Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 48 (26.11.1926)
- Date
- 1926-11-26
- Page
- Seite 621 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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L. v-Versammlungen in Ssl und West. Ie!egler!enMg«»gen in Oberschlesien - Hegen und Hessen-Nassau - Nheinland-Westsalen - Pommern - Lst-weslsalen-LIppe - Versammlungen I« Bremen. Breslau, Chemnitz. Sorlmnnd, Dresden, Görlitz, Hannover... Mit einer Fülle von Veranstaltungen in allen Teilen des Reiches hat die Winterarbeit des C. V. eingesetzt. Eine große Anzahl von Landesverbänden hielt ihre satzungsmüßigen Delegiertentagungen und Ausschußsttzungen ab, um nach Vortrügen von Vertretern der Hauptgeschäftsstelle das Winterprogramm zu beraten. Daneben fanden in vielen Städten öffentliche Mitgliederversammlungen statte durch die auf Freunde und nichtjüdische Volksgenossen im Sinne unserer Ideen eingewirkt wurde. Oberschlesien. Am 31. Oktober fand in Oppeln eine Landesverbandstaguug statt, bei der fast sämtliche Ortsgruppen durch Delegierte vertreten waren. Der Vorsitzende des Landesverbandes, Rabbiner Dr. Brauns ch w eiger (Oppeln), und Syndikus Dr. Jacob o.w i tz (Beuthen) erstatteten ausführlichen Bericht über die Arbeit des Landesverbandes im verflossenen Jahre. Anschließend daran berichtete Life Leibholz (Berlin) über die Tätigkeit der Hauptgeschäftsstelle (Berlin) und neue Wege praktischer Arbeit. Im Anschluß an die Landesverbandstaguug fanden in den Ortsgruppen Hi ndenburg, Neiße, Groß-Strelih gut besuchte Vorträge statt, in denen Life Leibholz über „Die Politischen, .wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lehren der letzten Jahre" sprach. Der rege Besuch aller Veranstaltungen legt Zeugnis ab für das lebhafte Interesse, das der Arbeit des Centralvereins in Oberschlesten entgegengebracht wird. Hesse n und H e s s e n - N a s s a u. In Anwesenheit von 89 Ortsgruppenvertretern fand am 14. November die ordentliche Haudesverbandstagung des Landesverbandes' Hessen und Hessen - Nassa u in Darmstadt statt, der eine außerordentlich stark besuchte Mitgliederversammlung mit Staatsrat a D. Justizrat Dr. Cohn (Dessau) als Redner vorausgegangen war. Dr. Norbert Einstein (Berlin) sprach über „Die wirtschaftliche Lage des deutschen Judentums", während Dr Ludwig Holländer, Direktor des C. V., eingehend unsere politische, rechtliche und gesellschaftliche Notlage schilderte und Mitteilungen vertraulicher Art über die von der Zentrale getroffenen und vorgesehenen Maßnahmen machte. Am Tage darauf hielt Dr. Holländer in einer gutbesuchten Mitgliederversammlung in F r a n k f u r t a. M. einen eindrucksvollen Vortrag über „Die Sorgen des deutschen Judentums". Mit Rücksicht auf die Ausdehnung des Landesverbandsgebietes wurde zum 17. November eine außerordentliche Delegiertentagung nach Kassel einberufeu, zu der sich die stattliche Zahl von 69 Ortsgruppenvertretern einfand Im Mittelpunkt der Tagung standen die Vorträge unseres ' Hauptvorstandsmitgliedes Studienrätin Dr. Gertrud Klausner, M. d. L., über „Der Fall Haas im Landtag", und des Syndikus des Centralvereins, Dr. Alfred W i e n e r, über „Vertrauliche Mitteilungen aus der C. V -Arbeit". Verde Vortragenden hatten am Abend vorher in einer überfüllten Mitgliederversammlung der Ortsgruppe Kassel gesprochen. Der Geschäftsbericht wurde in Darmstadt von dem Syndikus des Landesverbandes Hessen, Hessen-Nassau, Dr. M a r x, in K a s s e l von dem Syndikus für Rheinhessen und Starkenburg, Erwin B a e r, erstattet. Im Anschluß an sämtliche Vorträge entwickelten sich außerordentliche rege Aussprachen, die die Teilnehmer beider Tagungen über sechs Stunden zusammenhielt. In der gleichen Woche fanden in M a i n z intb M arburg mit großem Beifall ausgenommene Vor Präge von Dr. Norbert Ei n st ei n über „Die Juden und das Wirtschaftsleben" statt. In Gießen und E sch w e g e sprach Dr. Gertrud Klausner über „Völkerversöhnung — Volksversöhnung". Die ungewöhnlich rege Teilnahme der Ortsgruppen und Gemeinden an beiden Tagungen gibt die Gewähr, daß auch im nächsten Jahre auf die Hilfe und Mitarbeit unserer Freunde im Lande gezählt werden kann. R h e i n l a n d - W e st f a l e n. Zu der ordentlichen Delegiertentagung des Landesverbandes Rheinland-Westfalen in Dortmund (am 17. November) waren etwa 170Teilnehmer aus mehr als 40 