Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 6 (1927)
- Issue
- 1 (7.1.1927)
- Date
- 1927-01-07
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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7 religiösen, sondern polirischen Erfassung unseres Seins und LvtlenZ"! Durch deren SBcrfajict? J Noch einen Ihrer Einwände habe ich zu erledigen: Sie können \ ähnliche Verstöße gegen die Wahrheit des Iudenlnnis auch in Zionistischen Schriften nachweifen. Zweifellos, aber gerade dieses Eingeständnis deckt den ganzen Unterschied auf: Wenn der amerikanische Zionistenführer und Ne so r m ra b b i n c r Stephan Wise seinen Gotlesdienft vorübergehend in eine Kirche verlegt, dann wehrt sich der deutsche Zionist E r n st Simon, dagegen. Wenn aber der Centralverein gegen den Keren Hajessod Stellung nimmt, dann schweigt der warme Förderer des P a l a st i n a u s b a u Z, Mitglied de s deutschen K e r euch a j e s s o d - K o m i L e e s. N a b b i n e r D r. Felix G o l d m a n n (Leipzig) zu dem allen und meldet sich nur dann zum Wort, wenn es die Anßensront Zu halten gilt, die Fassade, die Uniformität. Dies ist es, was die innerjüdische Gefahr der Einstellung auf den Abwehrkamps als wesentliches jüdisches Erlebnis ausmacht. dies ist es, was die Verständigung so erschwert: daß in der zahlenmäßig größten Gruppe des deutschen Judentums die Organisation den Geist überwuchert hat. die Fornr den Inhalt, die äußere Gleichheit den inneren Reichtum. Mögen meine Worte, die wahrlich nicht von Gehässigkeit rmgegcben waren, dazu beitragen, daß dies besser werde und daß die lebendige Lust der jüdischen öffentlichen Meinung auch in den Kreis des Eentralvereins eindringe. Dr. ffeliz <8otömann fdjteißü Im einzelnen möchte ich den vorstehenden interessanten Bemerkungen Simons bei aller persönlichen aufrichtigen Wertschätzung folgendes entgegenhalten. Ich weist wohl, dag er Misrachist ist und daß cr für seine Person den Primat des Religiösen im Judentum anerkennt. Aber der Misrachi ist mit seinen Anschauungen innerhalb des Nationaljudentums nur geduldet, nicht führend und eine absolute, oft sogar belächelte Minorität. Die Gesamtheit des Zionismus steht auf dem Standpunkte, daß für die Zugehörigkeit Zum Judentum das nationale Moment und nicht das religiöse maßgebend ist, und diesem grundlegenden Unterschiede Zwischen dem nationalen und dem historischen Judentum trägt auch Simon Rechnung, wenn er etwas unklar von der „unlöslichen Einheit des Religiösen und Nationalen im Judentum" spricht. Er übersieht nur, daß das Nationale in seinem Sinne und das Nationale in der herrschenden Aufsagung von Klatzkin, Blumenfeld und den anderen grundverschiedene Dinge und, und daß durch die Wahl des gemeinsamen Namens verwirrendes Unheil gestiftet wird. Tie Herr sch er: de Meinung vom Nationalen ist eine politische, und so rechtfertigen sich meine Worte, daß die Richtung, der Simon angehört — fcü'ftjuewi er persönlich anderer Meinung sein sollte —, das ..Sein und Zollen des Judentums politisch erfaßt", solange er nicht Zur geistigen Einstellung des Zionismus in deutlich erkennbare Opposition tritt. Nach wie vor bedauere ich, daß der Zionismus nicht im E. B. mitarbeitet. Amerikanische Zionisten würden es unbedenklich tun. Daß zahlreiche Nationaljuden 1913 aus dem E. V. ausgetreten seien, ift ein Märchen! Es waren höchstens einige Dutzend. Narionaljudeu sind eben in erheblicher Anzahl nie int Eentralvcrcün Mitglieder gewesen, denn es ist fraglos, daß (i e n i r a I o c r c i u und n a t i o n a l j ü d i s ch e A nscha u u n a sich a u s s ch l i e ß e n. Daß aber der Zionismus keineswegs tut Sinne seiner deutschen Theoretiker naiionalsüdisch zu sein braucht, beweist klar das soeben berührte amerikanische Beispiel, wo man ja um ihn noch einmal Zu nennen — Klatzkin überhaupt nicht versteht, geschweige denn billigt. Und nun Zum P h i lo - B er la ge! Ich brauche nur auf die vortrefflichen Worte von M. A. Loeb Zn venveisen, die er im „Jüdischen Wochenblatt" veröffentlicht har. Ter Schild-Verlag hat eine Richtung, aber er arbeitet nicht nur Maulkörbe» und schnüffelt nicht in jeder Anschauung eines Autors herum, ^onst hätte er auch des Z i o n i st e n Goslar Büchlein über „I ü d i s ch e Weltherrschaft" nicht verlegen können. Ter Philo-Berlag ist eben großzügiger und freier, als Simon es jetzt haben möchte, und er veröffentlicht liberale und orthodore Literatur, ohne daß darum der Eentralverein sich mit ihr decken müßte. Tie Unterscheidung zwischen Philo-Berlag, der nach «imons Willen streng nach den Statuten des C. B. Zensieren und streichen 'all, mib ./Jüdischem Verlag", der in unbeschwerter Freiheit tun und lassen kann, was er will, ist Hand aufs Herz, lieber Tr. Simon! — etwas spitzfindig und gesucht. "■ Sie ist ein Rückzugsgefecht, ebenso wie im ans Bemerkungen Zur O st ju den frage. Denn mein Vergleich bleibt richtig! Ich wiederhole: Die deutschen Juden nehmen Zur Ostjudeneimvauderung keine andere Stellung ein als die palästinensischen Zionisten. Und habe ich in meiner ersten Kritik das vom politischen Standpunkte aus bewiesen, will ich es jetzt auch aus die in» er.j üd i s che Auffassung ausdehneu. Denn die Minimalisten unter den Zionisten sperren sich nicht nur aus politischen, sondern auch ans innerpolitischen Gründen gegen starke ostjüdische Einwanderung. Sie wollen nicht haben, daß die Zigarrenfabrik §»Lt tüchtigen, gut einsdüXjrtoi weisenden und fiat derselbe bei zufriedenstellender Leistung Aussicht, als Lerldaber aufgcnoixunen zu werden. ©cfL £»ctten unter X. 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Bewerber hat Ln taktvoller und würdiger Form den Verkehr zwischen Hinterbliebenen und ge» meindlichen und städtischen Behörden zu übernehmen und alle Anordnungen, welche für die Bestattung nötig find. zu treffen — Bewerber ist zunächst als Vertreter des zetzrgen Inhabers der Stelle in Behinderungsfallen gedacht. Tauerstellung wird bei Eignung in. Aussicht gestellt. — Geeignete Personen wollen ihre Bewerbungen bei dem Sekretariat ver Israelitischen Kultusgemeinve Nürnberg, Neuegaffe 12 einreichen. — Äbgcbautc Lehrer, die zugleich Mohlim find, find als Bewerber besonders erwünscht, es kommen aber auch Kaulleute und Rn gehörige anderer Berufe in Betracht. Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde, Nürnberg. Ich habe mich in Krefeld als Nechisanwati niedergelaffen. Mein Bureau befindet sich Oktwall 77. Krefeld» im Tezember 1926. > Or. Linst kev^ ll. V.... ■ n. ., .. ri^td in rheinischer Großstadt, mit AJ vl ItllilvlvHv um sau gr. 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