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Central-Verein-Zeitung · 1927-12-16 · 50 (16.12.1927) · p. Seite 698

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
6 (1927)
Issue
50 (16.12.1927)
Date
1927-12-16
Page
Seite 698 (sequence 2)
Language
German
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Jüdische ist nichts weiter als das m e ns ch l i ch Schmarotzerhafte. Seite 446.) „Tie einzige Möglichkeit zu einer schmarotzerhaften Tascinswrm liegt in der Geld lei he" (Seite 469). Ta nun die Inden die Fähigkeit zu einer anderen Daseinsform verloren haben (s. o.), so folgt daraus, daß sie alle vorn Geldverleiherr leben müssen. Die große Waffe der Juden, die in fleißigster Arbeit und mit größter Anstrengung ihren Lebensunterhalt verdient, wird gewiß erstaunt sein, ju erfahren, daß sie vom Eeldverleihen lebt; schade,. daß Herr Schickedanz uns nicht verrät, wo man das Geld zum Verleihen hcruehmen kann. Ter jüdische Parasit ist unfähig, auf irgendeinem Gebiet etwas Neues nnb Schöpferisches zu leisten, er besitzt nicht die „ideenbildende und willenbcwirkende Fähigkeit der Vernunft", wodurch sich die Menschen von den Tieren unterscheiden (Seite 447). Wille und Vernunft sind bei ihm durch Instinkt und Trieb ersetzt. Auch geistig lebt er nur als Schmarotzer; er kann höchstens fremde Gedanken „zusammenstovpeln" und Kommentare schreiben. — Es hieße Herrn Schickedanz viel zu viel Ehre antun, wenn man durch Auszählung der Großtaten jüdischer Menschen ihm Gegenbeweise liefern wollte. Es sei erwähnt, daß Herr Schickedanz auch in diesem Zu- .sammenhang hervorhebt, daß die Juden keine Menschen sind; denn die Gestaltungssahigkeit mache erst den Menschen zum Menschen; dem Juden sei aber jede Cestaltnngsfähigkeit durch den Rückbildungsvorgang genommen (Seite 448). Man höre weiter: „Ter Jude ist der einzige gesittungslose Mensch", und gleich darauf ch ü d i s ch e Gesittung i st G e s i t t u n g s l o si g k e i t s ch l e ch t h i w" (Seite 451). V. Herr Schickedanz hat über uns bedauernswerte Juden das Urteil gefällt: wir haben nun einmal keine eigenen Gedanken! Wir können nur zu fremden Erzeugnipen' einen Kommentar schreiben. Ein Mehr an Leistung ist uns leider nicht vergönnt. Mfo, wollen wir uns auch nicht weiter bemühen, etwas zustandezubringen, was uns versagt ist. Aber Kommentare und Reflexionen schreiben, das können wir — sogar nach Herrn Schickedanz; was läge näher, als diese unsere Fähigkeit an den Gedanken des Herrn Schickedanz zu probieren. Seite 446 wird festgestellt, daß bei den Juden sehr häufig geschlechtliche Entartungen festzustellen sind. Schickedanz zitiert seine Autoritäten, die ihm z. B. bezeugen, daß Homosexualität bei den Juden relativ oft austritt. Homosexualität ist ein Zeichen der parasitären Eegenraffe. — Tie Behauptung, diese Anormalität fei unter Inden besonders stark verbreitet, ist völlig unwahr (das Gegenteil ist der Fall)! Seite 447 wird sestgestellt, daß die Juden „nicht zueinander paffende, wie falsch eingeschraubt wirkende Gliedmaßen" und „unfrei verzerrte Bewegungen" haben. Seite 456 stellt er fest, daß in jedem Einzelwesen der jüdischen Eegenraffe der hemmungslose, auf den dauernden Reiz der Leute reagierende