Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 6 (1927)
- Issue
- 47 (25.11.1927)
- Date
- 1927-11-25
- Page
- Seite 661 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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HS7 >£&?♦ e&kJW/*är♦ ififliir MlS iüt'm 19. bis 22. Novernber fanden in Berlin nacheinander S i tz u n ö c n des H a u P L v o r st a n de s, der DerwalLuugZk o m in i f f i o n u n fc> der £ c (t ni t c n f d) a f t des Centralve re i n s statt, die erneu außerordentlich umfangreichen Arbeitsstofs eingelrend berieten. Wir werden in der nächsten Nummer dieser Zeitung eingehend aus diese Tagungen zurückkommen. Die Vorträge irr Gros;-Verlin. In der Ncrr-Tcmpcliwscr Fraucngrnppe sprach Frau GLsc Tormihcr über i r?i l:en und die Junge:G. Taß das Thema die zahlreich crichicuemu Frauen segelte, zeigte die Aussprache, iu der das deurfchjudische Jugendproblem nach allen Richtungen hin erörtert wurde. To konnte die Vorsitzende, Frau Else Schwer: u er, unter einmütiger Zustimmung feststellen, daß der Vortrag von Frau Tormitzer in hohen: Maße geeignet war, die Frauenarbeit in Rcu-Tempethcff zu fördern. * Ter Einladung des Vorsitzenden der Ortsgruppen des Nordens, Tr. -S. London, waren viele Freunde des E. V. gefolgt,'die den Referaten des Referendar Friedrich Lcnrrhoss über: „Tic letzten V v r g äuge a n d c r B e r l i n er U n i v e r s i t a t* nnd des Rechtsanwalts Tr. Regrnobrrrgcr (Brannschtveig) über „Tie Bedeutung der t v m :n enden Wahle :G nnt (Spannung folgten. Tr. Regen-burger gab ein imisaffeudes Bild der gegenwärtigen Politischen Lage in Teutschland. Ter Judenhaß dev Gasse nehme zusehends ab, die Abneigung gegen die Juden iu den Salons zu. Während früher der Kampf um nufer Recht ein formales ge- § wesen sei, während früher der gennuungsmäßige Judenhaß kleinen Gruppen, die mrf>: fa.lonßihig waren, überlassen blieb, ist die Iudensraoe heute Ti-tusüousgegenstand gerade iu den Kreisen der gebildeten Oberschicht. Es sei zu fürchten, daß die Teutschnationalen ini nächsten Wahilamps stark antisemitisch austreteu werden, um die Wut der Anhänger von ihren Koalitionssünden aus die Juden abzulenken. Bon Beifall wurde Cer Redner toied erholt unterbrochen, als er sich gegen die Ilnmttichleit des religiösen Judenhasses wandte. In der Aussprache unterstrich Lehrer Auerbach die Ans-; sührungen Tr. Regensburs-ers. die er unvergeßlich für alle Ar:- j wesenden nannte. Syndikus Schweriner bat zum Schluß um lebendige Unterstützung der Wahlarbeit. * In der Ortsgruppe Aordwcstcn sprach Montag abend in Easö Gärtner der stelU>crrrekende Vorsitzende des E. V-, Rechts- - anwalt Tr. Bruno über die Frage „Ausstieg oder s Niedergang der völkischen Bewegung". Ter Redner j wies daraus hin, daß die völkische Bewegung als politische Organ:-; C.v. Kalender 192S. Herausgegeben LarMesverbaud Groß-Berlin. Ter C. V.-Kalender für das Jahr 192$ erscheint, 10$ Seiten stark, in bedeutend crwcikrrtcm Umfang. Ans dem Inhalt seien folgende Kapitel besonders erwähnt: LZas Lut der E. VT 1926 das Jahr der Wahlen. Satzungen des C. V. Landesverband Groß - Berlin mit sämtlichen Mitgliedern der Ortsgrnppcu-Vorstäirde. L»anptvorstand und Syndikate im Reich. Jüdische Gemeinde tu:: der gehüllten Verwaltung und Orcxnüsation. Vereine und gemeinnützige Anstalten. Jnncrjndischc Parteien. Preußischer Landesverband. Aiidischc Ingendvercinc. Aus den Parteiprogrammen. Reichs- und Landesregierung. 2:atmitui der letzten Reichsulkd Landtagstvahlen. Tie Gemtntorgani'ation der Reichs!, auptstadl: Magistrat lind S-ad:verordneie. A u s s n < i r l i ch e r P o st t a r i f. Jüdischer.Kalender für das Jahr .-><;»« n\K Anhaug: 2lugriss utrd Abwehr: Frage und Antwort. (Sehr wichtig für die! komulcuden Wayltämpfe.) Tor E. V.