom Untergang Jerusalems und des Tempels berichten. Hier ergibt sich unendliche Schwierigkeit und unendliche Möglichkeit für die Deuter, um - den Widerspruch zu lösen zwischen der unendlichen stiebe des Elvi gen zn dem Volk, mit dem er doch einen Bund gemacht hat. und den: unermeßlichen Strafgericht. Und so heisst cs. das; in der Stunde, da Israel unterging, auch der Herr weinte: „Mein Heiligtum ist zuschanden, und'ich'sitze da und schweige! Aber ums kann ich tun? Tas Mas; der Strenge ist mächtiger als ich." Tie Anschauung scheint hier durch, daß auch Gott nicht frei ist; das Gesetz, das er leibst gegeben hat, die — gleichsam objektive — strenge, die strenge an sich ist mächtiger als er. wie die Anangkc mächtiger als die Götter der Griechen. Und, so heißt es ferner, wie ein trauernder Uöuig die Laternen löschen läßt, lägt er die Gestirne sich verfinstern, und er sitzt da, einsam und stumm. Und in seltsamer Umkehrung: Gott erscheint als. des Trostes bedürftig: „Wenn ein Weinberg verwüstet wird, wer tut uns mehr leid, der Winzer oder das Gut? Sv auch der Herr. Er sprach: Israel ist mein Weinberg, und cs ist aus mit Israel . . . 0 tröste mich, mein Volk/ Und der Herr zieht mit dem Balte in die Verbannung nach Babylon. Eine der tiefsinnigsten Sagen ist diese: Ter Herr befiehlt den Propheten, hinzugehen und das zerstörte Jerusalem zu trösten; sie kommen. Hosea, Joel. Amos. Micha und so fort, und jedem entgegnet Jerusalem: Borden: hast du anders gesprochen, du weissagtest mir den Unteraang. Tie Sage zieht dann ans diesem Vorgänge nicht den folgerechten Schluß: Gott zieht gemeinsam mit ihnen aus. sein Volk zu trösten; die Bedeutung dieser ^age wird dadurch verwischt. Ein gewaltiges Bild: das zerstörte Jerusalem, über ihm die Propheten, und sie alle haben den Fall Israels verkündet. Tas tiefproblematisch? Verhältnis der Menschen zur Gottheit ist hier in einer mächtigen Vision Sinnbild geworden. Durch die gesamte biblische Geschichte hindurch wiederholt sich ja immer wieder dieser Vorgang: das Volk der Inden fällt von feinem Gott ab. immer wieder mahnen Propheten, weissagen die Vernichtung und suchen cs emporznreißcn; das Volk strebt zur Gottheit, fällt aber immer wieder in Schwachheit zurück, und doch ist es sein Wesen, seine Kraft, sein Blut, aus dem jene mächtigen Mahner und Warner gezeugt werden; auch diese Propheten sind cs selbst, das Wesen seines Wesens. Und eben dies geschieht in der Geschichte jeden Volkes, vor allem auch des deutschen: jedes Volk strebt nach einem Urbild seiner selbst, es dient einer Gottheit, die cs nach seiner eigenen SIN «OC«G£NU£T PßEMIEH-\WE2KE,/’CWV/AßZ&£ £ÖDE&, tEIDZlC Art an schaut, immer fällt cs in Schwachheit^ Zurück und immer wieder stehen aus seinem Blute Propheten aus und mahnen. W:e das Gleichnis vom goldenen Kalb und d<r Zertrümmerung der Tafeln für alle Böller des Erdkreises gilt, so auch für die No:Zeiten aller jener von dem vergeblichen Trost der Propheten. Ein mächtiger Vorrat von Bild nach Gleichnis. Dichtung und Deutung ist in diesen Sagen der Juden zusammengetragen; uachdenksame Leser werden sie neben ihre Bibel stellen und zeitlebensimmer wieder nach ihnen greifen. Tie Verdeutschung^ liest sich gut und würdig: freilich ist sie dem ungeheueren Deutsch des Lutherschen Alten Testaments nicht ebenbürtig, welches die ungeheuere Große mit natürlicher Selbstverständlichkeit in gleichen An-unaßen widergrbt. Jedoch'in diesem unkleinlich sachlichen Deutsch sind die