Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 6 (1927)
- Issue
- 26 (1.7.1927)
- Date
- 1927-07-01
- Page
- Seite 378 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Kabblner Dr. % Eckstein (6amberg) 70 ^ahre. %m 10. Juni feierte fcer feit einem Jahr im Ruhestand lebende Stadt- und Distrittsrabbiner von Bamberg, Dr. Adolf Eckstein, seinen siebzigsten Geburtstag. Die 38 Jahre seiner Amtstätigkeit in Bamberg waren nicht nur von seelsorgerischen, sondern auch von wertvollen wissenschaftlichen Leistungen erfüllt, deren Ertrag für die Sache de3 deutschen Judentums, und somit auch für den Eentralverein von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist. Dr. Eckstein ist der Historiker der bayerischen und besonders der nordbayerischen Judenheit. Auf Grund eingehender Erforschung der in öffentlichem und privatem Besitz befindlichen Archivalien schrieb er eine „Geschichte der Juden im ehemaligen Fürstbistum Bamberg*, die insbesondere durch ihre urkundlichen Beilagen einen außerordentlich kiesen Einblick in diesen Ausschnitt der Geschichte der deutschen Juden im Mittelalter gewahrt. Im Jahre 1899 schien ein ergänzerches Bändchen mit Nachträgen zu dem genannten Hcuchtwerk. lieber den Kreis seines Amtsbereiches hinausgreifend, wandte sich nun Dr. Eckstein einem weiteren historischen Forschungsgebiet zu und gab im Jahre 1907 das Werk „Geschichte der Juden im Markgrafentum Bayreuth* heraus, das ebenfalls von außerordentlich gründlicher Kleinarbeit zeugt und durch wertvolle Beilagen aus den ihm zugänglich gewordenen Archivalien illustriert ist. Nunmehr unterzog der Historiker nochmals den engsten Kreis seines Wirkens, seine Gemeinde Bamberg, einer eingehenden Betrachtung und veröffentlichte im Jahre 191V die Schrift „Die israelitische Kultusgenreinde Bamberg von 18 0 3 bis 18 93", der als Anhang eine Festschrift zur Entweihung der neuen Synagoge in Bamberg angegliedert ist. Diese Festschrift ist gewisiermaßen der Schlußstein der Bemühungen Tr. Ecksteins zur Erbauung der neuen Bamberger Synagoge, deren Einweihung im Jahre 1910 stattsand. Besonders verdienstvoll und noch in unserem Zeitalter hock) aktuell ist das mehr auf das politische Gebiet übergreifende Werk Ecksteins „Der Kampf der Juden um ihre Emanzipation in Bayern*. Hier wird in anschaulicher Weise das leidvvlle Bemühen der bayerischen Judenheit um ihre Gleichberechtigung im Staatsleben geschildert. Man gewinnt bei der Lektüre ein höchst lehrreiches Bild von dem Starrsinn der bayerischen Regierung, die sich noch in den vierziger und fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts beharrlich weigerte, den Juden die elementaren Bürgerrechte zu gewähren, die sie damals bereits in fast allen deutschen Staaten besaßen: bekanntlich wurden erst 1861 die schändlichen „Matrikeln* ausgehoben, durch welche das Wohn- und Niederlaffungsrecht der bayerischen Juden grausam beschränkt war. Die vielen kleineren wissenschaftlichen Arbeiten Tr. Ecksteins, die er größtenteils in der ,L7lonatsschrist für Geschichte und Wiffenschast des Judentums* veröffentlichte, können hier nicht im einzelnen erwähnt werden. Es sei aber noch darauf hingewiesen, daß Eckstein gemeinsam mit seinem Schwager, dem verewigten Nürnberger Rabbiner Dr. Ziemlich, bie Predigten seines Schwiegervaters Dr. Joel herausgad, und damit der jüdischen Prüdigtliteratur eines feiner klassischen Werke geschenkt hat. Dr. Eckstein benutzt die Muße seines Ruhestandes, um mit unverminderter geistiger Schaffenskraft seine wissenschaftlichen