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Central-Verein-Zeitung · 1927-02-15 · 8 (15.2.1927) · p. Seite 103

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
6 (1927)
Issue
8 (15.2.1927)
Date
1927-02-15
Page
Seite 103 (sequence 7)
Language
German
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103 : enalisch, französisch, italienisch, ungarisch, russisch. Jetzt haben ioaar Japaner angefragt. Ja, so verjudet ist unser Literaturbetrieb, daß ich, der immer abseits eigentlich stand, durch Jahre und Jahre zu den meistaelesenrn und meist gespielten deutschen, nichtjüdischen Autoren gehörte, t r o tz d e m ich n i ch t zu den v i e l e n aehörte, die ihre jüdische Herkunst verleugnen. Tie haben ja selbst Myer'und Brockhaus nicht übersehen. Immer sahen auch die Blödiane im Ausland in mir nur euien Vertreter deutscher Literatur,- von jüdisch-deutscher oder deutsch-jüdischer war nie die Rede. Also kann cs doch so aussehen, als ob ich „Einfluß, Macht und Führerschaft im deutschen - Volk erstrebe und dadurch selbst dem i loyalsten Deutschen Grund zum Antisemitismus gebe". Aber ich * weiß, ich will von jetzt ab,schreiben: Bitte, sehen Sie von nur ab,; nehmen Sie Stratz, Wöl zogen, Jda Boy-Ed, Dinter, Lienhard und Bartels, wenn sie echte deutsche Literatur an- ' gemessen im Ausland repräsentieren wollen. Nehmen Sie beileibe nicht D o c b l i n und Wassermann und Schnitzler und Attenberg, Wersel, Brod und M o m b c r t. Nehmen Sie nicht Gundolf, Kerr und I a c o b s o h n, H o s m a n n s t h a l und Simmel, und einige Tutzend andere noch, über die Bartels Ihnen die nötige Auskunft erteilt. Führerschaft?! Ach, meine Sünden sind noch größer. Der verstorbene Hans Landsberg, Nobert Breuer und ich, zwei Juden und ein Halbjude, wir waren Gründer und ich sogar der erste Vorsitzende des „deutschen" Scliriftstellerschutzverbandes; also haben wir uns natürlich —, frech, wie die Juden immer sind — j die Führerschaft unter den deutschen Schriftstellern angemaßt. Nein,! wir haben versucht, da die Bedingungen, unter denen sie und wir lebten, himmelschreiend waren, die deutschen Schriftsteller sozial und ITiein ^Kind, ich rate <Dir gut: Himm 1)2.8 bo:ie.Vte.-te un i ver reiteiste Nihr- und Kräftijmnp-smi’tf*l. IW&je.-t-'lk au* edelstem Gerstenmalz. Kr: ä.!Ci. in Apotheken u.Dr<»genha.ndlun,'cn. (i^br, Pater mann. Teltow-Berlin 14. gewerkschaftlich zu organisieren: und, wenn ich den Vorsitz hatte, so habe ich mich so wenig danach gedrängt wie Nathenau nach dem Ministerposten. Ich persönlich wurde auch gar nicht mehr von diesen Ungerechtigkeiten betroffen. Ich habe ihn angenommen, trotzdem die Zeit, die es mir fraß, ich für andere, für mich nutzbringendere Tinge hätte verwenden können, und nicht aus Ehrgeiz, sondern der Sache des Berufs und des Standes willen. (Weitere Artikel folgen.) Die Insel der Seligen. Wochenbetrachtnng. Dae alten Griechen bildeten sich in ihrer Phantasie die Vorstellung von einer Insel der SeUgen. Auch das Judentum hat die Vorstellung der künftigen Welt, deren Seligkeit in mannigfach phantastischen Liedern ansgemalt wird. Ter Schluß aber lautet: Das Glück ist so überwältigend, daß nur Gott es schaut. Es übersteigt jede menschlich Einbildungskraft. {infer Stammhaus, die Firma Koh-i-noor-Bleist«ftfabr«l L. E Hardtmuth in B.-Budweis, wurde zu: wiederholten Maien in deutschen Tagesbkättem wegen ihrer angeblichen tschechischen Nationalität und Einstellung auf das - hrstigsie angegriffen. Diese Nachrichten entbehren jeder Grundlage und sind nur zufolge unrichtiger Znsormoiionen entstanden und in die Tagespresse gelangt. Auf Grund eingehender Nachforschungen und Erkundigungen haben sich die betreffenden < Zeitungen selbst von der Unrichtigkeit ihrer ursprünglich ausgestellten Behauptungen überzeugt und haben entsprechende Nichtigßellungea erscheinen lassen, wovon wir nachstehend jene des «Völkischen Beobachters" zur Kenntnis bringen. Dresden 1927. OAMGZU Mvewt AÄMSSsSM' auf Seite 104 in Nummer 109 unter dcc Ueberfchriltr Vor einiger Zeit haben wir eine Anzeige gebracht, in der wir der bekannten Bleisti'llfabrik Koh-i-noor. 7. S E. Hardtmukh in BudwelS vorwarftn, ihre Erzeugnisse seien rein tschechische Produkte und ihre. Inhaber seien tschechischer Nationalität und brüsseten sich damit im Auslande. Dle wir nun nach eingehenden Nachforschungen und Erkundigungen bei deutschen Vereinen und Organs- ’ sallonen (n Böhmen feflgeflettt haben, treffen diese damals aufgestellten Behauptungen keineswegs zu.. Nichtig ist vlelmehr, daß die Inhaber der Firma Koh>i>noor deutscher Abstammung und Gesinnung? sind, baß der'ganze Betrieb ln Budweis deutsch geführt w.rd und daß die Erzeugnisse der Firma zu: einem sehr erheblichen Teile aus deutschen Nohwaren und mit deutschen Maschinen hergesiellt werden. . Unter diesen Umständen kann nicht davon die Nede sein, daß das Deutschtum schädigt, wer dte Erzeugnisse' dieser Finna kauft. Es Ist im Gegenteil nur wünschenswert, wenn das reichsdcutfche Publikum durch > Bezug.von Waren der Firma Koh>l>noor das schwergeschädigie Auslandsdculschlum unterstützt. Unter.' dleien Umständen kann selbstverständlich auch nicht die Nede davon sein, daß die Firmeninhaber mit i ihrer angeblichen ischechilchen Nationalität im Auslande Nellame gemocht haben. ES ist nur ein einziger Fall bcranni geworden, in dem einmal vor mehr als drei Jahren der amenka- > Nische Vertreter der Firma Koh-i-noor in diesem Sinne täiig war. Das Vorgehen dieses VerircierS! ist von der Firma Koh-i-noor aufs schaifste mißbilligt worden, und es hat sich der Vertreter auch von > der Unrtcbtigkeit seiner Beyauptungen überzeugt und sie nie mehr wiederholt. In England hat die Firma > nlchts getan, als zur Vermeidung von Sirase den doriigen Gesehen enisprechend ihren Briefbogen und > Drucksachen Namen und Staaisangehörigkcit der Firmeninhaber aufgedruckk.

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