Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 6 (1927)
- Issue
- 26 (1.7.1927)
- Date
- 1927-07-01
- Page
- Seite 379 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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370 Ein Such für -en Lehrer. „Biblische Geschichten Des Alten Testaments." Wenn wir ein Buch, das nach feinem Titelblatt für die Mittelstufe der evangelischen Volksschulen und Unterstufe der höheren Schule gedacht ist, hier zur Besprechung bringen, so aus dem Grunde, weil es auch dem iüdischen Lehrer wertvolle Anleitung für die Vefy Handlung der biblischen Geschichten des Alten Testa- 8 ments bieten kann*). Ist doch der jüdische Lehrer, wenn er sich nach ® Material für diesen wichtigen Unterr-ichtsgegenftand umsieht, Zum weitaus sc größten Teil auf nichtjüdische Quellen angewiesen. 2 In der Hauptsache stimmen wir dem Derfasicr zu, der weder T intellektuell lehren noch auch bloß unterhalten, sondern eine biblische Setz schichte bieten will, „die in all ihrer psychologisch durchö sichtigen Mo tivation, Verknüpfung und inneren B e - gründung der Ereignisse und Handlungen und ihrer Darstellung der Gotteserlebnisse so überzeugend wahr und wirklichkeitsgeinäß erscheint, daß sie wirk- * Iich Religion aufzeigt und verständlich macht in ihrer * Entstehung, Entfaltung und Auswirkung". t In dem Vorwort setzt sich der Verfasser mit den Problemen auseinander, \ die sich um das Alte Testament gruppieren. und kommt zu dem Schluß, i daß er sich der Forderung: „Fort mit dem Alten Testament!" ganz und gar j nicht anschließcn könne, weil die Erfüllung dieser Forderung „uns unendlich verarmte". Er weist dann darauf hin, wie unendlich viel „echt und | typisch Menschliches" im Alten Testament stecke. 1 Wie schön sind die Worte des Verfassers über die Behandlung der 1 Wunder! *) „Biblische Geschichten des Alten Testaments." Für die Hand des Lehrers in einem anschaulichen und gegenwartsgemäßen Religionsunterricht auf historifch-kritifcher und psychologischer Grundlage, von Dr. K. A. Busch, Pfarrer in Dresden. Verlag von Echlimpert und Puschel, <3. m. b. H., Meißen. „Für uns gibt es heute nur ein Wunder ln der riaturgesetzlichen Welt, nämlich die Möglichkeit und Fähigkeit zum Gotterlebcn der Seele überhaupt. And eben das muß aus unserer Larstellung aller alltestamentlichcn Geschichten klar hervorleuchten, wie es damals und wie es überhaupt zu Gotterlebnissen kommt. Dafür aber bietet das Alte Testament ein noch ulrübertrofsencs Anschauungsmaterial und einen fast unerschöpflichen Stoff. Schicksal und Fügung, Gewissen, Schuld und innere Stimmen, übergewaltige Natureindrücke und Geschichtsabfolgen sind die ewigen, immer wiederkehrcnden Gotteszeugen. Und diesen Gott erlebt nur die gottempfängliche Seele. Sie muß also in jeder alttestamentlichen Geschichte herausgearbeitet werden und zu Wort kommen. Tann aber ist der Eoltesglaube des Alten Testaments für uns unaufgebbar, der Glaube an den persönlichen (in Fußnote: d. h. lebendigen und selbstbewußten), allmächtigen, heiligen und doch auch vergebenden Gott, wie ihn Jesu Lehre und Religion voraussetzt. Jesu hat uns ja durchaus keinen völlig neuen Gott gelehrt, sondern den des Alten Testaments vorausgesetzt." Isidor Borchardt (Berlin). „Geschichte der Wiener Juderr bis 1914." In einem mit historischem Dilderschmuck reich und geschmackvoll ausgestatteten Büchlein') erzählt Dr. Max Grunwald (Wien) schlicht von der Geschichte der Wiener Juden. Für die Schuljugend bestimmt, in einfachem Tone ohne wissenschaftlichen Ballast gehalten, darf es schon durch den Freimut der Sprache und die Festigkeit der Ueberzeugung Anspruch auf ernste Beachtung erheben. Auch wenn man nicht mit allen Anschauungen Grunwalds durchaus überemstimmen wird, muß man anerkennen, daß er mit großem Geschick und innerem Mitfühlen die Bilder der traurigen Iudengeschichte zu Lehrmeistern der Charakterbildung freier, jüdischer Menschen gemacht hat. G. *) „Geschichte der Diener Juden bis 1914." Der Schuljugend erzählt von Dr. Max Grunwald im Anschluß an die Jahrhundertfeier des Tempels der inneren Stadt, gewidmet vom Vorstände der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. Wien 1926. Selbstverlag der Israelitischen Kultusgemeinde. fMachen Sie e© den Millionen, nach die nur,Ghoadlta/Schuhe tragen,und Sie werden überden Erfolg im höchsten Maf^e staunen! 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