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Central-Verein-Zeitung · 1926-11-26 · 48 (26.11.1926) · p. Seite 626

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
48 (26.11.1926)
Date
1926-11-26
Page
Seite 626 (sequence 10)
Language
German
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m berühmten Kammerdiener in „Kabale und Liebe" spielte, mit einer düster brütenden Stumpfheit, in einem klanglos rauhen Ton, unter dem doch an Gram und Wut das Ungeheuerste Zu Zittern schien. Und solche Menschen der unheimlich unterdrückten Lebenskraft hat er seither in allen möglichen Variationen gespielt: starr, mit größter Sparsamkeit gerade aller Töne und Gebärden. Da war zum Beispiel ganz unvergeßlich in einer Komödie von Mohr ein amerikanischer Milliardär, der völlig abgestorben in seiner Macht zu thronen scheint, und wie ans einem toten Leibe Zuweilen ganz unheimlich Lebensregungen zucken läßt. Oder ein andermal bei Brecht ein Journalist von bohomehafter Haltung, krausesten Manieren und einer sehr gütigen Menschlichkeit im Hintergründe. Wie überall dort, wo die lebendige Seele ins Spiel kommt, hat auch Graetz in solchen Rollen erreicht, was er in seinen Anfängen gar nicht besaß: die Schönheit der Häßlichkeit. Sein Gesicht kann so viel Würde, so viel Ernst, so viel Leid zeigen, daß es ehrsurchtgebietend und rührend und jedenfalls nicht im mindesten abschreckend wirkt. Mit seinem Zerfurchten alten Männergesicht und seiner tief krächzenden Stimme, aber auch mit der sanftmütigen Schwere seines Tones und seiner Bewegungen ist Graetz in solchen Rollen vollkommen der Erbe des großen Haus Pagah. Und wenn wir noch irgendwo ein Ensemble Hütten, das sich die Verwendung hochqualifizierter Kräfte für Aufgaben kleineren» Umfangs leisten könnte, so wäre Paul Graetz ein Chargenspieler von ganz unersetzlichen! Wert, für den im großen Drama von Shakespeare bis Strindberg eine Fülle wesentlicher Aufgaben berertlägen. Statt dessen führt die heutige Situation dazu, daß man ihn in mäßiger Schwänken Hauptrollen spielen läßt. Rollen freilich, die nun seine ganze Kraft ausnutzen und irgendeinen kessen Berliner Jungen, meist mit einigem Verbrechereinschlag, aber auch mit irgendwelchen gefühlvollen oder zornigen Menschlichkeiten Zeigen sollen. Natürlich macht Graetz derlei ausgezeichnet. Am bekanntesten ist ja seine Leistung als „Perlmutter" geworden; da stammt die Vorzeichnung aus dem .jüdischen New Jork, und' die Mischung von wirbelnder Großstadtgeschäftigkeit und jüdischer Sentimentalität ist unvergleichlich. Aber auch wo das Großstädtische allein im Vordergründe zu stehen hat und seine Berliner Spielart angeZeigt ist, behält die Art von Paul Graetz Gültigkeit und Kraft. AH TD ein ttind, ich rate (Dir gut: 'nimm BIOMALZ. Das beliebteste und verbreitetste Nähr- und Kräftigungsmittel. Hergestellt aus edelstem Gerstenmalz. Erhältl.in Apotheken u.Drogenhandlungen, G-ebr. Patermann, Teltow-Berlin 14. In der berlinischen Mischung stecken von jeher auch jüdische Elemente. Franzosen und Juden haben im achtzehnten Jahrhundert diesen Kolonialdeutschen, diesen vom Slawentum angerührten Märkern den Einschlag gegeben, mit dem sie zu Großstädtern von prägnanter Eigenart erwachsen sind. Wenn Paul Graetz im „Krokodil" oder als „Rebhuhn" einen Berliner Jungen von rabiater Geschicklichkeit, tolldreister Entschlossenheit, skrupelloser Schlagfertigkeit und dabei im Grunde gutartiger Menschlichkeit darstellt, so ist sein immer noch höchst spürbarer jüdischer Einschlag nicht im Wege. Denn ganz so, wie er da ist, so ist tatsächlich auch Berlin. Palästina im Hilö. Karl Gröber, „Palästina, Arabien und Syrien. Baukunst, Landschaft, Volksleben." (Mit über 300 Abbildungen in Kupfertiefdruck). Sammlung Orbis Terra rum. Verlag Ernst Wasmuth A.-G., Berlin. — Georg Landauer, „Palästina." 