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Central-Verein-Zeitung · 1927-05-25 · 21 (25.5.1927) · p. Seite 300

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
6 (1927)
Issue
21 (25.5.1927)
Date
1927-05-25
Page
Seite 300 (sequence 4)
Language
German
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300 Bad-Nauheim Haus allerersten Ranges. deutschen Dichtung, der ritterlichen wie der volkstümlichen Heldensage zrrwandten. Einzelne Namen und Redensarten bezeugen dies noch jetzt ... Daß aber weit mehr Juden, als man anzu nehmen pflegt, unsere Dichter lasen und sich mit den Anschauungen der mittelalterlichen Dichtung vertraut machten, wird noch durch weitere Forschungen in überraschender Weise bezeugt werden; obwohl es an sich weniger auffallen sollte, wenn man bedenkt, wie die jüdische P o e f i e rr n d Sprache auch das w e l t - licheLied berührt und wie Immanuel, der jüdische Makamcndichter, seinen Zeitgenossen Dante zu würdigen verstand." Dr. Hildebrand, meines Wissens Rudolf H i l d e b r a n d, der Bahnbrecher für den modernen deutschen Unterricht, sprach alsdann über eine ausgedehnte deutsche Literatur in hebräischenLettern, „und alle diese Dichtungen" (von Juden für Juden bestimmt) „sind von echt deutschem G e i st e. von altertümlichem Deutschtum durchdrungen und durchweht". Im weiteren Verlauf der Sitzung gründete er dann aus mehrere mitgeteilte Beobachtungen die Behauptung: „daß die Iuden im Mittelalter recht eigentlich die Träger der deutschen Kultur nach Osten, wohin sie aus Deutschland ausgewandert, gewesen seien." So urteilten Männer der Wissenschaft vor zwei Menschenalteru, und — heute? Ein -Erfolg" von Krau Dr. Ludendorff? i ii! I Fran Mathilde v. Kemnitz-Ludendorff, die vor kurzem in Berlin ihre erstaunlichen kabbalistischen Entdeckungen zum besten gab, wollte auch den Münchenern nicht vorenthalten, was sie über „das unzerstörbare Rassenerbgut" zu sagen weiß. Im Tannenbergbund hielt sie ihren Vortrag; dabei meinte sie. Das Wahrzeichen Der Juden sei Der Kubus, Die Juden-strebten Danach, Die Menschen zum Kubus zu hauen, d. h. sich Dienstbar zu machen. Es sei ein merkwürdiger Zufall, das; dar der JelDhcrrenhatte in München, wo am 9. November 1923 Vas Blnt Der Deutschen Freiheitshetden geflossen sei und wo die Völkischen stets im Geist das Hakenkreuz sähen, ein Denkmal stehe, das ans einem Kubus unten und einem Kubus oben bestehe. Zum besseren Verständnis für Nichtmünchener muß hier angefügt werden, daß damit der — aus ästhetischen Gründen vielfach angeseindete — Pfalz gedenk stein gemeint ist, der zwischen zwei Granitwürfeln vier Stahlhelme zeigt. Obige Worte fielen am Freitag abend. Und am Samstag nachts folgte die Tat. Nämlich einige Buben schmierten mit Teerfarbe aus Den Denkstein Die Worte: „Ter Judenkubrrs zerquetscht Den ganzen Stahlhelm." Ta die hierin mrsgedrückte tiefgründige Weisheit in München vor der Verkündung durch Frau Ludendorfs noch niemandem bekannt war, ist der Schluß wohl nicht voreilig, daß die Täter unter den völkischen Hörern der T a n n e n b e r g v e r s a m m l u n g z u s u ch e n s i u b.;; Solche Verheerungen richten die kabbalistischen Forschungen jji in den Köpfen an. W. £. i; wo -re Nationalsozialisten Gelöer suchen. Ein bezeichnender Brief. Bei der Darstellung des wachsenden nationalfozialistischen Terrors in Essen, Berlin und anderen Städten haben wir wiederholt die Frage gestellt: Wer sind die Geldgeber? Nachstehender Brief, von der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei. Landesgeschästsstelle Stuttgart, an den Industriellen Robert Bosch gerichtet, gibt Aufklärung, wie und in welchen Kreisen die Leute um Hitler ihre Gelder sammeln. Ter Brief lautet: Vertraulich. Geehrter Herr! Die Vorgänge der letzten Zeit, und insbesondere die neuesten Enthüllungen über die militärischen Vorbereitungen der kommunistischen und sozialistischen Sturmabteilungen zeigen deutlich, »vorhin auch bei uns die Reise in Württemberg gehen soll. Wer sich der Tatsache verschließt, daß wir über kurz oder lang mit Gewalttätigkeiten von links rechnen müssen, und daß die wirtschaftliche Not den Ausbruch von Unruhen beschleunigen muß. will an der nackten Wahrheit vorübergehen. Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter-Partei hat außer vielen anderen Punkten auch den Schutz des rechtmäßig erworbenen Eigentunrs auf ihr Programm geschrieben. Durch die Begeisterung ihrer Anhänger und durch ihre straffe und weitverbreitete Organisation ist sie allein in der Lage, dem Terror von links wirksam entgegenzutreten. Leider ist dies ohne bedeutende Geldmittel nicht zu machen; die Kassen des reichen Judentums und der mit ihm verbundenen Kreise sind uns verschlagen und dienen ausschließlich der Finanzierung der linksradikalcn Umsturzvorbcreitungen. Es bleibt uns daher nichts anderes übrig, als uns an die deutsch und deutschvölkisch gesinnten Kreise aus Industrie und Handel mit der Bitte um Unterstützung zn wenden, damit wir unsere Organisation aufrechterhalten und immer weiter ansbauen können. Wenn uns auch einmalige größere Spenden willkommen sind, so legen wir doch besonderen Wert auf regelmäßige Wiederholung derselben, da wir dadurch in die Lage kommen, unsere laufenden Unkosten zu bestreiten. Wir hoffen, daß Sie sich unserer dringenden Bitte nicht verschließen werden, und bitten Sie, Ihre Uebcrweisungen aus das Postscheckkonto Nr. 35940 Stuttgart auf den Namen unseres Geschäftsführers Eugen Wizemann machen zu wollen. Für eine gute Verwendung der Gelder bietet Ihnen die Ehrjj lichleit unserer Bewegung und die selbstlose Hingabe ihrer Au- : Hänger volle Gewahr. j Wer rasch gibt, gibt doppelt. I Der Brief blieb unbeantwortet. Und wie das so ist: Verschmähte Liebe wandelt oft sich in Haß. Zuerst wollten sich die gesinnungstüchtigen Briefschreiber schützend vor das rechtmäßig erworbene Eigentum der Herren Robert Bosch stellen, dann, als ihnen die kalte Schulter gezeigt wurde, wandelte sich ihre Milch der frommen Denkungsart in gärend Drachengift, und nun schäumen sie in einer Artikelserie ihres Blättchens Wut über das, wie sie jetzt sagen, „in Gcldsncken versteinerte Herz" des Herrn Bosch. Leider haben sie nicht von allen Großindustriellen die gleiche schweigende Absage erhalten. Seamte unö „Heamte". Don einem jüdischen Beamten wird uns geschrieben: Irr dem Finsterwalder Prozeß wegen Landsricdensbruchs gegen mehrere Mitglieder des Reichsbanners, ist u. a. zur Sprache gekommen, daß an dem öffentlichen Umzug des Stahlhelms auch drei Amtsgcrichtsrüte des A m t s g e r i ch t 8 Frnsterwalde teilgenvmmen haben. Man muß sich ernstlich fragen, wie es möglich ist, das; berrlsi'ne Hüter des Rechts sich an einer derartigen judcufeindlichen Veranstaltung — auch das berüchtigte Lied vom „Hakenkreuz am Stahlhelm" und von der „Jndenrepnblik" ist gesungen worden — öffentlich beteiligen konnten. Wie können wir Inden als Rechtsncheude oder Beklagte Vertrauen haben zu Richtern, die sich so offenkundig und herausfordernd in völkischem Sinne betätigen? Achrrliche Kundgebungen von Beamten sirrd in letzter Zeit anverschiedenen Teilen des Deutschen Reiches gemeldet worden. Hierzu gehören die neuerdings geführten Klagen über judenfeindliche Äeußcrungcn von Fe r n s p r e ch b a m t i n n e n in Berlin und! Rendsburg im dienstlichen Verkehr mit jüdischen Teilnehmern. höchste englische JQualität zu In!anMrclZ. Orangen neuer Ernte nnübertrefflich. allen einschrägigen Geschäften.

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