Mannheim
Compact Memory

Central-Verein-Zeitung · 1926-10-22 · 43 (22.10.1926) · p. Seite 563

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
43 (22.10.1926)
Date
1926-10-22
Page
Seite 563 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2277379-2277622-2277665--03237-2283734
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Sö3 praktische Menschenliebe. X Wochenbetrachtung. Es wird dem Judentum noch immer abgestritten, daß der Satz „Du sollst lreb e n deinen Nächsten wie dich selb fr (Leviticus 19, 18) eine universelle Bedeutung habe. Man brauchte sich ja schließlich nicht in einen wissenschaftlichen Streit einzulassen. Es genügt, wenn das gesamte Judentum unserer Zeit in seinen berufenen Vertretern erklärt, daß es unter diesem Gebot das der allgemeinen Menschenliebe verst-eht. Es ist aber reizvoll, aus der Praxis des religiösen Lebens vergangener Zeiten sestzustellen, ob denn das Gebot praktischer Menschenliebe auch wirklich gegen jeden M e n s ch e n betätigt worden ist. Einen schlagenden Beweis liefert uns das Leben des Stammvaters Israels, der dem Volke von Propheten und Schriftgelehrten immer als Muster und Vorbild hingestellt, an den es in alten und späteren synogalen Gebeten eindringlich erinnert wird, das Leben Abrahams, der als unser Vater bezeichnet wird. Zu den guten Werken Zahlt die Gastfreundschaft. Gastfreundschaft üben war in jenen Zeiten etwas Größeres als m unseren Tagen. Es hieß oft einem verirrten und verschmachteten Wanderer das Leben retten. Abraham war unglücklich, meim ein Tagvoruberging, an dem er diese Menschenpflicht nicht erfüllen konnte. Der Midrasch erzählt: Als Abraham noch durch die Folgen der Beschneidung geschwächt war, ließ Gott die Sonne aus ihrer Hülle heranstreten, nur ihn nicht von Wanderern belästigen zu lassen. Weil er aber sah, wie er sich grämte, daß keine Wanderer knnren, brachte er die Engel zu ihm in der Gestalt von drei Männern. Abraham ließ die heilige Pflicht nicht durch' Diener verrichten, sondern leistete selbst Dienste an hilfsbedürftigen Menschen. Die hohe JdealgesLalh welche ein jedes jüdische Kind als erstes Vorbild kennen lernt, war ein Diener praktischer, universeller Menschenliebe. Seinem Beispiel sind seine Nachkommen zu allen Zeiten gefolgt. Tausende deutscher Soldaten haben während des Weltkrieges in jüdischen Häusern in Polen eine liebevolle Ausnahme gesunden, die sie dann später den SLammesgenossen ihrer Wohltäter gegenüber schnell vergessen haben. Wenn man eine Rechnung aufmachen wollte über die Wohltätigkeit, die von jüdischer Seite an Andersgläubigen und umgekehrt geübt wird, so würde sie wohl kaum zuungunsten des Judentums ausfallen. Jeder Jude wird durch seine Religion ungehalten, Pionier praktischer Menschenliebe zu sein. Hoffmarrrr. Vom Ju&tt rv. Welche Berufe haben unsere deutschen Juden? Also das Gros der Juden gehört wohl dem Kaufmannsstand an. Und wenn nur die Berechtigung des Kaufmanns überhaupt anerkennen wollen, und bislang ist sie (außer in Rußland, und auch da ist man wieder zu ihm zurückgekehrt) nicht geleugnet worden — so ist festzustellen, daß der deutsch-jüdische Kaufmann weder eine schlechtere Ware, noch solche mit höherem Gewinn auf den Markt und an den Mann bringt, als sein