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Central-Verein-Zeitung · 1927-09-23 · 38 (23.9.1927) · p. Seite 540

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
6 (1927)
Issue
38 (23.9.1927)
Date
1927-09-23
Page
Seite 540 (sequence 8)
Language
German
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540 lim ein neues, besseres Zertatter herbeizusühren. muss die Religion Einfluss gewinnen auf alles gesellschaftliche Leben. Familie, Wirtschaft. Politik, ja sogar das gesellschaftliche Vergnügen müssen von religiösem Geiste getragen sein, heidnisch ist alle Politik, die auf dem Prinzip der Macht beruht. Heidnisch ist unser gewohnter Staatsbcgriff. heidnisch sind auch unsere Wirtschaftsbegrisfe. „Anstatt selbstsüchtiger Machtpolitik brauchen wir eine Politik des Menschheitsgedankens/ Damit kommt E. zu einer vertieften und veredelten Auffassung der Vaterlandsliebe; denn der Menschheitsgedanke kann die Vaterlandslieb-e nicht beeinträchtigen, wenn auch die nationale Eristenz an sich der Menschheit dient. „Patriotismus und Menschlichkeitsreligion können ineinander aufgehen, wenn es auch oft den Anschein hat, daß sie einander widerstreben; echter Nationalismus und wahrer Internationalismus schliessen sich gegenseitig nicht aus/ So will das ganze Buch der Erweckung des sozialen Gewissens dienen, wobei die Erkenntnis Voraussetzung rst, daß ohne religiösen Glauben ein Erfolg undenkbar ist. Gerade in Deutschland, wo wir um eine neue Gesellschaftsordnung ringen, sollte das Buch viele Leser finden. Rabbiner Dr. Albert Wolf (Dresden). * Schriftenreihe des Bundes Jüdischer Akademiker. II. IHna deinalkutlia I>ina. Von Dr. Ph. Biberfeld, Hebräischer Verlag „Mcuorah", Berlin. O. I. Die obige Arbeit behandelt einen tatmudischen Latz aus dem dritten nachchristlichen Jahrhundert, der auch für die Folgezeit und bis auf den heutigen Tag seine hohe Bedeutung bewahrt hat. In jener Epoche, in der bei ihnen der Talmud entstand, lebten die Juden in Babylon autonom nach ihrem eigenen jüdischen Zivilrecht, waren aber auch gleichzeitig Untertanen des neupersischen Reiches. Aus diesem doppelten Charakter erwuchs die Frage, inwieweit die persischen Gesetze für die Juden bindend seien. Ein hervorragender Lehrer jener Tage, Samuel, prägte in diesem Zusammenhang damals die Parömie „Dina demalkutha Dina", das heisst nach der herkönuulichen, von Biberseld ohne genügende Begründung bestrittenen Auffassung: „Das Staatsgesetz ist Gesetz/ Weit hinausgehend über ihren ursprünglichen Anlaß ist dann diese Formel ein Grundsatz der Halachah geworden, und sie blieb bis aus den heutigen Tag entscheidend für die religiöse, positive Einstellung des Juden zu feinem^ Vaterland. Biberfeld sieht, unseres Erachtens nicht mit Recht, in dem Satze vorwiegend einen innerjüdischen Grundsatz, nicht aber ausschließlich eine Norm des internationalen Privatrechts. Er trete überall da auf, „wo