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Central-Verein-Zeitung · 1926-08-20 · 34 (20.8.1926) · p. Seite 447

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
34 (20.8.1926)
Date
1926-08-20
Page
Seite 447 (sequence 11)
Language
German
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447 Reisebrief am Haö Rissingen. Gespräche und Eindrücke von Artur Schweriner. Bad K i f j i n 9 c 11, i tu A u g u st 192 6. Wir sind im CenLralverein wirklich mehr als eine Organisation. Auch dort, wo Rakoczy und Sprudelbader den Menschen für sich in Anspruch nehmen, ist der C. B.-Geist lebendig. Gelobe dir tausendmal, alles auszuschalten, was um den C. V. und mit ihm in dir lebt, auf daß die Kur vollends gelinge: grau, guter Freund, ist alle Theorie. Du dankst dem gütigen Geschick für eine Begegnung mit einem so hervorragenden Kämpen wie StadLrat Schneider aus S chneide in ü h l. Fünfundsiebzigjährig und doch jugendliches Feuer wie vor Jahrzehnten! Da wird gefragt und geantwortet und politisiert und polemisiert, daß die Weisen v 0 n Bne Berak Waisenkinder gegen uns sind. Man lehnt sich an die Promenadenbaut und vergißt den dritten Becher . . s # r „So, so . . . Aus Königshosen „Ich wollte Ihnen nur sagen, welch glänzenden Erfolg die Monatsausgabe der „C. B.-Zeitung" bei uns hat. Alle prominenten christlichen Mitbürger in unserem kleinen Ort sind eifrige Leser. München arbeitet mnz vorzüglich!" „Hoffentlich unterstützen Sie diese Arbeit vorzüglich!" „Wenn Not au Mann ist, sind wir da!" „Dann ist es für die A u s t l ä r u n g zu spat.. /. * Ein Freund des C. B. aus Gardelegen. Ihm ist es ZU danken, daß Knüppel-Kunze, der „Held von G a r d e l e g e n", aller Welt sein wahres Antlitz zeigen mußte. Gar manches ist leider noch nicht an die Oefsentlichkeit gedrungen, was Deutschlands Erneuerer, Herr Kunze, sich geleistet hat, um in einer Zeit, da Millionen darbten, in Saus und Braus leben zu können. Der Warenaustausch Gardelegen—Berlin zu nächtlicher Stunde war schwunghafter, als bekannt ist. Es ist kein Zufall, daß sich Herr Kunze in weitestem Umkreis von Garde legen nicht blicke nläht. Da kennt man ihn. Wenn unsere Unterhaltung im Kissing er Wald in der letzten schlesi s ch e n Bauernhütte hätte gehört werden können, man würde auch in Kunzes Hauptdomäne nicht mehr auf sein sittliches Pathos hereinfallen. Wir werden im C. V. im kommenden Herbst wieder tüchtig zu packen müssen, wenn Herr Kunze gegen den „Sumpf Alljudaan" wettert. Hier wäre Mitleid Sünde * - * « Zwei Damen aus dem Bereich des Landesverbandes Hannover. Kleine Landstädtchen in der Nähe von Güttingen. Der Syndikus war letztens dort und hat einen Vortrag über die politische Lage gehalten. Wie dankbar und freundlich solche Berichte klingen! Der C. B. wird k ü n s t i g m e h r a l s b i s h e r d e n g e i st i g e n und gesellschaftlichen Mittelpunkt gerade der kleineren jüdischen Gemeinden bilden müssen. Dort wohnen die Treuesten der Treuen. Wer einen gemütlichen C. V. - Abend in der „V i l l a G l e i ß n e r", zu dem sich Freunde aus anderen Villen und Sanatorien eingefunden hatten, miterlebt hat, wird erkannt haben, daß der C. V. - G e i st gerade aus dem Lande lebendig ist. Freuen wir uns dessen! Unsere Parole nach den hohen Feiertagen wird lauten müssen: „Zu nnseren Freunden auss Land 1" K W ü ri temb erger Freunde sprechen in Tönen höchster Be-« geisternng über die Rede des Stuttgarter Stadtrabbiners Dr. R i e g e r bei der Einweihung des Gotteshauses in S ch w ä b i s ch - G m ü n d. Ein geheiligteres Bekenntnis zum C. V. -Ged anken sei sicherlich noch niemals bei ähnlichen Gelegenheiten abgelegt