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Central-Verein-Zeitung · 1927-12-16 · 50 (16.12.1927) · p. Seite 697

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
6 (1927)
Issue
50 (16.12.1927)
Date
1927-12-16
Page
Seite 697 (sequence 1)
Language
German
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Herlin, 1H. Dezember 1H27 Vl. Jahrgang » Nr. Einzelnummer IS Pfennig o TT FT iffrW ^-:. i ip<?J& j GWÄWöZÄNW "■ . , 5 (**»«!■>!• /-^4-t^-;' -W''~r V <<v*« S»Sr?SZ« A^Vj'i'iV .in --v^;,^',,-, «C V-i '^-ds i «» S f <:?V<v'f) ‘', "i ■fr Ua?!.’U-< Uz.:,' Allgemeine Zeirun^ des Oudenrums . Scmlfanio: Dresdner Dank, Wechfrl- VlerielsaLröaöounement x. L.20 NM. (zuzügl. Dcstcllgeld). __ ©etlöß u. öc5ti[£icuunfl: Lettin S\V€S, Lindenstr. 13. .:. Fernsprecher: Amt Dönhoff 8594,3595. .:. Postscheckkonto: Berlin 30172. .: pub< G, Berlin SW 03, Linoenstr. 7, und von Golds.i,midt-21 o N) s chi 1 d <k Co., Berlin W 8. Alleinige AnLsigennnnöhme: Annoncen-C^peditlon Rudolf Moffe, Berlin 8W 19, und deren Filialen. Anreigenpreise: 0,90 J?J( für die Tgefpaltene Zeile nach Rudolf Messer Rormalzeileninener Nr. 4, Familienanzeigcn und Stellengesuche (nicht Stellenangebote) für Mitglieder d, Centralvereins 0,45 JiJL, die 90 mm breite Reklamezeile 4,80 JtJL Mlwul Dis ^MhtÜWrnMl HO ij&irKr 4j*'rl%r- 1. 8 W. Wer sich an den Gebrauch von Rauschmitleln gewöhnt, muß dauernd die Dosis erhöhen, um noch die gewünschte Wirkung zu erzielen. — In dieselbe Notwendigkeit geraten bk antisemitischen „Gelehrten", deren Theorien ja auch als Rauschgifte auf die Masse wirken sollen; auch sie sind gezwungen, ihre Theorien dauernd zu verschärfen und sich in den Berdammungsurteilen über die Juden selbst zu überschreien und zu übersteigern. Die neueste Phase zeigt uns jetzt ein Aufsatz „Das Gesetz des Schmarotzertums" von Arno Schickedanz im „Weltkampf", Heft 46. II. . Wenn man das Elaborat des Herrn Schickedanz liest, dann meint man zunächst, ein Spaßvogel habe die antisemitische Wipenschast durch Uebertreibung parodieren wollen; denn die bekannten, schönen antisemitischen Tricks haben sich in dieser-Arbeit — die ganze 28 Druckseiten umfaßt — ein Stelldichein gegeben, — fast keiner ist vergeben: der böse Talmud wird nach berühmten Mustern in der bekannten Weise „zitiert", Phantasien des Derfasiers werden als feststehende Ergebnisse der Wissenschaft ausgegeben, mit geschichtlichen Tatbeständen wird nach freiem Ermessen geschaltet, Kant und Goethe nwrden herangezogen und müssen sich als Bannerträger merkwürdiger Weisheiten mißbrauchen lasten; — natürlich fehlt auch nicht die Verbrämung des Ganzen mit naturwissenschaftlichen Fachausdrücken; wie üblich, soll der Anschein erweckt werden, als sei der zusanunengerührte Brei eine wiffenschastliche Abhandlung. Bemerkt man aber die Eindringlichkeit, mit der der Herausgeber das Studium der Arbeit seinen Lesern ans Herz legt, und achtet man auf das Pathos, mit dem Herr Schickedanz seine Erkenntniste als letzte und „einwandfreie" Lösung der Judenwage ausgibt,- dann gewahrt man zu seinem Erstaunen, daß hier kein Scherz beabsichtigt, sondern daß es