durch das Königtum dem sich gewohnheitsrechtlich entwickelten Volksrecht ein obrigkeitliches Rechtssystem entgegengesetzt werde und dieses sich Geltung zu verschaffen such-/. Biberfeld hätte erklären sollen, daß seine ganze Untersuchung nur rein historisch fei, ein Beitrag zur Geschichte des jüdischen Rechts. Will er .das nichts jo muß er ausdrücklich den Anspruchs erheben, daß seine Ergebnisse heute für uns bindend seien. Biberfeld zieht neben dem Tamud reichlich die alte und die moderne Responsenliteratur heran und bewegt sich mit großer Gewandtheit in den Formen der überlieferten talmudischen Dialektik. Darin beruht zmn guten Teil der Reiz seiner Arbeit. Eschelbacher. „ISihliograpItf a Kafebalistica“ mit einem Anhänge: Bibliographie des Zohar und seiner Kommentare von Tr. Gerhard Schalem, Verlag von W. Drrrgrrlin, Leipzig 1927. Dr. Gerhard Schalem, der sich durch seine einschlägi-zeu Studien und besonders durch die Edition des „Bahir" einen guten Namen erroorben, hält es für ganz ausgeschlossen, ohne vorherige langjährige Studien in Osteuropa und dem Orient eine Bibliographie der kabbalistischen Ouellenwerke zu schreiben; denn von den etwa 5000 Titeln der kabbalistischen und chassidischon Literatur läßt sich m den westeuropäischen Bibliotheken nur ein geringer Teil Nachweisen, die klassischen Sammler haben diese Literatur oben mit Geringschätzung behandelt, Spezialsammlungen der jüdischen mystischen Literatur fehlen gänzlich. Scholem beschränkt sich darum, alles zu verzeichnen, was in Werken, Abhandlungen und Zeitschriften über die rabbinische Kabbala geschrieben wurde, über die Mystik des Talmud, die jüdische Gnosis, die Kabbala im engeren Smne. wie sie seit dem 12. Jahrhundert austritt, ihre Ausläufer den Sabbatianismus, Frankismus und die letzte historische Etappe, den Chassidismus. Ouellenwerke werden nicht berücksichtigt, seine Arbeit soll ausschließlich der Vorgeschichte, Erscheinung und Verzweigung der Kabbala in ihrer 2000jährigen historischen Kontinuität dienen; sie umfaßt mehr als 1300 Titel aller Zungen und Zeiten. Zum Schlüsse gibt er als Muster für die bibliographische Bearbeitung der Ouellenwerke die Bibliographie des Hauptwerkes der Kabbala, des ^ohar. So hat Scholem irr jahrelanger Arbeit ein grundlegendes Werk gesoffen, das befruchtend auf die Wissenschaft wirken wird, das aber auch geeignet ist, in weiteren Kreisen mssklärcnd zu wirken über den Begriff und die Probleme der jüdischen Kabbala. Professor Lieben (Prag). « .