Trieb keine Grenze kennt und keine kennen kann — der Jude ist eben entartet. — Auch die Leute, die einst die Halste von Rußland und Frankreich annektieren wollten- und damit das Unglück Deutschlands vergrößerten, scheinen demnach Juden und Parasiten gewesen zu sein. Wir wußten das noch nicht, — aber man lernt ja gern zu. Auch Stinnes muß Jude gewesen sein; und wie stecht es mit den Besitzern der großen Latifundien? Doch mit solchen Fragen wollen wir Herrn Schickedanz nicht lästig fallen. —>. „Ter „Dawes-Ptan" ist natürlich ans jüdischen Einfluß znrückzusühren. — Auch die Bewegung für beit Frieden ist eine jüdische Erfindung. — Man höre: „Unter der Losung Mie wieder Krieg!' verbirgt sich in Wirklichkeit ein unaufhörlicher Kampf gegen das ganze Menschengeschlecht!" (Seite 458.) Die Juden sind doch wirtlich komische Menschen, Verzeihung, Parasiten: sie machen Kriege, weil sie sich dadurch bereichern, und sie bekämpfen doch die Kriege! " VI. Diese Blutenlese ließe sich leicht um ein beträchtliches vermehren; dabei liegt erst die „ganz knappe Zusammenfassung" vor; das ganze Werk verspricht ein reiches Blütenmeer zu werden. Die Schrift des Herrn Schickedanz wird durch ihre völlige Ungereimtheit nicht.erfreulicher; — die Einsichtigen werden über dieses Elaborat zur Tagesordnung übergehen. — Da aber auch der größte Unfug Schaden stiften kann, wenn er einmal gedruckt ist, so ist es wichtig, derartige Produkte niedriger zu hängen. — Tenn wahrlich, das Ansehen des deutschen Schrifttums kann darunter erheblich leiden. Von Tr. Alfred Wiener. Im Oktöterhest des „Uhu" erzählt uns Professor Veit Valentin amüsant und lehrreich von „G e s ch ichtsfäls ch n n - gen", die aus habsüchtigen. Gründen, aus wissenschaftlichem Ehrgeiz, aus Lokal Patriotismus, weit oster als der Unkundige wähnt Gelehrte und Laien genarrt haben. Ein Gelehrter namens Schmidt seht um 1860 der Mitwelt frei erfundene Berliner Stadtpläne ans ben Jahren 1450—1800 vor. Italienische Gelehrte erregen bis zum äußersten die Fachgenossen durch zahlreiche Urkunden die eine ungeahnte Kutturblüte Sardiniens vom 8. bis 15. Jahrhundert enthüllen. Theodor Mounnsen brandmarkt die Dokumente als Fälschungen. Aus dem Büchermarkt erscheinen Memoiren, die jeder andere, nur nicht der, von dem sie angeblich stammen, verfaßt hat. Im Kirchturm zu Königinhof bei Prag entdeckt 1817, in Staub und Spinnweben, der Bibliothekar Hanka ein Pergament, „Tie Königiuhofer Handschrijt" in der Wissenschaft genannt, voll uralter tschechischer Litcraturdoknmente. Jahrzehntelang wogt der Kampf um die Echtheit dieser , Pergamentblattcr in der gelehrten Welt hin und her. Heute gilt Hanka selbst als Verfertiger der Königinhofer Handschrift. Zn den Schmidts und Hankas wird ein ergänzender Aufsatz Professor Valentins den Namen — A l f r e d W i o n e r jetzt hinzufügen müssen. Aber nun im Ernst. Tie „I ü d i s ch e R u n d s ch a u", das amtliche Organ der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, bespricht meine „Kritische Reise durch Palästina" (Nr. 98 vom 9. Dezember d. I.) und sie bemerkt zu einer Stelle dieses im ehrlichsten Ringen um Sachlichkeit und Gerechtigkeit entstandenen Buches: „O s f e n k u n d i g e