Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 5 (1926)
- Issue
- 25 (18.6.1926)
- Date
- 1926-06-18
- Page
- Seite 338 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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338 Blutgruppen der Menschen die Wissenschaft weiter vorwärts schreiten kann'zu Urquellen, aus denen sich die tiefstliegeuden Verschiedenheiten des Typus Mensch entwickelt haben, weit über alle historische Erkenntnis hinaus bis in jene Regionen, für die Psadsinder ausschließlich die Naturwissenschaften sein können. Bon solchen Ferusichten, die echte Wissenschaft eröffnet, wendet man nur mit Widerwillen den Blick Zurück Zu der seichten Agitation moderner antisemitischer'Demagogen, die nicht wissen oder nicht erkennen wollen, was vorurteilsfreie Wissenschaftlichkeit bedeutet. Vielleicht, daß, unbeschadet Jahrtausende und Jahrtausende alter Dölleruüschungeu, die Blutgruppenuntersuchungen doch Zu jeneu fernftcu Urgründen Zurückführen, nach denen der Blick des modernen Krutunnenschen späht, um Mcnschengeschichte und Menschheitsent- Zvicklung klarer durchdringen Zu können. von öer Düffeköorfer Tagung der Aentralwohlfahr^sftelle öer deutschen Juden. Am 6. und 7. Juni fand in Düsseldorf die diesjährige Tagung der Lentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden statt. Au ihr nahmen außer den zahlreichen Delegierten aus allen Teilen des Reiches Vertreter der Reichs- und Staatsbehörden, Ministerialrat v. G e m m i n o e rt, für das Reichsarbeüsrnniisterium. Ministerialrat Wittels höser vom Preußischen Mohlfahrtsarnt, Tr. F ö h r i n g e r von der Liga der deutschen Wohlsahrtspslege, KmnmergerichtsraL Leo Wolfs vom Preußischen Landesverband der jüdischen Gemeinden, teil. Der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens war durch Herrn Tr. H e r z f e l d (Essen) und Rabbiner Dr. Jacob (Dortmund) vertreten. Der Vorsitzende der Zentralwohlsahrtsftelle, Engen Casparh (Berlin), eröffnete am Vorabend die Versammlung und die Vertreter der Behörden überbrachten die Grüße der durch sie vertretenen Aemter. Dann sprach in tiefgründigen, geistvollen Ausführungen; Rabbiner Tr. Baeck (Berlin) über den „Geistigen Gehalt in der jüdischen ' Wohlfahrtspflege".! Am nächsten Tage schilderte Ministerialrat Dr. Wittelshöfer die Zusammenhänge Zwischen Wirtschaftspolitik und Fürsorge. Rechtsanwalt Dr. Georg B a u m , Dozent an der Handelshochschule Berlin, betonte in seinen Ausführungen zu dem gleichen Thema, daß die Juden treueste Diener des deutschen Volkes, nicht Gäste im deutschen Lande seien. Außer der deutschen Not gibt es noch eine besondere jüdische Not. Für diese Not ist eine besondere jüdische Hilfe notwendig, die über die staatliche Hilfe hinaus ergänzen soll. Aerzteschaft, Nechtsberatung, Wohnungswesen, Arbeitsgelegenheit, Berufsberatung sind wichtige spezielle Probleme. Dbermagistratsrat Dr. Ollendorff vom Städtischen Jugendamt Berlin beleuchtete die besonderen Aufgaben, vor die die Not der jüdischen Jugend die Wohlfahrtspflege stellt. Der letzte Tag wurde ausgesnllt von den Sitzungen der Arbeitsgemeinschaften. Hilde Ottenheimer schilderte in kurzen, knappen Worten die Organisation der jüdischen Gesährdetenfürsorge. Herr Dr. S a w a r y hielt einen Vortrag über „Die Fürsorge für jugendliche Psychopathen". Frau Paula Ollendorf (Breslau) behandelte die Frage der Fürsorge an Gefangenen und entlassenen Bestraften. Berichtigung. In Nr. 24 der „C. V.-Zeitung" wurde in dem Aussatz „Tie Landtagswahlen in Mecklenburg" berichtet, daß ein Diskussionsredner in einer Ro.stvcker Versammlung gesagt habe, Graf Reventlow habe in Warnemünde eine Wahlrede vor 25 Leuten halten müssen. Dazu sendet uns der Neichstagsabgeovdnete Graf Neventlow folgende Berichtigung: „In Nr. 24 Ihres Blattes besprechen Sie eine Mitteilung, der zufolge ich in Warnemünde gewesen sein und gesprochen haben sollte. Ich bin weder in Warnemünde gewesen, noch sonst in einem Ort oder einer Stadt Mecklenburgs." Derrtschjnvische Studenten Berlins: Dom 24. bis 26. Juni Studentenwahlen. K. C. und studentische Ortsgruppe des C. D. gehören dem Deutschen Studentenbunde an. Wählt dessen Liste. Wählt Liste 3! Brecht die völkische Mehrheit! Meine Chronik. Auf dem Leipziger Friedhöfe fand die feierliche Einweihung des Ehrenmals