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Central-Verein-Zeitung · 1926-10-15 · 42 (15.10.1926) · p. Seite 551

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
42 (15.10.1926)
Date
1926-10-15
Page
Seite 551 (sequence 7)
Language
German
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o51 Dom Dtutfdicn mrfcntaHjltntag in Hamburg. A. W. Der Deutsche Orientaltfientag in Hamburg, der eine große Anzahl Gelehrter aus dem Deutschen Reiche und dem Auslande im gastlichen Hamburg vereinte, verdient in nrehrfacher Hinsicht auch in diesen Blättern gewürdigt zu werden. Die orientalrstische Forschung erstreckt sich oft und eindringlich auf sprachliche, geschichtliche und andere wissenschaftliche Probleme, die mit dem Judentum und seiner Vergangenheit im Zusammenhang stehen. Aber auch eine Zahl angesehener Orientalisten jüdischer Abstammung war Zugegen. Und wenn auch der Wert gelehrter Arbeit dadurch weder erhöht noch gemindert wird, so ist es doch gerade in diesen Zeiten erfreulich, festzustellen, daß jüdische Gelehrte genau so gut wie christliche an der großartigen deutschen Kulturarbeit, der Erforschung des Orients, mit ganzem Herzen teilhaben. Diese Arbeit wird nicht nur im stillen Studierzimmer geleistet. Jüdische Gelehrte sind auch Forschungsreisende in Asien und Afrika gewesen und haben ihre wissenschaftliche Hingabe genau so wie Forscher anderer Bekenntnisse oftmals mit dem Tode besiegelt. Wer weiß, daß sich hinter E m i n Pasch a, dem Vorkämpfer der Erkundung Afrikas, Dr. Schnitzer aus Gleiwitz, ein Kind jüdischer Eltern, verbirgt? Und wird man dem ermordeten Forscher den Ehrenkranz des Helden, nicht die Krone der Wissenschaft reichen wollen — zweifellos gebührt diese Hermann Durch a r d t, der, gleich seinem jüdischen Vorgänger Eduard Glaser, jahrelang von Damaskus aus das unbekannte Südarabien durchreiste und schließlich im Jahre 1909 durch Mörderhand dort fiel. Professor Eugen Mittwoch, der Leiter des Seminars für orientalische Sprachen in Berlin, hat als „Festgabe für den Deutschen Orientalistentag" im Aufträge der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft „Hermann Burchardts letzte Reise durch Südarabien" nach dem Berichte seines arabischen Reisebegleiters veröffentlicht und gleichzeitig aus der berühmten Photographiensammlung Hermann Burchardts, die sich im Orientalischen Seminar in Berlin befindet, hervorragende Proben beigegeben. * Dem Orientalistentag ging eine Sitzung der A l t t e st a m ent* ler voraus, die sich mit verschiedenen Problemen der Bibelsorschung beschäftigte. Auch der Deutsche P a l ä st i n a v e r e i n ielt seine Generalversammlung im Zusammenhang mit der Harüurger Tagung ab, und die Krönung dieser Generalversammlung bildete ein Lichtbildervortrag des Berliner Gelehrten Professor Sellin, der über seine wichtigen Ausgrabungen in S i ch e m in diesem Jahre eingehend berichtete. Welche Zeiten wußte Sellin, »köstlich die Hindernisse und Schwierigkeiten der Grabungen darstellend, heraufzusühren: die alten Kanaanäer, Jerobeam, Rebabeam, ein neu entdeckter heidnischer Tempel, Königspalüste, Stadtmauern aus der israelitischen Zeir, kanaanäische Götterbilder, Goldschmuck einer Israelitin. Solche Begriffe beleuchten wie ein Scheinwerfer die Wichtigkeit und die