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Central-Verein-Zeitung · 1926-11-12 · 46 (12.11.1926) · p. Seite 596

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
46 (12.11.1926)
Date
1926-11-12
Page
Seite 596 (sequence 4)
Language
German
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f Es ist ein Wechselspiel: die Sucht nach Skandal schasst die Skandalblätter, und die Skandalblätter wiederum benebeln die Gehirne und schassen neue Skandale. Wenn es weniger Skandalblätter gäbe die Atmosphäre würde sich gewiß schnell reinigen. Kein Zweifel, daß sich die Zustande in den letzten Monaten etwas gebessert haben. Die Zahl der Skandalblätter ist geringer geworden. (Nicht zuletzt dank der Arbeit des C. V. Die Schriftleitung.) Und so scheint sich die Hoffnung, daß auch die Existenz dieser Blätter nur Uebergangserscheinung ist, zu erfüllen. Das deutsche Volk, das den Weg der politischen Reife noch nicht bis zu Ende gegangen, ist, muß diese Etappe überwinden. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß sie jetzt säst überwunden sei. Solange sie aber noch nicht ganz überwunden ist, muß es das Ziel alter anständigen Aken sehen sein, sich gegen die Benebclung der Gehirne durch die SkandalbläL'er anfznlehnen. Das einzige Mittel, das es gibt, das einzige, aber sehr wirksame, ist der stritte Boykott. Tie Herausgeber der Sknndalblätter wollen Geschäfte machen. Man verdirbt ihnen nur dann das Geschäft, wenn man sie ignoriert. H e i n z P o l. * Bemerkenswerte Angaben über die Anflagezifferrr der wichtigsten völkischen Zeitungen und Zeitschriften sowie der Standardwerke der völkischen Bewegung gibt Theodor Fritsch in feinem ,„H munter", Nr. 584. Gerade im Zusammenhang mit dem Aussatz „B o nt Skandal der S k a n d a! b l ä t t e r", aber auch mit dem Artikel von Fritz G o e tz „D i e F a b e L v o n d e r I u d-o n - presse", „C. B.-Ztg." Nr. 45, dürsten diese Angaben interessieren. Nach Fritsch haben Auflagen: „Hammer" 8000 Stück, „Neichsw a r t" 6000 Stück, „T e u tschl a n d s E r u e u e r n n g" 5000 Stück, „W c 11 f a tu p f" 3000 Stück, „D eutscher B o L f s w a r t" 4000 Stück; dazu insgesamt etwa 35 000 bis 4O000 Stück für die fünf Zeitschriften „Deutsches Volkst u nt", „A lldent s che Blatte r", „D e u t s ch e W o ch enschau-", „P sy ch o k r a t", „Deutscher Vorwärts". Das ergibt eine Gesamtbezieherzahl für die zehn wichtigsten völkischen Blätter von e t w n 6 5 0 0 0 bis 70 0 0 0 Stück... Die drei ausgesprochen völkischen Blätter „D e n tsche Zeit u n g", „D e u t s ch e s Tageblatt" und „Völkischer Beobacht e r" werden wohl kaum über eine regelmäßige Auftage von insgesamt 120 0 O 0 bis 1 5 0 0 0 0 St ü ck verfüget^. . . Bau den wichtigsten völkischen Werken erschienen: Einhari: „Deutsche Geschichte", 118000; Wolf: „Angewandte Geschichte", 35 000; K e r n h o l t: „Vom Ghetto zur Macht", 6000; „H a n d b u ch der I u d e n f r a g e", 72 000 Stück (davon seit 1919 : 25 000 Stück): Ford: „Der internationale Jude", 90 000 Stück; S a lbur g: „Hochfinanz" (seit Dezember 1925), 1350 Stück; Günther: „Rassenkunde des deutschen Volkes" (innerhalb drei Jahren), 30 000 Stück; Wicht l: „Weitsreimaureret, Weltrevolutwu, Wellrepulllik", 49 000 Stück; Wundt: „Staats- Philosophie", 3000 Stück. Die Tendenz der Fritschschen Notiz ist, nachzuweisen, wie lässig die völkische Bewegung in der Propaganda ihrer literarischen Erzeugnisse gewesen ist. Wir glauben aber, daß man bei sorgsamer Erwägung zudem u mgekehrt e u Ergebnis kommen muß. Welch' ungeheure Suggestion muß auf die breiten Bolksmassen von der völkischen Bewegung ausgegaugen sein, wenn ihre Bücher, Zeitungen und Zeitschriften derartige in der Gesamtzahl hoch rn die Hun d er tL a u s en d e geh ende Verbreitungsziffern erreichen konnten. Man muß sich nur vergegenwärtigen, daß Schriften der besten Autoren nur in seltensten Fällen Zehntausend übersteigen, um die Ziffern der Fritschschen Zusammenstellung richtig zu werten. Dev Heimatbrmd für Elsaß-Lothringen. In der „Z uk u n s t", der „unabhängigen Wochenschrift zur Verteidigung