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Central-Verein-Zeitung · 1926-09-08 · 37 (8.9.1926) · p. Seite 488

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
37 (8.9.1926)
Date
1926-09-08
Page
Seite 488 (sequence 17)
Language
German
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4$$ so wäre das für den noch so jungen und hoffnungsstarken Siebzigjährigen der schönste Lohn seiner aufopferungsaber auch segensreichen Arbeit im Dienst der Wahrheit. Die Scltsplff* Eine neue Bibewerdentschnng. In unseren Tagen wird ein gewaltiger Versuch gewagt. Die vielleicht bedeutsamsten Wortführer der jüdischen Erneuerungsbewegung: Martin Buber und Franz Rosenzweig, haben gemeinsam die Verdeutschung der Bibel unternommen*). Ein gewaltiger Versuch: denn diese Uebersetzung erhebt den Anspruch, nicht nur rein inhaltliche Wiedergabe des Originals oder wissenschaftlich korrekte Uebersetzung zu sein, sondern sie will, daß das Wort der Schrift in seiner ganzen Fülle und Wucht unmittelbar für uns wieder sprechbar werde. Ein solches Unterfangen zwingt uns zu einer jedenfalls grundsätzlich zu beantwortenden Frage: was denn Uebersetzen heißt. Man hat in neuerer Zeit vielfach gemeint, und dies auch durch die praktische Uebersetzertätigkeit zu beweisen gesucht, der Uebersetzer habe das Recht und die Pflicht, das Original zu „erüoriginalisieren" und dem modernen Deutsch der Umgangssprache zu „assimilieren". Nur so sei dem Heutigen das Original wieder nahezubringen. Aber *) „Die Schrift", zu verdeutschen, unternommen von Martin Buber gemeinsam mit Franz Rosenzweig. Bisher liegt die Uebersetzung der Genesis vor: „Das Buch im Anfang", Verlag Lambert Schneider (Berlin), Preis 4 Mark. Die Uebersetzung des zweiten Buches Mose erscheint in Kürze. man hat dabei vergessen, daß ja die moderne Umgangssprache, unser Zeitungs-, Sport- und Kinodeutsch,' dem Gesetz der raschesten Veränderung unterworfen ist und damit eine derartige Uebersetzung bald „unmodern" macht. Schlimmer als das: man hat vergessen, daß man mit dieser Assimilation des Originals dem Urtext seine Fremdheit — und damit seine über die Zeiten und Kulturen dauernde Gültigkeit und Beständigkeit — genommen hat. Nein, eine wirkliche Uebersetzung darf die Fremdheit des Urtextes durchaus nicht verleugnen. Sie muß nur so beschaffen sein, daß wir ihre Fremdheit uns vertraut machen können; nach einem Worte Rosenzweigs: der Uebersetzer muß Sprach Provinzen schassen. Er muß das Deutsche bereichern. Ein Blick auf die wirklichen Übersetzungen wird dies bestätigen. Niemals ist im Umgang oder auch nur in der Literatur das Deutsch der Boßschm Homer-Uebersetzung gesprochen oder geschrieben worden; und doch ist sie trotz mancher korrekteren, mancher glatteren, „unanstößigeren" Uebersetzung die einzige geblieben, die Stil hat, die einzige, in deren Sprachform die des Griechischen Unkundigen sich Homer vorstellen, ihn zitieren. Auch Luthers vielfach freie Uebertragungen bilden keinen Gegenbeweis gegen diese Tendenz, zu wörtlicher Uebersetzung. Man darf nicht vergessen, daß Luther durch seine Verdeutschung erst die deutsche Sprache geschaffen, daß er also bei Beginn seines Werkes in gleicher Weise unbelastetes Sprach- und Dialektgut vorfand, als es im hebräischen Original vorhanden ist. In dieser Gleichheit der Entwicklungsstufe der beiden Sprachen liegt Luthers Wörtlichkeit. Das ist heute anders. Unsere Zeit ist der wirklichen Welt der Religion fremd geworden. Unser Deutsch trägt den Stempel einer vi-elhundertjährigen Entwicklung. Das Wort ertönt nicht mehr im Bollklang seines Ursinns, es ist verblaßt, abstrakt geworden. Sollte man da die „Schrift" verdeutschen, indem man ihre Einfachheit und wmmrn. Bayerisches Kohlenkontor?;?;/ Zentrale: Nürnberg» Fürther Straße 2 <Hansa-Haus) Telephon 8155, 8156, 8157, 8158, 8159 Filialen mib Detail-Lagerplätze: Nürnberg (Tel. 8155, 8156, 8157, 8158, 8159) München (Tel. 25842, 25843, 25844) Augsburg (Tel. 847, 867) Regensburg (Tel. 74) Straubing (Tel. 91) Schwandorf (Tel. 114). Vorteilhafte Bezugsquellen für Kohlen. Koks, Briketts, Anthrazit, Holz aus allen Erzeugnngsgebielen. Kostenlose Beratung durch unsere Heigwgsiugeuieure. „Ohne Reklame Geld za mnäien, bleibt nilein dem Jdänznmte noMaHen* Sindstone Gummiwaren für technische Zwecke, Fussrasten für Automobile Anu. Verkauf von sämtlichen Sorten Altgummi Hermann Haas GMI HANNOVER Hildesheimer Strasse 173 Fernsprecher: Nord 408, <09 und 9094 Teiegr.* Adressen: Goodyear u. Unitas finden durch die Xö.Mair eine sehr zweckmässige Verbreitung. fäfttm&iHffmi’ im Kiesengebirge Hiheniuftkurorf. Am schönsten im Nachsommer und Herbst. Ruhe und Erholung bei massigen Preisen. 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