Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 46 (12.11.1926)
- Date
- 1926-11-12
- Page
- Seite 599 (sequence 7)
- Language
- German
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5** eine roeünnerfnmi'te Wahrheit, und heute, am 22. Juni 1926, haben sie sie alle, bis auf 10 Menschen in der Welt, vergessen. Aber Barmat und Kntisker ruft man. Niemand, und die Inden am wenigsten, werden diese Fälle beschönigen wollen. Nur das; sie 311 Wahlmanövern am gezogen wurden, bleibt zu beanstanden. Eine Verschiedenheit nennenswerter Art zun scheu dein deutschen Zndew und dem deutschen Mchljnden, die einen Anti-! scmitismns völkerpsyclp logisch vielleicht -erklären tonnte, bestand! auch nicht. Er, der denlsche Jude, war ja nicht wie i der Ostjnöe, zweisprachig. Das heißt er sprach nicht mit j seinesgleichen eine Umgangssprache, die der christliche Pole oder j Busse nicht verstand, und tonnte etwa dadurch Misttrauen, das völkerpsychologisch gleichbedeutend mit Hast, Feindschaft und Verachtung ist, wecken. Bein, der deutsche Jude sprach mit jedem seiner Umgebung s e i n e Sprache unt> er verstand genau wie jener s o wenig die Sprache und Seele einer anderen Landschaft, wie etwa der Ade ctl e n b u r g e r den Sehlierseer. Er lvar von seiner! engeren dentschen Heimat so wenig weit entfernt, dast^ er seinem j Aachbar viel näher stand, als etwa der Märker dem Sachsen, der j Bayer dem Würtkemberger, dein Friesen, dem Hanseaten und dem Elsässer. In den Ländern südlich der Alainlinie mir noch reinerem : Volksleben und geringerer Bermischtheit, mit stärkeren dialektischen; Färbuttgen tum* diese Verbundenheit des Fuder; l trotzdem sie ihre \ J)iitcn genauer einhielten als ihre norddeutschen Glaubensgenossen) noch intiiger. Ter Antisemitismus, der also genau so dumm ist n>ic jeder Hast verschie d e n s p r a ch l ici)er oder -rassiger Völker und Länder untereinander, war, das wollte ich beweiset;, in Deutschland tvenigstens immer nur in den letzten Fahrzehnten ein all hoc gej machte8 Knnstprodnkt gewesen, dctn auch volkspsychologisch die i Unterlagen sehlkett. Es war die Erwiderung der regierenden Mreife in Deutschland (vielleicht auch der Negierung selbst). Die insz-enierterr ihn gegen den Einfluß, den z. B. um 1890 liberale Politiker, wie Last e r, Loewe, B a tu b e r g e r, N i ch k e r tt. a., aus eine immer größere Menge der Gebildeten in Deutschland gewannen. Uttd zmu Schluß tvar er, der Antisemitismus, eines der vielen Mittel in jenem Kampf, den um die Ztlkunft Dentschllmds Militär und Großgrundbesitz uitb Industrie auf der eine n Seite und Volt, Bauten unb Handel auf der ändert; ansfochten. Beide wollten eigentlich das gleiche, nur auf anderen; Wege. Die ersten wollten ein mächtiges, au Areal sich mit glücklichen Kriegen erweiterndes Deutschland, das eben nach bum Bismarck- ST. MORITZ 1. Ranges, U a | 300 Betten HVIVI Das guts Haus bei ermäßigten Preisen Engadin, S ch w e i z Lac Winteruub Sommerfaison Wort mit Blut uub Eisen zusammengcschmiedet tvar, uub mit Blut und Eisen sich weiter bewähren sollte, ein Deutschland, in bem sie führten. Die andern wollten ein Deutschland, das durch Handel uub Schiffahrt groß würde. Die einen predigten ^Abschluß, Zölle und indirekt Krieg, tuntn nötig, Politik der eisernen Faust, die andern Weltwirtschaft, Freihandel und Frieden. . . Und doch wäre es trotzdetn falsch, oder selbst August 1914 nicht ganz richtig gewesen, üou einer völligen Ausgeglichenheit dieses Verhältnisses zwischen jüdischen und nichtjüdischen Deutschen zu. sprechen. Es tvar nur eine