Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 44 (29.10.1926)
- Date
- 1926-10-29
- Page
- Seite 575 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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laoaaooncnonnnDDODnDöaDoai 575 dieser Zeilen zusammen mit dem Stadtrat Elkeles in das Hotel Bazar, das Hauptquartier der Aufständischen, vor dem die schußbereiten Kanonen aufgepflanzt waren, um mit dem englischen diplomatischen Vertreter die Lage der Juden in Polen und insbesondere auch in Posen zu besprechen. Wir richteten an ihn den dringenden Appell, seinen Einfluß aus die polnischen führenden Kreise für die Verhütung von Pogromen auszuüben. Wir machten darauf aufmerksam, das zurzeit die polnischen Führer die Massen noch in der Hand hätten, und daß die Verantwortung für etwaige Pogrome auf den politischen Führern ruhen bleibe. Wenn die polnischen Führer in der Tat beruhigend auf die Masse eingewirkt haben, und die gröbsten Ausschreitungen verhütet worden sind, so wird diese Unterredung hierauf nicht ohne Einfluß gewesen sein. Der Vorsitzende des Centralvereins hatte die Gelegenheit auch benutzt, um dem englischen Vertreter, der sich über die Stimmung der Bevölkerung unterrichten wollte, den Standpunkt der Posener Inden dahin zu präzisieren, daß sie sich als unlösliche Teile der deutschen Volksgemeinschaft fühlten und daß d e r G e d a n k e e i n e r j ü d i s ch n a t i o n a l e n A u t o n om i e, die für die in Kongreßpolen und Galizien wohnenden Ostjuden diskutiert wuvde, für die Poseuer Juden nicht in Frage kommen könne. Ich hatte Gelegenheit, diesen Standpunkt in noch wirksamerer Weise darzulegen, als im März 1919 die interalliierte Kommission zur Vorbereitung des Friedensvertrages in Posen tagte. Es bedurfte für diesen Empfang nicht erst der Vermittlung des Polnischen Volksrates, dessen sich der Führer des Jüdischen Volksrates bedienen mußte, um eine Unterredung zu erlangen. In einer mehr als einstündigen Besprechung, zu der als Vertreter der Posener Juden der Vorsitzende des Vorstandes und der Repräsentantenversammlung der jüdischen Gemeinde, Stadtrat Elkeles, ferner S t a d t r a t Schleyer und ich als Vorsitzender d e s C. V. geladen wurden, und in der ich der Wortführer war, wurden die gesamten die deutschen Juden der Provinz Posen betreffenden Fragen nach der grundsätzlichen Seite und in allen Einzelheiten eingehend erörtert. Wir hatten die Genugtuung, daß der Botschafter Montagna, der Referent der Judenfrage, mit dem die Verhandlungen geführt wurden, der grundsätzlichen Einstellung der Posener Juden, als Angehörige des deutschen Volkes, nicht nur vollstes Verständnis entgegenbrachte, sondern daß er auch seine ausdrückliche Zustimmung mit den vorgetragenen Gedankengängen erklärte. Es war interessant, daß in diesem Zusammenhang die Erwähnung hervorragender jüdischer italienischer Staatsmänner und Generäle, wie des Finanzministers L u z a t t o und des KriegsministevZ, O t t o l e n g h i, sichtlichen Eindruck machte. Auf Veranlassung des Botschafters Montagna hat der Verfasser dieser Zeilen eine ausführliche Denkschrift an die interalliierte Kommission eingereicht, die sich auch mit der Ausgestaltung der deutschen kulturellen Autonomie befaßte. Es ist vielleicht wertvoll, festzustellen, daß der Staatsvertrag vom 28. Juni 1919 zwischen den Hauptententemächten und Polen RechtsgarantienzumSchutzederMinmm 77lein H^ind, ich rate (Dir gut: BIOMALZ. Das 'beliebteste und verbreitetste Nähr- und Kräftigungsmittel. Hergestellt aus edelstem Gerstenmalz. Ertiäitl.in Apotheken u. Drogenhandlungen. Q.ebr. Patermann, Teltow-Berlin 14. der h eiten enthält, die mit diesen Vorschlägen übereinstimmen. In der Denkschrift ist ebenso wie in den persönlichen Verhandlungen mit besonderem Nachdruck betont