Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 6 (1927)
- Issue
- 47 (25.11.1927)
- Date
- 1927-11-25
- Page
- Seite 662 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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$5$ r. WassenproZeffe gegen die „Schlesische volksstimme". Bor kurzem verhandelte das Schiedsgericht in Breslau einen ganzen Vormittag hindurch gegen das völkische Blatt Schlesiens, die „Schlesische Bolk^stimme", deren früherer Redalwur, Tr. Herr- Jifln n, in f ü n f B e l e i di gu n g s p r o z e s s e n verwickelt worden war. Er hatte im Lause des Jahres 1925 in, mehreren Aufsätzen angesehene oberichlesische Bürger unserer Glandenegemeurschaft schwer beleidig. ' Ter Stoff zu diesen beleidigenden Artikeln war chm von dem "völkischen Agitator und Stadtverordneten Wi Husch aus Hindcnburg zugetragen worden, was sich ans den Zeugenaussagen einer Verhandlung deutlich ergab. In einem Falle hatte er mehrere angesehene ^aufleuw ans Hindenburg beschuldigt, sich durch Schiebungen Wohnunecn beschafft zu haben. Tie Beweisaufnahme ergab, das; die betreffenden Persönlichkeiten als Flüchtlinge aus Ost-Tberschlesien ganz ordnungsgemäß im Wege des Tausches ihre Wohnungen vom Wohnungskommisiariat zugcwicsen erhalten hatten. Rabbiner Tr. Kaah. Rechtsanwalt Lenschütz und andere jüdische Einwohner Hindenburgs waren in einem Artikel mit der Ueberfchrift „Jüdische Schweinerei in T bersch legen" als „Elite sremdrassiger Ausländer" bezeichnet worden. Tem Kaufmann Grünpeter war nachgesagt worden, er habe eine Arbeiterin fünf Tage nach ihrer Niederkunft famt ihrem neugeborenen Kinde aus der Wohnung exmittiert. Tie Beweisaufnahme ergab, daß diese Exmission zwar erfolgt war, aber nicht durch Grünpcter, dem das Han? überhaupt nicht gehörte, er ist nur Mieter eines Ladens im gleichen Hanse — sondern durch den gut katholischen Eigentümer Klempa. Grünpeter hatte die Arbeiterin nach ihrer eigenen Bekundung durch Zusendung von Essen unterstützt. Dem Kaufmann Goldstein in Hindcnburg war nachgesagt worden, er habe den Reichspräsidenten beschimpft. Die dafür benannten Zeugen konnten nicht das Geringste hierüber bekunden. Schließlich hatte die „Dolksstnnme" noch dem jüdischen Gewerkschaftssekretär Behrendt (Deuthen) vorgeworfen, daß er die Interessen der Arbeiter verrate und seinen Posten nur als Geldeinnahmequelle betrachte. Für alle diese Beleidigungen erhielt der verantwortliche Redakteur Herrmann Geldstrafen im Gesamtbeträge von 555 Mark. Professor 3. MbogZn, 25 Dhre DsZent. Vor drei Jahren konnten wir Prosesior Jsniar Elbogen als Fünfzigjährigen in unserer Zeitung besonders würdigen. Heute gilt dem verehrten Gelehrten der Glückwunsch aus Anlaß seines 25 jährigen Dozenkenjubilaurns, das er 6m 80. November — allerdings fern von Berlin — begehen wird. Nicht nur die Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, au der er nun ein Vierteljahrhundert lehrt, hat ihm au diesem Tage zu danken, sondern die gesamte Judcnheit, der er nicht nur als Wissenschaftler, sondern Pn praktischer, unermüdlicher Arbeit unendlich Segensreiches geleistet hat und täglich leistet. Zu den vielen Organisationen, in denen Prosesior Elbogen mitarbeitet, gehört nicht an letzter Stelle der Ecntralvercin. Ir; steter Bereitschaft unterstützt Professor Elbogen unsere Arbeit durch seinen Rat, und so können wir heute nur den Wunsch wiederholen, deu wir vor drei Jahren an dieser Stelle zinn Ausdruck gebracht halben: „Möge es Prosesior Elbogen an der ^eite seiner treuer; Lebensgefährtin und umgeben von seinen Kindern und Schülern vergönnt sein, in friedvollem Glücke weiter zu schaffen und den Segen feiner Arbeit zu schauen!" Sücherschau. (Die Schristlcitung behält sich die eingehendere Besprechung einzelner Bücher vor.) Dr. Nathan Birnbaum: „Im Dienste der Derhertzuua." Hormon Verlags A. - G., Frankfurt a. Bl. 1 927. 82 Seiten. Tie Schrist emhält temperamentvolle Essays des bekannten und verdienten Schriftstellers. Von dem Standpunkt aus, den Birnbaum, in „Gottes Volk" entwickelt hat, wird Vor allem die Stellung zu Palästina erörtert, dabei wird der moderne Zionismus scharf abgelehnt. Wie aus allen Arbeiten Birnbaums, spricht auch aus dieser Schrist die Ehrlichkeit eines überaus ernsten Menschen, so daß selbst der Andersdenkende sie mit Gewinn studieren wird. David Loses Bornstcin: „Einführung ln daS Hebräisch der Gegenwart." Verlag der „Jüdischen Rundschau". Berlin 19 2 7. A3 Seiten. . Tas Buch will dem gesprochenen, lebendigen Hebräisch dienen; — cs hat also ganz andere Ziele als die großen Werke von Gesenius-Bcrgsträsscr und Lauer-Leander. Bornstein faßt in methodischen Texten alles zusammen, was von dem Lprachgut der Vergangenheit in das Hebräisch der Gegenwart eingegangen ist. Tie grammatischen Erläuterungen sind in den Text eingearbeitet: — auf allzu großen wissenschaftlichen Ballast ist — mit Recht — verzichtet. Das Buch berücksichtigt in erfreulichem Maße den Sprachgebrauch der Bibel und der rabbinischen Literatur. das Schönste und'Beste zu billigsten 71 eisen zu bringen, DER bieten wir in allen Abteilungen, »JL»??.?>'/ -sHd <5 . ,. tr.^i >=hi;, ., _ kl i ■ m :V~' V'} JL; l vs' : £V- -f} fmr ■- _ .. ... ]' beispiellose Vorteile. 7Cleider,Sadt&ikleider. TJläntel. Complefs, Jtüte, fäluseru MocAe./dodifcde Strickwaren. rzZr.cr'Vr'^ inn:!' H I r! 1 i Ü j£< 3 t^CjrV! - r\ tlf ■ > BE RUN.LEIPZIGER STR3J) EKE CHAR10TT E NSTill'. . Zuzeignfedericssu/ig Kurfürsten dann?, 1 h TM ECHT MEISSNER PORZELLAN r~ Staatliche Porzellan-Manufaktur j DRESDEN. 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