Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 7 (1928)
- Issue
- 1 (6.1.1928)
- Date
- 1928-01-06
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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4 t d t i j cf) e * r :v. i P im Li Itn'üDCi» ein in s e i n e r o e r e h r u n g s w ü r di - g c n P c r s n n n u f d a -5 6 1 ü cf l i rfj fr c t> e t e i n i £ t e. yine Neitze schwerster^Berafaljr.f^xt führte er Sezieitung feiltet tvrettn* des 2 d n i s F r i c d m a n n , des bekennten jüdischen Pionier? der kta.'sischen Vergneigerzeit, ans, und v:n! ungiälnnger -r geführte bei wichtigen Forsehungsreiß außereuropäische Hrckjre Tian-SchaiN nv.r der (>> v! l ' M e r z b a cf; e i, de"en Traditionen de.n „Germanen" Pnetälieller sicherlich die nötige Achtung vor jüdischen Brauchen abge nötigt haben. Natürlich ist der T e u t s d) e und 0 c ft e r r e i d) i F d) e A! p e n v e r e i n für derartig üMc Produkte, ndc das Pichl sch e Buch (das im Truck und Verlag der Oesterreichifchen S t ü a t s drn'.icrci erschien) nicht en bloc vernntworliick) zu. machen. Aber cd mnf; doch mcrtwurdia berühren — urrd hat denn auch die anders cingcsielllcu os;rzicl!cn kreise der Stadt 'l'Xicn mcri bar ucn'Uuimt —. das; Gr zellen; S N d o w , der Parsit; ende des Haupt and sch u sied des 3h <>c\ A. Y., in feiner Tanlrcdc an ildicn und feine (;aflüdjfcif andgcrcihncL Den Herrn Pichl als ciuzigcn namentlich erwähnte und Ufm „allerwär wstcr: herzlichen Taut" des 'ellpcnveeciud audsprack) (worauf der Sitzungsbericht ..langanlr.Nt.enden herzliehei' Be:fall" verzeichnet). Ter Gesamtverein und sein Hauvtausichiih^sollten öa'aer lmldmöglichst von Pichl und Konsorten abrücken, anstatt sich offiziell oder heimlich mit ihm und seinen Abjnhten zu ideutifizicren. In weiten Kreisen der deutschen Sektionen, besonders der südwcst deutschen. an deren Spitze die Sektion Frankfurt ihrer Politik der absoluten Parität seit Jahrzehnten treu geblieben ift, mehren fiel) denn anef) die Gegner dieser Art von völkischer Propaganda, wie sie sieh ncnerdings mit allen Mitteln auch wieder in die offiziellen Publikationen des Alpen- Vereins Eingang zu verschaffen versteht. So steht denn zu hoffen, das; dm- Einfluß der Der* nimsnzen Kreise im deal sehen Bergsteigerin m sich von Blonai zu Atonal verstärkt und die alte Freiheit der Berge, die allen Alpinisten ohne Ansehen der Konfession, der Rajtze und der Station oisensleht. im Sinne der klastischen Bergsteiger des vorigen Jahrhunderts wiederhergestellt werte. Tr. Walther Bing (Frankfurt a. M.). ^Vöi'VSff^ Ein Schlußwort von Oberstudiendirektor Dr. K. Müller (Potsdam) In Nr. 12 der „E. D. - Zeitung* (21. Oktober 1927) veröffentlichte ich einen Artikel „S ch n tz r die Jugend vor politische m Mißbrau ch". Darin knüpfte ich an gewisse Schandtaten, die in letzter Zeit gegen jüdische Gotteshäuser und jüdische Mitbürger seitens völkischer Kreise begangen worden waren, sprach davon, dag an dem Werwolf tag in Potsdam Kinder im fchtnpUichtigm Aller teikgenommen hätten, und hatte weiter gesagt, daß Erziehung zur Niedrigkeit und Gemeinheit nicht in ein System gebracht werden dürfe. Ter von tiefem sittlichen Ernst getragene Artikel erregte den Zorn der Werwolfe, und sie kiesen gegen mich zunächst in Lokalblättern. wie in ihrer Zeitung, dem „Werwolf", dann in Eingaben an den Unterrichtsminister Becker Sturm. Ter Führer des Werwolfgaus Elbe-Elster, ein Herr T h o m s e n in Eilen bürg, nannte mich in einer Eilenburger Zeitung einen Lügner und