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Central-Verein-Zeitung · 1926-11-05 · 45 (5.11.1926) · p. Seite 588

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
45 (5.11.1926)
Date
1926-11-05
Page
Seite 588 (sequence 8)
Language
German
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P99 Die große Irage. Wochenbetrachtung. Der Alltag umfangt uns. Wir leben dahin in Arbeit und Genuß. Wir kleben am Boden. Die Erde hat uns. Selten, daß uns ein Hauch des Höheren streift. Auch dem Frommen wird Religion leicht Uebung und Gewohnheit. Sie läßt ihn nicht erglühen. Er glaubt, Gott Zn besitzen, und gibt sich keine größere Mühe um ihn. Für ihn ist scheinbar "alles gelöst. Er kennt das Fragen nicht. Da packt ihn des Lebens Not und rüttelt ihn auf und treibt ihn zur Selbstbesinnung. Verzweifelt ruft er wie die fromme Rebekka in ihrer schweren Mutternot: „Warum bin ich?" Das ist die große Frage, die an jeden Menschen in den ersten Tagen der Prüfung herantritt, das furchtbare Warum. Wozu diese ganze Erdenqual? Manchen beugt es, er verflucht sein Lebern meint: Wär's nicht besser, ich wäre nie geboren? Er wird irre an seiner selbstsicheren Frömmigkeit, weil er glaubte, sie fei ein fester Besitz, den man erben kann. Aber die Not lehrt beten, mit sich selbst ins Gericht gehen, lehrt, daß man Gott suchen muß, daß man seiner nie gewiß ist, daß man ihn gleichsam immer von neuem erobern muß. Und so ging Rebekka Gott suchen. Sie suchte ihn überall in der Welt, wo Menschen von Gott redeten, über Gott dachten. Sie ging vorüber an den Häusern der Götzendiener und lauschte, wähnte, auch vom Irrtum lernen zu können. Sie horchte, was die Gelehrten in den Lehrhäusern forschten, sie lernte, konnte aber auch nicht voll befriedigt werden mit dem, was anderen Ruhe gab. Sie suchte immer weiter und fand im eigenen Suchen Trost für die eigene Not. So lehrt uns unser Judentum. Religion darf nicht Stillstand fein. Haltefest am alten Erbe. Aber als Erbe bist du noch nicht Besitzer. Du mußt es dir selbst durch eigenes Suchen erwerben. Dein Erbe halte heilig, aber es gestattet dir nicht den Müßiggang. Wandle und suche Gott. Das bleibt keinem erspart. Religion ist etwas Lebendiges. Alles Leben verlangt Mühe. Mühe dich um deinen Gott. Suche, und du wirst finden. Aber hast du gesunden, so suche weiter. So wirst du stets näherkommen der Wahrheit, die in vollkommener Prägung sich nur bei Gott findet. Hoffmarm. Martin Schreiner s. fl. Von Julius Guttmauu. Nach einer Ooidenszeit von nahezu 25 Jahren hat Martin Schreiner die Erlösung durch den Tod gefunden. Er war noch nicht 40 Jahre alt, als eine schwere geistige Erkrankung ihn aus einem glänzenden wissenschaftlichen Aufstiege herausriß und der Wissenschaft des Judentums eine ihrer größten Hoffnungen raubte. Aber er hatte bereits ein wissenschastliches Werk vollbracht, durch das fein Name mit bleibenden Zügen in die Geschichte seiner Wissenschaft eingezeichnet ist. Sein engeres Fachgebiet war die Geschichte der jüdischen Philosophie des Mittelalters. Seine gründliche und urnsassende Kenntnis der Jslamwissenschast bestimmte den Gesichtspunkt, von dein aus er die jüdische Philosophie betrachtete. Er suchte den Zusammenhang der jüdischen mit der islamischen Philosophie genauer, als es bisher geschehen. Zu erforschen, und es ist ihm gelungen, die Erkenntnis dieser Zusammenhänge wesentlich zu fördern. Dabei griff er über die im engeren Sinne philosophiegeschichtliche Betrachtungsweise hinaus und stellte die Einwirk u n g der islamischen Philosophie auf die jüdische in den glotzen Zusammenhang der religionsgeschichtö\waB7 cf jb Besuchtestes KoefttmiiHten- BatihnusuJossanMofel für Herbst- und Winter» kyrers bestens geeignet, 260 Bstteo, grosse Gesellschaftsräume, Konfe - renzzimmer, flicssendes Wasser in allen Zimmern, Staatsteiephon. Zimmer mit FrülistiicU von 5 31., Pension ein« scliliesslieli Tliermalbad 9iml aller STebenansgahen von 10 Bf. ab. Garage. Tii. Schäfer. K! m. sei; Fr i he I 1« i la i>a ft« Gl Fr A K tr S P ti 0<><><XK><><XX><>0<X><><XXX><X>0<><X>, Tn unserer gemeinde ist die Stelle eines rwetten Rabbrneirs u. rMksronslebvevs zu besetzen. Die Besoldung entspricht den staatlichen Gehaltsgruppe mit Pensions berechtigung. Ausführliche schriftliche Bewerbungen jüngerer Herren unter Beifügung eines Lebenslaufes und Darlegung der Borbildung erbeten an den -vorstLnä dec Stznagogengenreinäe zu Stettin. 6<><XK><><><x>ooc^^ ÜQOODOOQOQQQOQQQOOGÖQOGQQ ooo<x>oo<x>oo<>ck><^ A Für das Elementarschttlsystem einer Mittel- $ V stadt des westsäUschen Jndullriebezirls wird zMIüWMjliöWnLchm X gesucht, der möglichst die Fakultas für den | X Tnrn- und Svorrrrnterricht hat. Der ] X Bewerber hat sich der jüdischen Gemeinde, gegenüber zur Ausübung des Synagogenkulrus und zur Erteilung des Religionsunterrichtes zu verpflichten. Angebote mtt tücken« losem Lebenslaus unter „.Amtsstelle“ X jr. c. soso an Rudolf iNoffe.d erlitt sw 19. £ ö<x><x>o<xxxx>oo<x>o<><>c><>o<xx^ 2 e i ft u n g. ssähige Damen-KonfeMn. Für diese Abteilung suchen wir eine tüchtige Kraft als I. Verkäuferin. 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