scheinbare. Alan kamt am besten dafür eilte Parallele zwischen denn Preußen und dein Bayern vor 1914 und den; deutschen Juden uub dein Nichtjnden ziehen. Ter Preuße — heute will er nichts von ihm wissen — hatte vor 1914 den Bayern gern, hatte ein Faible für ihn, seine naivere jüngere Urwüchsigkeit, sein Volksleben, sein Zitherspiel, sein Lchuhplatteln, seine Trachten, sein Hofbräuhaus, seine Weißwürste — er ging zwar lieber bei sich 311 Kempinski Hummern essen und au gntgedecktem Tisch, statt aus gehobelten Brettert;, Chablis trinken -—, aber mal so aus der Neise war daher etwas sehr Nettes und anderes. Der Preuße schwärmte elegisch an Mondscheinabenden in Giebelstädten, wenn deren Bevölkerung längst in den Betten lag; kurz*, der Preuße liebte den Bayern, wie jemand einet; jüngeren Bruder liebt, der noch Zeit hak. Sanatorium für Nerven-undinnere Kranke | Die glückliche Geburt eines prächtigen Wiädefs zeigen hocherfreut an Theo Kaiz und Frau Martha geb. Kaufmann, WHten, Sternstrasse 25, Lucie Plaut Bernhard Baer Verlobte. Gross-Rhüden (Hann.) Beckum (Westf.) November 1926. r Else Wallerstein Siegfried Abraham Verlobte. Siegburg Attenkirchen Friedrichsstrasse 12 (Westerwald) 7. November 1926. r Bella Friedmann Justin Theilhaber Verlobte. Erfurt. V fVfeimngerr. "\ Statt Karten! Hilde Löwenstein Julius Meyersfcpin Verlobte. Meimbressen Heiligenstadt (Kassel) (Eichsfeld) J r LEO SCHWERIN HEDWIG SCHWERIN geb. Hess Vermählte. Frankfurt a. ML USm a* d. O Uim a. d. D., den 14. November 1926 Hotel Russischer Hof. Nachruf. Am heutigen Tage entschlief plötzlich Herr Rabbiner Dr. Harens PetuctioosKi. Seit dem Jahre 1912 hat er als Rabbiner in unserer Gemeinde gewirkt. „Gotteslehre, Gottesdienst und Wohltun“, diese drei Säulen des Judentums, bildeten die Leitsterne seines Lebens. Nach ihnen hat er allzeit sein Wirken als Lehrer und Führer der Gemeinde gestaltet. Sein Andenken wird in unserer Mitte stets fortleben. Berlin, den 29. Oktober 1926. Vorstand der Jüdischen Gemeinde. JI Auf einer Reise verschied plötzlich und unerwartet mein geliebter, unver gesslicher Mann, unser herzensguter Vater, Sohn, Bruder und Schwager im 51. Lebensjahre. In unsagbarem Schmerz: ob. Wolf Mathilde Maas Anni Maas JSax Haas Adolf Haas u. Angehörige. Hannover, den 8. November 1926 (Ferdinand-Walibrecht Strasse 20). nulle Feftdichw t 11 11 n vor: äötfc* blatt'3jlitArbeiter Neu» mann, Berlin W,Ubfaub* ftrcifec 106. Psalzburg 8496. Statt jeder besonderen Anzeige. Am 29. Oktober d. J. verschied jn 86. Lebensjahre infolge Altersschwäche unser innigstgeliebter Vater, Schwiegervater, Grossvater und Onkel, Herr Lehrer a. D. Die trauernden Hinterbliebenen. Breyell (Rheinl.), Bünde i. W., 29. Oktober 1926. Krankenschwestern tüchtige, jüdische, sofort gesucht; ebenso junge Mädchen, die sich als Krankenschwestern ansbilden wollen. Ausbildung erfolgt kostenlos; aussichrsv vlle Lebens Versorgung. Bewerbungen mit Zeugnissen und Bild an das Israelitische Krankenschwesternhelm, Mannheim. Die Stelle eines 2. Beamten der Gemeindepflege und des Sekretariats der Israelitischen Religionsgemeinde Stuttgart dessen Tätigkeit sich besonders au; Buchhaltung und Kassenwesen Zn erstrecken hat. ist alsbald zn besetzen. Israelitische Bewerber, vor allem Verwalluugsbeamte. daun aber auch geeignete Personen aus dem Kaufinannsstand und dem Bankfach, wollen sich unter Darlegung und ihrer bisherigen Tätigkeit beim Israelitischen Gemeindevorsteheramt, Stuttgart, melden. Aufstiegsmöglichkeit mit Pensionsberechtigung ist vorgesehen. Stuttgart, den 4. November 1926.