Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 6 (1927)
- Issue
- 31-32 (5.8.1927)
- Date
- 1927-08-05
- Page
- Seite 451 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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451 und erwähnt, daß von seinen 540 (!) Arbeitern in der Zeit von 1888 bis 1891 nur Zwei durch Krankheiten gestorben seien — fügt allerdings hinzu, daß er dabei die „Unfälle" nicht rechne. Nach der Ehrung durch die Geographische Gesellschaft und der offi- Men Herausgabe seines Berichtes verliert sich Poppers Spur. Hat er den Nest seiner Tage in Buenos Aires verbracht? Ist er in seine rumänische Heimat zurückgekehrt? Ist er noch einmal ins Feuerland gegangen und dort verschollen? Wie dem auch sei — er ist ein Entdecker und vielleicht der letzte große Abenteurer inmitten einer ernüchterten Welt. Chefredakteur Paul Clbogcn (Wien). (i r, MM WLMWlsW m m tanfrfil \ .............. .. BM MsMlsr §r. 8. E!dL§sn, Ar. Franz NZfenztZsig, Ar. MiÄnel MAler-LlauLluZ, Ar. Meier Coanlrr, ijwijui/ ^mi?i *j?44V44i. ^tzrr4r-4'44d» Vom chrWArn EottlMAjt. Von Professor Dr. ^z. I. Elbogerr (Berlin). Friedrich Heiler schreibt in seinem epochemachenden Buche „Das Gebet": „Das gottesdienstliche Gemeindogebet im Vollsinne des Wortes ist eine Eigentümlichkeit der jüdisch-christlichen Religion. Außerhalb der jüdischen Synagoge «und der christlichen Kirchen und Sekten lassen sich nur Spuren und Ansätze eines solchen aufweifen." (2. Ausl. S. 430.) Schon der Begriff einer religiösen Gemeinde entstammt dem alten Judentum. Gewiß haben auch -heidnische Kultvereine auf die Bildung der erstenchristlichen Gemeinden eingewirkt, aber die besondere Eigentümlichkeit einer religiösen Gemeinde, in die man hineingeboren wird (unbeschadet der Taufe, die aber doch am Kinde auf Veranlassung der Eltern vollzogen wird), und die mit ähnlichen Gemeinden in Verbindung steht, ist durch die jüdische Synagoge geschaffen worden. Dazu gehören auch die beiden Attribute, welche der religiösen Gemeinde bis aus den heutigen Tag geblieben sind, der Besitz eines Hauses für Gottesdienst und Gemeindeverwaltung sowie die Einrichtung eines besonderen Begräbnisplatzes. Von der Synagoge lernte'die Kirche auch die rasche und leichte Verbreitung der Gemeinden und der Gotteshäuser in der Antike, mit Recht nennt Adolph v. Harnack „dill Synagoge die wichtigste Voraussetzung für die Entstehung und das Wachstum der christlichen Gemeinden im römischen Reiche". Mit der Einrichtung der Synagoge wurde auch die Regelmäßigkeit des Gottesdienstes übernommen. Die katholische Kirche hat bis auf den heutigen Tag, wie die Synagoge, mehrmals täglich ihren Gottesdienst, die protestantische ist von dieser, noch zu Luthers Zeiten bestehenden Einrichtung abgekommen, hat den Gemeindegottesdienst aus besondere festliche Gelegenheiten beschränkt, wohl aber die Pflicht des täglichen Privatgebets festgehalten. Das hatte für die religiöse Entwicklung der Menschheit eine nicht hoch genug zu schätzende Bedeutung, wenn jeder Tag ohne Unterschied, auch der Alltag mit seiner Mühe und Arbeit, eine religiöse Weihe erhielt. Und vollends die Festtage, zumal" der regelmäßig wiederkehrende wöchentliche Ruhetag, wurden durch die Feierlichkeit und die Anregung des Gottesdienstes Tage von ganz besonderer Bedeutung, Kulturfaktoren tju. ... f:; ersten Ranges. Es ist sicherlich kein Zufall, daß nur die drei monotheistischen Religionen die Institution des wöchentlichen Feiertages besitzen, und es braucht nicht weiter ausgeführt zu werden, wieviel die Kulturvölker dieser Schöpfung verdanken. Aus der Synagoge stammt die in der Kirche heimische Bezeichnung Li t u r g i e. In der Amtssprache der hellenistischen Staatsverwaltung bedeutet das Wort „eine öffentliche Leistung"; die griechische Bibelübersetzung bezeichnet damit den Dienst der Priester und Leviten am Heiligtum; die Synagoge, die im ganzen die Tendenz verfolgte, an Stelle des Stammespriestertums das allgemeine Priestertum m setzen, übernahm das Wort für den Priesterdienst „Awodah" zur Bezeichnung ihrer Veranstaltungen. Freilich benannte sie diese als „Awodab schebellew, Gottesdienst mit dem Herzen", was man in christlichen Kreisen heute als „Gottesdienst im Geist und der Wahrheit" wiedergibt. Mit dem Worte Awodah oder Gottesdienst ging auch dessen griechische Uebertragung Liturgie in den Sprachgebrauch der Kirche über. Die Liturgie wird in der Synagoge vom Vorbeter, dem „Beauftragten der Gemeinde", vorgetragen, in der- Kirche vom Liturgen — das Gemeinsame ist, daß das Gebet Gemeindegebet ist, daß der Vorbeter im Namen der Gemeinde und in der Mehrzahl spricht, daß seine Worte von der Gemeinde mit Gedanken und Gesten, vor allem aber mit Responsorien oder Beteuerungen begleitet werden. Amen und Sela, Hosianna und Haleluja sind so verbreitete Worte, daß sie dem deutschen Sprachgebrauch angehören und man gar nicht mehr daran denkt, daß sie aus dem Hebräischen stammen. Sie sind den Psalmen entnommen, ebenso wie die Dorologien des christlichen Gottesdienstes, wie die nicht nur durch das Kirchengebet, sondern ebensosehr durch Malerei und Musik weltberühmten „Magnificat", „Gloria" oder „Tedeum* und andere Anrufungen des Kirchengottesdienstes. Auch solche, nur in griechischer Sprache überlieferte und bis heute beibehaltene Anrufungen, wie das „Kyrie Eleison" gehen auf hebräische oder aramäische Vorbilder zurück; noch heute hat die Synagoge derartige Litaneien, Die mit dem Ausruf „Allmächtiger, Hab' Erbarmen mit uns" beginnen- —- wie überhaupt die Litaneien des alten synagogalen Gottesdienstes auf die Liturgie und aus die Kunst der alten Kirche stark eingewirkt haben. Den J n h a l t des christlichen Gemeindegottesdienstes bildet neben dem Gebet die Vorlesung und Erläuterung der Heiligen Schrift. Das ist ebenfalls ein Erbe der Synagoge, wentt auch naturgemäß der Stoff der Vorlesungen vorzugsweise dem Neuen Testament entnommen wird. Aber das TIERRA DEL FUE€0 rjuo popfsi? ALMi^ANrAZGO BRHAW.'C: Julius Popper. Ein unbekannter Entdecker. Teilkarte des Feuerlandes. (Sudzipf.I von Südamerika.) Von Julius Popper entworfen. Mit Popper-Siedlung, Popper-Hafen and Popper - Fluss. (ln Pfeilrichtang).