Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 27 (2.7.1926)
- Date
- 1926-07-02
- Page
- Seite 363 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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christlichen KaufleuLen zu erheben, da wuchs, die Zahl der Juden in Zülz rasch. Im Jahre 1782 wohnten in Zülz 1061 Juden, also mehr als die Hälfte aller Bewohner. Zülz zählte damals 2022 Bewohner insgesamt. In der Folgezeit vergrößerte sich die jüdische Gemeinde um weitere 100 Seelen, bis durch das Gesetz vom 11. Mürz 1812 die Wohnbeschränkung aufgehoben wurde und die Juden aus Zülz in das übrige Schlesien auszuwandern begannen. Im Lause der nächsten hundert Jahre entvölkert sich die Gemeinde völlig. 1912 mußte das letzte von den drei ihr gehörigen Häusern verkauft werden, und am.15. August 1914 w u r d e schließlich die Synagogengemeinde durch ein Regierung s d e k r e t aufgelöst. Heute wohnen nur noch zwei jüdische Familien dort, die zur Shnagogengemeinde Neustadt gehören. Bei der 700-Jahr-Feier der Stadt Zülz wurde der Anteil der Juden an ihrer Geschichte gebührend betont. In dem Festzug versinnbildlichten zwei Festwagen „Die Einwanderung der Juden in Zülz" und „Das jüdische Handwerk". Bei dem vorausgegangenen Festakt sprachen namens der oberschlesischen Juden Justizrat Kochmann (Gleiwitz) und Rabbiner Ellgutter (Neiße), unter dessen Führung auch der alte jüdische Friedhof besichtigt wurde. Dr. Nabin. Dozent am Breslauer Rabbinerseminar, hat einen Beitrag zu der Festschrift geliefert. In der im Jahre 1774 nach dem Brande des alten hölzernen Gotteshauses errichteten Synagoge — sie ist in diesem Jahr vom oberschlesischen Gemeindebund wieder hergerichtet worden — fand eine feierliche Andacht statt. Der Barockbau, der von edler Schlichtheit ist, saßt etwa 300 Männer und 100 Frauen. Eine festliche Schar füllte den heiligen Raum bis zum letzten Platz und lauschte den Worten des Rabbiners Ellg u t t e r. Von wehmütiger Erinnerung ergriffen, hörten wir daraus das Totengebet und sprachen das Kaddisch für die „Dreitausend", die draußen auf .dem. „guten Ort" von Zülz in ewigem Frieden ruhen. 3ö3 Und wir pilgerten zu ihnen hinaus. Unendlich friedlich, aus deiw sanften Abhang eines Hügels, hingebettet, liegt der Gottesacker mit seinen jahrhundertealten, zum Teil tief eingesunkenen Grabsteinen. Als historische Erinnerung will die Stadt diese letzte Wohnstätte ihrer toten Juden dauernd erhalten. Freilich nicht alle ruhen hier. Schmerzhaft steigt die Erinnerung aus, daß auch hier im Jahre 1348, wie das D e u tz e r Memorbuch berichtet, Juden von einem wahnerfüllten Pöbel erschlagen, ermordet worden sind. Und aus der Vergangenheit fliegen unsere Gedanken zu Schlesiens Hauptstadt hinüber, wo seit den letzten Wochen wieder gegen uns die furchtbare Blutbeschuldigung umgeht... di. 8. C. V. - Merkbüchlcin für das Jahr 1926/27 5687* Soeben hat der Landesverband Grotz-Berlin des Cenlralvereins ein Merkbüchlein herausgegeben, das, wie der Vorsitzende, Dr. Bruno Glaserseld, in einem Vorwort betont, eine engere Fühlungnahme Zwischen Mitgliedern und Centralverein herbeiführen soll. Das in Leinen gebundene, mit Bleistift versehene, ansprechende und handliche Merkbüchlein bringt an Illustrationen aus den ersten Seiten die Bilder des 1. Vorsitzenden HAG Ich lasse den Nervenkranken und einigen lör Coffeinkaffetf hochgradig empfindlichen Herzkranken Kaffee Hag verab-, reichen. In keinem einzigen Falle hat dieser Kaffee, der an Aroma und Feingeschmack dem besten Karlsbader Kaffee gleichkommt, die Herznerven oder den Schlaf ungünstig, beeinflußt sondern wurde ganz vortrefflich vertragen. Sanilatsrat Dr. Gorster, Braunfels y»m4 Abitur, Obersekunda. Vormittag-, Abendschule. Private Vorbereitungsanstalt. 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