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Central-Verein-Zeitung · 1927-09-09 · 36 (9.9.1927) · p. Seite 511

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
6 (1927)
Issue
36 (9.9.1927)
Date
1927-09-09
Page
Seite 511 (sequence 3)
Language
German
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511 In d eil1 J! eeicheheti war, in ci nein -Schreiben an den Vertreter der englisch« .'ii Jt wen, Li wien Wol f. v versichert, daß die rumänische R egierung ,.die n eti: 'Cd yic yuahnwn ac: trösten habe, um in Zukunft d ie loyale Ann ■Cil Du;ui der Gesetze i lud Verordnung;: m zu sichern, tue! che vollkom: HC: i Schub; van Leb tt'N und Freiheit jedem Staatsbür ster ohne Unt. erstst ed der Geburt, Ne itionalitüt. Nasse und Konfc-' stion gewüh lih ui" in: d nach zu iwei : f c 11 versucht. daß „die beda il erlichen Zw:;n? mw" cii :en „aMo lut lokalen Eharc ckter hatten und tc mdenziös übe: icb eu iuiiiu tt.H. Lm e-eu WoU bat au s dieses Schreiben in einem Vru st i tttwvrtt st. dom w ir f Dlgende Aus'i chrnngen entnehm :en: . Herr :l?£ iriliiii' n ist intttwistem S^ inne schlecht unterri cetet. 6 s iri iiD V. banntet. enutjeine :w> unter Vr-zugu dune auf den Bist c meines $[■ ein itce s vorn 1 1. 8anur.: r. e aß die Beschwe rden der rnwänisch er: Juden u üK 'ItU M übe i :ir:ebcn fe len. Daß diese Bryauptnug ganz irrig ist, u Ult le id)t low erlegt wer I ch bin bea u st rach, d ieiei n. Brief eine Elironik der trauri gen Vorfoiiimmije, bic sich in Sitimänien feit April 1020 anläßlich be4 Amtsantritts des letzten Kabinetts ereignet haben, beizulegen. Aus dieser Zusammenstellung wird man sehen, daß jede von meinem Komitee ausgestellte Behauptung in der rumänischen Presse erschienenen Berichten entstammt, und daß diese Behauptungen gerechtfertigt sind durch die Tatsache, daß in keinem einzelnen Falle diese Berichte Gegenstand eines amtlichen Tcmentis waren. Hieraus ergibt sich, daß der Vorwurf einer tendenziösen Nebertreibnng, der meinem Komitee gemacht wurde, vollkommen haltlos ist . . . Zn gleicher Zeit sind wir ebenso wie die königliche Negierung um eins schnelle Beilegung des Konfliktes und um eine dauernde Wiederaufrichtnng der Ordnung und Eintracht im Königreich sowohl im Jnteresse der rumänischen Juden wie des rumänischen Staates Lisorch . . . Welche ferneren Schritte notwendig sind, wurden wir nicht wagen, Euer Erzellenz anzugeben: aber es muß klar sein, das; es weder in Rumänien noch zwischen Rumänien und den jüdischen Gemeinden außerhalb ihrer Grenzen einen Frieden geben kann, solange die Behörden die schrecklichen Vcrlcurndnngsfcldzüge und den Hast gegen die Juden sowie die Gewalttaten und sogar ein Blutbad, wie das in -cm Licigelcgtcn Dokument eingehend geschilderte, dulden . . Seit dem Dezember vorigen Jahres hat sich also in unserer Stellung -n der Frage der rumänischen Anleihe nichts geändert, und wir können nur Paul Nathans Wort wiederholen: „Keinen Pfennig . . . aus Humanität." iuum Frredhoföschändttng in Gerolzhoferr. Noch ]tnb die Polizeibehörden in Köln und Essen damit beschäftigt, die Friedhofsschändungen aufzuklären, noch immer ist es nicht gelungen, der Täter habhaft zu werden, da trifft bei uns aus Gerolzhofen bei Schweinfurt die Kunde von einer neuen Grabschändung ein. Fünf Grabsteine wurden dort in der Nacht vom 28. zum 29. August auf dem jüDifchen Friedhof nmgeworfen. Damit nicht genug, haben die Rohlinge auch noch das Leichenhans mit Hakenkreuzen besudelt. Die Gemeinde hat eine Belohnung von 100 Mark auf Ergreifung der Täter ausgesetzt, und die Staatsanwaltschaft