Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 36 (3.9.1926)
- Date
- 1926-09-03
- Page
- Seite 471 (sequence 7)
- Language
- German
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471 reaktionären nationalistischen Weichen läßt. Wie er mit dem Ausdruck „jüdische Bourgeoisie" Unfug treibt, weil er im Gegensatz zu allen sozialistischen Erfahrungen und Lehren durch Hervorkehrung und Ueberspitzung nationalistischer Prinzipien einen neuen Nationalismus schafft und selbst „Bourgeoisie" in Reinkultur darstellt. Kurz, es ließe sich mit Blumenfelds Schlagworten die Blumenseldsche Theorie vielleicht mit mehr Grund widerlegen als beweisen. Seine beiden Vorträge, die nur hier erwähnten, enthalten Fehler, weil beiden die wissenschaftliche Gründlichkeit fehlt. Die Fragen der Problematik und alle anderen lassen sich nicht mit ein paar Sätzen, sondern nur unter genauester Würdigung des z u g r u n d e l i e g e n d e n Begriffes und der in jedem Lande vorliegenden Verhältnisse lö sen. Würde man im jüdisch-nationalen Lager endlich dahin kommen, sich von den Schreiern und Schimpfern loszulösen und wirklich eine Verständigung wünschen, so wäre sie in mancher Beziehung möglich. Die grundsätzlichen Verschiedenheiten werden und müssen bleiben; aber hie und da wird sich eine ersprießliche Zusammenarbeit erzielen lassen. Dazu ist notwendig, daß man feine Gedanken und seine Forderungen unbeschönigt in ihrem vollen Umfange darstellt. Was ist der C. V. wegen seiner Stellung zum Keren Hajessod angegriffen worden! Wie hat man uns bekämpft, weil wir sagen, der Keren Hajessod ist eine zwar neutrale Sammlung, aber er kann niemals eine neutrale Verwendung im Sinne der Geldgeber garantieren! Und jetzt lesen wir in der zionistischen Korrespondenz über die Konferenz des de u t s ch c n Palästina - G r u n dsoreds , die im Anschluß an den D e l e g i e r t e n t a g der deutschen Zionisten einsetzte, folgendes, was der sehr ernst zu nehmende und sehr vornehme Felix Rosenblüth vorgetragen hat: . . Der Keren Hajessod ist nicht bloß ein Palästinafonds, er ist ein Mittel der zionistischen Selbsterziehung, eine Verknüpfung des einzelnen Individuums mit Erez Israel". Ist das etwas anderes als das, was der C. V. immer gesagt hat? Und werden im kommenden Winter die politischen Agitatoren des Keren Hajessod in den C. V. - Familien wieder behaupten wollen, der Keren Hajessod sei durchaus kein jüdisch-nationales Instrument? Werden die Herren sich übrigens daran erinnern, daß einer der Redner ausdrücklich auf dem zionistischen Delegiertentag ausgesprochen hat, jetzt schimpfe man auf die Anhänger des G. V., während man im Winter zu ihnen gehe und Gelder haben wolle? Der Delegiertentag war in seinem weiteren Verlaufe insbesondere auf die I u g e n d a r beit eingestellt. Die Klage, daß der Nachwuchs spärlich und die Jugend nicht mehr im alten Maße interessiert fei, wird man in jeder Jugendbewegung hören müssen. Der v o l l k o m m e n e Z u s a m m e n b r u ch des B l a u - W e i ß hat auch der zionistischen Organisation bewiesen, daß sie^mit ihren bisherigen Methoden nicht mehr weiterkonnnt. An stelle des Blau-Weiß scheint nunmehr die M a k k a b i - Bewegung, die als Sportbewegung gedacht ist, zu stehen. Hier sucht man die Jugend zu gewinnen. Allerdings nicht so, wie es eine vornehme Bewegung tun sollte. Namens des deutschen Kreises des Makkabiweltverbandes erklärte nämlich Herr Dr Holzer aus dem Delegiertentag, er w olle nicht s in i t neutralen Iu gen dv e rei n en zu tun haben, man solle nicht Sport u m d e s Sportes willen betreiben, sond e r n der Sport sei das moderne P r o p a g a n d a m i t t e l, u nt die jüdische I u gend zu den Zionisten heranzuziehen. Sport sei Mode. Die Leute kämen von selbst und die jüdische Jugend werde durch Turnen und Sport zu einer uatioualjüdischen Jugend gemacht. Es dürfe in den neutralen Turnvereinen nicht mehr zionistische Führer geben, die Turnen und Sport um des Sportes willen betreiben. Es wäre sicherlich besser, wenn man bei der Werbung ehrlich Vorgehen und den Eltern und der Jugend sagen wollte, daß die Jugend für das Nationaljudentum gewonnen werden soll. Nicht der SPort, sondern das N a t i o n a l j u d e n t u m sei die Hauptsache.. Tie früher üblichen Täuschungsmanöver, daß die Vertreter jüdischer Vereine in die Familien kommen und beteuern, es handle sich nicht um Jüdisch-Nationales, während sie in Wirklichkeit die Aken scheu „herumkriegen" und ihnen den jüdischen Nationalismus in allmählich wirkenden Dosen zuführen wollen, werden heute nicht mehr ziehen. Noch über zwei Dinge muß gesprochen werden: Als Höhepunkt der Tagung war ein Referat von Martin B u b e r über V o l t s e r z i e h u n g gedacht. Leider liegt dieses Referat noch nicht im Wortlaut vor. Es soll in weiten Kreisen enttäuscht haben, wie es bei einem Referat voll Vnber leicht der Fall ist, da er mit seiner überlegenen Geistigkeit von der Masse nicht verstanden werden kann. Was aber den Nichtteilnehmern an der Tagung schon jetzt bei der Durchsicht des kurzen Berichtes aufsällt, ist der Umstand, 851 VOLL-RAHM §chol%ofad& r r;t PT ■mMIMiiiL wä?f< r •■'.'inh11 /<#' brachten wirausßnfaß des 'ädrigen ßefteiyms unfern 192 mann der Wert auf seriöse Kundschaft legt, darf es übersehen, sein Untern e h men auch durch die L.B.-Zeitrniß b e k a n n t zu macken! — Verlangen Sie noch heute unverbindliche Offerts von der Anzeige nverwallung der LB -Zeitung, Berlin SW 19, Jerusalemer Straße 46-49.