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Central-Verein-Zeitung · 1926-11-05 · 45 (5.11.1926) · p. Seite 589

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
45 (5.11.1926)
Date
1926-11-05
Page
Seite 589 (sequence 9)
Language
German
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lichen Beziehungen Zw i sch en Islam und Judentum hinein. Unter diesem Gesichtspunkt hat er die von den Theologen und Philosophen beider Bekenntnisse geführte religiöse Polemik einer sehr lehrreichen Analyse unterzogen. Bedeutsamer noch ist sein Nachweis, daß die ün 9. und 10. nachchristlichen Jahrhundert im islamischen Kulturkreis auftretenden Ideale einer überkonfessionellen Vernunftreligion auch jüdische Kreise ergriffen und auf die Entwicklung des jüdischen Denkens eingewirkt haben. Daneben wies er in den Anfängen der islamischen Theoauch von positiven Einsichteü enthalten. Abseits von diesen Spezialstudien steht sein letztes Werk: „Die jüngsten Urteile über das Judentum", das der Bekämpfung des wissenschaftlichen Antisemitismus in seinen gröberen und feineren Formen, der Widerlegung der auch in der geschichtlichen Darstellung des Judentums wirksamen Vorurteile gewidmet ist. Das Buch verfolgt apologetische Ziele, aber es verschmäht alle Künste der Beschönigung und will nur die geschichtliche Wahrheit zu ihrem Rechte bringen. Freilich ist es mit erlahmender Kraft geschrieben. Es vermag seine Gedanken nicht mehr einheitlich durchzuführcn und löst sich vor allem in feinen späteren Teilen in eine Kette von Einzelbemerkungen auf. Aber in diesen Bemerkungen ist eine Fülle nicht nur von ausgezeichneten kritischen Gedanken, sondern auch von positiven Einsichten enthalten, die noch heute mit Nutzen gelesen werden können. Nicht minder fruchtbar als seine literarische Tätigkeit war fein Wirken an der Hochschule für die Wissenschaft des I u d e n t u m s , nn der er neben feinem Spezialgebiet, der jüdischen Religionsphilosophie, auch die Fächer der Bibelwisseuschaft und der jüdischen Geschichte zu vertreten hatte. Der ungewöhnlichen Vielseitigkeit und der großen Arbeitskraft Schreiners gelang es, das Unmögliche möglich zu machen und den Anforderungen aller dieser Fächer gerecht zu werden. Seine Vorlesungen waren von derselben Gediegenheit und Gründlichkeit wie seine literarischen Arbeiten. In seinen Vorlesungen aber wirkte sich zugleich die impulsive Kraft seiner Persönlichkeit aus, welche die ruhige Sachlichkeit seiner Schriften nicht ahnen läßt. Er ist seinen Schülern nicht nur zum Lehrer, sondern auch zum Führer geworden. Als Forscher wie als Lehrer war er zu Großem berufen, aber auch das, was ihm zu vollenden beschieden war, genügt, um ihm den bleibenden Dank seiner Wissenschaft zu sichern. Am 30. Oktober fand in der Aula der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums die Gedächtnisfeier für die verstorbenen Kuratoren: Gcheimrat Professor Dr. Albert M o f s e, Oberregierungsrat Tr. Paul Meyer, Max Weiß sowie den ehemaligen Dozenten Dr. Martm Schreiner statt. Rabbiner Dr. B a e ck gerächte nach allgemeinen einleitenden Ausführungen soziologisch-philosophischer Art der Verstorbenen als markanter Persönlichkeiten. Todesfälle. Dieser Tage verstarb im 61. Lebensjahre nach längerer Krankheit der Rabbiner an der Berliner I ü d i s ch e n Gemeinde, Dr. Markus Petuchowski. Petuchowski, der aus einer gelehrten jüdischen Familie in Wilna ftcumute, ist bereits in jugendlichem Alter nach Deutschland gekommen, wo er in Halberstadt das Tomgymnasium besuchte und dann in Berlin an der Universität und dein Nabbinerseminar studierte. Er war Zunächst Rabbiner in der Tiergartensynagoge und später an der Berliner Gemeinde. Von seinen wissenschaftlichen Arbeiten sei eine Monographie über Rabbi Jsmael erwähnt sowie seine Mitarbeit an der Mischna-Uebersetzmrg. — Irr Wien st a r b im Alter von 72 Jahren Professor Salomon K h r m a n n , der Großpräsident der österreichischen Bne-Brith-Logen. Der Verstorbene ist im öffentlichen Leben Oesterreichs bei Wohlsahrts- und Kulturunternehmungen hervorgetreten. Ebenso hat er sich aus seinem speziellen Wissenschaftsgebiet hervorragend betätigt. Er war lange Jahre Direktor der dermatologischen Abteilung des Allgemeinen Krankenhauses in Wien und Lehrer an der dortigen Universität, wo er eine ganze Reihe später hervorragender Fachmänner des In- und Auslandes zu seinen Schülern zählte.— In Kitzin g e n starb im Alter von 60 Jahren Herr Eduard Sonder, ein nicht nur in Wirtschastskreisen hochangeschener Kaufmann, sondern auch ein um das Wohl der Gemeinde und den Verband bayerischer israelitischer Gemeinden sehr verdienter Mann. Durch seine Liebe zum Jüdentu-m, seine Klugheit und Geschicklichkeit hatte sich Eduard Sonder in der Gemeinde und im Verband eine führende Stellung errungen. Sein Heimgang wird von vielen betrauert. An der Beisetzung nahmen außer Vertretern der jüdischen Verbände auch solche der staatlichen und städtischen Behörden, der Industrie und Handelskammer teil. — Einen zweiten schweren Verlust erlitt die Gemeinde Kitzingen durch den Tod ihres Ehrenvorsitzenden Benjamin Stern. Benjamin Stern leitete mehr als drei Jahrzehnte die Verwaltung der Gemeinde und nahm ihre Interessen in selbst- . loser Pflichttreue wahr. Er war in hervoragendem Maße wohltätig; Für oie Hausdame m. verstarb. Schwagers. seingevUd.. perf Engl. it. Franz, lüchu t Haushalt. heiteres.ltebenSwüra £Öe* stn.großeKmdertreul'dm, langj.Zeugn.,IaNef. suche paff. DirkungSkreis in nur frauenlos. Haushalt, evtl. alsMutterstellvenreteriu. FrauSannütsratStiel, Köln a. Rhein, Salierring 50. j Lebensstellung. i Altrenommierte Grotz- Weinkellcret sucht; tüchtigen, strebsamen Herrn zum Besuch guter Prwaikund'chast und Wiederver'äust-r. Erstklassige Bedingungen. Ost. unt. J. 6.14522 an Rudolf Mffe,SerlinM9. 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