-Kalender ist zuin Preise von 3tt Ps. (durch Postlwrsand zuzüglich Nachnahmegebühren) vom Burealt des Landesverbandes Groß-Berlin, Lindenstraße Ich Fernsprecher: Tünhosf 8593, zu beziehen. Bei tteberweisungen durch Vostrchcik .: * ° ' ' H €IN 4fOO?G€NUff WE&KE,SCHWAQZEeaÖDEÜ,l£lP2tC> sütiol-ssorin uud als Tentüuegorie austrete. Ihr Wesen fei zunächst ein durchaus negatives, das sich im Kamps gegen Juden, daun aber auch gegen die Katholiken, darüber hinaus gegen bas Christen tum, gegen die gesamte moderne Kultur, den modernen Staat sowie gegen die Idee jeder Humanität wende. Positiv erklärt die völkische Lehre, eine Renaissance des Volkstums anzustreben. Tie Ueberlegenhcit des einzelnen Menschen und der Völker untereinander werde nicht aus Verdienst, sondern ans geheimnisvoller Blutzusammensetzung hergeleitet. Tie llebcrlegenbeit einer im einzelnen niemals bewiesenen nordischen Edelraste solle den Ausschluß aller nicht dieser Blutsgemeiuschast angehörigen Menschen von der Leitung eines Staates rechtfertigen. Tie Lehre, daß die modernen Staaten nach den Gesetzen des Blutes gc:vorden seren, sei, wie ein Blick aus die europäische und die deutsche Geschichte beweise, falsch. Tyuastische, wirtschaftliche und triegerische Interessen hätten die ntodernen Staaten geformt. Für die Rationalität könne letzten Endes rn:r Wille und Bewußtsein des einzelnen Menschen entscheidend sein, und überall, uw über Menschen, ohne sie um ihre Meinung zu fragen, in nationaler Hinsicht verfügt wurde, habe die öffentliche Meinung, gerade auch Tentschlands, dagegen protestiert nnd Abstimmung verlangt. Als politische Organisation sei die völkische Bewegung znsammengebrochen. Sie l>abe in den sämtliche:: sechs Nachwahlen des Jahres 1927 an Stimmen und Mandaten verloren, obwohl die Abstimmungsgebiete zum Teil bisher ihre Hochbürgen gewesen seien. Es läßt sich mit Sicherheit ihr völliger Zusammenbruch bei den kommenden Reichstagswahleu erwarten. Aber die Zerschlagung der Organisation sei nicht ausreichend, solange die völkische Lehre ihren Einzug in die Köpfe auch gutgesinnter deutscher Staatsbürger hatte. Ter Redner wies daun nach, wie Wer Versuch der Veeiusluffung der Gesetzgebung und Verwaltung in völkischem Sinne gemacht werde, wie vor allem Justiz und Universität völrischen Gedankengangen vielfach nachgaben uud wie Theater. Prelle nnd Literatur von der völkischen Lehre bestürrnt würden. Ten: völkischen Machtideal muffe der Gl a nbe a:: das Rech t entgegengesetzt werden. Ter Staat sei eine Willensnnd Schiekmlsge'.neinschasr, die mir sittlichen Gedanken zu erfüllen höchste Ausgabe aller gutgesinnten Bürger sei. Bei den kounneuden Wahlen uustsse nicht allein den ausgesprochen völkischen Parteien, sondern auch den dentschnationalen, die von ihren: Geist erfüllt seren, eine schwere Niederlage beigebracht werden. Eine loahre Gesundung des deutschen Volkes sei nur möglich, loeun auch in Zukuint der völkische Geist aus der: Köpfen ganz herausgebracht werde. Laugaulwlkendcr Beifall folgte diesen ausgezeichneten Ausjührnnget:. Tte Ortsgruppe Pots da n: des G. B. veranstalrete au: Tienskag. den 22. November. im Hotel „Zuu: Einsiedler" einen Vortragsabend, der eitlen ganz besonders stärket: Besuch ausznweistu hatte. Lauge vor Beginn der Veranstaltung :oar der Saat überfüllt, ein Teil der Zuhörer folgte stellend den Ausführungen der Redner. - Iu Vertretung des verhinderten ersten Vorsitzenden begrüßte Rabbiner Tr. Schreiber die Berwmmtnug. -- Frau Elie Dornritzcr (Nürnberg) fesselte die Zuhörer durch eir: Referat über ihre Eindrücke während der Reisekätigkeit im Treuste des E. V. Tie Rednern: konnte von den: regen jüdischen Leben in allen Teile:: unseres Vaterlandes berichtet:. Wie dringend nottrendig die Arbeit des E. V. ist, zeigtet: die wahrhaft erschütternden Berraste über die antisemitischen U:ntriebo in den verschiedensten Laudestcilen. vor allem irr Pommern und Bayern. Tann berichtete der Syndikus des C. B., Tr. Alfred Wiener, von: Volksleben im Laude der Bibel. Eingangs skizzierte der Redlter die schweren Probleme, die mit Palästina verknüpft sind nnd zeigte daun an Hand vortrefflicher Lichtbilder, daß die Sitten, die wir ans der Bi»-e! v