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Central-Verein-Zeitung · 1926-05-21 · 21 (21.5.1926) · p. Seite 287

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
5 (1926)
Issue
21 (21.5.1926)
Date
1926-05-21
Page
Seite 287 (sequence 7)
Language
German
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287 Palästinabücher. Von Dr. Kurt Zielenziger. Ein Spezialproblem, aber das für die zionistische Arbeit) wichtigste, behandelt Dr. A. Granovsky in feinem Buch „Probleme der Bodenpolitik in Palästina" (Jüdischer Verlag, Berlin 1925). „Mit der r i ch t i g e n L ö s u n g der Bodenfrage stehtund fällt das Gebäude des jüdischen N a ti o n al h e i m s". Da Granovsky von diesem Problem aüsgeht, ist seine Untersuchung darauf gerichtet, nur die Frage zu losen, wie es gelingen kann, den Boden zu einem jüdischen Lande zu gestalten. Denn über dem ökonomischen Prinzip steht das nationale für ihn! Es muß unter allen Umständen gelingen, den Boden in jüdische Hände zu bringen. .Aus diesem Grunde verlangt Granovsky eine A e n d e r u n g des Prinzips des Keren Kajemeths, der die schädliche private Bodenspekulation zugelassen und gar keine städtischen Böden gekauft habe. Denn die Preissteigerung treibt auch die Preise der anderen Böden. Er glaubt zwar, daß eine „gesunde Landwirtschaft nur auf nationalem Boden" erblühen kann, sieht aber ein, daß das Problem der Ansiedler heute die Rentabilität ihrer Wirtschaft ist und bezeichnet es als „Glücksfall", wenn unter solchen Bedingungen der Ansiedler seinen Unterhalt aus der Wirtschaft zu decken in der Lage ist. Deshalb dürste man den Ansiedler nicht noch mit den für den Erwerb des Bodens benötigten Geldern belasten, das mühte Sache des Keren Kajemeth bleiben. Gegenüber der Meinung vieler anderer stellt sich Granovsky dem Bodenerlverb durch Private aus dem obenerwähnten Prinzip nicht entgegen, denn ihm kommt es aus möglichst rascken Bodenerwerb an, und dem Keren Kajemeth fehlt es an Mitteln, auch für eine Anleihe durch diese Organisation ist er sehr sskeptisch gestimmt, hat doch auch durch Privatinitiative viel mehr Boden zuletzt angekauft werden können als durch den Keren Kajemeth. Aber besteht nicht so die Gefahr — das scheint Granovsky zu übersehen —, daß die Bodenspekulation erst recht angefeuert -wird? Er denkt zwar an die Errichtung einer Zentralen Bodenerwerbs stelle mit neutralem Charakter, aber bisher .ist sie nicht geschaffen worden. Wie der Keren Kajemeth das Land tritt ist Erbpacht oder in E r b b a u r e ch i weitergibt, so soll die städtische Spekulation durch eine Bauordnung und Bodensteuer eingedämmt werden. Granovsky muß aber selbst zugeben, daß derartige Steuern nur in rein, jüdischen Städten Zweck hätten, sonst L" Vgl. auch „C. V.-Ztg." Nr. 20, Seite 273. würden sie „einen für die jüdische Kolonisation nutzlosen, ja sogar schädlichen Schritt bedeuten". Geht es ihm nicht wie den meisten Zionisten, sie erkennen zwar die Probleme, aber ihre Vorschläge gleichen Utopien? Glaubt er an ihre Durchführung schon angesichts der Denkschrift Sir Herbert Samuels? Die gleichen Schwierigkeiten, erkennt Wolfgang v. WeiSl in fernem fesselnd geschriebenen Werke „Der Kampf um das Heilige Land. Palästina von heute." (Verlag Ullstein, Berlin 1925.) Die Negierung Sir Herbert Samuels verwendete „in ihrem Bestreben nach Unparteilichkeit jüdische Gelder reichlich für arabische oder ^allgemeine' Zwecke". So mußte man „mit der Sammelb ü ch s e" den I n d e n st a a t bauen. Wenn auch das zionistische Spendenbudget 40 Prozent des Staatshaushalts von Palästina erreicht, so verursacht doch dieses Angewiesensein auf Spenden eine große Unsicherheit. „Gerade wenn es in Palästina am schlimmsten geht, man am meisten Geldhilse braucht, kommt am wenigsten." So konnte es passieren, daß keine Gelder für die Geschäfte, für Viehfutter und andere unbedingt notwendige Dinge da waren. Die Zionisten, die noch 1920 ein Budget von £ 25 Millionen gefordert hatten, waren 1923/24 mit £ 400 000 zufrieden, und bod) bestand „ein schlimmes Mißverständnis zwischen produktiven und unproduktiven Ausgaben". Aber neben dem Defizit des Budgets bestand nach Weisl ein zweites, das gefährlicher ist: „das Defizit der jüdischen Volkswirtschaft in Palästina". Die meisten Beträge, die dorthin flössen, „kamen nack) kurzem Umlauf entweder als Gegenleistung für Importwaren ins Ausland zurück oder in arabische Hände". Weisl gibt Granovsky die Antwort, der auch die „nationale Autarkie innerhalb des staatlichen Wirtschaftssystems" forderte, wenn er dies Prinzip für „u n d u r ck) s ü h r b a r in seinen letzten Konsequenzen" hält. Er ist durchaus Bewunderer der zionistischen Aufbauarbeit, des Idealismus und der Energie, aber er verliert nicht die Einsicht. So werden wir ihm reck)t geben, daß „der Kampf um das Heilige Land nid)t mehr mit dem Sd)wert, sondern mit den Waffen der modernen Wirtschaft" geführt wird. „Die Zionisten wollen nid)t erkennen, daß der Widerstand der Araber berechtigt und naturnotwendig ist", denn „der Orient verteidigt in Palästina seine Seele gegenf™™ Bad-Nauheim I PARK-HOTEL I Haus allerersten Ranges P nimm führend H>£tnl)aua^ Kein Geschäftsmann der Wert auf seriöse Kundschaft legt, darf es übersehen, seinUnternehmen auch durch die E.V.-Zeitung bekannt zu machen. Ein großer, gutsituierterLeserkreis läßt guten Erfolg erwarten. „Die Erfüllung aller Erwartungen, die ich seit Jahren an meine Automobile geknüpft hatte“ so urteilt ein Amerikaner über seinen 15/70/100-PS-Mercedes! Ein deutsches Preisgericht urteilte am 9. Mai d. 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