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Central-Verein-Zeitung · 1926-10-22 · 43 (22.10.1926) · p. Seite 561

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
43 (22.10.1926)
Date
1926-10-22
Page
Seite 561 (sequence 5)
Language
German
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welches ist öas genaue Programms Zusammenschluß Der vaterländischen Jugend. In großer Aufmachung berichtet die „Deutsche Zeitung" <Nr. 294b vom 18. Oktober 1926), das; auf Einladung des I un gd e n t schl a n d b u nd es am letzten Sonntag die Vertreter sämtlicher großer nationalen Jugendverbände sich in Berlin Zusammengefunden haben. An Bünden waren vertreten: Adler und Falken. Deutscher Pfadsinderbund. Grohdeutscher Jugendbund, JugendderDents ch e n Volksparte r, Jung-Alvensleben, Landesverband Württemberg Jungdeutschland, Junglandbund, Bund deutscher Jungmannen, Jnngnationaler Bund, Jrrgend- Ruderverband, Jungschlesien. Jungsturm, Kyfshäuserbund, Scharnhorst, Jungstahlhelm, Wehrverein, W e h r w o l f. Die „Deutsche Zeitung" schreibt wörtlich und sicherlich ans einwandfreier Quelle: „Das Ergebnis der Verhandlungen war der Beschluß, in Zukunft auf allen Gebieten vaterländischer Jugendarbeit auf das a l lere n g st e 3 u s a m nt enZuarbeiten und die daraus sich ergebenden Forderungen gemeinsaur zu vertreten." Gemeinsame Vertretung sott der Jungdeutschlandbnnd darstetlen. Soweit sich die Arbeit der genannten Jugendverbände auf allgemeine im vaterländischen Interesse liegende Dinge erstreckt, überschreitet es bett Rahmen dieser Blätter, dazu Stellung zu nehmen. Bekanntlich aber stehen unter den genannten Jugendverbänden der Wehr Wolf, der Junglandbnnd und andere auf einem ausgesprochen völkischen Standpunkte. Es wäre sehr bedauerlich, wenn dies auf die anderen neutralen Verbände, insbesondere etwa auf Verbände wie die „Jugend der Deutschen. Volkspartei" abfärbte. Deshalb wäre es : wichtig, zu wissen, wie das genaue P r 0 g r a m m d e r Z u - ' sammenarbeit lautet. Daß von so radikalen Verbünden Versuche gemacht werden, die Zusammenarbeit im völkischen Sinne zu beeinflussen, kann wohl nicht bezweifelt werden. Obwohl E i n i g u n g s b e st r e b u n g e n jetzt überall im Lager der Rechten vorherrschen, so hat doch der Eintritt des bekannten Kapitäns Ehrhardt in den Stahlhelm samt seinem Wiking-Bund, der Fortsetzung der Organisation Eonsul, in der deutschen Öffentlichkeit beträchtliches und berechtigtes^Aussehen erregt. Welche Beweggründe dahinterstecken, ob der Stahlhelm radikalisiert werden soll oder Ehrhardt sich mehr der gegenwärtigen Lage des Staates anpaffen will, läßt sich noch nicht übersehen. Jedenfalls verdienen diese Ereignisse ernste Aufmerksamkeit; sind sie doch zu werten als ausleuchtende Kennzeichen von beachtlichen Vorgängen hinter den Kulissen, über die sich im Augenblick Genaueres noch nicht sagen läßt. „... mit seinem hohen sittlichen Ernst." Nnvekarmte Briefe Crrekens. ■ Zwei wertvolle unbekannte Briefe Rudolf Euckens des soeben verschiedenen hervorragenden Philosophen und ausgezeichneten Menschen, der auch in diesen Blättern von Albert Lewkowitz gewürdigt wurde, veröffentlicht der Frankfurter „Israelit". Wir geben aus den Briefen die folgende kennzeichnende Stelle wieder, die hoffentlich manchen gutgläubigen Leser von Fritschs „Falschem Gotte" und ähnlichen Darstellungen eines verzerrten und karikierten! Judentums