300 Bilder. Einleitung, von Sven Hedin. Verlag Metzer u. Besten. München 1025. — Ludwig Preist und Paul Nobrbach, „Palästina und das Ostiordanland." Mit 210 Tiefdrucktafeln und 21 farbigen Bildern. Verlag Julius Hoffmann. Stuttgart. Die Kunst des Photographen unserer Tage, der es versteht, mit seinem Blicke einen packenden Ausschnitt aus dem Leben des Alltags ans das Bild zu bannen, der den Mensch als Typus zwanglos seiner Aufnahmensammlung einreiht, der der herkömmlichen Sehenswürdigkeit der zwei Baedekersterne neue Schönheit -mit seinem Apparat entlockt —- diese Kunst spricht erst aus wenigen Ansichteno Die glückliche Geburt eines gesunden Töchterchens zeigen hocherfreut an Alfred Katz und Frau Renate geb. Emmerich. 'Elberfeld, 15. Novbr.1926 irenenstr, 3. D Rechtsanwalt Dr. Max Baumgart Margot Baumgart geb. Lamm Vermählte. Gera, November 1926. In der Mischen Blindenanstalt für Deutschland E.B. Berlin Steglitz, Wrangelstratze 6/7 ist die Stellungs-Leiters ZU besetzen. Alleinstehende Herren, bis 50 Jahre alt, welche eine ähnliche Tätigkeit bereits ansgeübt, mindestens das Volksichullehrerexamen de» standen haben, den Gottesdienst auszuüben vermögen nnd absolut geeignet sind, dreien Posten - auszufüllen, wollen sich um er Angabe der Gehalts- - ansprüche und unter Beifügung von Akugnrsabschristen, welche nicht zurückgeschickt werden, an .den Unterzeichneten wenden. Die Stellung ist mit freier Station verbunden. Jüdische Blindenanstalt für Deulschland, S. B. Der Vorstand. I.A.: Paul Schalscha. Erfahrener für eine vornehme, klinisch geleitete jüdische Anstatt gesucht. Durchaus selbständiger Posten. Gute interne1 Arrsbrldlmg erforderlich. Bewerbungen mit l Lebenslaus, Lichtbild und Referenzen unter * F. N. U. 445 an KUbv! f Mosse, ' Frankfurt e. M. z __ Gesucht geeignete vornehme jüdische .Familie, rn bestem Berliner Bezirk wohnhaft, welche -i Zungen Engländer (17 Jahre alt), ins Geschäft gehend, für 12 Monate vom April ab als Familien-? Mitglied ausnehmen würde. Familien, die eigene ß. Knaben im ungefähr gleichen Alter haben, bevor- J zugr. Zuschriften unter Angabe von Einzelheiten * und genauen Bedingungen an JE. L. €r. 4209, l Rudolf Moste l,4d., 125/130 Strand, I London W. C. 2, erbeten. Die glückliche Gehurt eines kräftigen, gesunden Jungen zeigen in dankbarer Freude an Louis Friedlein und Frau Cary geb. Strauss. Essen (Rottstrasse 2), den 16. November 1926. Verein Synagoge Lützowstrasse, sw* Ehannkafeieir “W. Sonnabend- 4. Dezember, nachmittags 4^- Uhr, Logenhaus. Kleiststratze 10, Gartensaal, parterre. Kestansprache: Rabbiner vr. Weiße. Heitere Vorträge bei Schokolade und Kuchen. Kinderpolonäse, Geschenke. Eintrittskarten: Kinder M. 0,50 inkl. Steuer und Bewirtung, Erwachsene M. 0,75 inkl. Steuer an der Kasse und beim Pförtner, Synagoge Lützowftraße. Alle Kinder und Erwachsene unseres Bezirks Westen sind herzlichst emgeladen. Der Vorstand: vr-Donig. Auf Grunä meiner Zulassung zum Amts- und Landgericht Duisburg habe ich mich als Rechisanwatt niedergelassen. Ich übe meine Praxis in Gemeinschaft mit Herrn Rechtsanwalt und Notar vr. Rottenstein aus. Das Bureau befindet sich in Duisburg, Uönlgstraße 26* Telephonanschlüsse: Bureau Süd 4184 Privat Süd 4465. Dr. WiIh. Kaufmann II Rechtsanwalt. Die „echte“ EIcKe-Kaneemgschlne mit selbsttätiger Ausschaltung der elektrischen oder Splritusbehefzung« Sauber, bequem, wirtschaftlich. Seit mehr als 69 labten als beste HaiteemasciUne der Welt bekannt. Von allen empfohlen, die dieselbe ständig gebraucnen. Reinei, kräftiges Getränk, Höchsts Ausnutzung des Kaffees. Nur „echt“ mit dem Stempel H. Eicke auf dem Wasserkessal, H. Eicke, Berlin W 8, Leipziger Strasse 39, Ich bin nunmehr autzer bei dein Amtsgericht in I Bochum auch der dem Landgericht in Bochum ctl3| Rechtsanwalt zu gelassen. — Meine Bureauräume befinden sich | nach wie vor: rvanne-Lidrel i. Lvrstt. 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