Erfolge der Grabungen vor den Toren des modernen Nablus. * Von hohem Reize und bleibendem geistigen Gewinn war der Besuch der Bibliothek Marburg, zu der Professor Aby Marburg die Teilnehmer des Orientalistentages eingeladen hatte. Professor Marburg, ein Glied der angesehenen Hamburger Familie, hat unlängst seine Bibliothek dem Hamburger Staate zur Verfügung gestellt. Diese Bibliothek verdient weiteren Kreisen bekannt zu werden. Die wissenschaftliche Forschung, die dort betrieben wird, ist bisher in der großen Öffentlichkeit noch nicht gnügend gewürdigt worden. In dem V o r t r a g e, den Herr Professor Marburg vor dem Orientalistentage im Lesesaal der Bibliothek hielt, kam die Wichtigkeit seiner wissenschaftlichen, hingebungsvollen Arbeit, ohne daß es der Vortragende beabsichtigt hatte, zum überwältigenden Ausdruck. Professor Marburg hat sich seit Jahren mit dem, wie es schien, aus den ersten Augenblick recht undankbaren Gebiete der Deutung und des Nachweises der Herkunft, kulturellen Ueberleitung der astrologischen Zeichen und dämonologischen Figuren beschäftigt. Ueberraschende Ergebnisse hat diese Arbeit hervorgebracht! Es ist gelungen, den Uebergang dieser Zeichen aus dem alten Babylon über den Orient in die italienische Kultur nachzuweisen und die Wirkung dieser Anschauungen auf die Gegenwart klarzustellen. Es ist vor allem Marburgs Unermüdlichkeit geglückt, im Verein mit anderen Gelehrten, wie Voll, Ritter, Saxl, Bergstrüsser, Pleßner, den gewaltigen Anteil dieser gewöhnlich wegwerfend mit Aberglauben bezeichneten Art menschlichen Denkens und Fuhlens an der Kultur der Antike klarzustellen, und tiefere Einsichten in die Zusammen- Alleinige Anzeigen-Annahme Rudolf Mosse, Anzeigen-Annahme für sämtl. Zeitungen Deutschlands und des Auslands Berlin SW 19, Jerusalemer Straße46-49-Breslau. Chemnitz .Dresden - Düsseldorf. Erfurt. Fraukmrt <x. M. * Halle (Saale). Hamburg . Hannover . Karlsruhe - Köln a.Nh.* Leipzig Magdeburg ♦ Mannheim . München - Nürnberg . Stettin - Stuttgart . Amsterdam. Barcelona - Basel - Budapest. Bukarest - London. Mailand < Prag - Warschau - Wien. Zürich. Ernst Eichenwald Grete Eichenwald geb. Hertz Vermählte. Horstmar Beckum 12. Oktober 1926. V-.. .. Karl Ullmann Fritzi Ullmann geb. Götz Vermählte. Nürnberg, den 10. Oktober 1926. Trauung: IV2 Uhr KUnstlerhaus, Nürnberg. Ludwig Marschall Anneliese Marschall geb. Grünebaum Vermählte. Heidelberg, den 17. Oktober 1926. Rechtsanwalt Dr. Hugo Schleicher Ruth Schleicher geb. Weinberg Vermählte. Offenburg I. Baden. Trauung: 20. Oktober d. J., 121/* Uhr nachmittags, im Hotel TannhäusGr in Baden-Baden. r Statt Karten 5 Fritz Sirauss Julie Strauss geb. Baach. Hamburg Trauung: 12. Oktober Bornstrasse 25,1 Gailinge Hauptstrass: r Die Geburt eines gesunden Stammt halters zeigen hocherfreut an Martin und Erna Kurzweg geb. Katzenstein. Plaueni.V., den 30. September 1926 frlftiMfttnnMlf Willst dir, daß die Gäste lachen, grstDlUstUnglM. Laß von mir dir Verse machen! Max Josevh, Berlin, Metzer Slr. 33. Humboldt4003. Festdichtimgen »««St Berlin, Planuser 63. — Hasenheide 7580. Paula Tannenwald Hermann Moses Verlobte. Schmalnau Felsberg (Rhön) (Bez. Kassel) im September 1926 Familien-Anzeigen gehören In die „C. 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