Herrn Schickedanz blutiger Ernst ist. Er hat sich seine Aufgabe nicht leicht gemacht: Die lange Abhandlung, die hier vorliegt, ist nur „eine ganz knappe Zusammenfassung eines großen und grundlegenden Werkes mit dem Titel „Sozialparasititzmus im Bölkerlebcn". Das Erscheinen dieser Schrift wird noch für dieses Jahr angekündigt. Hl. Bisher hat man immer geglaubt, die Juden seien Menscheu, wenn auch sehlechtrassige und minderwertige. Welch grundlegender Irrtum! Sogar die Antisemiten machten diesen Fehler mit. Man höre die nene Entdeckung des Herrn Schickedanz. die endlich enthüllte Wahrheit: Die Juden gehören gar nicht zu der Gattung „Mensch", sie dürfen mit den primären Menschenraffen gar nicht auf eine Stufe gestellt werden; — naturwissenschaftlich stellen sie einen durch Rückbildung und Entartung entstandenen Sondertypus dar: sie sind eine parasitäre „Gegenrasse". Ebenso wie es unter den Pflanzen und Tieren Parasiten gibt, die in normaler Weise nicht mehr leben können und die auf Kosten anderer Lebewesen gedeihen, ebenso hat sich unter den Menschen eine „Gegenrasse" gebildet, die nicht mehr von und in einer „Umwelt" existiert, die vielmehr einzig und allein auf anderen Menschenrapen ihr Dasein fristen kann. Das ist das Geheimnis des Judentums: .bei jedemJuden ift die Fähigkeit der Erhaltung von einer Umwelt durch die alleinige Fähigkeit der Erhaltungaus seiner artlichen, d. h. menschlichen Mitwelt ersetz t"J. (Seite 447.) Wenn Herr Schickedanz das Wort „Mensch" von einem Juden gebraucht, dann setzt er es folgerichtig in Anführungszeichen. Das „Schmarotzertum" des Juden ist nach Herrn Schickedanz nicht ein Ausstuß bösen Willens oder einer schlechten Erziehung, sondern das Ergebnis einer unabänderlichen, zwanglä usigen Entwicklung; — ebenso wie eine Schmarotzerpflanze gar nicht mehr im Erdboden gedeihen kann, ebenso kann der Jude nur noch als Parasit leben. Er schmarotzt auf und an seinen Wirtsvölkern, er ist ein „Sozialparasit". Herr schickedanz leitet diese Einsicht „streng wiffenschastlich" ab. Erfährt naturwipenschaZtlick>e Theorien aus, packt seine Kenntliche der Alten Geschichte aus und führt damit „unwiderlegliche Beweise". Leider verbietet der zur Verfügung stehende Raum, uns und den Vesern das Vergnügen zu bereiten, die famosen Bereise des Herrn Schickedanz im einzelnen zu beleuchten. — Wir muffen uns damit begnügen, die Leier mit den Ergebnissen der patenten Schrift etwas vertraut zu machen, damit auch der Jude endlich lernt, sich selbst zu verstehen! IV. Wie alle Parasiten hat der Jude also nach Herrn Schickedanz keine ausgeprägten Rassenmerkmate austuwe'sen (bisher hörte man es von den Antisemiten ganz anders! Er ist eine menschliche Entartungsform. (Das charakteristisch l) Zm Original gesperrt. ö m M u © <ß S 6 $ r “1 } j 3. H. (Budapest): Pogrome in Siebenbürgen. - Or. Sieg« l i sn'ed Ascher: Offener Änef an Sircsemann. - Rabbiner ' ] Dr. Lazarus (Wiesbaden): Shrsurcht. — Geheimrat ' Dr. Heiiberg (Vreelau): Oeuisches Iudenluni und Rechis- LJ krlsis. — Professor Dr. (Mögen: 25 Jahre Dozent.

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