arischer Konkurrent. „In Hamburg wohnen seit Menschengedenken Inden und Christen, doch pflegen auch letztere nichts zu verschenken." Das gilt für ganz Deutschland, und ist nicht nur partiell, wie H eine singt, aus Hamburg beschränkt. Aber vielleicht besteht trotzdem neben seiner Tüchtigkeit und Regsamkeit die Beliebtheit des jüdischen Kaufmanns bei der kaufenden Menge gerade darin, daß er au der Einzelware keine höhere, sondern eher geringere Bereicherung anstrebt, als kaufmännisch üblich ist, und daß er es z. B. als Warenhausbesitzer zum Prinzip erhob, den geringeren Verdienst am Einzelstück durch einen höheren Umsatz auszugleichen. Kurz, der jüdische Kaufmann ist in nichts moralischer oder unmoralischer, liebens- oder hassenswerter als sein „arischer" Konkurrent. Er ist eben Kaufmann und hat die Ethik seines Standes und verletzt sie ebensowenig, um ja nicht mit den Gesetzen in Konflikt zu kommen, wie jeder andere Standesgenosse auch. Er ist also in seinem Berus ethisch weder minderwertig noch überwertig. Ein nicht kleiner Teil der Deutschen jüdischen Glaubens stand aber 1914 als Intellektueller oder Künstler abseits des Erwerbslebens. Sehr viele von ihnen waren reine Wissenschaftler, Aerzte, Baumeister, Ingenieure, Rechtsanwälte, Professoren., Maler, Bildhauer, Schriftsteller. Und die pflegen alle in normalen Zeiten zwar ihr bürgerliches Auskommen zu haben, aber selten das zu werden, was man Die glückliche Geburt einer gesunden^ Tochter zeigen dankerfüllt an Ü Alexander Hahn und Frau Henriette geb. Schloss. Tp WUrzburg, den 15. Oktober 1928 Sanderring 7. Die Geburt ihrer Tochter Renate Hanna zeigen an Dr. Ed. Mislowitzer und Frau Ella geb. Krohnheim. Berlln-Charlottenburg, Wielandstr. 17.! Statt Karten! \ Lea Knurr Erich Sternberg Verl obte. i Aurich, im Oktober 1926. ,J! Statt Karten! Lotte Samson Rechtsanwalt Salo Windmüiler Verlobte. Essen (Ruhr) Gelsenkirchen Haumannplatz 9 Hindenburgstrasse 39 im Oktober 1926. Statt besonderer Anzeige! Heute morgen entschlief sanft nach j | schwerem Leiden unser lieber Yater,Gross- ] | vater, Bruder, Onkel und Schwager, Herr j Adolf Stern | im 65. Lebensjahre. Im Namen der Hinterbliebenen: j Dr. med. Eugen Stern Paula Stern Hedwig Fnldauer geb. Stern ] Carl Fuldauer. I Recklinghausen, Berlin, Dinslaken, I den 11. Oktober 1926. /r, Die glückliche Ge* burt eines kräftigen Mädchens zeigen hocherfreut an Ignaz Ramsfeider und Frau Hanna gab. Mainzer. Heilbrenn a. N. Mozartstr. 10. , Smn,..... ,r^ Gustav leimen Liselotte Heilten Vermählte. Gotha, 17. Oktober 1926.;r fahre ue, gesunde Kranken »chwefter c Krankenschwestern - ition gestutzt. Gehalt . M. monatlich bei freier Station, freier Äugest.- u. Krankenvers. Meldungen m. Lebens!., Zeugn.. Lichtbild an Hardenberg- Loge (U. O. B. B.), Frankfurt a. d. £>., Regierungsstratze 3. Auf Landpl. der Provinz Hannover zum l. Nov. d.J. oder später gebildetes junges Mädchen als Haustochter bei vollem Familienanschluß und Taschengeld gesucht. Nähkenntn. er« forderlich. Angeb. m Bild unter .ff. J. 791S au RudolfMoffe. Berlin 8^19. Gärtnerin sucht Stelle für Frühjahr 1927. Angebote an Hella Kaufmann, Kassel, Murhardstraße 3. Am 9.Oktober d. J. verschied der Dozent der Hochschule iür die "Wissenschaft |! des