Falsch u n g von Tatsache rt." Ter Leser überlege einen Augenblick die Schwere dieses unerhörten Vorwurfes: j Jemand, dessen Name in der jüdischen Welt, in nichtjüdischen Kreisen, in der Wissenschaft bisher makellos war. wird von jüdischnationaler Seite das Schandmal „Fälscher" aufgedrückt. Habe ich amtliche Berichte gefälscht? Habe ich falsche Netzersehnngen hergestellt? Was veranlaßt die „Jüdische Rundschau" zu dieser Beschimpfung? Ich habe auf Seite 124 meines Buches das deutsche Keren H:ches>ock-Präsidinm — unrichtig wiedergegeben. Dieses Präsidium besteht aus den Herren Oskar Wassermann als Vorsitzendem, Generalkonsul Eugen Landau und Kurt Blumenfeld als stellvertretenden Vorsitzenden und den Mitgliedern Rabbiner Tr. Baeck, Tr. Arnold Barth, Tr. Bernlzard Kahn. Alfred Liner, Professor Tr. Earl Lewin. Bankier Willy Dreifuß, Tr. Alfred Apfel und Tr. Martin Rosenblüth. Und ich habe die „Fälschung" begangen, statt dessen als Präsidium nur die Namen Dlumenfeld, Kahn, Rosenblüth zu erwähnen. Darf der gerichtete „Fälscher" zwei Worte der Erklärung niederschreiten? Was ist geschehen? Don einer Reise aus wollte ich das Präsidium des Keren Hajessod in den Text meines Buches eiusügen. Um mich bei. dem Streben nach unbedingter Richtigkeit meiner Angaben nicht auf mein Gedächtnis zu verlassen, schrieb ich nach Berlin, bat. es möge sofort an der Hand einwandfreier Unterlagen das Präsidium des Koren Hajessod, worunter ich die Vorsitzenden verstehe, in die letzten Korrekturbogen, die ohne Verzug in die Druckerei gegeben werden mutzten, eingetragen werden. Meine Mitarbeiterin fand im amtlichen Keren- Hajessod-Bericht, Seite 55, folgende Stelle: „Das Präsidium des neutralen Keren bl a j e s s o d ist bereits oben namentlich avfgeführt. Im Oktober 1926 ist an Stelle von Herrn Tr. Arthur Hantke, der nach Palästina übersiedelte, Herr Kurt Blumenfeld stellvertretender Vorsitzender des Präsidiums geworden. In das Präsidium wurden die Herren Tr. Bernhard Kahn, europäischer Direktor des American Joint Distribution Committee (Berlin), und Herr Tr. Martin Rosenblüth lovpiert/ Sie hielt danach — ein Irrtum, aber ein naheliegender — die Herren Blumenfeld. Kahn und Rosenblüth für das neue Präsidium, und das ist die „Fälschung-, das soll absichtliches Verdrehern absichtliches Totschweigen vor: Wahr leiten feilt. Im übrigen: Will die „Jüdische Rundschau" wirklich behaupten, ich wolle meinen Freunden die seit Jahren bekannte Tatsache verschweigen, das; Oskar W a s s e r ui a n n dem deutschen Keren Ha jessod Vorsicht? Und dann! Welche Bedeutung für das Mlläslmawerk hat in den Augen der Leser die Feststellung, daß nicht die Herren Kurt Blumenscld. Bernhard Kahn. Martin Rosenblüth, sondern Oskar Wasiermami. Engen Landau. -Hurt Blmnenfeld den Vorsitz des Keren Hajessod führen? Und wird der Inhalt meinet Buches, wird gar die Arbeit in Palästina durch meinen, ich möchte sagen, technisch völlig bedeutungslosen Irrtum irgendwie crnst.ich berührt? Wer das wirklich glaubt, dem ist nicht zu raten. Und wer die Verantwortung aus sich nimmt, mich deshalb als „Fälscher von Tatsachen" öffentlich anzrrgcben —. den beneide ich nicht.

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