Arbeiten fort* zusetzen. Es steht zu hoffen, daß er uns noch manchen wertvollen Beitrag zur Geschichte des bayerischen Judentums liefern wird. Erst vor wenigen Monaten hielt er in der Bamberger Ortsgruppe des Central Vereins einen Dortrag über „D as Heimatsrecht der bayerischen Juden*, der bei den jüdischen und christlichen Zrchörern lebhaften Beifall fand. Möge dem verdienten Manne ein langer und glücklicher Lebensabend beschiedon sein! Rabbiner Dr» Rüls (Bamberg). Eine bedeutungsvolle Veranstaltung der Lübecker Loge. Nachdem Anfang dieses Jahres anläßlich der Landesverbandstagung des Eentralvereins Lübeck Mittelpunkt deutschjüdischen Geschehens war, fand am 17. und 18. Juni in der alten Hansastadt eine von der Esra-Loge in Lübeck veranstaltete Tagung der Lübecker und Mecklenburger jüdischen Deutschen statt, an der sich auch der Oberrat der israelitischen Gemeinden Mecklenburgs beteiligte. Es sollte den Mecklenburger Juden Gelegenheit gegeben werden, erste Sachkenner über jüdische Probleme zu hören. Als Auftakt fand in der mit Blumen geschmückten Synagoge am Sonnabend ein Festgottesdienst mit einer weihevollen Predigt von Rabbiner Dr. Winter statt. Am Sonnabend nachmittag folgten die Referate. Rabbiner Dr. Winter (Lübeck) und Direktor Dr. Jonas (Hamburg) sprachen über: „Jüdische Erziehung.* Dr. Winter behandelte das jüdische Schrifttum, soweit es sich mit der jüdischen Erziehung befaßt, während Dr. Jonas geeignete Wege aufzeigte, wie die mecklenburgische jüdische Jugend für jüdische Tinge zu interessieren sei. S-eine Devise lautete: „Lesen und lerne n.* Fräulein Hanna Karminsky aus Berlin machte mit den Ausgaben des Jüdischen Frauenbundes bekannt, wobei sie weniger einen Organisativnsbericht gab, als die geistigen Grundlagen für das Wirken der jüdischen^ Frau klarlegte. Heber und für den Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens nahm dessen Hauptvorstandsmilglied, Dr. Felix Goldmann (Leipzig), das Wort, der mit seinem Referate: .Deutschtum und Judentum* die zahlreicl-en Zuhörer in seinen Daun zog. Dr. K a n o w i tz (Berlin) sprach über den Zionismus, feine Entstehung und sein Programm, und über die Stellung des Zionismus zu den Problernen der deutschen Judenheit. Während der Tagung hatten der Philo-Verlag und zwei Lübecker Buäch and langen unter dem Motto: „Das jüdische Buch* eine tL>onderausstellung veranstaltet, die das lebhafteste Interesse aller Besucher fand. Tie Veranstaltung darf wegen ihrer Wirkung, die an den kleinen Plätzen Mecklenburgs zerstreut wohnenden Juden wieder einmal mit den großen Ideen in Berührung gebracht zu haben, welche deutsch-jüdische Arbeit ausmachen, als gelungen bezeichnet werden. J. c. itjede die es im Preis und in der Güte mit jedem ausländischen Erzeugnis aufnehmen. Mit den Zubehör-Werken zusammen sind mehr als 20000 deutsche Arbeiter an dieser Leistung beteiligt. Weitere Zehntausende gelernter Arbeiter, die heute erwerbslos auf der Strasse liegen, könnten ihr Brot finden, wenn jeder deutsche Käufer den Takt besitzen würde, deutsche Wagen zu wählen. — Mit wenig zu ergänzender Einrichtung sind die Opel-Werke in der Lage, täglich 450 Wagen herzustellen und den gesamten derzeitigen Import zu -decken. Wer solche Folgen bedenkt, kann unmöglich mehr Auslandswagen kaufen und dadurch wertvolles deutsches Geld unnütz und unersetzbar ins Ausland bringen. I 4/20 PS Der Kleine 10/40 PS Der Mittelstarke 12/50 PS Sechszylinder 15/60 PS Sechszylinder von 2980 RM an von 5000 RMI an von 7750 RM an von 8250 RM an Preise ab Werk*