worden, daß die Posener Juden ihren Platz nur innerhalb der deutschen Minderheit hätten, und es ihnen lediglich darausi ankomme, die Forderungen der Deutschen für ihre kulturelle Autonomie erfüllt zu sehen. Der Anteil der Posener Juden an der Verteidigung des Deutschtums würde jedoch nicht erschöpfend dargestellt sein, wenn man nicht der Tätigkeit gedenken würde, die sie auch außerhalb des Deutschen Volksrates in der Oefsentlichkeit entwickelt haben. Dem jüdischen Stadtverordnetenvorsteher Justizrat Placzek war es Vorbehalten, die Dersassungsrechte der deutschen Stadtgemeinde gegen polnische Ansprüche zu wahren und als Vertrauensmann der gesamten deutschen Bürger der Stadt Posen dem deutschen Staatsgedanken Geltung zu verschaffen. Der selbstverständliche Mut, mit dem er diese seiner Herzensüberzeugung entsprechende Aufgabe erfüllte, hat vorbildlich gewirkt. Als die neue Stadtverordnetenversammlung unter polnischer Herrschaft gewählt war, waren es die beiden jüdischen Stadtverordneten Saly Oelsner und Dr. MaxLandsberg, die als Wortführer der Deutschen furchtlos ihre Stimme gegen das dem Deutschtum zugefügte Unrecht erhoben und mit den Interessen der übrigen Deutschen auch die ihrer jüdischen Mitbürger verteidigten. Wie anders Dr. Kollenscher! Ihm war eS genug, den „theoretischen"' Erfolg erzielt zu haben, als er als einziger ein Mandat für die Stadtverordnetenversammlung erlangte. Der sonst so beredte Führer des Jüdischen Volksrates blieb stumm. Er hat niemals in der Stadtverordnetenversammlung das Wort ergriffen, obwohl die schutzbedürftigen Interessen der jüdischen Mitbürger wahrlich eine Erörterung erforderten. Und doch hatte er es als den Zweck der Wahl bezeichnet, „von einer öffentlichen Tribüne aus die jüdischen Sorgen und Wünsche zu vertreten". Er blieb schließlich von der Versammlung fern. Einsam und einflußlos wußte er mit dem von ihm so lebhaft erstrebten und durch eine verwirrende Agitation erlangten Mandat nichts anzufangen. ST. MORITZ K?i a Hotel du Lac Das gute Haus bei errnäbigten Preisen Winter- und Sommerfaifon Mmmm Großer Gesellschaftsabend der Ortsaruvve Lbarlotlenburg des L.-B. sin Sonnabenä, äen 6. Aoveinber ä. I., abenäs Uhr in sämtlichen Räumen des Obergeschosses des Brüdervereinshauses, Berlin w, KursÜrstenstrahe 116* 2 erstklassige Ballkapellen / <$.B.-Svende / Tombola Prolog: KLte Franken. —Begrützungswovte: JuMzrat Dr. Julius Brodnitz, Vorsitzender deS E.-B.r Dr. Brnno Glaserfeld, Vorsitzender des Landesverbandes Grotz - Berlin. Mhrendderpausenu.a.: Kabarett dev vvominenten dev«KallevRevue'* Paul Morgan — Trucke Hesterberg Max Ehrlich. Eintrittskarten, auf Namen lautend, zum Preise von 2.50 Mar? und 50 Pfennig Steuer — 3 Mark — erhältlich bei: Frau Grete Franken, Charlottenburg, Sybeistraße 63 (Bismarck 3604) II G?org Grünbaum» Charlottenburg. Kaiserdamm 6 (Wilhelm 5234) Frau Justizrat Sophie Horwitz, Berlin W. Lützowstrake 66 (Luyow 2461) II Kommerzienrat N. Hamburger, Berlin W, Nanlestratze 2 (Bismarck 2020) Frau Hermann Löwenstein» Wellend. Swrmstratze 4 (Weitend 564) || Werner Mosenberg, Charlottenburg, WeimarerStraße30 (Steinpl. 153 16) Frau Dr. Paul Ovvler» Berlin W, Kursürstend »mm 212 (Bismarck 5427) II Rechtsanwalt Fritz Wolff, Berlin HV, Kur'ürttenoamm 235 (Bismarck 5124) Frau Minna Schwarz, Charloltenburg, Schtürerstraße 53 (Bismarck 4487) || und im Berbandsbureau, Liudenstraße 13 (Dönhoff 3593). Zu zahlreichem Besuch ladet ein: N. Harn bürg er, Kommerzienrat, Vorsitzender der Ortsgruppe Charlottenburg. Alleinige Anzeigen-Annahme Rudolf Mosse, Anz eigen-Annahme für sämti. Zeitungen Deutschlands und des Auslands Berlin SW 19, JerusalemerStraße46—49- Brest au * Chemnitz «Dresden - Düsseldorf« Erfurt * Frankfurt a. 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