worden. — Mit tiefem Mitleid müssen die Schilderungen über die wirtschaftlichen Zustände in kleinen Landgemeinden erfüllen, wo guter jüdischer Mittelstand zmn Teil an den Bettelstab gebracht wurde, rN? * .. U n d nichts von Judenhaß in Krssi n g e n? Jawohl! Aus allen Teilen Deutschlands berichten unsere Freunde, auf Promenaden- und.Waldwegen, zu Frühstück, .Mittag und Abend über antisemitische Zwischenfälle im R eiche, über die mehr oder weniger ernste Lage in den einzelnen Provinzen. A b e r n u s Ki s s i n g e n ist nichts zu berichten. Jüdische und christliche Kurgäste leben friedlich nebeneinander. Die 'Badeverwaltnng räumt vorsorglich jeden Stein des Anstoßes aus d e m W e g e. Nur das Hakenkreuz bei Renner zeugt noch von verschwundener Pracht. Aber auch diese letzte Säule wird in wenigen Wochen geborsten sein. Ein Pensionsinhaber, der in dem Ruf stand, antisemitischen Regungen nicht allzu fern 31t stehen, ist sogar so vorurteilsfrei, am Freitag abend das Essen, mit Rücksicht auf die jüdischen Gäste, besonders gut herzurichten. Noch einmal würde sich die Kissinger Bevölkerung nicht verhetzen lassen. Die Volksverführer würden zur Stadt hinausgejagt werden! Kisfingen will fortan nichts als Kurort sein. In diesem Zeichen wird das schöne Bad mit seinen vollendeten Heilmitteln sicherlich siegen, Nicht abseits stehen, sondern Mitarbeiten. Wochenbetrachtmrg. Wahre Sittlichkeit darf sich nicht damit begnügen, nichts Böses zu tun, sondern muß bestrebt sein, Gutes zu leisten. „Weich^ vom Bösen und tue Gutes", ist das sittliche! Ideal. Der Heiligen Schrift gilt es als SelbstverstanWchkeit, daß wir unserem Nächsten/ auch wenn uns selbst Gut und Vermögen in Gefahr gerät, hilfreich beispringen. Zweimal fragt sie verwundert: „Tu siehst, daß dein Bruder Schaden leidet, und könntest dich entziehen und ruhig abseits stehen?" Und zum dritten erklärt sie aus ihrer Kenntnis der jüdischen Seelenverfassung.: „Es ist ganz unmöglich, du kannst dich nicht entziehen, du. kannst nicht abseits stehen." Jedermann Bruderhilfe zu leisten wird gewissermaßen als Naturinstinkt des wahren und echten Israeliten hingestellt. Aber, ach, wi-e viele unter uns haben mit vielen anderen altjüdischen Tugenden auch diese Zierde unseres Stammes verloren. Die deutsche Judenheit steht seit bald einem Jahrzehnt in einem schweren A b w e h r t a m p f e. Unsere H e i l i g t ü m e r w e r - den besudelt. Unsere R e l i g i 0 n s ü b u n g soll be - s ch r ä n k t w e r d e n. Menschen w ü r d e w i r d uns ab g esprochen. Entmenschte Scharen wollen uns an Leib und Leben. Und doch gibt es n 0 ch viele Tan - sende, welche abseits stehen, welche es versäumen, sich in die Schar der Kämpfer einzureihen. Es ist kein gewöhnlicher Kampf. Es gilt zu streiten für echte Menschlichkeit. Es gilt wahre Liebe nicht nur zur Religion, sondern auch zum Vaterlande zu beweisen. Da töne uns als ernste Mahnung aus der heiligen Quelle unseres Lebens entgegen das Wort: „Du kannst nicht abseits stehen." Hoffwamr. PETZOLD & AULHORN A. G., DRESDEN Alleinige Anzeigen-Annahme Rudolf Mosse, Anzeigen-Annahme für sämtl. Zeitungen Deutschlands und des Auslands Berlin SW 19, Jerusalemer Straße 46— 49 - Breslau« Chemnitz . Dresden ♦ Düsseldorf * Erfurt« Frankfurt a. M.«Halle (Saale) ♦ Hamburg«Hannover« Karlsruhe« Köln a.Rh.. Leipzig Magdeburg « Mannheim ♦ München Nürrrberg « Stettin « Stuttgart ♦ Amsterdam ♦ Barcelona - Basel « Budapest * Bukarest ♦ London« Mailand ♦ Prag * Warschau« Wien ♦ Zürich. «Äö»' vMAÄ JASMATZIL ZIGARETTEN ORÄFINMARlZAilii " AUGUSTkrSTARKE FM«! WMMlriWAWWM v V.V.W’.'VV.*.«!

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