Verleumder und forderte vom Minister, dast er mich veranlassen solle, ihn (Thomsen) zu verklagen, damit der Nachweis erbracht werden könne, daß an der Potsdamer Maskerade, wie ich diesen Auszug genannt hatte, keine schulpflichtigen Kinder teilgenommen hätten. Ich erwiderte dann in derselben Zeitung und in einigen anderen („Telitzscher Zeitung* und den „Eilenburger Neuesten Nachrichten*) Herrn Thomsen in einem osjenen Brief. Er habe mir seine Beschimpfungen nicht zugcsandt. sondern habe — selbst im Hinterhalt bleibend — anderen überfanen, dies zu tun. Völkische Schmähungen reichten nicht an meine Stiefelsohlen, und ich würde ihm den Gefallen, ihn zu verklagen, nicht tun, da ich wüßte, daß er auch durch die stärkste Verurteilung nicht belehrt werden würde. Auch sei er bei allen Einsichtigen wegen seines Schmühartikels bereits verurteilt. Ihm käme es nur darauf an, nach den vernichtenden „Walsierfolgen" feiner Partei — als letzte Hoffnung — durch solche Gewaltmaßnahmen neue Anhänger für feine staatsverneiuende Partei zu werben. Er habe meinen Artikel nur teilweise abgedruckt und die Stelle von „der deutschen Jugend*, um die cs mir ginge, fort gelassen. Ich hatte gerade diesen Ausdruck um der ungeheuren Gefahr willen gewählt, in die unsere Jugend durch die Völkischen gebracht würde. Tie Art, in der er meinen Artikel entstellt habe, sei völkische Methode. Er habe ferner der Sessenllichkcit verschwiegen, daß in meinem Artikel die Stelle stünde: „Wer so erbärmlich handelt, in dunkler Stunde Gotteshäuser besudelt. Friedhöfe zerstört. Tote verunglimpft. der verliert das Recht, in den Reihen der Anständigen geführt und als Christ gesärätzk zu werden. Tenn keine Religion rechtfertigt die Roheit der Gesinnung.* Ties mein Vernichtung-Urteil über die völkische Bewegung, in dem jeder Anständige mit mir eins sei. verschweige er. Wer hiernach Verleumder und Lügner sei. überließe ich getrost der Oeffentlichkcit. Er protestiere gegen meine Tarstellung, daß Kinder an der Potsdamer Werwolf- Maskerade teilgenommen hätten. Tie kindlichen Züge, die geringe Körpergröße hätten gar keinen anderen Schluß zugelassen, als daß hier Kinder mitmarschierlen. Ter Ausdruck „Kinderkreuzzug* sei in Potsdam ans aller Lippen gewesen. Taß jüdische Kinder in den Schulen beschimpft würden, daß Jugendliche Friedhöfe zerstörten, sich gegen die Staatshoheit wenden, Morde begingen PRathenau) . . . das nenne ich d a s System, das in seinen Erfolgen zur Niedrigkeit und Gemeinheit führe. Tavor unser Vaterland zu bewahren, sei Pflicht aller guten Tculschen. Tenn diese Erfolge seien eine Kulturschande usw. Gleichzeitig erklärte ich. daß damit diese Angelegenheit und Herr Thomsen für mich erledigt sei, d. h. ich würde nicht mehr antworten. Natürlich ließ sich Herr Thomsen diese Gelegenheit zn nochmaliger Erwiderung nicht entgehen. In einem höhnischen, konfusen Artikel in den „Eilenburger Neuesten Nachrichten" machte er seinem Herzen nochmals Lust. Auf meinen Vorwurf der Entstellnug — um nicht Zu sagen Fälschung meines Artikels —- ging er überhaupt nicht ein, wiederholte den Vorwurf der „Lüge" und „Verleumdung", tat so, als glaube er meinen Angaben über Beschimpfung jüdischer Kinder nicht, kurz, wie cs diese Art von Leuten stets macht: Viele leere Schimpsioorte sollen die .Straft des Beweises ersehen. Man hat diese Geistesverfassung bei Völkischen schon so oft beobachte» müssen, daß sie geradezu als typisch gelten darf. Und dann ain Schluß sagte er: „Mir hat erst vor einigen Tagen ein Herr, der