der elsaß-lothringischen Heimat- und Volks rechte", lesen wir eine Notiz unter der Ueberschrift. „Antisemitismus?", in der die Steltuugnahm-e des Heimaklmndes für Elsaß-Lothringen gegenüber Parteien und Religion klar zum Ausdruck foutmt. In einer Versammlung des Heimatbundes war ein antisemitischer Zwischenruf erfolgt und in den „Kolmarer Neuesten Nachrichten" war behauptet worden, daß der Nufer einer der Mitglieder des Heimatbnndes gewesen sei. Tie „Zukunft" stellt demgegenüber fest, daß zwar ein solcher Zwischenruf gefallen sei, aber von einem Zuhörer, der nicht zum Heimatbund gehörte, und daß auch der Redner den Zwischenruf gar nicht gehört habe, da er ihn sonst energisch znrückgewiesen haben würde. Es heißt dann wörtlich: „Der Borwurf des Antisemitismus, beit mau so eifrig gegen den Heimatbnnd erhoben hat, ist deshalb völlig unbegründet, der Heimatbnnd hat keinerlei konfessionellen Charakter; er läßt jedem feiner Mitglieder seine volle religiöse Freiheit und respektiert dessen philosophische Ueberzeugung; vor allem aber verurteilt er aufs entschiedenste, wenn einer seines Glaubens wegen verfolgt und in der Ausübung desselben beeinträchtigt wird. Der Heimatbund kennt nur Heimattreue Elsaß-Lothringer ohne Rücksicht auf deren sonstige politische Parteiangehörigkeit und Religion, und solche Elsaß-Lothringer, welche ans irgendeinem Vorwand bereit sind, unsere Heimat- und Volksrechte preiszugeben und den von der französischen Negierung an den Tag gelegten Asfimilationssanatismus unterstützen und gutheißen," ' Belege zu „Skandal der Skandalblätteru, S. 595. Wie der jüdische Rechtsanwalt Pfalzischr Wochenschrift zmn Kamvsr um hit Wahrheit unS -as Recht -er Arbeit sufDromim Völkische Nachrichten für Westsaätfen. 2. Iakrgarrg 8^. i» Wt u. Ilszeig-u-Äanas»««: 'Platwn». Hmunfh. 5t «»*->»» tw» «»• s»rtt»af 571. SSUo- »** PoEttmlag» II Uhr. Jraraf »i* C.»,!»» T.. 6.»,*. t.Uil. 3 r V«»!.: >»». *i«l. Plauen i. w., den 28. Augusi »92S ZolsnJ Der Sklavenmarkt des Kapitalismus Streicher im Gefängnis? 8500 Mark Strafe fürs Berliner Tageblatt? Leiferöe im - Talmud. Das Todesurteil in Hildeslheim hat! -den Vorhang vor das grau e n h a s t e S ch a u s p v e l v o n L e i s e r d e gezogen. In die allgemeine Stimmung von Entsetzen und M i t l e i d bringt die völkische Presse .wiederum die besondere Note. Trotz aller auch von amtlicher Seite getroffenen und von uns seinerzeit auch verösfentlichten Feststellung, daß S ch 1 e s i n g e r w e d e r Jude noch jüdischer Abstammung sei und sogar zeitweilig in völkischen Kreisen sein Tätigkeitsfeld gesucht hat, behauptet das „Detcksche Tageblatt" vom 2. November in der 'Ueberschrift durch das Stichwort „De r j ü d i s ch e H a u pttüte r" Schlesingers Ju-deseiu. Den Gipfel freilich erklimmt das (ollen abgebildete) Plan euer Organ der Völkischen, die „V ö l ki s ch e n 4c ach r ichte n f ü r W e st f ach s c n ", ind-enr es schreibt: . . Schlesinger ist In-de. Ein echter Talmudjud'e. Er ist der Sohn des Shnagogenvorbeters Schlesinger von der Stuttgarter Synagoge, solche Juden kennen sieh immer ganz besonders gut aus in den Talmndgesetzen. Schlesinger wußte, daß im T a l m u b u n b S ch u l ch a u A r n eh z u m M orb a nt R i eht - j u d e n ausgefordert wird'. Das mußte der Sohn des Synagogenvorbeters, und darum handelte er dan-aeh. Er schraubte mit seinem Kmnpan Weber die Schieuen los und brachte auf diese Weise 21 Men schert in grauenhafter Weise tun. . Was Schlesinger ansführte, war eine religiöse Tat im Sinne des Talmuds. Er wird deshalb von seinen Raffeaenoffen nicht ventrteilt, sondern verherrlicht ..." Immer schärfer muß jedem, um. die sittliche Erneuerung Deutschlands besorgten Menschen zum Bewußtsein kommen, daß die Verhiuderung und Sühnung derartiger Ungehetlerliehkeiten n i cht s m e h x in i t I uden und I u d e n s ch u tz z u t u n h a, t, sondern eine mit unbeirrbarer Konsequenz zu erhellende Forderung im Interesse der m o x a l i s ch e n G e s n n d h e i t des deutschen Volkes überhaupt ist.

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