^kephtartttscye Inschriften. Ein Versuch zu ihrer Deutung." Bon Dr« Hans Blaususz. Nürnberg, Friedrich Korn. 1826. In dieser mit drei schönen Tafeln ansgestatletcn Schrift glaubt der Verfasser Inschriften aus dem dritten und zweiten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung, die man in Kreta ausgcgraben hat. .. ' ■ .' ' -■■■■■■ "■ 1 Aufruf an alle Juden in Preußen! Dem Unterzeichneten Verein ist vom Preußischen Wohlfahrts- Ministerium eine Wohlfahrts-Lotterie genehmigt worden. Der Ueberschuß ist zur Errichtung einer TuberkulosenheilstattL sür jüdische Männer und Knaben bestimmt. Eine derartige Einrichtung besteht in Deutschland noch nicht. Wir verweisen aus die Artikel in jüdischen Blättern, namentlich auch in diesem Blatt; sie schildern die Not der Kranken, denen nicht geholfen wird. Die Artikel führen den Nachweis, daß der Kampf gegen die Tuberkulose, den tückischen Feind der Menschheit, durch eine derartige Fürsorge-Einrichtung ausgenommen werden mutz. Die Lotterie hat einen Gesamtbetrag von 2flO ©O© Mark. Es werden 6675 Gewinne (Waren- und Wertaewinne) im Werte von 70 000 Marl ausgespielt. Das Los kostet 2 Mark Die Ziehung ist aus den 14. März 1923 festgesetzt. An alle Inden ergeht die Bitte: Kaust Lose und werbet sür die Wohlfahrts-Lotterie der Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Tuberkulose unter den Juden E. V. Lost sind in allen größeren Städten durch die jüdischen Wohlfahrtselnrichtnngen und Frauenvereinignngen zu beziehen oder direkt bei der (Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Goethestraß-e 17 (Rechtsanwalt Dr. Ernst Goldschmidt). Der Arbeitsausschuß: Henriette Besthosf Dr. Siegfried Oppenheimer Clem. Cramer Bertha Papvenheim Dr. Gustav Löffler Henry Rothfchilo Dr. Eugen A. Mayer Ella Werner Hermann Wronker Der vorläufige Ehrenausschuß: Aachen: J.-R. Tr. Fraucken. Rabb. Tr. Schönberger; Allevstem: Rabb. Tr. Dpt; Aurichr A. den Dyk; Barme«: Stab). Dr. Norde«; Berlin: Frau Bcrkha Bodl- Straux. Rab). Tr. Baeck. E.-R. Dr. Bradt, Frau Ernestine Eschclbachcr, Bruno Galcwski, Rabb. Tr. Galliner. Frau Betti Goldschmidt. Frau Senta Göritz. Nab). Dr. Meier Hildesheimer, Fräulein Hanna) Karrn'nsli, Tr. ^lubolf Leszynsky, Alfred Marcus. Frau Eva Rothsteiu, Geh. R. Prof. Dr. H. Strauß. Frau Mina Schwarz, Tr. Felix Teilhaber. Georg Tictz, Geh. J.-R. Berth. Timcndorfcr, Prof. Tr. Türk, Tr. Zmillenberg; Berthen JD.*S.: Rabb. Tr. Gounski, Hugo Kunz. Rabö. Tr. Melchior,- Bielefeld: Frau Hcdwig Lecher, Dr. Cramer. Tr. Willi Katzcnstein; Bochum: Rabb. Tr. David; Bonn: S.«R. Dr. Lichtenstein, Calo Simon; Breslau: Rabb. Tr. Ichu Cohn. Adolf Tanzigcr, Dr. Isidor Fricdeberg. Frau Beate Guttmann. Tr. I. Hcincmann, Rabb. Tr. Heppner. J.-R. Hirschbcrg. Rabb. Tr. Hoffman«. Frau Bertha Kober. Tr. Albert Lewkolvitz, Frau Paula Ollcndorf, J.-R. Georg Perser. C.-R. Tr. Alfred Stau), I.-N. Tr. Georg Tarnowski, Rabb. Dr. Loge! stein, Tr. Kurt Wiener; TortDUnd: Rabb. Dr. Jacob. Tr. Waller Steinberg: Duisburg: Dir. Eugen Kaufmann, Tr. Kaufmann I, Theodor Laurer. Rabb. Tr. M. Rcumark; Düsseldorf: Rabb. Dr. Eichelbacher u. Frau. Erich Frlsentha!. Rabb. Dr. Siegfricd Klein; Elbrrfeld-Barmcn: S.-R. Tr. Gustav Ollcndorf. Frau Clara Samuel; Emden: Rabb. Tr. Blum; Erfurt: Rabb. Tr. M. Calzbcraer; Essen: Rad). Tr. S. Samuel; Frankfurt/M.: I.