Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 6 (1927)
- Issue
- 31-32 (5.8.1927)
- Date
- 1927-08-05
- Page
- Seite 464 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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Don Professor Julius Hülsen (Frankfurt a. M.) Das Problem einer gänzlich orginalen jüdischen bildenden Kunst in dem Sinne der großen Stilepochen, das in neuester Zeit wieder hier und da austaucht, ist in rein künstlerischem Sinne verhältnismäßig leicht klarzustellen und nach zwei Richtungen zu beantworten: Gab es ehemals eine jüdische Kunst und wird eine solche einstinals möglich sein? Jegliche Kunst erwächst aus den gesamten kulturlichen Einflüssen ihrer Heimat. Nur ein vollkommen aus längere Tauer in sich gefestigtes nationales Gemeinwesen wird eine seiner Wesensart entsprechende Kunst hervorbringen können, einerlei ob dabei bahnbrechende und für spätere Zeiten wegweisende Werke entstehen oder nur charakteristische Höchstleistungen. Die größten Künstler aller Zeiten sind nicht nur Träger ihrer nationalen Kultur, sondern wurzeln vor allem im Boden ihrer Heimat. Demgegenüber braucht nicht verkannt zu werden, daß die Kunst eines gesamten Zeitalters zwischen den einzelnen Ländern von einem internationalen Fluidum umströmt wird, aus dem der Seist der Weltkultur hervortenchtet. Aber mag auch die Ausübung aller Kunst immanenten Gesetzen folgen, die in den Geheimnissen des menschlichen Empfindungslebens ihre schwer zugängliche Grundlage haben, mag auch hier die tiefste Erkenntnis von „Wahrheit" ähnlich wie bei religiösem Empfinden den Urgrund alles Geschehens ahnen lassen —, trotz solcher starken verbindenden Fäden wird es niemals eine gänzlich internationale Kunst geben. Und selbst dann nicht, wenn vielleicht nach Jahrhunderten und Jahrtausenden die gesamte Menschheit zu einer einzigen Idee religiöser Ethik und politischer Weltanschauung gelangen sollte, selbst wenn ungeahnte Fortschritte der Verkehrstechnik die Menschen schneller und näher zusammenbringen und alle großen Entfernungen aufhcben. Es wird keinen Internationalismus der Gestaltungssormen geben, denn der Nordländer wird anders der Natur gegenüberstehen wie die Südländer, und ihre Lebensformen werden verschieden sein wie Kälte und Wärme, trotzdem eine einzige universale Urkraft diese beiden erzeugt. Solche Gedanken müsien vorausgeschickt werden, um es auszusprechen: Es wird keine jüdische bildende Kunst von bahnbrechender Originalität als solche entstehen können, so.wie man z. B. die Kunst der griechischen Antike oder diejenige des frühmittelalterlichen Byzanz wertet, da keine jüdische Nation als staatliches Gefüge besteht, aber auch keine solche internationaler Art, da es keinen jüdischen Internationalismus gibt. Ob das jüdische Reich des Altertums eine besonders geartete Kunst schöpferischen Gehaltes besessen hat, ist bis jetzt noch zweifelhaft. Zur einrvandsfreien Lösung dieser schwierigen Frage hat die Forschung noch eine Riesenarbeit zu vollbringen. Deshalb braucht jüdischen eigenartigen Werken im Rahmen lokaler Traditionen zu allen Zeilen die Anerkennung nicht versagt zu werden. Unter anderem wäre es verfrüht, den salomonischen Tempelbau Einfach als das Werk eines schwächlichen Eklektizismus in künstlerischer Hinsicht abzutun. Ein bilderloses Ritual als Konsequenz der einheitlichen Goitesidee und zugleich als schützendes Bollwerk gegen die Nachahmung fremder gottesdienstlicher .Formen bedeutete lediglich eine gewisse Einschränkung künstlerischer Gestaltung und eine Konientrierung auf tektonische Ausgaben, Baukunst und Krrnstgewerbe. owie Plastik in engerer Verbindung mit diesen beiden, nirgends aber enthält die jüdische .Geisteslehre eine Kunstfeindlichkeit überhaupt. Im Gegenteil, alle Formen ihrer Ausübung sind gänzlich von einem universellen ästhetischen Empfinden durchdrungen, das im tiefsten Sinne auch künstlerisch genannt werden kann. Auch für das Bestehen einer absolut selbständigen jüdischen Kunst im Mittelalter und in der neueren Zeit liegen keine Belege vor: ein- - zelne Fälle auf tektonischem Gebiete, ferner die Illustrierung von Kodizes und. allerhand Kleinkunst zählen hier nicht mit. Die Synagvgenbauten, die Häuser der Chetti, die Verzierungen jüdischer Crab-!keine lehnen sich unmittelbar an die Stilfassungen ihrer Zeit an und timmen fast immer mit der lokalen Kunsttradition der Städte überein, denen sie angehören. Vieles von alledem ist künstlerisch vollendet und heute noch vorbildlich, aber nicht selbstschöpferisch in ftilifti- & ..tfhi ^vdjrv o(bef 5 tu tue) gelegen am Meer (Südftrand). q o Rituelle KilÄs — Eigener Beimal. 8 0 : Bad - fließendes 5 Modernll eingerichtet - Appartements - Zimmer mit icau — jueöeuifeo q kaltes und warmes Wasser. Alle 'I^edrunalbader rnkl. Mccrdäoer. Aast alle Zimmer nut Loggien oder Terrasse auts Meer. Diältüche nach ärztlicher k q Lwrjchrist. 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Müller: Völkische Weltanschauang. 1,40 Jlieger: Vom Heimatrecht der deutschen Juden.... 0,40 Segall: Die deutschen Jaden als Soldaten im Weltkrieg ... 1,50 Ihering: Der Kampf ums Recht... 2,25 Schaffer: Zerstörung des Volksgedankens durch den Rassenwahn. 1,— Caro: Vom Judengott.0,40 Fuchs: Die Zukunft der Juden.0?30 Weigl: Das Judentum.7,— Nathan: Das Problem der Ost jaden. 1,40 Rosenzweig: Zweistromland. 7,60 Koblenz: Predigten....... 4,50 Friedlaender: Das Leben Gabriel Riessers. 7,— Hab: Goethe und die Jaden 1,40 Grunwald: Das Judentum bei Oswald Spengler ... 1,80 Levy-Koref: Karl Marx and Hegel. 1,60 Segel: Protokolle der Weisen von Zion.5,— Volksausgabe. 1,50 Goldmann: Das Wesen des Antisemitismus.2,75 Zu beziehen durch Philo Verlag u. Buchhandlung G.m.b.I L Berlin SW68, Lindenstrasse 1Z. &T3 ____ 23S2. GcgrCLndci 1728 BlÜCHEnPLATZ LI - Gegröndel 1728 I^ei^nisderlasssEäsii: BollceEiialaLS^tL.ErlsSCBaz.BrcslanJ.ESrllö.HIrsElibcrfi LSrhL, Eresi&iirö{0.-5.). 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