statt, das die Leipziger Iü» d i s ch e Gemeinde ihren im Kriege Gefallenen, nach der Heimat lieberführten und den an den Folgen ihrer Kriegsverletzungen in Leipzig gestorbenen Söhnen errichtet hatte. Durch alle Ansprachen, deren Reihe Rabbiner Dr. G o l d m a n n (Leipzig) eröffnete, klang hindurch, daß die Juden den Traditionen derer, die ihre Liebe zum Vaterlande mit dem Tode besiegelt haben, getreu, am Wiederaufbau des deutschen Vaterlandes Mitwirken wollen. — Am 30. Mai fand in Bernburg die Gedenkfeier des hundertjährigen! Bestehens des israelitischen Friedhofs in der neu ausgestatteten Friedhosshalls statt. Das langjährige Vorstandsmitglied der Israelitischen Kultusgemeinde, Herr Louis Calm, begrüßte die zahlreich erschienenen Gemeindemitgliedeu und die geladenen Gäste, besonders Herrn Stadtrat Müller als Vertreter des Magistrats, die Herren Oberprediger Dr. Heine, Pastor Kind sch er, Pastor U h l e als Vertreter der evangelischen und als Vertreter der katholischen Geistlichkeit Herrn Pfarrer Hohgrebe, ferner die Vertreter dev jüdischen Nachbargemeinden, insbesondere Landesrabbiner Dr. Walter (Dessau) und Rabbiner B a n e t h (Köthen). Prediger Iungmann hielt vie Gedenkrede und Landesrabbiner Dr. Walter eine Ansprache an die Gemeinde, in der er zur Ehrfurcht und zur Treue gegen die Religion ermahnte. Dr. Ludwig Hahn (Berlin) gestorben. Nach langer Krankheit starb der Geheime Sanitätsrat Dr. Ludwig Hahn, Oberstabsarzt -der Landwehr, in Berlin-Schöneberg.. Geheimrat Hahn ist einer der ältesten und bewährtesten Mitglieder unseres Vereins, der sich um die Arbeit in Groß-Berlin besondere Verdienste erworben hat. Er war hier an hervorragender Stelle tätig, zuletzt im engeren Vorstande des Groß-Berliner Verbandes. Wir kommen auf Ludwig Hahns Wirksamkeit in nächster Nummer zurück. — Rabbiner Dr. Wohlberg gestorben. Vor wenigen Tagen trugen wir Rabbiner Dr. W o h l b e r g in Berlin zu Grabe. Dr. Wvhlberg war besonders in den gesetzestreuen Kreisen des Berliner Nordens bekannt und beliebt, und von jeher ein estriger un!d bekannter Anhänger -unserer Bestrebungen. Seine Arbeit im Vorstände der Orts-, gruppe Berlin-Norden und sein häufiges und glückliches rednerisches Auftreten bei unseren Veranstaltungen werden bei uns in steter und dankbarer Erinnerung bleiben. vsn -er Lifte öer ju-enfein suchen Saöeorte ftnö zu streichen: V. Schlesien. Salrbrrrnri: Villa Zemplin. (Der Besitzer, Herr. G. Michalski, legt gegenüber anderslautenden Gerüchten Wert darauf, nicht als Antisemit bezeichnet zu werden.) VL. Harz. Thale (Hotel „Zur RoßLrappe"). (Der Wirt erklärt, kein Antisemit zu sein.) XII. Bayern. Murnarr. (Der GemeinderaL schreibt: „Weder Lev Gemeinderat noch der Fremdenverkehrsverein Murnau haben jemals den Ort als judenfeindlich erklärt. . . Murnau wird feit vielen Jahren von Juden besucht, wobei wir feststellen, daß über Judenbelästigung' Hieramts niemals Beschwerden eingegangen sind." Der Vorstand des Hotel- und Gastwirtevereins schreibt: „In Murnau existiert weder ein Hotel noch ein Gasthof, der auch nur im geringsten judenferndlich gesinnt ist.") Heinrich Mack Nach!. Ulm a. D. **?.Sn. Union* rBuchssdirank. ihre Bücherei wdchsl-der Schrank wddisi mit. j Katalog 343 postfrel\ HeinrichZeissl UrämzeissllTankfurf^tt. Kdsersk38 Berlin NW 1, Unter den Linden 56 lyfoRpoL sett 20 Jahren anerkannt beste] V wmmmitiunmgam' l^ro j/pctttc finden, durch die „6.V.-Zeitung" «ine sehr zweckmäßige Verbreitungksrdt echt und. natürlich . m in Allen Nu&ncerv. | vom Hellsten Blond bis zum tiefsten Sckwarz.fi I Probek&rtons tu 1 Portion.—Goldnurk t SO.fi I Orig.-Karton tu4Portiow«u-Goldmafk £scj J.F. S CHWARZLOSE SOHNE BERLIN ^Markgrafenstr. 26. Bad.Altbetde (Schlesien). Billa Hand, Kinderheim, das ganze Jahr geöffnet! Infolge beschränkt. Zahl d. aufzunehm. Kinder ist indiv.. liebev. Pflege u. Erziehung gesichert. Jnhab. u. Leiterin: Frau Friederike Hand, früher Schullehrerin. Kinderheim in Uchbach i.Mb. nimmt während der großen Ferien noch einige Kinder auf. Preis bei individueller Pflege, erstklassiger Verpflegung 4M.,übcr 8Jahre 4,50 M.Ia Referenzen. Profp. d. Schw. L. Guttfreund, Leodschiitz (S.'S.). Kinderheim Bad Harzbura, Bäckerstratze «». Aerzilich geleitet. 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