Judentums Dr. Martin Schreiner. | Umfassendste, mit hohem Wissenschaft- | liehen Idealismus gepaarte Gelehrsamkeit, | tiefe Religiosität, begeisterte Liebe zum j | Judentum,warmherzige Zuneigung für seine Schüler haben ihn vielen von uns zu einem I Lehrer, Führer und Freunde gemacht, der ihr Werden tief und segensreich beeinflusst hat. Das Andenken dieses Frommen bleibt | | zum Segen. Verein ehemaliger Hörer der Hoclischnle für die Wissenschaft des Judentums. Zsraeliiischcr Tempelverbarid in Hamburg. In unserem Verbände ist die frei gewordene Stellung eines Rabbiners neu zu besetzen. Bewerber, die Erfahrung im Amte Nachweisen tonnen, wollen sich unter Angabe ihrer bisherigen Tätigkeit und Einteichnng eines ausführlichen Lebenslaufes an den Unterzeichneten wenden. Der Vorstand. Joseph Lippmann. Vorsitzender, Hamburg, Brahms-Allee 15. El Junge Warne, 23 Jahre att. aus bester [g Familie, mit pädagogischer Erfahrung, die §| einige Semester Französisch und Englisch f| studiert hat und bereits im Ausland war, £ sucht Stellung als i Gvzrehsvrtt S in feinem jüdischen Haufe. Offerten Z unter b.w.1509 an Rudolf Moffe, Breslau. m GekvssSvitt perfekte Stenotypistin, langjährige Zeugnisse, aus bester Familie, int., repräsentabel, sucht entspr.position. Zuschriften erbeten an I^glt. 370, Ützarl0ttenburg4. Junge, gebildete Säiiglingspflepii aus sehr gutem Hanse sucht Stelle in bester Familie. Angebote unter U. A. 1361 an Mudoif Masse, Berlin swi9. Angesehene israelitische Familie in Dresden nimmt junge Mädchen in Pension zwecks Erlernung des Haushalts, wissenschaftlicher it. gesellschaftlicher Fortbildung. Gest. Angeböte unter ». It. 5593 an Rudolf Moffe, Dresden. Textittechniker Absolvent des Reutliuger Technikums. Abteilung Weberei, sucht per bald hoffende Stellung als Stütze Des Direktors oder ähnliches. Angebote unter J. F. 7918 an Rudolf Moffe, Berlin SW 19. Immer penlfonat(ta) BrsSÖ in feinem, ruhigem Haushalt. Frau Petzal, Berlin-Schöneberg, Innsbrucker Straße 38, II. Aiederlaffung bes. günstig s. Dermatol, od. sonst. Facharzt. Jnduflrie- Großftadt 91 betnlau ds.Stadtwntrum, beste Lage.' 5 Räume zu vermieten. Angebote unter K. B. 1589 an Rudolf Moffe, Köln a, Rh. ^ursürsienbad, der«, für N Godesberg. für Nervöse. SSSSSSESOGGG Jütiisttie liteiitoi. Beck, Wesen d.Judermnns. Breuer, Judenprvblem. Seligmann,Geschichw der jiid. Reformbewegung u.a. Liste gratis. Älmansot' Vjjcherffube, Bad Kifffnsen Schlietzsach 42. lllldssbeim UK Vyurst fabrik Empfehle meine boeziatität: Gänsewurst M. 3,50 pro Pfd. f flßsMfftfltnfiönt Willi: du, daß die Gäste lachen, y LMU/IMlüLlU Laß von mir dir Verse machen! Mar Joseph, Berlin» Metzer Str.33. Humboldt4003. Festdichümgen Berlin. Planufer 63. — Hasenheide 7580. Alleinige Anzeigen-An n abme Rudolf Mosse, Anzeigen-Annahme für sämtl. Zeitungen Deutschlands und des Auslands Berlin BW 19, Jerusalemer Straße 46 - 49. Breslau« Chemnitz-Dresden * Düsseldorf - Erfurt»Frankfurt a. M.- Halle (Saale)- Hamburg . Hannover « Karlsruhe. Köln a.Nh.. Leipzig Magdeburg - Mannheim - München . Nürnberg - Stettin ♦ Stuttgart. Amsterdam- Barcelona. Basel« Budapest ♦ Bukarest ♦ London ♦ Mailand . Prag . Warschau- Wien« Zürich.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.