auch Mitglied des Reichsbanners ist, gesagt: 'Was wollen Sie, wenn ich Karriere machen will, dann muß ich mitinachcn.'". Wer so mit der Wahrheit umspringt, wie dieser Herr Thomsen in meinem Falle getan hat, wird nicht verlangen, daß man ihn: diese lzauebüchene... Legende glaubt. Dieser „Gesinnungslump" besteht nur in einer Phantasie, wie die Thomsens es ist. * Erst nach Niederschrift obiger Gedanken erhielt ich Kenntnis von einem Briefwechsel Zwischen Herrn Thomson und dem Eilenbnrger Reichsbaunermann. Darin weigert sich Herr Thomsen. den Mann zu neunein den er selbst als „Gesinnungslumpen." bezeichnet. Tas war zu erwarten. Nachdem Herr Thomsen Synagogen und jüdische Kinder öffentlich beschimpft hatte, stellte er sich nun schützend vor den „Gesinnungslumpen". Ich denke, das genügt. Es fallen einem Sprichwörter ein: von gleichen Brüdern und gleichen Kappen-, und: Sage mir, mit w e in d ti u m - gehst, m n b i ch wi! ldi x s a gen, w e r d u b t ft. — SapiYuli satl Zuschriften aus Dem Leserkreis. — Herr Nobitschek schreibt. — Klage als Antwort. Unser Kamps gegen Würdelosigkeiten in den Berliner Kabaretts findet in den Kreisen unserer Ätitglieder, aber auch über diese Kreise hinaus, volle Würdigung. Ans der Fülle der Zuschriften seien heute nur zwei erwähnt: der Brief etnes Mitgliedes ans Nordhorn: „Ich lamme geschäftlich fünf bis sechsmal im Jahre nach Berlin und habe früher auch öfters die großen Kabaretts am Kursürstendamm besucht . . . Ich bin heute soweit, daß i ch mich in k e i n K a b a r c 11 hineinwage, weil ich mich nur ärgern muß, trenn ich sehe, wie sich das christliche Publikum über die jüdischen Witze, d. h. aus unsere Kosten, amüsiert." und das Schreiben des Direktors B. V. aus C h a r I o i t e n b it x g: „Am 13. Dezember habe ich nnt meiner Frau und mit meiner Schwägerin zu einem Nachmittagstec das . . . Kabarett besucht. Zum Schluß der Vorstellung trat der von Ihnen in der letzten Nummer gegeißelte Paul S'Montis als Vortragslünstler aus. Als ,Zugabck brachte er das bekannte ordinäre, den Juden verunglimpfende Couplet, betitelt Moritzß zmn Vortrag. Ich als guter Jude habe mich mit den Worten: ,I ch habe kein Interesse daran, Flegeleien aus den Brettern m i t a n z n h ü r e nß beschwert und die Direktoren um eine Rücksprache ersucht. Herr Direltor H. bat mich hinter die Bühne, damit ich ein Schild in Augenschein nehinen könnte, welches ein Verbot an die Künstler zum Ausdruck bringt, das Publikum durch nicht einwandfreie Witze zu kränken. (Ein Anschlag, der seinerzeit a u s u n sere Prvte ft versa m in - 1 u li 0 e n h i n gefertigt wurde. S ch r i f 11 c i t u n g.) Aber w a s n u 1; t ein V e r bot, w e n n e s nicht gehakt e n w i r d. Als besondere Genugtuung empfand iw. daß bei vielen Glanbensgenosieu mein ruhiger, aber deutlicher Protest lebhafte Zustimmung fand." Wir geben gern zu, daß in neuerer Zeit lvieder ein wenig mehr Zurückhaltung geübt wird, da jeder Mensch von gutem Geschmack die 'Notwendigkeit unseres Kampfes gegen die man sichelnden Kabaretts erkennt und sich verpflichtet fühlt, uns helfend beiz n st che n. Herr R o b i t s ch e t allerdings hat unter dem 18. Dezember 1927 in einein Brief, der von Beleidigungen g e g e n unseren st e l l v e r t r e t e n d e n S y n d i k n s A r! n r S ch m e r i ii c v st r u {\ i, erkennen lassen, daß er trotz allem nichts hinzugelernt hat. Vielleicht wird die von Herrn Schweriner gegen I Herrn Nobitschek eingereichte Beleidigungsklage von "heill sanier Wirkung sein.