Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 44 (29.10.1926)
- Date
- 1926-10-29
- Page
- Seite 576 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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m V. DerD eu ts ch eV olk sr athat eine große, dauernde Arbeit für das deutsche Volkstum geleistet unter eifriger und erfolgreicher Mitarbeit der Posener Juden, die dort auch die Gelegenheit fanden, die besonderen jüdischen Interessen zu vertreten. Was hat dagegen, der Jüdische Volksrat erreicht? Man braucht nur das Buch von Kollenscher zu lesen, um die Frage dahin zu beantworten: Er hat nichts erreicht. Alles, was er zur Erlangung seiner Ziele unternommen hat, ist jämmerlich zusammengebrochen. Die in einer maßlosen Propaganda in Aussicht gestellten Erfolge sind ausgeblieben. Die Darstellung Kollenschers ist ein Katalog von Mißerfolgen. „Die Aufrichtung des jüdischen Volkes" und die jüdischnationale Autonomie, also das große Ziel der nationaljüdischen Politik — ein vollkommenes Fiasko. Das mit so vielen Eingaben, Denkschriften, Gutachten und Volksversammlungen vorbereitete jüdisch-nationale Schulwerk, dessen Schaffung als ein Erfolg sondergleichen verkündet worden ist: —• ein vollkommenes Fiasko. ,Heider", so heißt es bei Kollenscher, „mußte das Institut in der Entwicklung stehen bleiben und konnte späterhin nur kümmerlich als Volksschule aufrecht erhalten bleiben." Das große national-jüdische, in Stockwerken aufgebaute Schulwerk endigte bescheiden in einer konfessionellen Volksschule, die den Polen gerade recht war, da sie die in deutscher Zeit blühenden Simultanschulen ohnedies abgeschafft hatten. Der in lauter Agitation versprochene Schutz der Posener Juden durch den Jüdischen Volksrat — wiederum ein Fiasko tragischer Art. Als die Polen den Vorspann des Jüdischen Dolksrates für ihre Zwecke nicht mehr brauchten, zeigten sie ihr wahres Gesicht und verfolgten die Angehörigen des Jüdischen Volksrates schonungslos und mit besonderer Schärfe und Gehässigkeit. Der Jüdische Volksrat erschien den Polen nunmehr gefährlicher als der Deutsche Volksrat, da der Gedanke einer jüdisch-nationalen Autonomie bei der Bedeutung der Judensrage für den gesamten polnischen Staat von den Nationalpolen mit besonderer Leidenschaft bekämpft wurde. Auch in der Einzeltätigkeit — Fiasko auf Fiasko. Die Juden in Kongreßpolen, mit denen der Jüdische Volks ras in Posen eine Verbindung anknüpfen will, lehnen kühl ab. Der amerikanische jüdische Staatsmann Morgenthau, von dem Jüdischen Volksrat mit großen Erwartungen empfangen, zeigt für die nationaljüdische Autonomie nicht das geringste Verständnis und enttäuscht bitter die in ihn gesetzten Hoffnungen. _ Der Versuch des Jüdischen Dolksrates, direkte Verhandlungen mit der polnischen Regierung aufzunehmen, scheitert kläglich. „Der Empfang," berichtet Kollenscher, „trug trotz der guten persönlichen Beziehungen einen äußerst zeremoniellen Charakter. Alles ging steis und feierlich zu. Die Antwort war sehr zurückhaltend und kühl." So war die Situation, als der polnische Staat mit seinen jetzigen Grenzen völkerrechtlich anerkannt wurde. Ab lehnung bei der polnischen Bevölkerung, Ablehnung bei der polnischen Regierung, Ablehnung bei den Juden der anderen polnischen Gebietsteile, Ablehnung bei den Ostjuden und Ablehnung bei den Westjuden. Das ist das Ende des Jüdischen Volksrates. Was blieb dem kleinen Häuflein von Führern, die noch unter der Flagge des Jüdischen Volksrates segelten, übrig, als das zu tun, was von vornherein das Gegebene gewesen war, dre Führung dem Deutschen Volksrat zu überlassen und in ihm aufzugehen. Die letzten Gründe, weshalb es so kommen mußte, hak Kollenscher nicht erkannt und jedenfalls nicht ausgesprochen. Sie liegen darin, daß niemals bei den Posener Juden die seelischen und geistigen Voraussetzungen vorhanden waren, auf denen der Jüdische Volksrat seine Politik aufgebaut hat. Man soll nicht lange über die Schuldfrage rechtem Auch Fehler haben ihre guten Seiten. Die Geschichte des gescheiterten Jüdischen Volksrates in Posen hat für alle Welt dargetan, wie tief und unausrottbar das deutsche Volks bewußtsein in dem deutschen Juden wurzelt, und daß es für ihn nur eine Volksgemeinschaft gibt — die deutsche. Die glückliche Geburt eines gesunden Jungen zeigen hocherfreut an Rechtsanwalt und Notar Br. im. Martin Grumacb a. Fraa Else geb. J aco by. Königsberg i. Pr., 14. Oktober 1926. Paulstrasse 3 ßifoßfostffmeru. frm Tfedwig geb. Heinemann zeigen die Geburt ihrer Toditer Eva Am 22. Oktober d. J. entschlief in fast | erreichtem 86. Lebensjahr unser lieber, guter Vater, Schwieger-, Gross- und Ur- | grossvater Wolf Apt [ in Niederaula (Kreis Eersfeld). In tiefer Trauer: Jacob Äpt, Lehrer, Pattenseft Witwe Daniel Äpt, Niederaula Jeanette Gottlieb geb. Apt, Lauterbach Mathilde Katz geb. Apt, Göttingen Lina Blumenthal geb. Apt, Bodenwerder. Kimein sneimKmoa an, Nürnberg, 22, Oktober 1926 Emilienstrasse 4. Statt Karten t " Dr. med. Hedwig Dreyfuss Dr.med.etjur.LanusTannenbaum Verlobte- Erfurt, Marktstrassö 34.. ^Mannheim, 82,10a. / ' " ~~ Max Natten heim er ' Irene Nattenheimer geb. Elsner Vermählte. Leipzig} den 31. Oktober 1926. Hotel FUrstenhof. Festdichtunge» »ÄW; r Berlin. Planufer 63. — Hasenheide 7580. SftßftfrhftinnMlf Willst du, daß die Gäste lachen, MjlUiU/lUliyull Latz von mit dir Verse machen! Max I o sevh, Verlln» Metzer Str. 83. Humboldt 4008, Wir machen allen Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, dass unser Lieber Vater, Grossvater, Schwiegervater, j Bruder, Schwager und Onkel He» Moritz Nagel | im hohen Alter von S0l|4 Jahren plötzlich | und unerwartet am Samstagabend um 11 Uhr verschieden ist Elberfeld, Wülfingstrasse 20, Köln, | Hamburg-, Nürnberg-, Saarbrückern , den 23. Oktober 1926. 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