hat an die Gendarmerie Anweisungen gegeben, die Aufklärung dieser Schandtat mit energischen Maßnahmen herbeizuführen. Zu diesen sich immer wiederholenden Schändungen jüdischer Grabstätten sendet uns der Zentrumsabgeordnete des Preußischen Landtags Dr. Leo Schwerins (Köln) voll Empörung einen Brief, dem wir nachstehende Sätze entnehmen: . . Der Haß gegen das Judentum hat in Deutschland nach der Revolution sonderbare Blüten getrieben. In immer wieder neuen „Ideen sieht man ihn sich entladen. . . . Gewiß haben wir auch vor dem Kriege ähnliche Vergehen gehabt und sie sind auch damals schwer bestraft worden. Aber vergliche!; mit jener Zeit, ist die Häufigkeit dieses Verbrechens in den letzten Jahren in erschreckendem Maße angewachsen. Es kann gar keinem Zweifel für alle objektiv Denkenden unterliegen, daß die Graberschändung der Ausdruck einer inneren Feindschaft gegen das Judentum ist, und daß die viel häufigere Ausübung dieses Verbrechens mit der Verhetzung mancher Volksschichten, denen man das Judentum m unglaublicher Verzerrung zeigt, zusannnenhängt. . . . um so mehr haben alle rechtlich denkenden Deutschen die Aufgabe, unsere jüdischen Mitbürger irr ihrem Kampf gegen diese Answüchse einer mißleiteten Nasscubewcgung zu unterstützen. Das kann nichl dadurch gefächen, daß inan iu Einzelsällcu seinen! Bedauern Ausdruck gibt, sondern cs kann nur dann geschehen, wenn der Abscheu vor dicscnr pietätlosesten aller Vergehen so groß wird, das; das Gewissen der Gesamtheit noch ferner und empfindlicher schlägt, als dies sonst der Fall ist. Jenseits aller religiösen und parteipolitischen Betrachtungsweise gibt cs noch eine menschlichhumane, die über alles Brücken schlagen sollte und müßte. Man braucht sich nur iu die Lago unserer jüdischen Mitbürger zu versetzen, um das zu begreifen, um aus menschlicher Einstellung heraus die richtige Beurteilung derer zu finden, die die materiellen und intellektnellen Verbrecher "zu sein pflegen.. Der Unterstützung, insbesondere aller wahrhaft religiös und christlich denkenden Kreise dürfen sie sicher sein." ' *1 „S. V.-Ztitung", Nr. 8. 13. 20. Jahrg., 1-27. schlifft Ersatz für öle trleöi'glen Nolskollt. Die Protokolle der „Weisen von Zion" sind, nicht zuletzt durch unsere Aufklärungsarbeit, in allen, gebildeten Kreisen als elendes Machwerk erkannt worden. Henry »Ford schämt sich seines „Internationalen Juden". Tie Baltischen sehen sich also ihrer Hauptstützen in dem sogenannten geistigen Kumpfe gegen das Judentum beraubt. Sie müssen neue Quellen, Enthüllungen Sensationen suchen. Es ist daher kein Zufall, daß jetzt fast gleichzeitig zwei neue völkische Bücher in sensationeller Aufmachung auf dem Markte erscheinen: Erich Ludendorffs „Vernichtung der Freimaurerei durch Enthüllung ihrer Geheimnisse", und eine neue Ausgabe des alten Buches von Kahal, das Theodor Fritsch in Leipzig in der Ueberfetzuug des als völkischen Hetzers bekannten Hamburger Umvcrsttütsprofessors P a s s a r g e ankündigt. Ta die Völkischen sich einen Bombenerfolg von diesem Buche versprechen, ist es notwendig, ehe eine allzu große Verwirrung angerichtet wird, die Wahrheit über dieses Machwerk in weiteste Voltskreise zu tragen. Der genaue Kenner der judenfeindlichen Literatur, Benjamin Segel, schreibt uns über die Entstehungsgeschichte und Entstehungsart dieses Buches: Das „Buch vom Kahal" ist ein Direkter Vorfahr Der Protokolle. Im Jahre 1869 erschien in W i l n a aus Kosten der G tl b e r n a l r e g i e r u n g ein Buch „Kniga Kagala (Das Buch vom Aogal)1), eine Sammlung von Artikeln, die zuvor