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Central-Verein-Zeitung · 1927-04-14 · 15 (14.4.1927) · p. Seite 211

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
6 (1927)
Issue
15 (14.4.1927)
Date
1927-04-14
Page
Seite 211 (sequence 19)
Language
German
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m verlorenen Kriege. Es war ihm eine Genugtuung, die er mir gegenüber manchmal anssprach, zu hören, das; die Generation, die mls den Hrlssvereinsschulen hervorgegangen war, sich auch unter den veränderten politischen Verhältnissen so gut bewahrte, das; sie überall an er st er Stelle stand. Wir hatten einen Nathan, der dem Gesamtjudentum gehörte. Nathan lebt fort in seinem Wirken. „Tie Gerechten leben in und mid) ihrem Tode." _ Das Technikum m Haifa. Von Dr. ing. Lllfons Finkclstei«. Vormals Direktor -es Technikums in .Haifa. Als letzte Phase seines groß angelegten Erziehnugssystems für die jüdnrl-e Jugend in Palästina hat Tr. Paul Nathan das Technik um geschaffen. Auf der Vorstuse des Kindergartens, der Volksschule und der Mittelschule baute sich die Erziehung für das praktische Leben in Handelsschule, Lehrerseminar, Nabbi'nerseminar und Technikum auf. Ttw- Technikum sollte der Entwicklung von Industrie, Gewerbe und Handel in Palästina, auch dem aufstrebenden Städtebau, dem Eiscndahubau, Hafen- und Wasserbau diejenigen technisch geschulten mittleren Kräfte, wie Handwerker und Techniker, erziehen, ohne die eine Entwicklung unmöglich ist, und zwar solche Kräfte, die im Lande erzogen und mit der Sprache und den Lebensbedinguugen des Landes vertraut sind. Das P r o g r a m m des Technikums in Haifa umfaßte erheblich mehr als das, was in Europa den Unterrichtsstoff eines Technikums ansmacht. Es war angepaßt an die besonderen Verhältnisse eines vttvmanischen Palästinas, dabei frei von allem Grvßsprechertnm. £?t ist gesagt worden, daß sich in der jüdischen Welt die ungeheuren Mittel für ein technisches Erziehungsinstitut leichter sammeln ließen, loenn man statt einer mittleren technischen Schule eine Hochschule gründete. Nathan hat ein solches Ansinnen immer zurückgewiesen. Für ihn war nicht der äußere Glanz eines Unternehmens maßgebend, sondern sein'innerer Gehalt und seine Einpassung in'die Bedürfnisse des praktischen Lebens. Ihm lag alles Temagogcnhaste fern; er betrachtete seine Gründungen lediglich unter dem Gesichtspunkt des Volkswirts. Ter beginnende Weltkrieg hat die Entfaltung des Unternehmens unterbunden. Tie Hauptgebäude waren im Sommer 1914 zum Teil ganz sertiggestellt, zum Teil so weit gefördert, daß der Ilnterrichtsbetrieb hätte ausgenommen imDat können. Auf einem herrlichen Gelände in halber Höhe des Berges Karmel mit weiter Aussicht ans die Bucht von Akko lag das Grundstück. Tie dem Meer zugekehrte Front war fast 200 Meter lang, die Tiefe betrug 800 Meter. Hinter einer mächtigen Umfassungsmauer, die nach türkischen Begriffen erst den Besitz kennzeichnet, erhoben sich herrliche massive Bauten in einem orientalischen Baustil; zunächst die Mittelschule, deren Lehrprogramm etwa dein einer europäischen Aealschule entsprechen sollte, dahinter, das ganze Gelände überragend, das großzügig augllegte H a u p t g e b ä u ö c , bestehend aus Lehr füllen und Uebungs'älen oller Art-: im Hintergründe das W e r k it a t t g e b ä u d e mit Brunnen und Wasserturm. Aus dem fruchtbaren Boden waren schnell schöne Anlagen gediehen. Ter botanische Garten, unsicher in:-besond-ere die P s l a n z e n der Bi b e t kultivierte, versprach zu einer Sehenswürdigkeit zu werden. Von Interesse dürste es für weitere Kreise und für das Verständnis der Persönlichkeit Nathans sein, einiges über das Programm des Technikums zu erfahren, zumal eingehende Verön'entlichungcn darül^r bis heute nicht erfolgt sind. Tie schulentlassene jüdisckje Jugend wüte zunächst in den uunangreichcn Lehriverkstätten für den technischen Beruf ansgebildet werden. Eine großangelegte Werkstätte mit gutem Maschinenpark, Werkzeugmaschinen, Kraftmaschinen verschiedener Art und einer Kälteanlage stand zur Verfügung. Tie Ausbildung sollte erfolgen in Schlosserei, allgemeinen Bearbeitungsmethodeu, Tischlerei, Dchmiede und Gießerei. Tas Bauhandwerk sollte gepflegt werden durch Ausbildung beim Aufbau der eigenen Gebäude und durch praktisches Arbeiten auf benachbarten Hoch-, Tief- und Wasserbauten, unter Aussicht des Lehrkörpers des Technikums. In mehrjähriger Praktischer Lehrzeit sollte jeder Schüler sich allgemeine Werstatt- und Materllllkeuntnme aneignen und sich dann einem besonderen praktischen Berufe widmen. Es sollten also -erzogen werden: Maschinenschlosser, Banschtosser, Tischler, Schmiede, Gießer, Maschinisten, £teinmetze, Maurer, Zimmerleute. Soweit besondere Ansprüche Oou Gewerbe und Industrie gestellt wurden, sollten diese berücksichtigt werden. Eine Sonderausbildung von landwirtschaftlichen Maschinisten wurde für die zahlreichen jüdischen Kolonien geplant. Es war beabsichtigt, diejenigen Schüler, die Fähigkeiten für den Beruf des TserkstärLen- (Fortsetzung des Textes auf Seite 212, 2. Spalte.) n fl fl'sp. V-tyj'HS'i/ & IV Ci 'enin- MSS- 'allen guten R gcms&eulfchlcmds mm1!

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