Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 6 (1927)
- Issue
- 17 (29.4.1927)
- Date
- 1927-04-29
- Page
- Seite 246 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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L4ö der Erziehung ihrer Bewohner überlasstri, im Vertrauen darauf, daß jedem jener Ort unantastbar sei, den der Mensch, gleichgültig welchen Glaubens, der Verehrung seines Schöpfers geweiht hat. Tie Art dieser Verehrung ist ihrem Jdeenkreis nach so weltenweit entfernt von allen Fragen der Tagespolitik, daß nur völligste Geistesverwirrung zu dem Ginfall führen kann, den Kampf politischer Meinungen dort ausfechten zu wollen, wo alle Politik schweigt. Ihr Kampfplatz ist anderswo. Die Besudelung der Münchener Synagoge in der Nacht zum Osterfest ist ebenso aLo ein Zeichen der Verrohung zn betrachten wie die Störungen christlicher Gottesdienste (die zwei Stellen sind von uns fett gefetzt worden. D. Sehr ist ltg.), die in früheren Jahren nicht allzu Klm waren. Auch die moderne Großstadt bedarf der Stätten cm* chtiger Sammlung. Ihr hastiges Treiben benötigt sie vielleicht mchr wie je und ihr Schutz tft daher nicht Lache der einzelnen gläubigen Gemeinde, sondern Pflicht der Gesamtheit. Dies ist um so mehr der Fall, als durch die feige, hinterhältige Besudelung eines Gotteshauses nachgerade nicht nur der kullurelle Ruf unserer Stadt, sondern der gute Name unserer ganzen Nation schwersten Schaden leiden must. Das Schreiben öer Reichsbahn-Gesellschaft. Wie wir in unserer letzten Nummer berichteten, hat der „Vorwärts" das scharf judenseindliche Schreiben eines völkischen Ingenieurs veröffentlicht, das sich mit der vermeintlichen Erschleichung von Freifahrtscheinen auf der Reichsbahn durch jüdische Bedürftige beschäftigte. Ter vorwärts' hatte dazu mitgeteilt. dah dieses von Beleidigungen erfüllte Schreiben ohne nähere Prüfung sämtlichen Berliner Bezirksämtern zngegangen sei. Aus Grund verschiedener Erkundigungen, die wir bereits ankündigten, sind wir in der Lage, das Folgende mitzuteilen: Das Schreiben der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft betreffend „2lbgabe der Dtittellosigkeitsbescheinigung für Kranke zur Erlangung der Fahrpreisermäßigung", in dem auf die Beschwerde des paem-M®?! Haus allerersten Ranges. völkischen Lbermgenicurs a. D. Karl Hoecken Bezug genommen wird, ist an das Zentralwohlsahrtsamt der Stadt Berlin. das Bürgermeister Tr. Scholz untersteht, gesandt worden. In diesem Schreiben der Reichsbahn-Gesellschaft wird. Wie wir hören, einleitend daraus hingcwiesen. dag man die tendenziös anmutenden Angaben des Hoecken, die gleichzeitig eine eigennützige Absicht erkennen lassen, nicht ohne weiteres als richtig unterstellen wolle. Das Berliner städtische Zentralwohlsahrtsamt hat nun, ohne das Bezirksamt Schöncberg zn fragen, ob die Anklagen begründet sind, alten Bezirksämtern Groß-Berlins das Schreiben Hoeckcns mit dem Anheimgeben zugeschickt. durch eingehende Prüfung ststzustellen, ob ein Mißbrauch mit MittellosigkeitsbeschciniMmgen getrieben wird. Wie wir hören, hat das Bezirksamt schonet) erg fest ge stellt, daß an dem Tage, an dem Hoecken auf dem Bezirksamt vo-rgesproä-en hat, Bescheinigungen überhaupt nicht ausgestellt worden sind. I m ganzen Jahr sind etwa 2 0 M i t te llo s igk c i t sb es ch c i n i - g u n g e n i rn Bezirk S ch ö n e b e r g a n s g e g e b e n worden. Tie Beleidigung der jüdischen Aerzte in dem Schreiben durch die Bezichtigung der Beihilfe an der Fahrscheinerschleichung ist um so unglaublicher, als das ärztliche Attest für die Ausstellung der Mitteltosigkeitsbescheinignng letzten Endes gar nicht in Betracht kommt, sondern a l l e i n d a s Attest des Gesundheitsamtes des Bezirks. Es ist unverständlich, daß das Berliner Zentralwohlsahrtsa m L ein den jüdischen Teil der Berliner Bevölkerung schwer beschimpfendes un d d i e jüdischen Aerzte allgemein verunglimpfendes schreiben an seine Tienststcllen weiterreicht, ohne zu dem Inhalt Stellung zu nehmen. Welche die jüdischen Tentschen schwer kränkenden Gefühle muß dieses judenseindliche Schreiben eines Völkischen bei den Beamten unberechtigterweise auslosen? Tas Berliner Zentralwohlfahrisamt darf sich nicht wundern. l Unlust zur Arbeit ist die Folge eines schlechten Blufzusfandes; durch die aufreibende Tätigkeitwerden die Nerven sehr schnell abgenutzt und vielfach wird nicht beizeiten daran gedacht, diese aufzufrischen. So stellen sich als Folge allerleiBeschwerderijWie Schlaflosigkeit, App efit! o sigkeit,Kop f s chm er z en, Müdigkeitusw.ein.DerBetreffendeist beim besten Willen nicht in der Lage, seinen Funktionen so nachzukommen, wie er gern möchte. Hiergegen leistet oft vorzügliche Dienste. Schon nach kurzem Gebranch fühlt sich der Körper frischer und leistungsfähiger, er kann seinen Pflichten in vollem Masse nachkommen. Schon manche Existenz ist auf diese Weise gerettet worden und manche Beförderung durch bessere Ausfüllung des Postens eingetreten, deshalb versäume niemand, beizeiten seine Nerven durch Leciferrin zu kräftigen. PreisM.1,75, gr. Fl. M. 3,—. Zu haben in den Apotheken und Drogerien. QALENUS, Chem, gnd, Frankfurt a.K. Rudolf Mosse-Cocte spart Spesen. Deutsche Ausgabe M. 42,—. Meine OTS PARFÜMERIE’ SCHERK Li Pauchverzehrende Lampen verzehren den Zigarrenrauch, zerstören schlechte Gerüche, reinigen die Zimmerluft Vorführung bereitwilligst! BERLIN W 15, JOACHIMSTHALER STR. 9 CLO Man befrage den Hausarzt Erhältlich in Mineialwasser band Jungen* Apotheken* Drogerien usw. 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