besinnlich stimmt. Gucken schreibt:? „ . . . Seien Sie überzeugt, daß ich das Judentum m i I seinem hohen sittlichen Ernst und seiner bewunderungswürdigen L e b e n s e n e r g i e ausrichtigst schätze, ja verehre, daß mir namentlich die Propheten- und die Psalmen bei meiner Lebensarbeit stets gegenwärtig sind. Auch habe ich von Jugend auf freundschaftlichen Verkehr mit Bekenner n des Judentums gehabt (ich wurde als Knabe immer gelegentlich des Laubhüttensestes eingeladen), und unter meinen - jetzigen Freunden und Gesinnungsgenossen habe ich ihrer eine stattj liche Zahl. (Wissen Sie übrigens, daß Be r g s 0 n in Paris, wohl k der bedeutendste philosophische Systematiker der Gegenwart, Jude ist? Ich werde ein Vorwort zur deutschen Ausgabe seines J Hauptwerkes, der Evolution ©neatriäe, schreiben.) So betrachte \ ich die geistige Bewegung im Judentum nicht als etwas mir - Fremdes, sondern ich freue mich ihrer von Herzen. Freilich ist ja, wie Sie wissen, meine lleberzeugung, daß wir über die geschichtlichen Religionen hinaus zu einer M e n s ch l i ch k e i t s r e l i g i o n zu streben haben. Aber ich verstehe das nicht so, daß die geschichtlichen Religionen in ein vages Allgemeine verschwimmen und verschwinden sollten, sondern so, daß jede der Religionen ihren Ewigke itsgehalt möglichst energisch herausarbeiten und für das Ganze der Menschheit zur Wirkrmg bringen sollte . . “ Dazu bemerkt der „Israelit": „Wenn wir solchen Größen, die durch ihr Wirken an erhabener Stelle berufen find, die edelsten Gedanken des reinen Menschentums zu verbreiten, im Leben begegnen, sollten wir es nicht v e r a b s ä n m e n, ihnen Blüten jüdischen Geistesschaffens zu überreichen. Auf dem Wege der allgemeinen Literatur dringen diese nicht zu ihnen. In wissenschaftlichen Werken, am wenigsten in denen der sogenannten Bibelwissenschaft, steht ihr Name nicht verzeichnet. Zu allseitigem Schaden erscheinen jüdische Schriften nur unter Ausschluß der Öffentlichkeit, selbst der jüdischen. Da 5ö1 muß man die Gelegenheit wahrnehmen, edlen Geistesfürsten zu zeigen, daß die Weltanschauung, die sich selbst errungen, der Weg ist, den die göttliche Wahrheit uns weist . . Diesen Worten pflichten wir durchaus bei. Schon seit Jahren sehen wir eine der w i ch t i g st e n Aufgaben des C. V. darin, alle nichtjüdischen Persönlichkeiten, die in Deutschland etwas gelten, planmäßig mit ausklärenden, jeder wissenschaftlichen Nachprüfung völlig standhaltenden Schriften über Juden und Judentum zu versehen. Unser Philoverlag hat bekanntlich eine große Reihe geeigneter Schriften angeregt und erscheinen lassen oder neu aufgelegt. Wir nennen nur die Schriften von Car 0, K a a tz, L i e b e r m a n u über biblische und talmudische Fragen, Heine m a n n „Vom Jüdischen' Geist", Goldmann „Das Wesen des Antisemitismus", Weigl „Das Judentum", Lewkowitz „Religiöse Denker der Gegenwart". Iranz Oppenheimer über Palästina. Borträge in Wien und Berlin. Daß sich der u a t i 0 n a l j ü d i s ch e P a l ä st i n et a u f b a u schon seit geraumer Zeit in c i n e r s ch w e r e n K r i s e befindet, ist kein Geheimnis mehr. Die nationaljüdischen Zeitungen geben es offen Zu, und die Tatsache, daß die E i n w a n d e r erzählen gewaltig gegenüber 1924/25 zurückgegangen sind, kaum 1000 den Monat betragen, die A u s w a n d e r e r z a h l e n ungeheuer angestiegen schd — sie betrug z. B. im August 960 Seelen —, ist unbestreitbar. Damit sind auch die rosigen Aufsätze aus der nichtjüdischen Presse verschwunden und solche entgegengesetzten Inhalts — z. B. in der „W e l t b ü h n e" Nr. 40 von Alexander Levy —Tell Aviv — stellen sich ein. Wichtig ist, daß nunmehr kein Geringerer als Professor Franz Oppenheim e r, der weitbekannte Frankfurter Soziologe, seine Ansicht über den Stand des Palästinawerks kundgibt. Oppenheimer war in diesem Frühjahr längere Zeit in Palästina. Das Ergebnis seiner sorgfältigen Beobachtungen hat er vor kurzem in Wie n und am letzten Nt 0 n t a g in Berlin öffentlich ansgesprochen. Der Vortrag hat in Wien großes A u f s e h e n erregt und verschiedene nichtjüdische Zeitungen hatten in großer Aufmachung von dem „Zionismus vor der Katastrophe?" berichtet Oppenheimer hat zwar gegen diese rein pessimistische Auslegung seiner Ausführungen Protest eingelegt, der zionistische Schriftsteller Dr. Hugo Hermann hat in der zionistischen Presse einen zur Ruhe mahnenden Artikel veröffentlicht — immerhin hat der Vortrag scharfe Angriffe gegen Oppenheimer -auch in den zi 0 n i st i s ch e n Reihen veranlaßt, und die Wiener, an Zahl starken radikalen Z i 0 n i st e n haben eine überfüllte Probe st versa nt m l u n g gegen Oppenheimer -abgehalten. Nach dem Bericht der national'jüdifchen „Wi encr M0 rgenge i t u n g" (vom 6. Oktober, Nr. 2734) führte in dieser Protestversammlung das Mitglied des zionistischen Aktionskomitees Oberbaurat Stricker unter anderem das Folgende aus: . . . Diese (Oppenheimers) Rede habe im zionistischen Lager selbst große Bestürzung verursacht. Oppenheimer sehe im Zionismus keine befreiende Tat, sondern ein Versuchsfeld für seine Ideen... Im Jahre 1913 hak Oppenheimer erklärt, er erkenne den Bestand eines jüdischen Volkes nicht an und bekenne sich deshalb zum deutschen Volke. . . . Schon damals antwortete ich, daß ein Mann mit dieser Mentalität im zionistischen Lager nichts zu suchen habe. . . . Jrn Kriege habe sich Oppenheimer im Nahmen des denk s ch e n Komitees für die Ostjuden betätigt. Es war (so meint Stricker) eine Arbeit für Deutschland, nicht für die Inden. Stricker fuhr dann fort: „Den schärfsten Protest müsse man dagegen erheben, daß Oppenheimer erklärte, die meisten maßgebenden Zionisten stimmten mit ihm darin überein, die Inden Hütten keine Majorität in Palästina zu bilden, und es sei auch gar nicht wünschenswert, daß sie die Majorität erlangen. Das heißk nichts Kämpfer und Kämpferinnen für 'Wahrheit und Recht/ Junge, für unser Judentum begeisterte Menschen, die in treuer Heimatliche die Zukunft Deutschlands als die Ihre ansehen, über gute Bildung und ein liebenswürdiges, gewandtes Auftreten verfügen, Wort und Schrift zu gebrauchen wissen und einen inneren Beruf für unsere heilige Aufgabe in sich empfinden, körnten in unserer Organisation gegen durchaus angemessene Vergütung Anstellung finden, deren Dauer und Ausbaufähigkeit sich nach den Leistungen bemisst. Angebote mit guten, tatsächlichen Grundlagen an unsere Geschäftsstelle, Berlin SW 68, Lindenstr. 13, erbeten. Gute Beziehungen und Hinweis auf die wirtschaftliche Notwendigkeit einer Anstellung müssen in Anbetracht des hohen Zieles unserer ernsten Arbeit ohne Bedeutung bleiben. Nur Charakter und Leistung entscheiden über die Anstellung. Centralverein deutscher Staatsbürger indischen Glaubens.

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