-R. Tr. Blau. Frau Mar BlochMeusladk, Willy Trcyfus, Prof. Tr. Robert Trcyfuß. Tir. Tr. Triefen. Tir. Tr. Fink. Harry Fuld, Frau Henriette Fürth. Julius Goldschnndt. Prof. Tr. Paul Grosser, Tir. Dr. Albert Hahn, Lenor Helft, Liabb. Tr. Hofsmann. Rabb. Tr. Horoditz, Prof. Tr. Jsaac, Tir. Jakob. Ernst Kahn, Prof. Tr. R. Koch. Rabb. Dr. Lazarus. Albert Mainz. Michael Moses Mainz, Tr. G. Oppendeinc. Prof. Tr. Franz Oppenheimer. Jakob Nosenheim. Tr. Franz Rosenzwcig. Tr. David Rothschild, Rabb. Dr. Calzöergcr. Red. Schachnonntz. Rabb. Dr. Seligmonn, Tr. Ernst Simon, Prof. Tr. 23. V. Simon, Rckior B. Stern, Prof. Tr. Traugott. Tr. R. E. Weill. Jutrus Werner; Frankfurt/O.: R.-A. Leo Rchab; Fulda: Cclma Birkeururo. Rabb. Tr. L. Eahn u. Frau. Frau Tilla Feldhcim. Tr. Leopold Herz. Oscar Rußbaum. .Tr. Leo Stein; Grlscnkirche«: Rabb. Tr. Gallincr. Rudolf Plaut; Gleiwitz: Rabb. Tr. Ochs; Glogau: Tr. Arthur Cohn. Rabb. Dr. Lucas; Görlitz: Julius Herbst. R.-A. Tr. Alfred Kunz: G'örtingcn: Hermann Jacob; Guben: Paul Levy; Halberstadt: Gustav Lcvi; Hall« a. S.r S.-R. Dr. Oppenheimer; Hanau/M.: Rabb. Tr. Gradcnwitz. Tr. Max Rapp; Hannover: S.-R. Tr. K. Eatzcnstein. Frau Martha Fischer. Rabb. Tr. Freund. Neg.-Daur. Paul Roseufcld. Tr. Heinrich Strauß; Herford i. V.: Dir. I. Baruch; Hildeöhekm: Tr. Berg. Albert Goldschmivt. Ra)). Tr. Lewinflp; Insterburg: R.-A. Kurt Lcwinsehn; Kassel: Tr. T. Goldschmidt, Richard Gott' helft, Frau Adcle Rosenzwcig, Ernst Rubcnsohn, Rabü. Dr. Walter, Frau Eugenie Werthcim; Koblenz: S.-R. Dr. Carl Landau; Köln a. Rh.: ^h. S.'R. Dr. Auerbach n. Fra«. Tir. Aldcrt Bendix. Carl Bier u. Frau. J.-R. Ludwig Cahen, Stud.'Dir. Dr. E. Carlebach. Moritz Kahn. Rabb. Tr. Kober. Tir. M. Plato. Rabb. Tr. Rofenthal: Königdberg: Arthur Cohn. Prof. Tr. G:h. Mcd.-R. Falkenheim. Frau Regina Freitag. Dr. Leo Pollnow. Frau Klara Reichmann: LottboS: Atabb. Tr. Posner; Kreuznach: Rabb. Tr. Tawrogi; Krescld: N.-A. Joseph Dilczel; Liegnitz: R.-A. Tr. Albert Lomnitz. Rabb. Tr. Pcritz: Magdeburg: S.-R. Tr. Frankenstcin, Julius N!icbaclis. M. Steinhardt, Rabb. Dr. Georg Dilde: Marburg: Rabb. Dr. Cohn. Brot. Tr. Fraenkcl u. Frau; Mülheim a. d. 3l«hr: Rabb. Tr. ReuhauS; Miinchen^Gladbach: Tr. Locb; MLuster i. 13.: Rabb. Tr. Ctcinthal; Nordhauseu: Tr. P. Frohnhausen. E.-R. Dr. E. Stern; Oppeln: Robb. Tr. D. Brannfchwciger; ÖSuabrüö: A. JonaS. Rabb. Dr. Hugo Krakauer; Saarbrücken: J.-R. A. August I. Rabb. Dr. Ernst Jakob; Echaeidemühl: Mcrx Baumann, Rabb. Tr. Arthur Roscuzweig; Stettin: Tr. Cicgbcrt Auerbach. Dr. Walter Glaser. Cnrt Joseph. .S.-R. Tr. Gustav LaudSberg; Stolp i. P.: Benno Philipsthal; Tilsit: Dr. Echönfcld; Trier: Obcrrabb. Tr. Adolf Altmu.nn; Wetzlar: Frau Hedwig Hofsmann; WicLbadcn: Fcrd. Daum, Frau Dr. Goldstcin, S.-llk. Tr. Kornblum. Rabb. Tr. LozaruS. Artur StranS. L.. ..I.. ,. ..

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