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Central-Verein-Zeitung · 1926-07-02 · 27 (2.7.1926) · p. Seite 362

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
27 (2.7.1926)
Date
1926-07-02
Page
Seite 362 (sequence 6)
Language
German
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Zum mindesten schmähen sie das Alte Testament, obwohl es das I größte Dokument für den Gottesbegrisf im Christentum sei. Die Mo r alverlange Wahrhaftigkeit. (Stürmischer Beifall.) In der Aussprache ergreift Zunächst Pfarrer Warnecke als katholischer Geistlicher das Wort. Er gibt seinem Abscheu gegen den religiösen Antisemitismus, wie er sich in dem Ritualmordgedanken äußert, lebhaften Ausdruck und betont, daß die katholische Kirche eine Feindin jeglichen Judenhasses sei. . Rabbiner Dr. Salomonski hob dann hervor, daß die jüdische Religion auf jeder Leite ihres Schrifttums die Achtung vor dem Menschenleben predige. Sie hat das Wort geprägt: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst." Wenn alle Christen vergossenes Blut als Bruderblut betrachten würden, dann würde Mordhetze und Verbrechertum für alle Zeiten ausgeschlossen und damit dem Ritualmordmärchen das Ende bereitet sein. Die Versammlung nahm einstimmig eine Entschließ u n g an, in der sie gegen das Ritualmordmärchen und seine Verbreiter- Stellung nahm. Erklärung. Herr Fritz Foerder, Mitglied des Centralvereins, hat in Nummer 26 der „Jüdischen Zeitung für Ostdeutschland" eine Zuschrift veröffentlicht, in der der Breslauer Judenschaft, insbesondere dem C. V. und seinem Vorsitzenden, Dr. Tarnowski, bei ihrem Verhalten in Abwehr der Ritualnwrdlüge F e i g- .heit und „Sich Verkriechen" vorgeworsen wird. Dieser Vorwurf ist. erhoben worden, obwohl von seiten der Ortsgruppe Breslau unmittelbar nach Erscheinen des fraglichen Artikels in der völkischen „Schlesischen Volksstimme" bei allen zuständigen Behörden und durch Information der Breslauer und auswärtigen Preffe alle erforderlichen Schritte geschehen sind, um weiteres Unheil zu verhüten. Dem Verfasser der Zuschrift muß dies auch bekannt gewesen sein, denn er zitiert selbst den Bericht der „C. V.-Zeitung" vom 18. Juni, in dem die Tätigkeit der Ortsgruppe Breslau im einzelnen dargestellt ist. Das zielbewußte, schnelle und sachgemäße Handeln der Ortsgruppe Breslau ist überall dankbar anerkannt worden. Der Vorstand der Ortsgruppe Breslau hat in seiner Sitzung vom 28. Juni nachstehende Resolution gefaßt. „Der Vorstand der Ortsgruppe Breslau des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens hat die Zuschrift des Herrn Fritz Foerder, in Nummer 26 der „Jüdischen Zeitung für Ostdeutschland" mit Entrüstung gelesen und erhebt schärfsten Protest gegen die darin enthaltenen schweren, jeder Grundlage entbehrenden Beleidigungen des Vereins und seines Vorsitzenden." Frau Grete B i a l. Curt Vrienitzer. Dr. Ernst F r a e n k e l. Justizrat Martin G o l d s ch m i d t. Justizrat Eugen G u m p e r t. Gemeinderabbiner Dr. H o s s m a n n. Justizrat K a l i s ch. Alfred K a l i s ch e r. Rechtsanwalt Dr. Keiler. Joseph K ü h n b e r g. Philipp Lachs. John L e v i. Dozent Dr. Albert L e w k o w i tz. Rechtsanwalt Dr. L i p p m a n n. Dr. Emil L o e w i s o h n. Professor Dr. Siegfried Marck. Guido Neustadt. Eugen Perle. Rabbiner Dr. Sänger. Dr. Josef Schlesinger. Generalkonsul Leo S m o s ch e w e r. Rechtsanwalt Erich Spitz. Benno Stein seld. Gemeinderabbiner Dr. Vogelstei n. Johannes Wilhelm.- Justizrat Dr. Max Wolfs. Wir bringen diesen Tatbestand hiermit zur öffentlichen Kenntnis. üer Staöt Aülz. ' Eine Stätte der Gerechtigkeit« Am 27. Juni beging die Stadt Zülz in Oberschlesien, unseren. Vorfahren unter dem Namen „Makom Zadik", „Stätte der Gerechtigkeit", bekannt, die Feier ihres 700jährigen Bestehens. Der Name der Stadt Zülz ist mit der Geschichte der Juden in Schlesien untrennbar verknüpft. Seit einem halben Jahrtausend wohnen hier ununterbrochen Juden. Als im Jahre 1582 die schlesischen Stände ein kaiserliches Edikt über die „Abschaffung" der Juden erzwangen, war Zülz neben Groß-Glogau, die einzige Stadt in Schlesien, in der Juden wohnen bleiben durften. Die Herrschaft, das Geschlecht der Freiherrn v. Proskowski, war es, das ihnen Schutz gewährte und auch bei Uebergrisfen von Auswärtigen mannhaft für die Rechte der Zülzer Juden eintrat. Und als dann im Jahre 1699 endlich der Kaiser Leopold den Zülzern das gleiche Privileg wie den Juden Groß-Glogaus erteilte, ihnen nämlich gestattete, ungehindert zu allen Märkten zu reisen und dort Handel zu treiben, ohne von ihnen höhere Abgaben als von den Frühes Aitern.V.. Lebens- und Jugendfrische, Arbeitslust durch den Gebrauch von 'Radio SC t er in (R. P. A. Wz. 313844), den seit Jahren bewährten radiumhaltigen Mineralsalztabletten. Bei Art€flßflVßt*flCll$itlfl0 und deren Folgen, wifi Gicht, Rheuma, sowie bei frähzeitigenAlterserscheinungen mit nachweisbarem Erfolge angewendet. RadlOSCleritl enthält reines Radiumsalz, welches die verkalkten Gefässwände abbaut und die Neubildung gesunden Gewebes anregt. 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