im offiziellen „Milenski Wjestnik" abgedruckt waren; der Verfasser, ein getaufter Jude namens Jakob Vrasmau, denunziere darin vor der russischen Regierung seine ehemaligen Glaubensgenossen, daß ihre schon 1844 aufgelöste Organisation, „Kagal" genannt, fortfahre, insgeheim zu existieren: sie sei es, die die Absicht der Negierung, den Separatismus der Juden zu beseitigen und sie in die russische Gesellschaft ausgehen zu lassen, vereitle: der Kahal stütze sich auf den Talmud; durch die zahlreichen charitativen und kulturellen Institutionen, die dem Kahal unterstehen, übe er einen unentrinnbaren Zwang auf jeden einzelnen Juden aus, der in dem schrecklichen E herein seinen stärksten Ausdruck finde. Wolle die Regierung ihr seit Jahrzehnten erstrebtes Ziel erreichen und die Juden gänzlich mit der russischen Bevölkerung verschmelzen, so müsse sie alle einzelnen jüdischen Institutionen auflösen; dann werde der furchtbare Kahal und mit ihm der Talmud von selber sterben, und der ganze „jüdische Aberglaube" roerde dem Kahal bald ins Grab folgen. Kagal (Kahal) —das war die jüdische Gemeinde. Das Buch wurde an alle Amtsstellen verteilt, um ihnen als Wegweiser in der Behandlung der Juden zu dienen. Es bestand hauptsächlich aus den Verhandlungsprotokollen des Vorstandes der jüdischen Gemeinde in Minsk, der Geburtsstadt Brafmans, während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Tie Protokolle waren hebräisch, teils jüdisch, die russische Uebersctzung war sehr mangelhaft, teils, weil Vrasmau Russisch schlecht konnte, teils, weil er die technischen Ausdrücke im hebräischen Original nicht verstand. Dafür waren znr Erklärnng angebliche Zita t e aus dem T a lm u d herbeigczogen, mißverstandene, aus dem Z u s a m m euhang gerisse n e . v e r st ü m nulte Z i i a t e. Dazu kamen geheimnisvolle Hinweise aus die seit acht oder neun Jahren in Paris bestehende .V11 i n n c e I s r a e 1 i tc Universelle, die einmal an den Zaren sogar eine (natürlich höchst ehrerbietige) Eingabe im Jnterene der Juden gemacht hatte. Die Alliance war nun der Welt Kahal, gleichsam eine Vorläuferin der „Versammlung der Weisen von Zion", sie beherrschte alle die kleinen Kahale auf dem weiten Erdenrund, nährte in ihnen den Geist des „Separatismus", erfüllte sie, angeblich nach der Lei;re des Talmud, mit Haß gegen das Ehristeutum, gegen die christliche Obrigkeit, die christliche Gesellschaft usw. lieber dieses wüste Saininelnirium von Bosheit, Angeberei, Naivität, Unwissenheit und Schamlosigkeit lachten etwa ein Jahrzehnt später sogar die Judenfeinde vom Fach, aber zu seiner Zeit richtete es viel" Unheil an; 1871 wurde eine neue Ausgabe veranstaltet. auch wurde es aus Regieruugskosten ins Polnische übersetzt. Man nahm es in offiziellen Kreisen lange Zeit ganz ernst, ganz wie in unserer modernen Zeit hochgelahrte Professoren, Führer politischer Parteien, Generale, Diplomaten an die „Protokolle der Weisen von Zion" glaubten. Was für Verheerungen Brafman anrichtete, kann man daraus ermessen, daß die 1866 in Petersburg und Odessa gegründete jüdische „K u l t Urgesellschaft". deren Zweck war, den Juden ..Aufklärung in russischen Geist" zu bringen, z. V. durch Ueberfetzuug der Bibel und des Gebetbuches die russische Sprache unter ihnen zu verbreiten, mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, weil sie infolge der Denunziationen Brafmans verdächtigt wurde, ein Organ des „geheimen Kahal" zu sein. Den Kampf der russischen Behörden gegen *) 3m Russischen wird g für h gesetzt.

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