Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 6 (1927)
- Issue
- 31-32 (5.8.1927)
- Date
- 1927-08-05
- Page
- Seite 466 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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persönliches Don Ernst Lissaner. Auf Einladung der Echriftleitung sage id) in btcfcr besonderen Nummer der „C. V.-Zeitung" ein Wort über persönlichste produktive Umstände. Wer meine Arbeiten auch nur auf Stoffe und Titel ansieht, dem muß es auffallen, daß ich vernehmlich solche G e st a 11 c n und Zeiten der deutschen Geschichte dargestellt habe, die in besonders hohem Maß als bedeutend oder charakteristisch gelten müssen. Tie Hauptgestalten meiner Dramen sind Dorck, Goethe, Eckermann, Luther. Der Held der Komödie „Gewalt" ist, in freier Abwandlung, nach dem alten D e s sauer gezeichnet. In meinen Legenden und Balladen erscheinen: Luther, Thomas Münzer, Goethe, Bach und seine Vorfahren, B e e t h o v e n , B r n ck n e r; ein balladischerZyklus heißt „1813", in ihm finden sich Silhouetten von Kleist, Fichte, Arndt, Körner, Stein, Scharnhorst, Blücher, Eneisenau, und er umfaßt die gesamte Volksbewegung. Andere Balladen stellen den Bailern krieg dar. Abgesehen von meinen Arbeiten zur Geschickte der deutschen Lyrik, handeln meine Aufsätze von Friedrich -dem Großen, Jakob Grimm, von L u th e rs B i b e l w erk und so fort. Nur loer von dichterischem Schaffen auch nicht das Allergeringste weiß, kann glauben, daß' diese Stoffe nach Wahl und Willkür ergriffen wurden. Es verhält sich ganz anders. An sich würde ich mich, in relativ noch jungen Jahren, über diese Verhältnisse nicht äußern»; aber es ist geboten, nicht in falscher Scham zu schrveigen. Denn: wider Willen wird in dieser unleidlich verpolitisierten Zeit jegliches Handeln politisch gedeutet oder mißdeutet, und so spreche ich von diesen Dingen nicht als Künstler, sondern zwecks Politischer Klärung in Politischer Notwehr. Ich habe alle diese Stoffe in völliger Unbewußtheit ergriffen, und erst ziemlich spät ist es mir selbst einmal aufgefallen, daß mich solche Stoffe anzogen, die man.- in einem gesteigerten Sinne als symbolisch deutsch betrachten kann. Tann aber, allerdings, ward ich mir dieser Umstände bewußt, das Bennlßtsein ward sozusagen mit Gewalt aufgeweckt. Noch che „1813" erschien, ward es in der konservativen und antisemitischen Presse durch eine verleumdende Notiz begrüßt. Gelegentlich der Komödie „G e w a! t" schrieb der Kritiker der „München- Augsburger Abendzeitung", cs sei auffallend, daß dieser Lissaner immer gerade derart deutsche Stoffe wähle, und der Dessanc-t sei ihm lieber als der Lissaner. In der „Krenzzeitnng" halte es anläßlich von „1813" etwa geheißen: Wenn man es auch mit Verwunderung anerkennen müsse, daß ein Mann namens Lissaner geradezu Klopstocksche Töne anschlage, so sei das Ganze doch nur . . . nsw. Umgekehrt ist es mir von zionistischer Seite zum Vor.rurf gemacht worden, daß ich mich als Dichter sozusagen in -die Angelegenheiten des deutschen Volkes einmische. Man f}at es ja auch jüdischen Politikern verdacht, daß sie an den staatlichen Angelegenheiten der Deutschen teil» nahmen. Der verstorbene Preuß hat sich einmal in einem ausführlichen Aufsatz hierüber ausgesprochen. Jedoch, vielleicht — vielleicht! — steht cs einem handelnden Menschen allenfalls noch frei, die Stellen und Stoffe seines Wir - k e n s )it w ä h l e n, a ll e s k ü n st le r i s ch e Vo ll b r i n g en aber ist außer und über a l l e m W ä hl en u n b W o l len, es geschieht, wenn anders es ein künstlerisches ist, durchaus nnfreinoillig. Allenfalls hätte ich es aus irgendeiner Feigheit heraus unterlassen können, diese Dichtungen 31t Deröffent l i ch e n, niemals aber, sie h e rv 0 r z u b r i n g e n. Es hat für mich in diesen Dingen niemals ein Wählen, Zandern oder gar Zweifeln gegeben. Und cs muß ausgesprochen werden: es wäre mir als bürgerlicher Person vielleicht anbedienen sich im eigensten Interesse der Dr.Theinhardt’s nach Vorschrift und unter Kontrolle des Herrn Geh. Hat Pror. Dr. C. v. Noorden, Frankfurt a. M. — Verkaufsstellen ^werden nachgewiesen und Druckschritten \ersandt durch Dr. TheinhardVs Nahrmitielgesellsdiaft, A.-G., Stuttgart-Cannstatt 30 Gegründet 1894. Abteilung: Diabetiker-Diät. Gegründet 1894. Der elastisch V fi'ii!- Ringel- Rand leS&y-Slrumpf (In- und Auslandspatente angem. her gestellt aas feinster Bembcrg - Seide, wirkt als elastischer Fallmaschenfang Hersteller: Gebr. Sussmann A.-G., Chemnitz Verkauf an Private ausgeschlossen mi5 desten reinwollenen Tuchen u. .fia’cbuiitüorTLii in allen Größen tettu am Laaer. £>aup:prci§lagut JUt 75,— imh tjoticr. Lerrenklcidrrfadrik Narmelitervlatz 4. Zigarettenfabrik „Bulgaria“, Dresden-Ä, Z3 ZI U v / &±y Zi <> ly EZZIZZZZZZZ3 föc Ue nehmenalle Geschäftsstellen der Annoncen- EMdltion Rudolf M o s s e entgegen. •zr-zi LZZZZZ3 Errichtet 1857. Empfiehl! sich zum?lbfchlukr von: Feuer». Einbruchcliebstahl-, Glas», WasserleiLungsschaden Transport-) Reisegepäck- \u Rufruhrversichecungen« Hauptgeschäfts st el len: Telep hon: Berlin.... Lühow 06<>o Bremen.. Hansa 10 66 Bres!anSuphan 30.'.7 t Eaocl. 49 11 .65)37 5>ortmun&. 750i Erfurt. 466 sranlsutt a.w. Taunus 2274 Telephon: Sambura.... 03. 4403 Hannover ... Nora 370 SUdeshcim, B.revi. Aunn ratze 43 .. .30 38 Karlsruhe.öl 23 jioln.. AUcinland 70 5)3 ttoni.isdcrs i.pr.. 3320 Leipzig.23623 Lübtck.26310 Herren und Tarnen, die als offizielle Vertreter oder stille Vermittler sich in der Znweisnng voracnanuler L)crfichecnnaen gegen girte Provision zn detäugeu wünschen, wolle» sich gcsälllgsr an nnfere vorgenainucn GeschäitSftellcn rvendew Telephon: INagdcburs - Ltepl-an 407 66) München.21615) 0llunücr r.V.1H5 7t tirn&cra.5761 Olöcnburö. Stettin.8057 Ltuttgatt.63U2