Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 36 (3.9.1926)
- Date
- 1926-09-03
- Page
- Seite 469 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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feib gegenüber, sondern auch an vielen anderen Stellen gegen die oben wi-edergegebene Beweisführung gewandt und hat das Nntionaljudentum in einer Weise vom wissenschaftlichen Standpunkt aus beurteilt und verworfen, wie es noch kein Angehöriger des C. V. schärfer und deutlicher getan hat. Man sagt auch nicht zu viel, wenn man behauptet, daß Oppenheimer heute wie damals diese ganze Begrisfsführung als völlig verfehlt und wissenschaftlich unbegründet ansieht. Wenn also Blumenfeld gesagt hat: „Es ist unglaublich, wie der geistige Habitus der anLizionistischen Welt beschaffen ist", „der C. V., unter Leitung des Janusgesichtes Dr. Brodnitz/ leistet sich eine unglaubliche „Phraseologie", so sollte gerade Herr Blumenfeld mit solchen Vorwürfen vorsichtiger sein. In seinem Referate behauptet der Redner weiter, es sei zuerst dem Zionismus gelungen, Klarheit um das Wesen des Judenhasses zu schaffen und zu zeigen, daß der Judenhaß mit der Existenz des Judentums selbst Zusammenhängt. Der C. V. dagegen habe sich nur das, was der Zionismus geschaffen habe, später zu eigen gemacht und gebe jetzt die Problematik des Judentums zu, die er früher bestritten habe. Man lese einmal die gesammelten Schriften von Lazarus „Treu und Frei", man lese ferner insbesondere die gesammelten Aussätze unseres verewigten Freundes Hermann S t e i n t h a ^, endlich die Werke von Fuchs und Lehmann, und man wird finden, daß zu einer Zeit, in der noch niemand an den Zionismus gedacht hat, alles d a s>- jenige, was heute angeblich von uns übernommen worden ist, bereits von diesen Männern gesagt und gepredigt wurde. Wir wollen nicht verhehlen, daß wir auch von Zionistischen Schriftstellern gelernt haben. Niemand wird verkennen, daß H e r z l, trotz der großen Jrrtümer, die er in vielen Fällen begangen hat, in der Analyse der Verhältnisse sehr viel Richtiges sagte. Die Behauptung aber, wir hätten unseren Gedankeninhalt gewissermaßen dem Zionismus abgelauscht, kann nichts anderes als ein Lächeln Hervorrufen. Herr Blumenseld weiß ganz genau, daß vor dem Zionismus und vor dem C. V. die Breslauer Studentenverbindung „Viadrina" schon das im wesentlichen hervorgehoben hat, was er heute als geistiges Werk für den Zionismus in Anspruch nimmt. Und wenn Blumenseld sich zum Beweise seiner Behauptungen auf unseren Aufsatz „Gesperrte Berufe" und andere bezieht, so vergißt er, daß die dort dargestellten Tatsachen keineswegs so alt sind, wie er glaubt, sondern sich erst neuerdings zeigen. Und er vergißt ferner, daß diese Aufsätze Wege.zu praktischem Handeln weisen, die der Zionismus nicht gewiesen hat und auch nicht weisen konnte, weil die Praxis seiner ganzen Grundauffassung widerspricht. Das ist es ja eben, was immer wieder verkannt wird. Gerade der Zionismus B lumenst e l d s ch e r Richtung muß seinen Anhängern jede Bekämpfung des Judenhasses und seiner praktischen Auswirkung unmöglich machen, weil er sich mit der Grundauffassung der Judengegner, nämlich der Fremdheit der Juden in Deutschland, identifiziert. Und wenn uns vorgeworfen wird, daß wir eine sogenannte Normalisierung des jüdischen Lebens vornehmen wollen, das heißt eine Einordnung in Staat. Gesellschaft und Wirtschaft, so bedeutet dieser Vorwurf nichts anderes als gleichzeitig die Tatsache, daß der im Sinne des Herrn Blumenfeld lebende und winkende Jüdischnationale niemals etwas tun kann und tun darf, was eben die Folgen oder die Grundlagen dieser Normalisierung zu ihrem Wesen rechnen muß. Bin ich ein Anhänger des jüdischen Volkes mit dem Wunsche einer hebräischen Kultur für mich und meine Familie, mit dem Endziele, mein Vaterland Palästina als Jüdischnationaler möglichst bald zu erreichen und dort im jüdischen Volk das für das ganze jüdische Volk der Erde erstrebte politische und kulturelle Zentrum zu schassen, so muß ich es verstehen und kann es vielleicht auch nicht mißbilligen, wenn ein von deutschen Unternehmern gegründetes Werk, das der deutschen Volkswirtschaft, der deutschen Kultur und den deutschen HAG Erst In ihrem Kaffee Hag habe Ich einen coffeinfreien Kaffee kennen gelernt, der mir zusagte, denn Kaffee Hag hat, wie Sie richtig sagen, das feine Kaffeearoma behalten. Für die Kaffeetrinker, die Coffein meiden wollen oder müssen bedeutet die Einführung Ihres Kaffee Hag daher einen besonderen Fortschritt. Ich bin aber überzeugt, daß auch viele, denen der Genuß von coffelnhaltigem Kaffee an sich nicht schadet, des trefflichen Aroma wegen Kaffee Hag wählen werden. 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