Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 53 (31.12.1926)
- Date
- 1926-12-31
- Page
- Seite 700 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Verpackung wird nickt berechnet. 700 Was aber die üsthekische Lehre Kuhs vornehmlich auszeichnet, ist ihr ethischer Charakter. sticht ans Schulfuchserer arbeitet er immer wieder die gesetzmäßigen Unterschiede der Gattungen heraus, sondern aus gleichsam sittlichen Gründen. Es erscheint ihm bequem und unehrlich, mit den Mitteln der einen Gattung die Wirkungen der anderen zu erschleichen. Er hatte von der Kunst die denkbar höchste Anschauung, und seine eigene strenge Lehre wurde genährt und gestärkt durch Persönlichste Entsagung. Das harte Urteil Hebbels hatte ihn gelehrt, daß seine dichterische Anlage zu hoher schöpferischer Leistung nicht ausreiche, er verzichtete. aber sein dichterisches Teil, empfangend und urteilend angewandt, kam nun seinem kritischen Werk Zugute. Emil K u h ist am 13. Dezember 1828 in Wien geboren, er entstammte einer jüdischen Kaufmannsfamilie. Im Jahre 1857 trat er zur katholischen Kirche über. Dennoch gedenken wir seiner hier in diesen Blättern. In unserer Zeit gehen verworrene und verwirrende Theorien über Rasse und Blut um, die unermeßlichen Schaden stiften, dem einzelnen das Leben verbittern, Tatsachen, Werte, Leistungen verfälschen, und so liegt es uns ob, auf solche Juden hinzuweisen, die sich um die deutsche Geistigkeit verdient gemacht haben, ja. die das Wesen der deutschen Dichtung so tief erspürt haben wie nur irgendein gebürtiger „Germane". Emil K u h, der Jude, gehört zu jenen Dichtern, die für uns heute die Dichter des neunzehnten Jahrhunderts schlechthin sind, nicht anders als L e f s i n g und Herder zu den Klassikern. Würde man seine Schriften und Briefe sammeln, so würde es ohne weiteres offenbar. C£5ß ad3 Besuchtestes Rocltbrtinnen- Badtiaas u. Passanten-Hotel für Herbst- und Winterkuren bestens geeignet. 260 Betten, grosse Gesell* sehaftsräume, Konferenzzimmer, fliessend es Wasser in allen Zimmern Staatstelephon. Zimmer mit Frühstück von 5 M.. 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In Nr. 35 des „Evangelischen G e m e i n d e b l a t t e s f ü r S t it ttgar t" bespricht Paul Reinöh l den Roman „I u d Süß" des jüdischen Schriftstellers Lion Feuchtwanger und nennt es eine Volksvergiftung, „daß unsere besten Männer und Frauen von einem jüdischen Schriftsteller zugunsten eines Verderbers unseres württembergischen Landes in den Staub gezogen werden". Joses Süß Oppenheimer wurde Ende des 17. Jahrhunderts als Sohn eines Schauspielers in Heidelberg geboren, am 4. Februar 1738 wurde er in Stuttgart auf eine besonders schimpfliche Werse in einem eisernen Käfig gehängt. Der Herzog-Administrator Karl Rudolf, der nach langem Zögern unter dem Druck seiner Räte das Urteil unterschrieb, äußerte dabei: „Das ist ein seltenes Ereignis, daß ein Jude für Christenschelmen die Zeche bezahlt." Viel Gutes ist trotzdem über Oppenheimer nicht zu sagen. Der allmächtige Finanzagent des Herzogs Karl Alerander von Württemberg war der gewissenlose Helfer eines nicht minder gewissenlosen Fürsten, nach dessen Tod man den Inden allein alle Schlechtigkeiten büßen ließ, die er im Auftrag seines Herrn und mit Hilfe einer großen Zahl christlicher Spitzbuben verbrochen hatte. Die außerordentlich zahlreiche zeitgenössische Literatur über Oppenheimer ist heute so gut wie unbekannt: von spateren Schriftstellern, die sich mit ihm befassen, wird nur mehr Hailfs gelesen, der aus dem merkwürdigen und, wie man wohl sagen darf, tragischen Schicksal des Hosjuden einen Roman machte^ der genau wie sein Lichtenstein einer heute überlebten Gattung angehört. Der erste, der in neuerer Zeit aus Grundlage der gesamten Akten eine gerechte, unparteiische Darstellung zu geben bemüht war, ist der verstorbene Oberkirchenrat Dr. Theodor Kroner in Stuttgart, der im Jahre 1903 in der C e n t r a l Vereinszeitschrift „Im Deutschen Re ich" (Jahrgang IX, Nr. 1) eine fymte leider vergriffene kleine Abhandlung schrieb, die jede einzelne Zlngabe mit Beweisstellen belegt und Licht und Schatten gleichmäßig 7^ 'V Entzückend schön, m&ss unverwüstl ich, preiswert. ö Wurst fabrik Empfehle meine Spezialitäten; Gänse- § 2. warst und Gänsebrüste M. 3,50 pro Pfund, p, tnspekte v mmmmmwmmmmwmmmmmmmmmmaMmm MssttSlausch. Will meine ^4 Tochter, 2t I. all, geg. gebild fg. Mädch. od. fg. Manu für läng. Auienth. austansch. Ost. n. 8.8.6102 an Rudolf Messe, Dresden. tturMrstenbad, Godes- 1» Vers, für Nervöse. jüdische Literatur, (%y jüdstche Kochbücher, interessante Bücher aus allen Gebieten, Kulturu.Sittenacschichte,Prloat- ' drucke für Sammler und „Bibliophilen". 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