Ortsgruppen erschienen. Nach dem Jahresbericht des Rechtsanwalts Abel (Essen), der sich ans die objektive Wiedergabe einer Reihe von charakteristischen Einzelfällen aus der Tätigkeit des Landesverbandes beschränkte, fesselten die Vorträge von Rechtsanwalt Dr. Bruno Weil über „Die Rechtsnot der deutschen Juden" und die Ausführungen von Direktor Dr. Holländer über „Die Sorgen und Nöte des deutschen Judentums". Auch die Behandlung der jüdischen Jugend- und Sportsrage durch Rabbiner Dr. Klein (Düsseldorf) und Rechtsanwalt Dr. Nosentha'l (Duisburg) fand das besondere Interesse der Teilnehmer. Die Aussprache über die verschiedenen, durch die Vorträge angeregten Fragen hielt sich auf einer durchaus beachtenswerten Höhe. Wir dürfen hoffen, daß der Wunsch, mit dem der Vorsitzende, Rechtsanwalt Dr. Herzfeld (Essen) die Tagung schloß, erfüllt werden wird, nämlich, daß die Delegierten die erhaltener! Anregungen auch in der Arbeit in ihren Ortsgruppen in die Tat umsetzen werden. Am 18. November sprach in Dort m u u d Dr. Bruno Weil (Berlin) in einer Altffidriingsvetsammlnng vor einigen hundert Christenüber „Die Indische ^Internationale". Der Bortrag fand ungeteilten Beifall. P o m m e r n. Unter ansehnlicher Beteiligung ans der ganzen Provinz fand am 21. November, die ordentliche D e l -e g i -c r t e u t a g u h g des Landesverbandes Po m m cm des C. V. in Stolp statt. Vom Berliner Hauptvorstand bzw. vom Landesverbandsvorstand nahmen die Studienrätin Dr. Klausner, M. d. L, Else Dormitzer (Nürnberg), Syndikus Dr. Alfred Wiener. ' Dr.. M a r c u s e Stettin) als erster Vorsitzender, Mar Eise n st c i n (ctcttin) als Schatzmeister, Zahnarzt ^Dr ~ 31 c n m a n u (Stolp) sowie Syndikus Dr. G o t t - s ch a l t (Stettin) teil. Die Tagesordnung bracht-' neben dem Geschäfts- und Kassenbericht Referate über- „Die wirtschaftliche Lage der Po m in e r s ch e n Juden, beet n f l u h t durch die antisemitische B e w e g u n g" (Assessor Beer, Lauenburg, Max Gute r, Stolp); „D i e Ostmark und die jüdische V e - völkerung" (Zahnarzt Dr. Rosen, Schlawe, Kantor Moses, Schlawe); „Ä u s de m Landtag e" (Dr Gertrud K l a u s n e r); „Bilder aus Bayer u" (Else D o r m i tz c r); „A u s der Arbeit der Zentrale" (Dr. 9l. Wiener). An die Referate schloß sich eine wertvolle, eingehende Aussprache, die sich bis zu den Abendstunden ausdehnte. Zu allgemeiner Freude war auch die D a n z i g e r Gruppe des C e n t r a l v e r e i n s durch Lehrer E ch t (Danzig) vertreten, der mit besonderer Herzlichkeit durch den Vorsitzenden Dr. M a r c u s e bewillkommt wurde. Am Vorabend der Tagung fand eine überfüllte G e m e i n d e v e r s a m m l im g unser Vorsitz von Dr. N e u m a n n (Stolp) statt, 'in der Dr. Gertrud K laus n c p, Else Dor m i tz e r und Dr. Wiener sprachen. O st - W e st s a l e n - L i P P e. Der Landesausschuß des Landesverbandes O st - W e st f a l e n - Lippe trat am 21. November unter Vorsitz des Direktor Baruch (Herford) in dessen gastfreundlichem Heim°zu einer Tagung zusammen. Alle Ortsgruppen des Landesverbandes hatten Vertreter entsandt. Von der Hauptgeschäftsstelle nahm Alfred Hirschberg an der Tagung teil und berichtete über: „Die Lage des deutschen Judentums und die Arbeit des E. V.". Die sehr angeregte Aussprache behandelte neben dem Vortrag vor allem aktuelle Probleme des Landesverbandes und führte zur Einsetzung eines siebengliedrigen Aktionsausschusses. Che m n i tz. Die Mitgliederversammlung, zu der unsere Ortsgruppe C h e m.n i tz zum 16. November geladen hatte, war überaus gut besucht. Zunächst sprach Rechtsanwalt Dr. Goldberg (Plauen) über das wichtige Thema: „Auf Vorposten im Vogtlande im Kampf gegen den Antisenntismus", dann hielt der Vorsitzende des Centralvereins, Justizrat Tr. B r o d n i tz, einen ausführlichen, in die Tiefe gehenden Vortrag über: „Unsere Not". Beide Vorträge waren inhaltlich wie formell vorzüglich und hielten die Versammlung von Anfang bis Ende in ihren Bann. Um das Gehörte nicht durch eine Diskussion ab schwächen zu lassen, fand über die Reden keine Aussprache statt, wohl aber über andere Fragen, wie über das Verhalten im Wahlkampf zu den Stadtverordnetenwahlen. - Am 17. November fand eine außerordentliche Vorstandssitzung statt, in der Justizrat Dr. Brodnitz vertrauliche Mitteilungen über die C. V.-Arbeit machte und an ihn gestellte Anfragen beantwortete.