großen Inhalte dieser Sagen wohl nicht in Vollkommenheit nachgedichtet, aber unvermindert enthalten. Ter 9. Vcrbarrdstag des Ncichsvcrbandcs der jüdischcn Lchrcrvercinc wurde in: „Bayerischen Hof" in 'JJiündjcn am 'Ach De ye ruber feierlich cröifnct. Tberlchrer T i n g f e l d e r -München) begrüßte die Erschienenen namens des Vereins dracUti'd;cr Lehrer Bayerns und der Bezirkskonsercr:', München. ErJiberreichre den Teilnehmern eine Iitcrarifrfio Festgabe. Mittelschullehrer ^tern (Berlin >. der Vorsitzende^ des Reichsverbandes. verwichnete in seiner Eröffnungsrede als frohe Tatsache, daß seit dem lohten Berbandstage drei Lande-vcrbände (Bayern. Hrsien und Emden. Tädenburg-Bremen.» ihren Anschluß an den Reichsverdand vollzogen haben. Er'wies darauf hin. daß wirtschaftliche Fragen den Vcrbandstag nicht beschäftigen sollen, ihre Erledigung sei rlnaelegenhew der dinzelnen Landesverbände. Ter ll. Vcrbandstag sti der Beantwortung ideeller Fragen geweiht, von denen drei der Tagung ihr besonderes Gepräge verleihen: die Fragen nach dem <^e:n oder der jüdischen Schale, des jüdischen Lehrerstandes. des Judentums. Tberlandcsgerichtsrat Tr. N e u m eycr entbot der Tagung die Grüße und Wünsche des Verbandes bayerischer Rmtusgemeinden und der Münchener Trisgemeiude. Rabbiner Tr. Baerwald überbrachte die Wunsche des Allgemeinen Deutschen Rabbiuerverbandes und der Bayerischen Rabbinerkomere::;. Oberlehrer Winkle (Augsburg) betonte namens des Bayerischen Lchrcrvercins, zugleich aber auch im Aufträge des Allgemeinen Deutschen Lehrervercins, die innige Verbundenheit der j ü d i - ich e n Lehrerschaft mit d e^r gleichgerichteten deutschen t cyn d c s v c r e i n i g u u g. Frau K r ä m e t. als Born heute des jüdischen Frauenbundes, betonte die Cemeiwchastlichkeit im Wirken der Frauen und Lehrer im Dienste der Heranbildung eines kommender: Geschlechts. Den Neigen der Begrüßungsansprachen beschloß Bankier K r ä m e r , Vräsident der „München - Loge" U. C. B. B. — Am Dienstag vormittag überbrachte Tberregicrungsrat Metzger die Grüße und Wünsche des Bayerischen Kultusministerürms, Stadtschulrat Reichet die der ^tadt München, während Fritz ch w a r z s ch i l d (Frankfurt) die Sympathien und Wünsche der neutralen Iugendverbände zun: Ausdruck brachte. Qberftudiendirektor Tr. Triefen (Frankfurt) und Hauvtlehrer Tr. Ban: borg er (Nürnberg) referierten über das Thema: „Tie jüdische Schule und ihre Bedeutung für das jüdische Leben in Deutschland." AUttelschullehrer t c r n (Berlin) sprach über das Rcichssch-ulgesttn und am letzten Sitzungstage sprachen Lehrer Neuhaus <Fritzlar» und Rülf (Detmold) über: „Tic jüdische Jugendbewegung und die jüdische vebrerschaftck Tie Referate fanden den nachhaltigsten Beifall, so daß ihre Drucklegung beschlopen wurde. Für die nächste Tagung wurde W i e s o a d e n in Aussicht genommen. Dr. S. K. JOO5 das vornehmeFamilicnhotel in schönster, aussichtsreichster Souneülage. Pensionspreis M. 9- bis M. 16f — für Zimmer mit Verpflegung. 5r. : b <.' -ß - i . ch i ' "'"f '' \>1 . ch. . ' ' ""chästx'L ©i% Wiggers TWÄ2S3LM Sanatorium für innere, Stoffvechsel-und Nervenkranke und Erholungsbedürftige. 4 klinisch langjährig vorgebildete Aerzte. Ganrjährig geöffnet. Schönster Vinte rauf enthalt. Bayerisches Hochgebirge. yro WriKT TT (T^TRT TS2 Anzeigen für die nächste Nummer3 der »C.V.-Zeitung« vom 20. Januar müssen bis 16* Januar (Montag) aufgegeben sein«

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